GYMNASIUM DER STADT KERPEN - EUROPASCHULE AKTUELL   FEBRUAR 2006

Textversion - Die Vollversion mit Fotos ist im Sekretariat der Schule erhältlich

 

 

Theater

 

Maria Stuart - Eine umjubelte Premiere

Eigentlich ein sehr schwerer Stoff: Maria, Königin von Schottland, flieht nach England, nachdem sie ihren Gemahl hat umbringen lassen. Elisabeth I., englische Königin, fürchtet die Konkurrentin und lässt sie in den Kerker werfen. Und dann beschleunigt sich die Geschichte auf der Bühne, die bald ihre erste Botschaft brutal ins Publikum schleudert: Trau Niemandem, nicht mal dir selbst! Wer glaubte, Mortimer (brillant gespielt von Dominik Hees) sei Marias naiver Liebhaber, sieht sich schnell getäuscht - er bandelt auch mit Marias Todfeindin Elisabeth an. Nur zum Schein, wie suggeriert wird - wirklich? Graf Leicester (mit atemberaubender Schmierigkeit gegeben von Thomas Oberhoff) steht ihm nicht nach und hält überall einen Fuß in der Tür: Ist er für Marias Hinrichtung, ist er gegen sie? Auf Burleigh (supercool: Yvonne Kalthöfer) dagegen ist Verlass: Sie betreibt intrigant die Hinrichtung, reißt dem traurigen Schreiber Davison (anrührend gespielt von Terach Franchi) das Todesurteil aus der Hand, und wohnt schließlich mit Leicester der Hinrichtung bei. Will Talbot (eindrucksvoll: Cara Picciotto) Marias Kopf wirklich retten, oder treibt auch er/sie ein Spiel? In Hannah, Marias Amme, war alles Leid dieser Welt aufgehoben; welche Schauspielerin schafft es schon, ohne Schminke oder technische Mittel echte Tränen zu produzieren (sehr anrührend: Anna Lisa Schauff)? Die Nachrichtensprecherin (täuschend echt, wie live aus der Tagesschau entsprungen: Regina Schieb) führte die Zuschauer mit irritierenden Meldungen zum mörderischen Geschehen aufs Glatteis.

 

Und dann die Königinnen: Auch hier wieder Irritationen. Viele Zuschauer kennen Viviane und Rebecca Caspers als sich ähnlich sehende Geschwister. Wer aber mit der Erwartung in die Vorstellung kam, die beiden Schauspielerinnen geben die Königinnen als verwechselbare Zwillinge, sah sich getäuscht. Viviane zeigt Maria Stuart als zarte, liebende Frau, die ihre jugendliche Mordtat längst bereut und geradezu weise dem Tod entgegen sieht. Rebeccas Elisabeth hingegen vereinigt extrem widerstreitende Gefühle: den Hass auf ihre vermeintliche Rivalin, den tiefen Wunsch, den Makel der Unehelichkeit zu tilgen, die Eiseskälte beim Unterzeichnen des Todesurteils, gleichzeitig aber auch die Skrupel, die Unentschlossenheit, die phantasierte Bluttat Realität werden zu lassen. Beide Schauspielerinnen bewältigen ihre Rollen mit Herzblut und einer Präsenz, die manchen ZuschauerInnen die Tränen in die Augen trieb...

 

Alle Akteure zeigten sich dem schwierigen Text und der dramatischen Struktur des Stückes absolut gewachsen. Und dass Licht- und Tontechnik perfekte Arbeit leisteten, ist man ja schon gewohnt, natürlich aber muss dieser glückliche Umstand äußerst anerkennend erwähnt werden.

 

Schließlich Werner Philippi, Herz und Hand des Kerpener Theaters: Er hatte sich den Warnungen ("Oh, Werner, Maria Stuart, so ein schwerer Schinken, das kannst du doch mit Schülern nicht machen!") standhaft widersetzt. Und er hat sich auch der Erwartung widersetzt, nach dem Hollywood-Epos 'Die Nibelungen' jetzt wieder einen Ausstattungs- und Actionreißer auf die Bühne zu bringen. Stattdessen setzte er auf den zeitlos genialen Schiller-Text, auf das große Können und Engagement der Schülerinnen und Schüler und auf seine eigene Tatkraft, die, wie wir wissen, bislang noch nicht an irgendeine Grenze gestoßen ist.

 

Stehende Ovationen.

