Kurs- und Klassenfahrten - Schule mal anders!

Noch 2 Wochen bis zum letzten Schultag!

2.4.10 

 

Die Wochen, in denen Kurs- oder Klassenfahrten anstehen, sind die bei Schülern beliebtesten Wochen im ganzen Schuljahr. Raus aus dem langweiligen Klassenzimmer, geht es auf in die weite Welt, in der sogar unterrichtsbezogene Museumsbesuche, Besichtigungen, Wanderungen, etc. plötzlich Spaß machen. Ich werde jetzt etwas über meine Erinnerungen an diese Fahrten erzählen, die beispielhaft für all die verrückten, lustigen und vielleicht auch schlechten Erfahrungen stehen sollen, die Schüler auf Klassenfahrten so machen.

 

Unsere erste Fahrt im Klassenverband auf dem Gymnasium stand in Klasse 6 an. Gerade mal ein Jahr kannte man sich: Da war das schon eine aufregende Sache. Wenn man elf Jahre alt ist, ist es sowieso schon ein Abenteuer, eine Woche alleine von Zuhause weg zu sein. Das Heimweh war vorprogrammiert. Wir fuhren nach Gerolstein in die Eifel. Für uns war das verdammt weit weg, schließlich war die Welt in unseren Augen hinter Kerpen schon beinahe zu Ende. An die Fahrt selbst habe ich nur vereinzelte Erinnerungen und – ehrlich gesagt – keine einzige davon dreht sich um die sicherlich lehrreichen Ausflüge, die wir dort gemacht haben. Vor Augen habe ich uns alle abends beim Tischtennisspielen, Jungs und Mädchen zusammen – das war damals unglaublich aufregend. Außerdem haben wir immer lautstark gesungen und gelacht, was die Herbergsleitung und die Lehrer uns, glaube ich, sehr übel nahmen. Einmal sollten wir im Regen zu einem Tierpark wandern, doch wir haben uns vehement geweigert und so lange gestreikt, bis ein Bus organisiert war. Die erste kleine Revolution! Die Klassenfahrt war für uns auch der Beginn, der Schule und den Lehrern nicht mehr blindlings zu folgen. Wir wurden ein Stück weit selbstständiger.

 

Kursfahrt nach Rom; hier: SoWi-LK 2008

 

Die nächsten Jahre waren dann relativ „klassenfahrtenfrei“, doch Austauschprogramme und Exkursionen ließen die Welt viel kleiner erscheinen. Wir waren nun alle reiseerprobt, daher war es nur selbstverständlich, dass wir unsere Klassenfahrt in der 10 im Ausland verbringen wollten. Tja, war aber leider nichts mit weit weg. Wenn man nicht gerade in der bilingualen Klasse war, dann gab es als Auswahlmöglichkeit, beschränkt durch das Budget, nur das Inland – oder die Niederlande.

 

Auf ging’s in einen Park mit kleinen Hütten, in denen wir uns selbst versorgen mussten. Was anderes wollten wir eigentlich auch gar nicht, schließlich war es das Wichtigste für uns, auf der Fahrt möglichst viel Zeit mit unseren Freunden zu verbringen. Trotzdem habe ich bei dieser Fahrt mehr Erinnerungen an das Gesehene. In Amsterdam waren wir, das Anne-Frank-Haus haben wir besichtigt und eine kleine „Survivaltour“ galt es im Park zu überstehen. War ich bei der Fahrt in der 6 noch froh gewesen, als ich endlich wieder daheim war, so wollte ich nun gar nicht mehr nach Hause und vielen anderen ging es ähnlich. Dieses Hereinschnuppern in die Selbstständigkeit gefiel uns zu gut.

 

Dann kam plötzlich die 13 und mit ihr unsere Abschlussfahrt. Leise kam der Tag der Abreise angeschlichen und plötzlich war er da. Die Reiseziele lauteten nun Rom, Barcelona, Prag, London und Wien. Da merkte man schon, dass wir groß geworden waren. Für mich ging es nach Rom, einer wunderschönen Stadt, in der für mich das Besichtigen zum ersten Mal einen fast so hohen Stellenwert wie die Gemeinschaftlichkeit einnahm. Tagsüber Rom gemeinsam im Kurs erforschen und dann – das war neu – konnten wir selbst entscheiden, was wir weiter machen wollten. Einige eroberten Rom auf eigene Faust, andere feierten lieber in unserer Unterkunft gemeinsam, aber für alle war die Woche unvergesslich.

 

Wenn wir jetzt in ein paar Wochen die Schule verlassen, dann werden wir diese Fahrten an der Schule wohl am meisten vermissen. Schließlich hängen an ihnen einige unserer schönsten Schulerinnerungen. Also, an alle Jüngeren: Freut euch auf die Fahrten, die euch noch erwarten, denn spaßiger kann man Unterrichtszeit nicht verbringen!

 

Janina Wedowski