Die Paris-Gruppe; klick auf das Bild, dann wird es groß!
Heike Henseler
,,Ja, also... wir halten da so’n Referat!" war wohl der Satz den wir meistens gebrauchten, wenn man uns fragte, warum um alles in der Welt wir und noch etwa 1600 andere Schüler aus NRW zwei Tage lang kostenlos nach Paris dürfen. Damit wussten dann alle anderen ungefähr genauso viel wie wir auch.
Hoffnungsvoll und mit den verschiedensten Erwartungen und Plänen fuhren wir dann am Freitag Morgen mit einem Bus voller Brühler, Euskirchener und Aachener Schüler und einem höchst seltsamen Busfahrer Richtung Paris. Dort angekommen ging es ab Richtung Gymnasium Henry IV, wo jeder auf seinen Austauschpartner traf und wir in kleinen Grüppchen weiterzogen. Manche in eine Bar, manche nach Hause und ich, nachdem ich überraschend in einem, äh, sehr interessanten Firmungsunterricht gelandet war, war dann auch froh, als ich endlich im Haus meiner Austauschpartnerin Corisandre ankam.
Ein bisschen französischen Smalltalk mit den Eltern, die ich erstmal sehr erschreckte, als ich auf die Frage wie lange ich denn bliebe, mit „18 Jahre!" antwortete. Später hatte ich, als so ziemlich die einzige, die noch nie in Paris war, das Glück, dass meine Familie mit mir eine echt tolle Stadtrundfahrt gemacht hat und ich danach wirklich ganz Paris gesehen hatte. Müde, aber sehr beeindruckt ging’s dann ins Bett.
Der nächste Tag begann dann mit dem eigentlichen Grund für unsere Reise:Wir trafen uns und noch etwa 100 bis 150 andere Schüler in der Schule wieder, wo alle deutschen Französischkurse, beziehungsweise alle Deutschkurse der französischen Schule, eine Präsentation vorführen sollten. Das gleiche geschah noch an weiteren Schulen in Paris mit dem Zweck die deutsch- französische Freundschaft zu feiern und zu festigen.
In der zweiten Halbzeit begannen wir dann unser Referat, dank Simon, der mit einem Versprecher den ganzen Saal zum lachen brachte, in gelockerter Stimmung. Zum Glück, fanden wir, mussten wir unsere Präsentation aber dann nach der Hälfte schon abbrechen, weil unsere Schulministerin Barbara Sommer gekommen war um ein paar Worte zu sagen und Politiker gehen nun mal vor.
Nach dem sehr schmackhaften Mittagessen in der Uni-Mensa ging’s in den Jardin du Luxembourg, einen Park, wo eine Bühne aufgebaut war auf der erst eine Band stand und Rammstein-Lieder coverte, später dann CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eine kleine Rede hielt. Wegen unserem strammen Programm ging’s dann direkt ins Museum „Centre Pompidou", was wir aber nach zehn Minuten wieder verließen - nicht, weil wir Kunstbanausen sind, sondern weil wir einfach nur so wenig Zeit hatten und diese dann lieber in der Stadt verbringen wollten.
Nun folgte der Höhepunkt des Frankreich-Besuchs: Ein MIA-Konzert, was vielleicht nicht jedermanns Geschmack entsprach, wir aber tanzten und sangen es uns einfach schön! Die letzten Stunden mussten für den obligatorischen Besuch des Eiffelturms herhalten, von dem wir uns dann schnatternd vor Kälte schnell wieder verabschiedeten und auf den Weg Richtung Busbahnhof machten von wo es dann wieder Richtung Kerpen ging.
Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass die Zeit viel zu kurz war, die Füße viel zu weh taten, es aber trotzdem ein sehr, sehr gelungenes Wochenende war und ich würde mich gerne Ninas Gastvater anschließen, der folgendes schrieb:
„Vive l'Allemagne, Vive la France, Vive l'Europe et Vive l'amour" -
Vive l'amitié franco-allemande!
Christine Kreusch