 

Die Besetzung: Die Zwillingsschwestern Viviane und Rebecca Caspers spielen Maria und Elisabeth. Die weiteren Schauspielerinnen und Schauspieler: Dominik Hees (Mortimer), Thomas Oberhoff (Graf Leicester), Anna Lisa Schauff (Hannah, Amme von Maria), Cara Picciotto (Talbot, Beraterin von Elisabeth), Yvonne Kalthöfer (Burleigh, Managerin von Elisabeth), Katja Busse (Paulet, Bodygard), Terach Franchi (Davison, Schreiber), Dr. Frank Bednorz (Melvile, alter Manager Marias), Christine Behnke (Margareta, Page von Maria), Denise Michels (Graf von Kent, Page von Elisabeth), Nico Ulbrich (Reporter), Lisa Eiling (Reporter), Tom Bildhauer (Erster Offizier), Sebastian Rolke (Zweiter Offizier), Patricia Matthäus (Kammerfrau Marias), Anne Reichel (Kammerfrau Marias), Regina Schieb (Nachrichtensprecherin), Cora Mathern (Maria/Kid), Nora Mathern (Elisabeth/Kid). Technik/Ton: Bastian Fankhauser, Marc Merx, Simon Bleck, Johannes Ponge, Jonathan Dammers, Alexej Kuzmin; Technik/Licht: Michel Felten, Denise Michels, Christian Olszewski, Tilmann Stockschläder; Requisite/Bauten: Madeleine Woythe, Denise Michels, Rica Wedowski, Anna Matuszynski, Marielle Falkenberg; Sprachtraining: Martina Rester; Regieassistenz: Sabine Bühler; Timo Philippi,  Rachel Müller; Mitglieder der Theater-AG Unterstufe; Digital/Printdesign: Hamid Habibzada; Regie: Werner Philippi

 

Bernd Woidtke

 

 

 

Das Lehrertheater: Alice!

Fünf ausverkaufte Vorstellungen haben stattgefunden, und wir glauben, dass diese Aufführungen allen Zuschauern viel Spaß gemacht haben.

Vielen der  schauspielernden Lehrerinnen und Lehrer wurde hinterher gesagt, dass die Rolle, die sie spielten, ihnen „auf den Leib geschrieben“ gewesen sei. Ich als Regisseurin weise diese böswillige Unterstellung mit höchster Empörung zurück. Selbstverständlich habe ich die Rollen nur nach den hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten meiner Kolleginnen und Kollegen besetzt, die Rollen hatten nichts mit dem wirklichen Leben zu tun!!! Wie hätte das auch sein können, denn fast alle im Stück vorkommenden Charaktere waren ja ziemlich verrückt, und wie wir alle wissen, sind unsere Lehrer nicht verrückt, sie tun nur manchmal so.

Es hat riesigen Spaß gemacht, ein so verrücktes, skurriles Stück auf die Bühne zu bringen. Da viele Elemente sehr absurd und von sehr eigenwilliger Komik waren, haben wir viel Zeit gebraucht, ehe wir wussten, wie wir all diese Verrücktheiten in bühnentechnisch machbare Handlung umsetzten konnten. Bei den Proben und bei unserem Probenwochenende haben wir so viel gelacht, dass sich das Proben schon deswegen gelohnt hat. Die schönste Belohnung war jedoch, dass so viele Zuschauer kamen und mit uns und über uns gelacht haben.

Besonders bedanken möchten wir uns noch einmal bei den Schülerinnen und Schülern, die bei den Aufführungen mitgeholfen haben: Denise Michels, Klasse 9.1,  von der Licht-AG, Mark Merx, Klasse 10.1, Simon Bleck und Johannes Ponge, Klasse 9.5, von der Technik-AG und den „Wunderwerkern“, die auf der Bühne für die Requisiten zuständig waren, Till Creutz, Klasse 6.2, Maria Schultes und Marie Heinen, Klasse 6.10, Svea Lüers, Klasse 7.7, und Sarah Kahl, Klasse 7.8.

 

Christiane von Freeden

 

 

Neu auf dem Spielplan

Junges Theater stellt sich vor mit  „Momo“

Eine Sache, die unsere Schule auszeichnet, ist ihre vielfältige Theater-Szene. Regelmäßige Aufführungen von Oberstufen-AGs, verstärkt durch ehemalige Schüler/innen, und Literaturkursen bereichern das Schulleben. Selbst eine Gruppe spielfreudiger Lehrerinnen und Lehrer findet sich alle paar Jahre im Lehrer-Theater zusammen, um das Publikum zu begeistern.

