Abi 09 - Mottotage

März 09

 

 

Freitag, 3.4.09: Der Abi-Gag

 

Hier kommt der Höhepunkt: Der Abi-Gag

 

 

Donnerstag, 2.4.09: Strand

 

Die Fotos

 

Die Dramaturgie war klar: Nach dem ersten Schultag, den man doch gerne hinter sich gelassen hat, dem Geschlechtertag - ein Spaß mit kurzem Verfallsdatum - dem Asitag, für manche doch eine arge Zumutung, jetzt der Tag der Hoffnung, der Phantasien, des Wunsches: Möge er doch immer bleiben! Das Wetter meinte es gut: Es hätte ein echter Strandtag werden können...

 

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Mittwoch, 1.4.09: Asitag

 

Die Fotos

 

Was ist eigentlich ein "Asi"? Wikipedia: "Der Begriff asozial ist als Gegenbegriff zu „sozial“ gebildet, wird jedoch oft im Sinne von „antisozial“ (= gemeinschaftsschädigend) verwendet. Beides sind Kunstworte, aus griech. „a-“ (deutsch „un-“) bzw. „anti-“ (deutsch „gegen-“) plus lat. „socialis“ (für „gemeinschaftlich“). „Asozial“ bezeichnet an sich ein von der geforderten oder anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Individualverhalten: Ein Individuum vollzieht seine persönlichen Handlungen ohne die geltenden gesellschaftlichen Normen und die Interessen anderer Menschen zu berücksichtigen."

 

Das ist nett gesagt, aber wie erkennt man einen "Asi"? Die 13er wissen es: Trainingsanzüge sind das wesentliche Kleidungsstück, am besten aus Ballonseide, Farbe: egal, Hauptsache grell. Sonnenbrille ist ein Muss. Plastiktüte sowieso. Am besten von ALDI, HIT geht gerade noch, H&M ist schon zu intellektuell. Wohin mit den Händen? Rechte Hand 'ne Fluppe, linke Hand 'n Fläschchen, vielleicht 'n Bierchen, kleiner Feigling iss auch ok. Wenn er eine Hand frei hat, der Asi, wie hält er sie? Zwei Alternativen: Entweder Zeige- und Mittelfinger gespreizt, gilt als cool, hiphop oder so, keiner weiß genau, warum man das macht. Oder das Übliche: Stinkefinger, iss klar, ne? Alle sprechen über DEN Asi, was aber ist mit DER Asi? Iss klar, ne, die iss natürlich schwanger. (Warum schwanger mit Asi assoziiert wird, entzieht sich meiner Kenntnis...). Wie das Kind heißen wird? Komischerweise gibt es vor allem Asi-Mädchennamen, mit Abstand an der Tabellenspitze: Cindy. Gefolgt von Schackeline (in dieser Schreibweise!) und Schangtal.

 

Wie spricht der Asi? Generell (tschuldigung: so gut wie immer) beginnt er seinen Satz mit: "Ey". In den meisten Sätzen gebraucht er auch das Wort "alter". Beispiel: "ey, wie bistn du drauf, alter?" Groß- und Kleinschreibung spielen keine Rolle, denn er schreibt nicht, der Asi. Auch die Grammatik ist eher von untergeordneter Bedeutung, dafür steht die Empathie im Vordergrund, Beispiel: "was willst du denn ey, hasse probleme oda was?" Und schließlich hat der Asi immer einen Blick für visuelle Fragen: "ey guckma wie du aussiehst, alter!"  Womit wir wieder beim Anfang unserer Beobachtungen sind: dem Trainingsanzug.

 

Die 13er haben ihre Metamorphose in die Asi-Rolle perfekt vollzogen. Bei manchen hatte man den Eindruck, sie sind quasi eins geworden mit ihrer Figur. Wir wünschen allen, dass es ihnen über Nacht gelingt, ihre Asi-Rollen wieder abzulegen und zu werden wie, ja, wie denn? Was ist das Gegenteil von Asi? Ey, gute frage, alter!

 

 

Dienstag, 31.3.09: Vertauschte Geschlechter

 

Die Fotos

 

Mal jemand ganz anderes sein! Aus der Haut schlüpfen! Die Identität wechseln! Was für ein Festtag! Die Jungen kamen als Mädchen, die Mädchen als Jungen. Und kein Klischee wurde ausgelassen: Die Jungen als Mädchen gaben sich tuntig, die Mädchen als Jungen prollig. Einige Jungen hielten es den ganzen Vormittag lang durch, mit piepsender Vor-Stimmbruch-Stimme zu sprechen - Großes Kino!

 

 

Montag, 30.3.09: Der erste Schultag

 

Die Fotos

 

"Der seltsame Fall des Benjamin Button" heißt  der oskarprämierte Film mit Brad Pitt: Ein Kind wird als Greis geboren und wird im Laufe seines Lebens immer jünger. Die 13er wandelten heute auf den Spuren von Benjamin Button. Am Freitag noch sahen sie aus wie 18/19/20/21jährige Erwachsene, die mit großem Ernst ihrem Abitur entgegensehen, die in ihren Kursen die letzten Vorbereitungen absolvierten, die über barocker Lyrik, sozialem Wandel, Integralgleichungen oder dem American Dream brüteten. Heute hingegen hatten sie sich in kleine, putzige Wesen verwandelt: I-Dötze, Erstklässler, Schulanfänger. Schauspieler kennen das: Wenn sie ein Kostüm anziehen, sind sie in der Rolle, benehmen sich so. So erging es den 13ern. Sie liefen durch die Schule, waren ausgelassen, machten Quatsch, rissen Türen auf, erst ein ernster Blick des Schulleiters erinnerte sie daran: Wir sind keine Kinder mehr, wir sehen nur so aus, vielleicht wären wir gerne wieder welche...

 

Wie sehen sie morgen aus?

 

Bernd Woidtke