Schülerleben - nach dem Wochenende streben

Noch 9 Wochen bis zum letzten Schultag!

 12.2.10

 

Montag, 6:30 Uhr, der verdammte Wecker klingelt. Lust hat man nicht, aber schließlich muss man halt aufstehen. Dieselbe Prozedur wie jeden Morgen: Licht an, Musik an - wach werden. Danach runter in die Küche gehen, Kaffee trinken - wach werden. Wieder rauf ins Bad, unter die Dusche, Dusche an, wach werden – das Wachwerden funktioniert aber leider nicht so wirklich.

 

Immer noch müde quält man sich zur Bushaltestelle, um mich dann in einen ohnehin schon vollen Bus zu quetschen. Teil 1 des Tages ist geschafft. „Wieso das alles?“, mag da einem, während er/sie im Bus oder Auto sitzt, durch den Kopf gehen. Simple Antworten auf die Frage gibt es viele. Die banalste von allen, die man zuhören bekommt, ist wahrscheinlich: „Deshalb!“ Spätestens im Abiturjahrgang sollte einem dann doch schon aufgefallen sein, worum es eigentlich bei dem Ganzen geht. Schließlich geht es auch um einen selbst, endlich der oder die zu werden, wer man später einmal sein möchte. Nicht nur Schüler halt…

 

In der Schule sieht man seine Freunde und weiß auch, warum man sich aus dem Bett gequält und in den Bus gequetscht hat. Sie sind auch der Grund, warum man den ganzen liebenlangen Tag übersteht. Mit ihnen kann man alle Ereignisse des Wochenendes ausführlich besprechen, während man mehr oder weniger interessiert dem Unterricht lauscht oder man kann sich bei ihnen über Lehrer oder Mitschüler aufregen.

 

Der erste Block ist überstanden... zum Glück. Wird höchste Zeit in die Cafeteria zu gehen, um sich bei Liesel ein Baguette zu gönnen. Die Cafeteria ist mal wieder vollkommen überfüllt, aber zum Glück gibt es inoffiziell feste Plätze für die einzelnen Grüppchen. Stichwort Gruppen. Im Leben eines Schülers gehört Gruppenbildung ebenso dazu wie Hausaufgaben oder Klausuren. Entweder ist man in einer Gruppe drin oder draußen – ist wie beim Darwinismus – die Anpassungsfähigsten sind drin, die anderen nicht.

 

Der nächste Block. Andere Leute, anderer Raum. Gleiche Prozedur wie jeden Block: Anfangs hört man noch aufmerksam zu und schreibt mit, aber je mehr der Block voran schreitet, desto mehr verliert man die Lust und verliert sich in Gesprächen mit seinen Nachbarn, bis der Lehrer einen ermahnt, oder das erlösende Klingeln den Block beendet. So geht es den ganzen liebenlangen Tag - bis man frei hat. Teil 1 und 2 des Tages sind beendet. Nun kommt die beste Zeit des Tages! Die Zeit nach der Schule, in der man nicht irgendwelche Rollen vorspielen muss, sondern einfach der sein kann, der man sein möchte. Ohne Zwang und ohne Druck und endlich das zu tun, worauf man schon den ganzen Tag gewartet hat: Sport, weggehen, abhängen, arbeiten – CARPE DIEM!

 

Das Telefon klingelt – der beste Freund ist dran. Ergebnis des Telefonats: heute Abend Kino, der neue Film ist doch draußen. „Verdammt – hatte ich ja vollkommen vergessen. Muss ja noch das Referat für Herrn Soundso machen.“ Abgabe: morgen! Und so widmet man sich dann doch schweren Herzens dem Projekt und den restlichen Hausaufgaben und den Kinotermin mit den Freunden hat man vertröstet – am Wochenende ist ja schon wieder schulfrei. In seinem Kosmos aus Aufstehen, zur Schule gehen und den Tag ausklingen lassen, lebt ein Schüler ja schließlich eigentlich doch nur für das Wochenende, die Ferien und natürlich für den letzten Schultag.

 

Zum guten Schluss wieder die banale Frage vom Anfang: „Und wieso das alles?“ –  „Deshalb!“

 

Marius Bienias