Von der Schultüte bis zum Abigag

Noch 4 Wochen bis zum letzten Schultag!

18.3.10 

 

13 Jahre Schule sind vorbei, 13 sehr ereignisreiche, anstrengende und schöne Jahre. Welche Worte treffen das am besten, was hinter uns liegt? Merkwürdig, wie sehr wir uns verändert haben, und trotzdem dieselben geblieben sind. Was viele von uns jetzt erleben, ist eine Mischung aus Melancholie, am Ende einer langen Reise und vor dem Beginn von etwas ganz Neuem. Das letzte Mal Klausuren schreiben, der Abschluss, das Abitur ist jetzt zum Greifen nahe, aber viele von uns sind auch müde: Erschöpfte letzte Schritte eines schweißtreibenden Marathons.

 

Die letzten der vergangenen 13 Jahre waren genauso prägend wie die ersten: Die Oberstufe, endlich wurden wir intellektuell ernst genommen und die wirklich interessanten Dinge durchgenommen. Freiheit, aber auch Verantwortung, durch Führerschein und Fächerwahl. Die meisten haben zum ersten Mal Geld verdient. Neues in jeder Hinsicht also, die ersten Schritte am Ende des Schülerlebens, der Anfang vom Ende ist ein Weg, denn wir schon längst beschritten haben, jetzt ist nur das Ziel in Sicht gekommen. Die letzten Jahre waren ein ausgesprochen wichtiger Teil der Definition der eigenen Identität, vielleicht wichtiger noch als alles zuvor, und werden für viele kommende Jahre prägend sein.

 

Was wird bleiben von unserer Schulzeit? Es werden Augenblicke sein, an die wir uns erinnern, besondere Momente im täglichen Mit- und Nebeneinander zwischen Schülern und Lehrern, die zu so vielen so witzigen, aber auch stressigen Situationen geführt haben. Aber auch und vor allem Menschen: Lehrer, Sitznachbarn, Freunde. Und natürlich hoffentlich die einen oder anderen Unterrichtsinhalte.

 

Motivation und Begeisterung waren ebenso wie  Resignation und Faulheit unsere ständigen Begleiter in den letzten 13 Jahren. Wie stolz trugen wir unsere Schultüte, endlich Schule, und wie wird es sein, wenn wir unser letztes Zeugnis in Händen halten und uns zum letzten Mal unsere Füße aus der Europaschule tragen und wir ihr nun endgültig den Rücken kehren: Hey, es wird nie wieder so sein wie zuvor!

 

Schulalltag: Schmökern in der Bibi

 

Was haben wir nicht alles erlebt: Lernstandserhebungen, Killer-Klausurphasen und abenteuerliche Exkursionen. Und jetzt das Abitur, der Abigag, der Abiball: Sie markieren das Ziel unserer Reise. Und doch ist es nie leicht Abschied zu nehmen. Wir werden all das hier sehr vermissen, das Chillen in der Café, das Schmökern in der Bibi, unsere Stufe, die in den letzten Jahre so sehr zusammengewachsen ist! Wen haben wir dadurch nicht alles neu kennen gelernt, Leute die zu mehr geworden sind als bloß bekannte Gesichter.

 

Schade, aber all das ist nun bald vorbei. Jetzt wo das Ende gekommen ist, und das ist wohl eine der größten Tragödien im menschlichen Leben, bekommen wir erst eine leise Ahnung davon, wie schön es doch war. Machen wir uns nichts vor: Trotz all dem Stress und lernen, dem Notendruck und den Hausaufgaben, war doch immer etwas da, wofür es sich gelohnt hat, in die Schule zu gehen. Alle Stufen unter uns mögen sich dieser Tatsache bewusst werden.

 

Wir folgen einem Pfad, den schon unzählige Jahrgänge vor uns ausgetreten haben, sie haben ihre Spuren in der Schule hinterlassen, und trotzdem waren sie alle einzigartig. Die Schule hat sie geformt, und sie haben die Schule mitgestaltet, so wie auch wir unseren Beitrag geleistet haben, durch AGs, Schulmannschaften und Wettbewerben.  

 

Tag für Tag haben wir die Schule betreten, und stets konnten wir uns nie sicher sein, was uns heute erwartet. An Abwechslung hat es in 13 Jahren jedenfalls nie gemangelt, denn die Schulzeit gleicht unheimlich gut einer Achterbahnfahrt, voller aufregenden und ruhigen, schnelleren und langsameren Passagen.

 

Und so werden wir uns in alle Winde zerstreuen und nur Erinnerungen werden zurückbleiben, die uns begleiten werden und in denen wir noch, soviel ist sicher, ab und zu schwelgen werden, in Erinnerungen an eine „geile Zeit“, wie sich vorherige Jahrgänge auszurücken pflegten und das es wohl am besten trifft. Mit dieser Vorstellung im Hinterkopf sollten wir jetzt unsere Schulzeit gut zu Ende bringen und die letzten Tage genießen, bevor wir uns dem Horizont zuwenden, denn immerhin schließen wir das dreizehnte und letzte Kapitel einer langen Geschichte. Und vielleicht wäre es auch angemessen, bevor die letzte Seite umgeblättert ist, innezuhalten, um sich nicht nur bei Freunden, sondern auch bei Lehrerinnen und Lehrern zu verabschieden, die uns sehr lange begleitet haben.

 

Simon Otterbein