Was bislang fehlte, ist ein Theaterforum für die jüngeren Schüler/innen, beschränken sich doch die schauspielerischen Möglichkeiten des Nachwuchses bislang auf die Montag-AGs, die sich in erster Linie an die Ganztagesschüler der Klassen 6 und 7 wenden, aber mit einem halben Jahr Dauer in der Regel zu kurz für das Einüben eines größeren Werkes sind.

Das muss ja nicht so bleiben, und so ist aus einer dieser Montag-AGs eine (freiwillige) Theater-Gruppe hervorgegangen, die den Grundstein legen will für eine dauerhafte Theater-AG der Unter- und Mittelstufe (Klassen 6 bis 9), die jedes Jahr ein größerer Stück einübt und deren Mitglieder dann nahtlos übergehen können in die AGs der „Großen“.

In der aktuellen Zusammensetzung besteht unsere Gruppe aus vier Jung-Schauspielern und 21 Jung-Schauspielerinnen der Klassen 7.1, 7.3, 7.8, 8.2, 8.3, 8.7, 9.4 und 9.7 und zum Auftakt haben wir uns mit „Momo“ von Michael Ende einen echten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur vorgenommen, an dem wir nun schon seit fast einem Jahr engagiert proben. Premiere des Stückes und damit auch der neu geschaffenen „Jungen Theater-AG“ wird am 12. Februar 2006 um 17:00 Uhr in der Aula sein, weitere Aufführungen sind geplant. Und anschließend wollen wir nahtlos mit den Proben für das nächste Stück beginnen, es gibt für die kommenden Jahre schon viele Ideen, z.B. „Krabat“, „Ronja Räubertochter“, „Der kleine Prinz“, „Das Dschungelbuch“, „Der kleine Hobbit“ und und und... Die Kinder- und Jugendliteratur ist schier unerschöpflich.

Da die Ältesten rauswachsen, brauchen wir natürlich in jedem Jahr neue Schauspieler/innen, beginnend in Klasse 6, die bereit sind, sich ein Jahr für ein gemeinsames Projekt zu engagieren. Interessent/innen wenden sich bitte direkt an mich oder melden sich im neuen Halbjahr für die von mir angebotene Montag-AG an.

Zunächst fiebern wir aber unserer Premiere entgegen und würden uns über eine große Resonanz sehr freuen.

 

H. von Boetticher

 

 

Musik

 

Lehrermatinée

Am 4.12.2005 fand um 11:00 Uhr das (von mir und vielen anderen so ersehnte) Lehrerkonzert statt. Mit von der Partie waren Barbara Stilz, Christian Eisenlohr, Herbert Vietor (Klavier), Martin Rümmler (Klarinette), Monika Theil (Saxofon), Maria Reinholz, Winfried Abs, Monika Theil, Reinhard Kloke (Gesang), Anne Ulrichs (Querflöte), Tom Brosius (Saxofon und Bass), Bernd Woidtke (Gitarre).

 

Manche der Lehrer zeigten bei ihren Darbietungen deutlich Aufregung, wobei man doch eigentlich denken sollte, dass „sich präsentieren“ ihr Job als Lehrer sei. Trotz all dem stellten sie ein großartiges Konzert auf die Beine. Großartig, da für jeden Geschmack etwas dabei war. Für die Liebhaber der Klassik und der traditionellen Instrumente gab es sanfte Klänge von Klarinette, Klavier und klassischer Konzertgitarre.

 

Für die jüngere Generation spielte die neu gegründete Rockband „Crash!Boom!Bang!“ ihr Debut. Die Besetzung dieser Band ließ Schüler vor dem Auftritt staunen, jedoch gelang es Nicole Lapczynski, Gesang, Anne Ulrichs, Querflöte, Bernd Woidtke und Georg von Laufenberg, E-Gitarre, Winfried Abs, E-Bass, Tom Brosius, Schlagzeug und Monika Theil an den Keyboards, die Schüler und deren Eltern mit hartem Sound in Stimmung zu bringen. Songs von Jethro Tull, Juli, Bon Jovi und Led Zeppelin standen auf dem Programm. Meiner Meinung nach eine super Wahl, wobei ja die Querflöte von Anne Ulrichs sehr gut ins Konzept passt. Zum Pech der Band spielte die Technik nicht immer mit wenn sie sollte, aber davon ließen sich die neugeborenen Rocker nicht beeindrucken.

