
Die Europäische Union hat ein Aktions-Programm beschlossen, mit dessen Hilfe die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen im Bildungswesen verbessert werden soll. Diesem Gesamtprogramm gab man den klangvollen Namen "Sokrates". Ein Unterprogramm dieses Programms speziell für den Bereich des Schulwesens wurde "Comenius" genannt - nach dem Theologen und Pädagogen Jan Amos Comenius, ein gebürtiger Tscheche, der im 17. Jahrhundert recht modern anmutende pädagogische Auffassungen vertrat und in halb Europa wirkte.
Partnerschulen: Comenius-Projekte sollen Schulpartnerschaften vertiefen, und zwar durch die intensive Zusammenarbeit von Schulen in mindestens drei Ländern an einem gemeinsamen Thema. Das von der Europäischen Union genehmigte und bezuschußte Comenius-Projekt, das das Gymnasium Kerpen zusammen mit seinen Partnerschulen in Frankreich, Großbritannien (Batley Grammar School in Batley), Polen (Spoleczne Liceum Ogolnoksztalcace in Oswiecim),
Spanien/Teneriffa und Schweden (Friaborgsskolan in Simrishamn) durchführt, beschäftigt sich mit dem Thema "Untersuchungen zur Lebensqualität europäischer Jugendlicher".
Themen: Im ersten Jahr arbeiten Schülergruppen aller Partnerschulen an insgesamt 17 Unterthemen gearbeitet. Dazu gehören, um nur einige Beispiele zu nennen, Untersuchungen zum Thema Lifestyle und Ernährung; Fotoromane zeigen Tagesabläufe von Schülern der einzelnen Partnerschulen; andere Gruppen beschäftigen sich mit den Themen Energieverwendung, Asyl oder auch Märchen. Daneben arbeiten Chor, die Bigband, eine Aerobic-, eine Jazzdance- und eine Theatergruppe Aufführungen mit internationaler Besetzung vor. Jede Altersgruppe und verschiedene Interessensschwerpunkte werden angesprochen.
Neben der Arbeit an den einzelnen Unterthemen wird ein internationales Schülertreffen, das EuropaCamp, ein ganzes Jahr lang in allen Einzelheiten vorbereitet.
Zu dem EuropaCamp reisen 120 Schüler und etwa 20 Lehrer aus den Partnerschulen nach Kerpen.
EuropaCamp: Beim internationalen Schülertreffen in Kerpen werden die Ergebnisse der nationalen Arbeitsgruppen in internationalen Gruppen zusammengetragen und bearbeitet - eine Gratwanderung zwischen Sachorientierung (bitte nicht vom Thema abweichen!) und schlichter Neugier am anderen (wäre nicht ein kleines Schwätzchen ganz angebracht?). Neugier nun ist hier nicht nur legitim, sondern beabsichtigt. Die Verständigung ist nicht immer leicht, trägt aber zum Lernerfolg bei. Alle Schüler lernen seit mehreren Jahren Englisch, die Schwedischen Schüler sprechen alle auch fließend Englisch, viele aus allen Ländern auch Französisch; die polnischen Schüler leren noch nicht sehr lange Englisch, deshalb wird eine kleine polnische Dolmetschergruppe in Reserve gehalten.
Ergebnisse: Die Projektgruppen stellen ihre Ergebnisse zum Thema "Lebensqualität von Jugendlichen" vor und tauschen sich mit den Gruppen aus den anderen Ländern ausgetauscht, es wird diskutiert, in welcher Form sie die Ergebnisse präsentiert werden und ein Konzept für diese Präsentation erarbeitet. Am geeignetsten erscheint die Erarbeitung von zwei Zeitungen von je ca. 40 Seiten mit Photos und Artikeln in verschiedenen Sprachen ("Comenius aktuell" I. und II.), eine Wanderausstellung, die in den verschiedenen Schulorten gezeigt wird - und diese Website, die man überall in der Welt in Ruhe betrachten kann.
Neben der Orientierung auf das Thema "Lebensqualität von Jugendlichen" werden auch künstlerische und sportliche Aktivitäten angeboten: Big Band, Chor, Tanz, Video, Theater, nahezu alle Sportarten....
Solche Aktivitäten und Workshops bieten zusätzliche Freiräume für spontane Begegnungen. Die beiden Comenius-Zeitungen und die Wanderausstellungen sind für alle Bürger der jeweiligen Städte zugänglich: Die Zeitungen werden öffentlich verkauft, die Wanderausstellung ist offen für jedermann, damit das europäische Anliegen des Projektes nicht nur auf die Schule beschränkt bleibt: Alle sollen erfahren, daß Europa vor der Haustür beginnt!
Philipp-Schneider-Straße 50171 Kerpen