Forum junger Künstler

Eva Vosen, Bastian Pütz

7.2.10

 

Die Fotos

 

"In diesem tollen Schloss-Ambiente musizieren - wunderbar!" So schwärmten viele Zuschauer nach dem Konzert. Und hatten recht. Schloss Lörsfeld, mehr als 500 Jahr alt, beherbergt nicht nur ein erstklassiges Restaurant, der sympathische Pächter und Restaurantchef Thomas Bellefontaine öffnet seine Räumlichkeiten auch immer wieder für kulturelle Ereignisse.

 

Aber das kamingeheizte dunkel-geheimnisvolle Foyer des Schlosses war nur ein Teil des heutigen Genusses. Die beiden Künstler, Eva Vosen und Bastian Pütz, rissen Thomas Bellefontaine zu der Bemerkung hin: "Ich wusste nicht, dass es in Kerpen so tolle Musiker gibt!" Spätestens seit dem Konzert der beiden werden ihm alle Zuschauer beipflichten: Eva ist mit einer wunderschönen Stimme begabt und Bastian ist ein phänomenaler Pianist.

 

Bastian Pütz, Eva Vosen, Monika Theil; klick drauf, dann wird das Bild groß!

 

Das Programm:

 

Franz Schuberts bekanntes Lied von der munteren Forelle eröffnete den Abend. Mindestens ebenso bekannt sein "Ave Maria". In diesem Lied aus dem Liederzyklus 'The Lady of the Lake' geht es um eine Fürstin des Sees, die von einem rachsüchtigen König bedroht wird und sich zusammen mit ihrem Vater in einer Höhle versteckt hält. In ihrer Verzweiflung richtet sie ein Gebet an die Jungfrau Maria. 1823 schrieb Schubert, der Schöpfer des romantischen Klavierliedes, das darauf folgende "Du bist die Ruh".

 

Bastian bot dann die "Fantasie Impromptu" von Frédéric Chopin dar. Dieses Stück gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Kompositionen von Chopin. Gerade wegen dieser Bekanntheit ist es immer ein Risiko für den Pianisten, denn es ist nicht nur verteufelt schwer, sondern manch ein Zuhörer hört schnell auch den einen oder anderen Fehler heraus. Bastian machte das nichts - er spielte brillant!

 

Das Lied von Gabriel Fauré, "Chanson d'amour", versprach nicht zu viel: Textzeilen wie "Ich liebe deine Augen, deinen Mund, deine Stimme, deine verausgabenden Küsse, o Rebellin, Engel, Hölle, Paradies!" wurden von Evas Stimme mit elegischer spielerischer Leichtigkeit umschmeichelt. Zwei Stücke von Benjamin Britten führten in die Welt der irischen Volksmusik: "Down by the Salley Gardens" und "Come you not from Newcastle?"

 

Schloss Lörsfeld; zum Vergrößern anklicken!

 

Der zweite Teil des Konzerts stand im Zeichen der Oper und modernerer Liedformen. Händels Arie der Almirena aus der Oper 'Rinaldo', "Lass mich mit Tränen" zeigte Eva auch in ihrem jungen Alter bereits als veritable Opernsängerin. Zwei Lieder aus Mozart-Opern schlossen sich an: die Arie der Susanna aus 'Hochzeit des Figaro' und die Arie der Zerlina aus 'Don Giovanni'. Bei Mozart geht es ja oft um Verwechslungsspielchen, um Schein und Sein, um als ob und was wäre wenn... Eva konnte den Charakter dieser Lieder nicht nur gesanglich sondern auch mit augenzwinkerndem Charme dem Publikum nahebringen.

 

Jon Smith, US-Sänger, Pianist und Komponist, komponierte ein Stück - "All of me" -, das dem Pianisten alles abverlangt, unter Umständen auch schon mal mit mehr als den üblichen zehn Fingern zu spielen. Das ließ sich Bastian nicht zweimal sagen, er spielte mit atemberaubenden Tempo auf, bis er schließlich auch noch mit der Stirn auf die Tasten hämmerte - ein famoses Vergnügen!

 

Den Abschluss bildete der berühmte Song "I could have danced all night" aus My Fair Lady". Natürlich ließ das Publikum die Künstler nicht ohne Zugabe abgehen. Der Applaus war stark und lang andauernd. Monika Theil (aus deren wunderbaren Moderations-Karten ich mich bei diesem Text hin und wieder bedient habe), dankte nicht nur den Eltern der Künstler für Impulse und Geduld, dem Schlossherrn Thomas Bellefontaine für die Gastfreundlichkeit, sondern vor allem auch den Lehrern der beiden, ohne die sie nicht so weit gekommen wären: Annabelle Heinen (Gesang) und Darko Kostovski (Klavier).

 

Bernd Woidtke