
"Freiheit ist viel lustiger!"
Abiturfeier 2008
20.6.08
Die Fotos der Abiturfeier
Song "Dieser Weg" auf Youtube
Die Abiturrede der Schüler
"Freiheit ist viel lustiger!" - Das war der
Leitgedanke der Predigt von Schulpfarrer Ralf Herbertz beim ökumenischen
Gottesdienst vor der Abiturfeier. Ralf Herbertz ist ja bekannt für seine
realitätsnahen und humoresken Predigten. Als er das berühmt-berüchtigte
Oberstufen-Entschuldigungsformular an die Kirchenwand projizierte und
ankündigte, dass er nun den philosophisch-metaphysischen Charakter dieses
Formulars darstellen wollte, kam Gelächter auf. Er aber meinte es ernst: Das
Entschuldigungsformular war ja eine starke Beschneidung der Freiheit der
Schülerinnen und Schüler. Nur: Was wäre passiert, wenn jeder fehlen könnte, wenn
er Lust darauf hätte? Hätte jeder damit umgehen können? Herbertz verwies auf
einige seiner Schulfreunde, die die enorme Freiheit an der Uni genutzt,
daraufhin aber ihr Studium nicht gepackt hatten. Können wir mit unserer Freiheit
verantwortungsbewusst umgehen? Das ist die entscheidende Frage. Er wünschte den
Abiturienten, dass es ihnen gelingen sollte, den Spagat zwischen neu
erworbener Freiheit und Verantwortung für sich selbst auszuhalten.

Schulleiter Bernhard Ripp bei seiner Rede
Der musikalische Rahmen des Gottesdienstes wurde wie
immer von Herbert Vietor geleitet. Es begann mit dem Schulchor und dem Song: "Let
There Be Peace On Earth". Ein Chor aus Abiturientinnen sang "May The Lord Show
His Mercy Upon You", "I Have Got A Feeling" und "Komm, lass diese Nacht nicht
enden". Zum Abschluss wünschten alle Sängerinnen und Sänger "Go Now In Peace".
Die Abiturfeier wurde eröffnet von Daniela Dumbeck
(Querflöte) und Alexander Cyzirsch (Klavier), langjährigen Mitgliedern der
Big-Band, mit dem Presto aus der "Hamburger Sonate" von Carl Philipp
Emmanuel Bach. Schulleiter
Bernhard Ripp nahm das Abiturienten-Motto auf: "Glabiatoren 08 - die Helden
verlassen die Arena" und verwies auf die großen Leistungen dieses Jahrganges. Er
bedankte sich bei der Bürgermeisterin Marlies Sieburg dafür, dass die Stadt die
Europaschule immer so tatkräftig unterstützt hat. Dominik Hees (Klavier), Emna
Hamza und Tanja Weidenfeld brachten einen Song von Xavier Naidoo:
"Dieser Weg".
Marlies Sieburg gab den Dank an Herrn Ripp zurück, indem sie darauf verwies,
welche guten Voraussetzungen die Europaschule den Schülerinnen und Schülern
bietet. Ursula Baumann, die Schulpflegschaftsvorsitzende, hielt ihre letzte Rede
bei einer Abiturfeier, da sie ab dem kommenden Schuljahr kein Kind mehr an der
Schule hat. Sie wurde von Herrn Ripp mit einem prächtigen Blumenstrauß und vom
Publikum mit einem großen Applaus verabschiedet. Auch von dieser Stelle ein
großer Dank an Frau Baumann; sie hat mit enormem Engagement die Interessen der
Eltern und der ganzen Schule vertreten und sehr viel bewegt!
Verena Vandervelt spielte den "Liebestraum" von
Franz Liszt, sozusagen als Vorspiel zur
Rede der drei Abiturienten. Ricarda
Sawatzki, die bisherige SV-Sprecherin, Niklas Geuer und Benjamin Schieweck
hielten eine beeindruckende Rede: Sie beschrieben ihre Schulzeit, die
Zusammenarbeit und gelegentlich auch Nicht-Zusammenarbeit ihrer Stufe, erzählten
von Freundschaften und Liebesbeziehungen, die die Schule gestiftet habe. Sie
hielten ihren Vortrag wunderbar in der Schwebe zwischen Humor und Ernst. Am
Schluss stand ein eindrucksvolles Zitat von Dietrich Bonhoeffer:
"Je
schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist
die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die
Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das
vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie
ein kostbares Geschenk in sich."
Zum Abschluss kam ein Teilensemble der Big-Band zum
Einsatz: Alexander Cypzirsch, Felix Pfeil, Miriam Weingarten, Sebastian Ubber,
Martin Böhme, Simon Rüger und Daniela Dumbeck spielten "Music" von John Miles.
Nach dem üppigen Buffet, von der Leiterin der
Mensa-Küche, Frau Rath-Pfeiffer, kredenzt, wurde dann ausgiebig gefeiert,
stiegen Wünsche-Luftballons in den Nachthimmel, floss manche Abschiedsträne,
wurde die neue Freiheit begossen, denn: "Freiheit ist viel lustiger!" Oder?
Bernd Woidtke