 

Nach fast zwei Stunden war es dann auch schon zu Ende. Die Zuschauer waren äußerst zufrieden und die Lehrer erleichtert. Danke an alle die mitgewirkt haben, sie waren fast so gut wie die Schüler…

 

Dominik Hees

 

 

Wenn musikalische Sterne funkeln…

Junge Musiker des Gymnasiums der Stadt Kerpen glänzten bei ihrem All Stars-Konzert

In der Aula des Gymnasiums der Stadt Kerpen fand am Sonntag, dem 23. Oktober 2005 das Jubiläums–Konzert der Konzertreihe „Forum junger Künstler“ statt.

Die Idee für die Konzertreihe war bei einem Texas – Austausch entstanden, wie die stellvertretende Direktorin, Frau von Freden, berichtete. Sie hatte dort in einer Schule gesehen, wie eine sehr talentierte Schülerin ein Solo-Konzert gab. Dies hatte  sie Musiklehrerin Monika Theil erzählt. Diese stimmte zu, dass das Gymnasium der Stadt Kerpen auch eine solche Veranstaltung brauche. Diese Veranstaltung nannten sie dann „Forum junger Künstler“. Bereits zum zehnten Mal hat das Forum stattgefunden. Alle zehn Solisten der Konzertreihe kamen jetzt zum All Stars- Konzert zusammen. Vom jüngsten bis zum ältesten waren sie alle da: David Schmitz, Geige (7. Klasse); Michaela Berg, Gesang (Jahrgangsstufe 12); René Schmitz, Posaune, Klavier (Abitur 2005); An-Nam Pham, Klavier (10. Klasse); Oliver Morschel, Gesang (Abitur 2005);Verena Vandervelt, Klavier (Jahrgangsstufe11); Dominik Hees,  Klavier (Jahrgangsstufe11); Daniel Becker, Blockflöte (Abitur 2002); Philipp Weies, Gitarre  (Studium Jazzgitarre 2004 abgeschlossen); Figen Aksoy, Klavier (kurz vor der Diplom-Hauptfachprüfung Klavier). Die Musikrichtungen gingen von klassischer Musik über Jazz  und Musical bis hin zu Minimal Musik. Die Schüler und ehemaligen Schüler spielten sehr gut und ernteten dafür reichlich Applaus.

Mit sichtlichem Stolz führte Organisatorin Monika Theil durch das Programm, das in umgekehrter Reihenfolge stattfand.

Das bedeutete, dass David Schmitz, der in der Konzertreihe als letzter gespielt hatte, beim Jubiläums - Konzert am Sonntag zuerst spielte. David, der von seinem Vater am Klavier begleitet wurde, spielte mit seiner Violine ein Stück aus „Die Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi, in dem man den Sommer fast spüren konnte. Gefühlvoll sang Michaela Berg das Liebeslied „The Rose“ aus dem gleichnamigen Film. René Schmitz spielte, unterstützt von Christoph Klenner (Tenorsaxophon) und Benny Kuhtz (Schlagzeug), im Trio. Besonders beeindruckend war, dass René das spannungsgeladene Stück auch noch selbst komponiert hatte. An–Nam Pham glänzte sowohl mit gefühlvollen als auch präzise vorgetragenen Werken von Franz Liszt und Claude Debussy.  Oliver Morschel begeisterte sein Publikum mit einem ausdrucksstarkem Gesang („Die unstillbare Gier“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“) mit Gänsehauteffekt. Er und  Michaela Berg sangen außerdem ein wunderschönes gefühlvolles Duett („Dich kennen heißt dich lieben“) aus dem Musical „Mozart“). Verena Vandervelt (auch gemeinsam mit An-Nam Pham) und Dominik Hees zeigten mit Interpretationen von Glinka, Rachmaninow, Chopin und Haydn, dass  große Klaviertalente zurzeit die Schule besuchen. Der eigens aus Heidelberg angereiste Daniel Becker spielte, begleitet von Rene Schmitz, eine barocke Sonate von Händel auf der Blockflöte. Der Gegensatz hätte größer nicht sein können, als Philipp Weies eine Improvisation auf der Gitarre vortrug. Weies, der als Komponist und freischaffender Musiker in Antwerpen lebt, hat einen sehr eigenen modernen Stil entwickelt.  Figen Aksoy, die in Frankfurt kurz vor ihrer Diplom-Hauptfachprüfung Klavier steht, beendete das Konzert  mit einem virtuos vorgetragenen Klavierstück der Minimalmusik. Der begeisterte Applaus des Publikums zeigte, dass die Konzertreihe unbedingt fortgesetzt werden muss.

