25.4.10
Die Ergebnisse der Umfrage (Power Point)
Wir sind nach 9 Tagen aus Gran Canaria zurückgekehrt und schon bald kommen unsere Austauschpartner zum Rückbesuch. Unser Comenius-Programm ist in vollem Gange; höchste Zeit jetzt den nächsten Teil unserer Schülerumfrage zu präsentieren. 31 Schüler der Realschule Kerpen haben sich die Zeit genommen um unsere Fragen zur Europäischen Identität, zu Mobbing und zu Feindbildern zu beantworten. Vielen Dank dafür…
Wir haben die 14-17Jährigen zunächst befragt, welcher Nationalität sie angehören und welcher sie sich angehörig fühlen. Hierbei konnten teilweise große Diskrepanzen festgestellt werden. Nicht überraschend waren 81% der Befragten Deutsche, doch immerhin 16% der Schüler stammten aus einem Land jenseits der EU. Allerdings fühlten sich nur etwas über die Hälfte der Befragten auch wirklich als reine Deutsche. Immerhin 19% der Befragten gaben an, sich zumindest teilweise als Europäer zu fühlen. Einige der Ausländer gaben an, sich auch teilweise als Deutsche zu fühlen, ebenso wie einige Deutsche mit Migrationshintergrund sich eher mit der Heimat ihrer Eltern verbunden fühlten. Insgesamt fiel es scheinbar vielen Schülern sehr schwer, klar in eine Kategorie einzuordnen welcher Nationalität sie sich zugehörig fühlen.
Der nächste Fragenkomplex zielte auf das „Europagefühl“. Auf die Frage, ob es gemeinsame europäische Werte und Normen gibt, antworteten 23 Schüler mit „nein“, nur 8 mit „ja“. Auch den Schülern, die mit „Ja“ geantwortet hatten, fiel es sehr schwer konkrete europäische Normen oder Werte zu nennen. Folgerichtig gab die Mehrheit, nämlich 22 der Befragten an, dass eine Europäische Identität höchstens gerade durch das „Unterschiedliche“ gestiftet werden kann. Auch in unseren Unterschieden können wir in Europa eine Einheit bilden.
Im dritten Fragenkomplex, haben wir die Schüler gebeten einzuschätzen wieso sich Menschen überhaupt als Europäer fühlen. Hier herrschte besonders große Uneinigkeit. Etwa die Hälfte der Schüler gab an, dass Menschen sich aufgrund gemeinsamer Werte und Normen als Europäer fühlen, die andere Hälfte dagegen macht hauptsächlich die Abgrenzung von anderen Kulturen dafür verantwortlich. Ähnlich war das Bild auch wenn man nachfragt wieso sich Menschen als Deutsche fühlen. Hier berief sich eine knappe Mehrheit auf „gemeinsame Werte und Normen“.
Sehr positiv sind die Ergebnisse aus Frage 8 zu bewerten. Gefragt ob „nicht Europäer“ schneller zu Mobbing Opfern werden, gab die deutliche Mehrheit der Deutschen und 100% der „Nicht-Deutschen“ an, das dies nicht der Fall sei. Das Ergebnis fällt noch markanter aus, wenn man fragt, ob „Nicht-Deutsche“ schneller zu Mobbing Opfern werden: 87% der Befragten stimmten hier mit 'Nein' und lediglich einer der „Nicht-Deutschen“ mit 'Ja'.
In der letzten Frage haben wir noch einmal nachgehakt, wodurch denn Vorurteile und Feindbilder entstehen können. Am häufigsten wurde hier mit „kulturelle Unterschiede“ geantwortet, deutlich seltener wurden Sprachunterschiede genannt und „Konfessionsunterschiede“ scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Das sahen auch die Nicht-Deutschen so. Viele der Befragten befanden jedoch, dass in Wirklichkeit immer eine Mischung der Faktoren betrachtet werden muss.
Unser ganz besonderer Dank gilt Herrn Wurthmann, dem Schulleiter der Realschule Kerpen, der uns diese Umfrage ermöglicht hat.
Pascal Post