Europa-Planspiel "Energie für die Zukunft"

20.11.07

 

Fotos von Christina Schaberger

Fotos von Bernd Woidtke

 

Europa ist eine komplizierte Angelegenheit. Wenn man sich ein Grundverständnis aneignen will und dazu die notwendigen Texte liest, gerät man leicht in Verzweiflung: EU-Kommission, EU-Ministerrat, GASP, NGOs, Hoher Vertreter, Industriekommissar, GAP, Regionalpolitik, Subsidiarität, Multilateralität, Souveränität usw. - eine Verwirrspiel an Begriffen und Zuständigkeiten! Wer soll das kapieren?

 

Annette Wilbers-Drerup und Reinhard Kloke, die eine zuständig für Europa, der andere für Energiefragen der Europaschule, hatten eine Idee: Wir nutzen das Angebot des Instituts für prospektive Analysen (IPA), ein Planspiel zur Energiepolitik der EU durchzuführen.

 

Max Lober (l.) als Vertreter der EU-Kommission bei der Pressekonferenz

 

Was ist ein Planspiel?

 

Zunächst wurden Rollen verteilt: Europäische Kommission - europäische Regierungen - Hoher Vertreter der Rates - EU-Parlamentarier - Vertreter von Wirtschaft und Umwelt - Medienvertreter. Die Vertreter dieser Organisationen erhalten Material über ihre Positionen und Ziele sowie über mögliche Gesetzesvorhaben im Rahmen der europäischen Klimapolitik. Dann geht es los: Die Gruppen erarbeiten ihr Material, treten in Kontakt zueinander und versuchen, ihre Position durchzusetzen. Dass die Industrievertreter und die Umweltverbände extrem unterschiedlicher Meinung sind, aber auch die europäischen Regierungen nicht immer ein Herz und eine Seele sind, versteht sich von selbst. Dazwischen sausen die Medienvertreter herum, die sich auch mal für die Interessen einer Seite benutzen lassen...

 

Das alles fand heute im Dritten Stock der Europaschule statt. Teilgenommen haben Freiwillige aus Klasse 10 und der Oberstufe: Sebastian Selke, Christian Schulz, Nadine Stöcker, Christina Schaberger, Tabea Perger, Philipp Eschenauer, Stefan Schneider, Rachel Müller, Kordula Heineck, Layla Müller, Patrick Baumfalk, Dominik Hees, Christoph Muus, Sandra Oelsner, Monika Schweitzer, Fabian Hartl, Max Lober, Tim Pfefferle.

 

Geleitet wurde das Planspiel durch Julia Bozen und Niklas Stelzmann vom Juniorteam Werkstatt Europa NRW.

 

Dass das Planspiel von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen wurde, zeigte die Feedbackrunde am Schluss: Die Meinungen waren so euphorisch, dass die Veranstalter regelrecht zur Kritik aufforderten - die aber einfach nicht kommen wollte...

 

Stellvertretend für die positive Resonanz eine Äußerung von Dominik Hees, Jgst. 13: "Schade, dass so etwas nicht häufiger und vor allem früher stattgefunden hat. Diese Art von kurzweiliger und spannender Informationsvermittlung wäre ein sehr gutes Mittel gegen die grassierende Politikverdrossenheit. Bürgerengagement setzt einfach ein hohes Maß an Information voraus, und das wurde hier spielerisch vermittelt."

 

Bernd Woidtke