 

Die nächste musikalische Veranstaltung der Schule ist jedoch das Lehrerkonzert am 4. Dezember. Dann können die Lehrer zeigen, ob sie ihren Schülern ebenbürtig sind.

 

Laura Burg (6.3)

  

 

2006: 25 Jahre Schulchor

Der musikalisch bisher größten Herausforderung stellte sich der Chor bei der Konzertreise im Herbst 2000. Mit Beethovens großer ‚Messe in C’ op. 86 und dem monumentalen ‚Te Deum’ von G. Bizet trat die Chorgemeinschaft Kerpen/Bergheim, zusammen mit der Rheinischen Kammerakademie Bonn, in berühmten Kirchen Norditaliens auf. Erste Station war Parma, anschließend der ehrwürdige ‚Alte Dom’ von Brescia (Live-Mitschnitt im TV RAI), wo die Chöre aus Anlass der 100-Jahr-Feier des Ordens ‚Sacra Familia di Nazareth’ auftreten durften. Der dritte Auftritt fand im kirchengeschichtlich bedeutenden Dom von Trient statt. Mehrere 1000 Zuhörer feierten die Chorgemeinschaft. Eine Einladung zum „Umbrien-Festival für sakrale Musik 2001“ konnte aus logistischen Gründen nicht in Erfüllung gehen.

 

Dafür eine Reise im Oktober 2001 nach Dresden. Begleitet von Mitgliedern der Musikschule Leipzig und dem Händel-Festspielorchester Halle gestaltete der Chor unter der Leitung von Herrn Vietor ein Benefizkonzert zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche in der berühmten Kreuzkirche. Auf dem Programm: Haydns ‚Te Deum’, Mozarts ‚Krönungsmesse’ und das 4. Orgelkonzert von Händel mit dem Solisten Michael Jüttendonk aus Kerpen.

 

Ein großes sinfonisches Chorwerk stand im Mittelpunkt zweier Konzertreisen mit dem Chor am Gutenberg-Gymnasium Bergheim im Jahre 2002: die hochromantische ‚Cäcilienmesse’ von Ch. Gounod. Damit reiste man zunächst in den Dom zu Brandenburg im Rahmen des Katholikentages in Berlin. Im Herbst leitete der Bergheimer Kollege StD H. Boden dieses Werk im nordwestspanischen Santiago di Compostela. In der weltberühmten Wallfahrtskirche durften unsere Sängerinnen und Sänger als erster nichtspanischer Chor auftreten und anschließend in der Franziskanerkirche von Coruna. Wunderschöne Ausflüge innerhalb Galiziens und nach Portugal rundeten diese erlebnisreiche Reise ab.

 

Das Jahr 2003 stand ganz im Zeichen Oper und Musical. Den Anlass dazu bildete das 125-jährige Stiftungsfest der COLONIA AGRIPPINA als Mitglied der weltumspannenden Künstlervereinigung SCHLARAFFIA, in der Chorleiter Vietor als Ritter CHORIOSO mitwirkt. Nach zwei ‚Generalproben’ in Bergheim und Kerpen erfolgte der Abschluss im Kölner Gürzenich. Ausschnitte aus den Lortzing-Opern ‚Zar und Zimmermann’ und ‚Der Wildschütz’ sowie Highlights aus dem Werk George Gershwins begleitete das Allschlaraffische Sinfonieorchester.

 

Zusammen mit dem Jungen Sinfonieorchester Bergheim waren 2004 die Ziele für die Aufführung von Schuberts ‚Messe in B’ und einem weiteren Orgelkonzert von Händel die norddeutschen Städte Schwerin, Wismar und Lübeck.

 

Die zunächst letzte Etappe im Rahmen der zahlreichen In- und Auslandstourneen galt wieder einem europäischen Ziel: zum fünften Mal bereiste der Chor in diesem Jahr das südspanische Andalusien. Nach einem Konzert in der Klosterkirche San Jeronimo in Granada sang die Chorgemeinschaft, verstärkt durch Mitglieder des Horremer Christus-König-Chores, der Marienschule Opladen, dem Gutenbergchor Bergheim und dem Jugendchor aus Almuñecar, das ‚Requiem’ von Franz von Suppé in der Mesquita in Cordoba. Zu seinem dritten Auftritt in dieser weltberühmten Stätte kamen über 2000 Zuhörer. Auch das spanische Fernsehen nahm dieses selten zu hörende Werk auf. Der Erzbischof von Cordoba lud aus Begeisterung unseren Chor erneut für 2007 ein.

