Abigag 2010
Abilympia - Spiele für die Götter
16.4.10
Olympiasieger im antiken Griechenland hatten ausgesorgt: Sie erhielten eine lebenslange Rente. Die Veranstalter des diesjährigen Abigags kehrten den Spieß um: Sie bestraften die Sieger. Inwiefern? Die Sieger durften nicht auf dem Bullen reiten, einem Jahrmarkts-Rodeo - eine der großen Attraktionen der Show! Die Verlierer mussten ran. Meistens waren das Lehrer, die das Motto: "Der Klügere gibt nach" beherzigten, dann aber auf dem Bullen enormes Durchhaltevermögen zeigten.
Anklicken zum Vergrößern!
Man sah den 13ern an, dass auch sie in die Jahre gekommen waren: Sie hatten die Nacht durchgemacht, keine Sekunde geschlafen, wie glaubhaft versichert wurde, und entsprechend müde waren sie, als die Sonne über Abilympia aufging. Dann aber kamen die Moderatoren auf die Bühne: Mirjam Bäcker und Thomas Bollig heizten dem Publikum mächtig ein und die Show konnte beginnen. Natürlich mussten die Lehrer gegen Abiturienten und jüngere Schüler antreten. Natürlich gewannen die Abiturienten, dicht gefolgt von den Lehrern und den anderen Schülern. Der Schulleiter, Bernhard Ripp, holte zwar nicht die Kastanien aus dem Feuer, aber die Gummibärchen aus dem Mehl; Tom Bildhauer, frisch zurück aus China, fischte die Äpfel mit dem Mund aus dem Wasser; Jochen Schnabel stieg blind über nicht existierende Wasserflaschen; Claudia Schümmer ging wie auf Eiern - und das sehr kunstvoll.
Oliver Bathke und Maria Reinholz komponierten und texteten eine Schulhymne, die das Zeug zum Hit hat. Die legendären Backstreet Boys, eine Karaoke-Nummer von 13er Schülern begeisterte das Publikum. Angekündigt wurden sie vom Shouter "Let's get ready to rumble-Thomas Bollig". Mimi Bäcker brachte das Publikum immer wieder zum Lachen mit ihren improvisierten Gags und ihrer Lebendigkeit.
Beim Starchecker bewies Michael Friesen, dass die Auffassung, nur Frau lesen Gala und Bunte, ein absolutes Vorurteil ist. Alfred Dänner siegte im Starke-Männer-Contest: Er konnte gefühlte 20 Liter Milch am längsten hochhalten.
Star vieler Abigags der letzten Jahre war natürlich Liesel. Die Chefin der Cafeteria, Herrin über Kaffe und Kuchen, Gulasch und Gebäck, Wasser und Wurstbrötchen, die Therapeutin und Trösterin ist sowieso in den Herzen der Oberstufenschüler - deshalb bekam sie auch ein Herz geschenkt. Sie hatte außerdem Geburtstag: Happy Birthday liebe Liesel!
Als am Ende die 13er die Bühne enterten, war auch dem letzten klar: Es ist aus. Kein Unterricht mehr. Niemals mehr. Keine Pausen, keine Café, keine Kursfahrten, kein Kaufland, keine Freiblöcke, kein Blaumachen, keine Entschuldigungsformulare, keine Genickstarre am Fehlende-Lehrer-Bildschirm, kein Abi-Countdown, keine Mensa, kein Lehrer-Lästern, kein Zeugnis (doch, ein Mal noch), keine Blauen Briefe, keine Kopfnoten, keine drängelnden 5er an den Bussen, kein Feueralarm, keine Literaturkurs-Aufführungen, kein Musikabend, kein Rockforum - halt, das Letzte stimmt nicht: alles, was außerhalb der Klassenräume stattfindet, steht euch lebenslang offen!
Wir alle drücken euch 13ern die Daumen für die Klausuren, die am Montag beginnen!
Bernd Woidtke