3.3.10
KERPEN. Soll in Deutschland ein allgemeines Wahlrecht ab 16 eingeführt werden? Sollen, um Diskriminierungen zu vermeiden, Bewerbungsverfahren für Ausbildungsplätze bis zum Vorstellungsgespräch anonymisiert werden? Und macht es Sinn, Sozialleistungen für Kinder und Jugendliche in Form von Gutscheinen auszugeben?
Drei Themen, zu denen Tim Pfefferle und Daniel Karthäuser vom Gymnasium der Stadt Kerpen eine Meinung haben mussten, als sie jetzt am Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ in Düren teilnahmen. Insgesamt 400 bis 500 Schüler nicht nur aus Kerpen und Bergheim, sondern auch aus Langerwehe, Bad Münstereifel, Zülpich und Düren hatten daran teilgenommen. Der 19-jährige Pfefferle gewann dort in der Sekundarstufe 2, der ein Jahr jüngere Karthäuser belegte Platz 3.
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Im Deutsch-Unterricht hatten die beiden Schüler der Europaschule im Dezember von dem Wettbewerb erfahren. Lehrer Axel Rüttgers hatte sich in den unterschiedlichen Altersstufen auf die Suche nach den Interessenten gemacht. Anschließend trainierten insgesamt mehr als zehn Schüler in einer Arbeitsgemeinschaft die freie Rede und das Anknüpfen an fremde Redebeiträge unter anderem in einem Wochenendseminar.
Beim Wettbewerb in Düren hatte Tim Pfefferle auch ein bisschen Glück. „Ich musste nie gegen meine eigene Meinung diskutieren“, erzählt er. Beim Schulwettbewerb, der als Vorausscheidung diente, sei das anders gewesen. „Da musste ich für nach Geschlechter getrennten Unterricht eintreten. Das war schon schwierig.“
Während Pfefferle und Karthäuser die beiden Vorrunden alleine bestreiten mussten, wollte es das Losglück, dass sie im Finale gemeinsam für Gutscheine argumentieren durften. Den Lohn seines Sieges kann Tim Pfefferle selbst allerdings nicht ernten. Eigentlich hat er sich mit Platz 1 für das Finale des Landeswettbewerbes am 19. März in Oberhausen qualifiziert. „Da kann ich aber nicht“, bedauert der Schüler der Klasse 13, der dann die Abitur-Vorklausuren schreibt.
Für ihn rückt der Zwölftklässler Daniel Karthäuser nach, der dieses Glück schon bei seiner Qualifikation für Düren hatte. „Auf das Finale in Oberhausen freue ich mich schon“, geht er erwartungsfroh in die nächste Runde. Neben den beiden Kerpener Schülern konnte auch Tamara Loran einen Erfolg verbuchen. Im Wettbewerb für die Sekundarstufe 1 belegte die Schülerin von der Gesamtschule Bergheim einen geteilten dritten Platz.
Aus: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1266504504482.shtml