What’s killing us now?
10.11.10
Am Mittwoch, 9.11., konnten wir in unserer Schule sehr eindrucksvoll erleben, wie Aufklärungsarbeit in Südafrika von statten geht: Anstatt von trockenen Vorträgen informiert die Gruppe Youth for Christ aus KwaZulu/Natal in Südafrika durch „edutainment“ (= education + entertainment) über Aids und HIV, womit in ihrem Heimatland 20% der Bevölkerung angesteckt sind und wodurch tausende Menschen jährlich sterben. Ca. 600 Oberstufenschüler kamen in den Genuss einer lebhaften Performance namens „What’s killing us now?“ der Gruppe, die in ihrer Darbietung in einer Mischung aus Theater, Pantomime und Tanzeinlagen auf die Problematik der Ausbreitung von HIV/Aids in Südafrika eingingen.
In dem englischsprachigen Stück wurde die Aidsproblematik in einen historischen Kontext eingebettet, in dem Bezüge zur Apartheidsgeschichte des Landes hergestellt wurden. Sehr energiegeladene, fröhliche Tanzszenen wechselten in schneller Folge mit dramatischen Szenen, in denen es u.a. um die menschenverachtende Behandlung der schwarzen Bevölkerung durch die Regierenden zur Zeit der Apartheid oder um die Steinigung einer Aids-Aktivistin durch ihre Mitmenschen ging. Am Ende stand die Botschaft, dass jeder Mensch individuell und einzigartig ist und er sich dessen bewusst sein soll, wenn er von seinen Mitmenschen überredet wird etwas zu tun, zu dem er eigentlich gar nicht steht.
Nach der Vorführung blieb noch kurz Zeit für Fragen an die jugendlichen Schauspieler, in der wir erfuhren, dass innerhalb ihrer Familien und ihrer Freundeskreise viele Menschen mit HIV angesteckt sind und Aids daher alle betrifft. Die Schauspieler selbst sind gerade mit ihrer Schule fertig und werden nächstes Jahr studieren.
Organisiert wird die Theatertournee von der Kindernothilfe e.V. im Rahmen der Kampagne In neun Monaten, die mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstützt wird. Die Kindernothilfe ist eine Entwicklungshilfeorganisation, die u.a. auch verschiedene Projekte in Südafrika hat. Zur Vorbereitung der Vorstellung wurden am Gymnasium Aids-Workshops in verschiedenen Erdkunde- und Religionskursen angeboten, in denen die Schüler zusammen mit einem Referenten der Kindernothilfe über die weltweite Verbreitung von HIV/Aids informiert wurden und in denen es besonders über den Zusammenhang von Armut und Aids ging. Auch Lösungsansätze wurden anhand eines Filmes über Aidswaisen in Uganda gezeigt. Zudem haben einige Englischkurse das Theaterstück im Unterricht besprochen.
Als Abschluss der Kampagne ist am 25.11. ein öffentlichkeitswirksamer Graffitiworkshop mit einem Graffitikünstler geplant, der ehrenamtlich für die Kindernothilfe arbeitet. Das Ergebnis dieses Workshops soll dann für den Welt Aids Tag am 1.12. präsentiert werden.
Corinna Castor