Chilenische Delegation in Kerpen
4.6.08
"Was kostet das?" - Das war die wichtigste und drängendste Frage, die die chilenische Delegation immer wieder stellte. Fast 20 Chilenen waren nach Deutschland gekommen, um das deutsche Schulsystem kennen zu lernen. Auf Vermittlung unserer ehemaligen Spanisch-Lehrerin Ursula Vences besuchten sie heute unsere Schule. Die Chilenen arbeiten in ihrer Heimat hauptsächlich in der Schulverwaltung; sie entwickeln und verbessern das Schulwesen in dem südamerikanischen Land.
"Was kostet das?", wollte man wissen, als Herr Ripp und Frau von Freeden über den Ganztagsbetrieb der Europaschule berichteten. Über die AGs, die Mensa, die Bibliothek mit mehr als 30.000 Bänden, über den Workshop, den Förderunterricht, den bilingualen Zweig, die Austauschprogramme mit vielen europäischen Ländern, mit China, Argentinien, Russland und vielen anderen Ländern.
Die chilenische Delegation wird begrüßt durch Herrn Ripp. Klick auf das Bild, dann wird es groß!
Die Chilenen staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass in dem vergleichsweise kleinen Ort Kerpen das größte Gymnasium Deutschlands steht. Und dass die Stadt die Schule mit jährlich 1,2 Millionen € finanziert, zusätzlich zu den Lehrergehältern, die das Land beisteuert. Als sie hörten, dass wir den Ganztagsbetrieb für eine hervorragende Möglichkeit halten, Kindern auch aus bildungsfernen Sozialschichten zum Abitur zu verhelfen, kam logischerweise die Frage: Warum haben nicht alle Schulen in Deutschland den ganzen Tag Unterricht? Das war so ziemlich die einzige Frage, die die Schulleitung nicht beantworten konnte. Christiane von Freeden, langjährige Vorstandsvorsitzende des NRW-Ganztagsschulverbandes wusste über die politischen Diskussionen zu berichten, die sich an die Ganztagsschule knüpfen.
Tabea Perger, SV-Mitglied und Bolivien-Reisende, brachte die Anwesenden zum Staunen, als sie die Delegation in perfektem Spanisch begrüßte. Sie berichtete aus Sicht der Schüler, welche Vorteile unsere Schule hat, wie die Angebote angenommen werden und welche Arbeit die SV leistet.
Ein abschließender Rundgang durch die Schule bewies, dass die Darstellung der Schulleitung nicht übertrieben war: Die Europaschule zeigte sich von ihrer sonnigen Seite und verblüffte immer wieder durch Eigenheiten wie den Hühnerhof (für Schulfremde: mit lebendigen Hühnern!).
Wir wünschen den chilenischen Schulentwicklern, dass sie viele Anregungen erhalten haben und dass es ihnen gelingt, sich durch die Antwort auf die Frage "Was kostet das?" nicht zu sehr schockieren zu lassen.
Bernd Woidtke