Den einen Beruf unter 350 finden…

… oder den einen Studiengang unter 9000:
(Nicht nur) Mit dem Besuch der „Berufe live“-Messe geht die Berufsorientierung

 am Gymnasium Kerpen neue Wege

6.11.09

 

Fotos

 

Was soll ich nach der Schule machen? Jede Schülerin und jeder Schüler steht gegen Ende der Schullaufbahn – an unserer Schule meist nach dem Abitur – vor dieser Frage. Und mit 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen und knapp 9000 Studiengängen ist die Zahl der möglichen beruflichen Wege allein in Deutschland immens hoch.

 

Umso schwerwiegender, dass sich nach einer aktuellen Studie der Hochschul-Informations-System GmbH nur rund 26 Prozent aller angehenden Abiturientinnen und Abiturienten ausreichend über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert fühlen. Grund genug also, sich darüber Gedanken zu machen, wie Jugendliche gut oder besser auf ihre Berufswahl vorbereitet werden können.

 

Das Berufsorientierungsteam am Gymnasium Kerpen sucht seit einiger Zeit nach neuen Wegen der Berufsorientierung. Noch ist nicht alles umgesetzt – Ziel aber ist es, den Schülerinnen und Schülern während ihrer Schullaufbahn spätestens von Klasse 8 an regelmäßig verschiedene modulare Angebote der Berufsorientierung zuteil werden zu lassen, teils auf freiwilliger Basis, teils verpflichtend. Mit Erhalt ihres Abiturzeugnisses sollen die Schülerinnen und Schüler dann wenigstens einmal die Gelegenheit gehabt haben, an Aktionen wie dem Bewerbungstraining, der Simulation von Vorstellungsgesprächen oder/und einem Messebesuch teilgenommen haben zu können.

 

Klick auf das Bild, dann wird es groß!

 

Der Besuch der „Berufe live“-Messe in Köln ist Teil des neuen Konzepts der Berufsorientierung. So hatten vor kurzem knapp 30 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 8 und 10 erstmals die Möglichkeit, im Rahmen einer offiziellen Schulveranstaltung einen Vormittag lang zur „Berufe live“-Messe in Köln zu fahren und dort exklusiv an einem „Berufsparcours“ teilzunehmen, auf dem spielerisch mehr als ein Dutzend verschiedene Ausbildungsberufe kennen gelernt werden konnten. Und nicht nur das: Auch das Knüpfen von möglicherweise später einmal hilfreichen Kontakten war hier möglich, wurden die Stände doch ausnahmslos von Vertretern bekannter Unternehmen betreut.

 

Ausgewählt wurden die Messebesucher per Losentscheid, nachdem sie sich schriftlich für die Teilnahme beworben hatten. Die Glücksentscheidung war unumgänglich: Innerhalb von nur zwei Tagen wurden dem Berufsorientierungsteam mehr als 100 Bewerbungen eingereicht.

 

Vor- und nachbereitet wurde der Messebesuch – für viele war es der erste Messebesuch überhaupt – im Rahmen jeweils einer zusätzlichen Unterrichtsstunde im neuen Berufsorientierungsbüro unserer Schule (Raum 176). Denn nur mit dem Messebesuch allein ist es nicht getan: Alle Schülerinnen und Schüler, die an dem Messebesuch teilgenommen haben, müssen darüber im Politikunterricht jetzt ein Referat halten. Auf diese Weise werden sie zu so genannten Multiplikatoren, die auch andere daran teilhaben lassen, was sie selbst erlebt haben.

 

Auf eine solche Verfahrensweise – die Teilhabe einiger Schülerinnen und Schülern an Aktionen, die dann als Multiplikatoren darüber berichten – möchte das Berufsorientierungsteam auch in Zukunft immer wieder zurückgreifen. Da es aufgrund der Größe der Schule meist nicht möglich ist, dass ganze Jahrgänge an einer Aktion teilnehmen, besteht auf diese Weise wenigstens die Möglichkeit, Informationen und Erfahrungen ohne großen Aufwand weiterzugeben.

 

Bei den Schülerinnen und Schülern bekam die Messe-Aktion überwiegend positive Bewertungen,  auch wenn sich die „Berufe live“-Messe schwerpunktmäßig eher an Jugendliche richtet, die eine Ausbildung anstreben. Angedacht ist, die Messe-Fahrt von nun an in jedem Jahr durchzuführen – und auch eine Fahrt zur (doppelt so großen) Abi-Messe im Frühjahr zu organisieren.

 

für das Berufsorientierungsteam:

Holger Müller-Hillebrand