Wirtschaftsenglisch-Exkursion zum Hafen nach Antwerpen der Jahrgänge 10 bis 12
20.6.11
Am 25. Mai wollten ca. 65 Schüler und Schülerinnen der 4 Wirtschaftsenglischkurse in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 von Frau Rose und Frau Castor mit vier Lehrkräften (Herr Arnolds, Frau Castor, Frau Hebbelmann, Frau Rose) schon früh um 7 Uhr losfahren nach Antwerpen. Dort hatten wir einen Workshop im Hafencentrum Lillo zum Thema Im- und Export im Hafen von Antwerpen gebucht. Nach einigen lös- und unlösbaren Problemen mit abgelaufenen oder fehlenden Personalausweisen konnten wir dann gegen 7.15 Uhr mit zwei vollbesetzten Reisebussen vom Gymnasium aufbrechen.
Wir kamen gerade rechtzeitig um 10 Uhr im Hafencentrum an, wo wir von den Tourguides begrüßt wurden, in einen Kinosaal geleitet wurden und dort nach einigen Versuchen einen englischsprachigen Film zum Hafen Antwerpens gezeigt bekamen. Aus diesem konnte man auch Einiges zur Bedeutung des Hafens lernen, sehr amüsant waren die Musiker, die mitten in den Hafenanlagen Saxophon, Schlagzeug oder andere Instrumente spielten. Währenddessen wurden unsere Teilnehmerlisten mit genauen Personaldaten an die Hafenbehörden gefaxt.

Danach ging es wieder – ausgestattet mit Tourguides und mit schicken knallgelben Warnwesten und eine Gruppe auch mit Helmen – in die Busse und die Hafentour begann. Eigentlich sollte eine Gruppe am Vormittag (und die andere am Nachmittag) den kompletten Export einer Chemikalie des Evonikwerkes in Antwerpen nach Bandar Abbas im Persischen Golf inklusive der notwendigen Dokumente nachvollziehen können. Leider wurden uns nur die Dokumente nicht im Vorneherein zur Verfügung gestellt, so dass dieser Teil sehr knapp ausfiel. Aber wir sahen alle wesentlichen Stationen der Reise der Peroxidcontainer vom Werk bis zur Verladestation auf die Schienen, inklusive Truckfahrer, die gerade ihre Daten in Computerterminals eingaben. Auch lernten wir verschiedene Containerarten kennen und die Bedeutung der kryptischen Zeichen auf ihnen zu deuten. Sehr beeindruckend war es auch neben einem riesigen Containerschiff zu parken, das gerade mit Containern beladen wurde. Angesichts der hohen Schiffswand wurde einem die Bedeutung des Unterschiedes besonders klar, ob die zu verschiffende Ware noch auf dem Kai liegt oder schon an Bord des Schiffes ist (Für Experten: FAS vs. FOB!)
Mittags durften wir dann unser mitgebrachtes Lunch im Hafencentrum (aber nur auf den blauen Stühlen!) verzehren und ein paar gönnten sich auch eine leckere belgische Fertigsuppe oder einen Kaffee von der Theke.
In der Pause bekamen die Lehrer dann auch die vorher fehlenden Dokumente gestellt, so dass wir diese später noch im Unterricht verwenden konnten. Interessant der Sprachenmix auf manchen: So finden sich auf dem Boekingsopdracht niederländische, englische und auch deutsche Phrasen – man sieht ohne Sprachen kommt man in Europa einfach nicht aus!
Nach der Mittagspause kam dann für die eine Gruppe das Programm, was die andere schon am Vormittag absolviert hatte. Es ging wieder in die Busse und durch sämtliche Arten von Lagerhallen – mal zu Fuß durch ein Holzlager, was etwas seltsam stank, aber dafür frei von tropischen Spinnen war, mal mit dem Bus durch ein riesiges Lager, in dem verschiedenste Waren in seltsamen Paketen lagerten, vorbei an Gabelstaplern und Arbeitern. Unser Busfahrer managte das alles sehr kompetent!
Auch ging es vorbei an zugemauerten Kaffeelagerhäusern, mit Stacheldrahtzäunen gesicherten Tabaklagern und riesigen Ölraffinerien mit eigenem Kraftwerk. Gelernt haben wir auch, dass jede Banane Europas durch Antwerpen kommt und Red Bull von dort in die USA exportiert wird. Zum Schluss kamen wir noch zu Europas größter Schleuse, in der gerade ein riesiges Schiff lag, die den Schleusen des Panamakanales ähnelt.
Als Fazit kann man sagen, dass wir sehr viel gelernt haben, dafür allerdings leider auch fast nur im Bus saßen, in denen die Ansagen der Tourguides nicht immer bis nach hinten drangen. Wir hatten etwas mehr schüleraktivierende Methoden erwartet. Schade war auch, dass wir zwar in Antwerpen waren, die sehenswerte Altstadt aber nie gesehen haben. (Die Mehrzahl der Schüler/innen hatte sich gegen einen angehängten Kurzbesuch der Altstadt ausgesprochen.) Wenn wir diese Exkursion wiederholen sollten, würden wir sie daher von Anfang an etwas anders planen – nun wissen wir ja worauf es ankommt!
Aber es war sehr schön, theoretisch im Unterricht Gelerntes nun einmal in der echten Wirtschaft zu sehen und hoffen, dass unsere Schüler auch Einiges davon mitnehmen konnten!
Corinna Castor