Dreharbeiten in Brüssel

3.3.09

 

Die Fotos

 

"Rumtreiber" hieß der Bus, mit dem wir heute, am Dienstag, 3.3.09, nach Brüssel fuhren. Wir, das sind Ebru Cerit, Mirjam Becker, Denise Michels, Nicolas Ulbrich und ich, der Berichterstatter Bernd Woidtke, zusammen mit dem Film-Team von Rhein-Erft-TV. Der Rhein-Erft-Kreis dreht einen Film über Europa, wir berichteten darüber. Heute war der erste Drehtag. Ruth Hieronymi, die EU-Parlamentsabgeordnete der CDU, war unsere Gesprächspartnerin.

 

Zunächst galt es, europäisch-bürokratische Hürden zu nehmen. "Sie haben Kameras dabei? Wo sind Ihre Presseausweise?" "Ähm, wir haben keine..." "Dann gehen Sie bitte um die Ecke, dann links, dann rechts..." "Nein, hier sind sie falsch, gehen Sie bitte..." Nach einiger Zeit hatten wir auf wundersame Weise Presseausweise, ohne dass irgendjemand unser Equipment angeschaut hätte. Aber gut, so hatten wir die Gewissheit, dass die EU gut geschützt ist.

 

Ebru Cerit, Tontechniker, Nicolas Ulbrich, Mirjam Becker, Ruth Hieronymi; klick drauf, dann wird das Bild groß!

 

Jetzt waren wir im Inneren. Mitten drin im EU-Parlament und seiner Verwaltung. Barbara, die sehr freundliche und kompetente Assistentin von Frau Hieronymi, führte uns durch die weiträumigen Gebäudeverzweigungen, wir waren auf der Suche nach ansprechenden Drehorten: Locations. Natürlich bot sich der Plenarsaal des Parlaments an, aber die Besuchertribüne war extrem belagert von Besuchergruppen, das fiel aus. Wir fanden einen verschwiegenen Flur, bei dem nur die immer wieder in Bewegung gesetzte Rolltreppe störte.

 

Unsere Interview-Gruppe schoss dann ihre Fragen ab: Was ist Ihre Aufgabe als Kulturbeauftragte des EU-Parlaments? Wie schätzen Sie die Zukunft des Lissabon-Vertrages ein? Warum sind die künftigen EU-Parlamentswahlen so wichtig? Was haben Sie für den Rhein-Erft-Kreis getan? Was raten Sie jungen Leuten, die sich politisch betätigen wollen? Waren Sie als junge Frau schon politisch engagiert?

 

Frau Hieronymi, Polit-Profi, gab die Antworten wie aus der Pistole geschossen, sie empfängt 80 Besuchergruppen pro Jahr, da fällt es ihr nicht schwer, auf alle erdenklichen Fragen zu antworten. Cut. Bitte noch einmal die ersten beiden Fragen. Die Kamera steht jetzt woanders. Regisseur Marko Budowska motiviert die Beteiligten, noch einmal von vorne zu beginnen. Kein Problem. Hier sind Profis am Werk. Dann verabschiedet sich Frau Hieronymi, ihr Anschlusstermin wartet schon seit einer halben Stunde. Ein  letzter Cut: Bitte jetzt nur Kopfnicken, ihr hört Frau Hieronymi zu (die längst gegangen ist), schaut sie, jetzt ersetzt durch Denise Michels, interessiert an, Cut, Ende.

 

Beim Herausgehen aus dem EU-Gebäude eine letzte Einstellung: Geht bitte die Treppe herunter, unten sagt ihr dann so etwas wie: "War doch interessant, oder?" "Hat sich echt gelohnt, dass wir nach Brüssel gefahren sind!" "Schade, dass es schon vorbei ist!" Der Kameramann packt seine Kamera ein, der Tonmann kümmert sich um die Mikros, der Rumtreiber-Bus wartet schon, im Dunkeln geht es dann Richtung Kerpen zurück, nach einem 30minütigen Stau erreichen wir nach drei Stunden Fahrt die Schule - müde, aber voll von europäischen Erlebnissen.

 

Keine noch so gute Unterrichtsstunde konnte diesen Trip nach Brüssel ersetzen, so viel gelernt, so viel mitgenommen, so viel Spaß, und das Tolle: Es geht noch weiter! Demnächst gibt es ein Gespräch mit dem Europaminister Krautscheid in Düsseldorf, ein Interview mit Landrat Stump sowie eine Reportage aus der Europäischen Fachhochschule Brühl - exklusive auf dieser Homepage!

 

Bernd Woidtke