Forum junger Künstler - Allstars
23.10.05
Artikel von Kerstin Klein und Lisa Schmidt
Als die Moderatorin, Monika Theil, von einem jungen Künstler sprach, der täglich fünf Stunden übt und sein Klavier über alles liebt, dachten viele Zuschauer an den nächsten Interpreten, An-Nam Pham, oder an einen der anderen Künstler, die am heutigen Abend auftraten. Gemeint war aber Franz Liszt, der große Komponist und Pianist. Es hätte aber auch jeder dieser Musiker sein können, denn alle zeigten sich von einer überragenden Fähigkeit, mit ihrem Instrument das zahlreich erschienene Publikum zu verzaubern.
Die musikalische Bandbreite des Abends war extrem: Von Händels Barock-Sonate für Blockflöte (Interpret: Daniel Becker) bis zur Improvisation an zwei Gitarren, Effektgeräten und einer Bürste (Philipp Weies) bekamen die Zuschauer ein Programm, das an Vielfalt, aber vor allem an musikalischer Reife kaum zu überbieten war.
Alle 10 Künstler des Abends (David Schmitz, Violine, Michaela Berg, Gesang, René Schmitz, Posaune, An-Nam Pham, Klavier, Oliver Morschel, Gesang, Verena Vandervelt, Klavier, Dominik Hees, Klavier, Daniel Becker, Blockflöte, Philipp Weies, Gitarre, Figen Aksoy, Klavier) waren in den letzten Jahren in Einzelkonzerten im Rahmen der Reihe "Forum junger Künstler" aufgetreten. Alle sind mitten in ihrer Entwicklung und zeigen in derart großem Maße Fortschritte, dass man sich staunend fragte: Wo soll das noch hinführen?
Bei den ältesten Interpreten (Philipp Weies und Figen Aksoy) zeigte sich ein sehr eigenständiger Weg in Richtung auf eine freie, von klassischen Formen losgelöste Musik. Figen Aksoys ausgewähltes und perfekt gespieltes "Pas à Pas" von Karel Goeyvaerts, inspiriert von der Minimal Music, zeigte einen sehr expressiven und emotionalen Umgang mit dem musikalischen Material. Philipp Weies' freie Improvisation lässt sich keiner musikalischen Richtung mehr zuordnen; sie zeigte die Reife dieses Künstlers, der immer wieder bewies, dass er nicht nur improvisatorische Phantasie, sondern auch großes handwerkliches Können besitzt.
Auch die begleitenden Musiker sollen erwähnt werden: Der Vater von David Schmitz am Klavier, Benny Kuhtz (Schlagzeug), Christoph Klenner (Tenorsaxophon), Darko Kostovski (Klavier) trugen zum Gelingen bei und erwiesen sich als absolut ebenbürtige Musiker.
Hier sind die Fotos dieses denkwürdigen Konzerts.
Bernd Woidtke