Kinderoper von Hans Krása

April 08 

 

Die Fotos der Aufführung

Artikel aus der Kölnischen Rundschau vom 28.4.08

 

Wie kam man den unermesslichen Schrecken, den die nationalsozialistische Mordmaschinerie verbreitete, heute verarbeiten? Die Älteren können es kaum ertragen, wenn sie von unfassbaren Einzelschicksalen hören. Den Jüngeren ist es manchmal zu viel, wieder und wieder mit der dunklen deutschen Vergangenheit konfrontiert zu werden. Vielleicht ist es genau der richtige Weg, den die Regisseurinnen der Abendveranstaltung, Ulrike Wolff Metternich und Monika Theil, eingeschlagen haben: Man zeigt eine wunderbar optimistische Oper mit gutem Ausgang und kontrastiert sie brutal mit den Hintergründen der Geschichte. Auf diese Weise ließ sich ein wenig nachempfinden, mit welchen Gedanken die dem Untergang geweihten Menschen von Theresienstadt sich der Oper Brundibár angenommen hatten.

 

Die Mitwirkenden beim Schlussapplaus; klick auf das Bild, dann wird es groß!

 

Die Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása erzählt die Geschichte vom letztlich erfolgreichen Kampf vieler kleiner, vermeintlich chancenloser Kinder gegen das Böse, verkörpert durch den Leierkastenmann Brundibár.

 

Hans Krása komponierte seine Kinderoper „Brundibár“ 1938 im Konzentrationslager Theresienstadt. Dort wurde sie unter schwierigsten Bedingungen über 50 mal aufgeführt und ließ Kinder und Erwachsene eine Zeit lang die Schrecken des Lagerlebens vergessen. Die Solidarität der Schwachen gegen einen despotischen Charakter steht im Mittelpunkt der Geschichte.

 

Die SängerInnen und SchauspielerInnen kamen aus der Chor-AG von Frau Wolff-Metternich, aus den Klassen 5.1. und 5.10 sowie aus dem Bach-Verein Köln. Sie spielten mit solchem Feuer, dass man ihnen ihr inneres Engagement unbedingt abnehmen musste. Das phantasievolle und bunte Bühnenbild gestaltete die Klasse 9.6. von Frau Loffredo. Die Klassen 10.4 und 10.8 hatten im Geschichtsunterricht bei Frau Bischoff ein szenisches Rahmenprogramm erarbeitet, das uns nackte Zahlen des Vernichtungswerkes der Nazis, aber auch erschütternde Einzelschicksale nahe brachte. 

 

Herr Neuhoff vom Bach-Verein Köln brachte das Orchester mit und übernahm die Gesamtleitung.

 

Für viele Zuschauer die Entdeckung des Abends: Eva Vosen aus der Jahrgangsstufe 11, die mit ausgebildeter Opernstimme und ungeheurer Ausdruckskraft sang.

 

Eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung!

 

Bernd Woidtke