 

Im kommenden Jahr übrigens besteht der Chor an unserer Europaschule unter der Leitung von StD Herbert Vietor 25 Jahre.

 

Jugendliche Sängerinnen und Sänger sind herzlich eingeladen, das Festprogramm zu diesem Jubiläum mit einzuüben.

 

Herbert Vietor

 

 

Die Musical-AG – Eine Erfolgsgeschichte

Seit Herbst 1996 besteht die Musical-AG des Gymnasiums, im Juli 2005 feierte die fünfte Produktion der Gruppe, „JEDE GESCHICHTE HANDELT VON DER LIEBE“ nach Elton John’s „AIDA“, Premiere. Die weiteren Eckdaten: 1997 „WEST SIDE STORY“, 1999 „MISS SAIGON“, 2001 “RENT” und  2003 “HAIR” – eine Erfolgsgeschichte, deren Ende bislang nicht abzusehen ist: Schon für Herbst 2006 stehen mit „TANZ DER VAMPIRE“ die nächsten Aufführungen an.

 

Solche großen Projekte wären natürlich nicht zu realisieren ohne ein außergewöhnliches Engagement aller Mitwirkenden – neben den wöchentlichen Proben am Donnerstag werden auch zahlreiche Wochenenden für intensive Tanz- und Schauspielproben genutzt. Doch nicht nur auf der Bühne werden die SchülerInnen aktiv: Auch das aufwändige Bühnenbild und die Kostüme werden von dem AG-Mitgliedern in kleinen Gruppen und in zahllosen Arbeitsstunden selbst angefertigt – hier kann jeder seine Talente einbringen.

 

Was die letzten Jahre deutlich gezeigt haben - und was immer wieder beeindruckt - ist die Tatsache, dass alle Beteiligten ein Äußerstes an Einsatz geben, weil sie erkennen, dass sich die Mühen, der Zeitaufwand und die Kosten in Anbetracht des Erfolges lohnen. Für viele sind die Proben und die Aufführungen ein Prozess, der sie in ihrem Selbstwertgefühl, ihrer Kreativität und ihrer persönlichen Entwicklung bestärkt. Hierdurch sammeln sie Erfahrungen und Erfolge, die weit über die Möglichkeiten des normalen Unterrichts hinausgehen. Manchmal wird eine bisher nicht bekannte außerordentliche Begabung entdeckt, gefördert und weiter entwickelt – auch in Form von „Patenschaften“, die ehemalige Solisten für die „Neuen“ übernehmen. Schließlich sind viele Ehemaligen der Gruppe bis heute treu geblieben und waren zum Teil sogar in allen Produktionen dabei - auch dies ein Zeichen für den besonderen Reiz, den die gemeinsame Arbeit auf der Bühne auf junge Menschen ausübt. Mit mittlerweile fast 50 aktiven SchülerInnen (Klassen 8-13) und Ehemaligen ist die Musical-AG so zu einer der größten Arbeitsgemeinschaften des Gymnasiums gewachsen.

 

 „Wachsen“ ist schließlich sicherlich eines der wichtigsten Stichwörter, wenn es um die Musical-AG des Gymnasiums geht. Das Zusammenwachsen einer Gruppe, das Über-sich-selbst-hinauswachsen aller Mitwirkenden auf und hinter der Bühne – dies zu erleben, berührt jedes Jahr aufs Neue. Was kann Schule Schöneres leisten?

 

Joachim  Franck

 

 

Adventssingen 2005

Man kann es nicht bestreiten: Die Menschen haben ein Bedürfnis nach Gemeinsamkeit, nach Nähe, nach Besinnlichkeit, auch wenn das kitschig klingt. Eingeladen waren die 5. und 6. Klassen, aber die Aula war wie immer bei dieser Veranstaltung überfüllt. 7., 8., 9., 10. Klassen, auch Oberstufenkurse hatten sich klammheimlich in die Aula geschlichen. Ja, manche waren vielleicht froh, dem Unterricht zu entgehen, manche hatten den Lehrer, die Lehrerin überzeugt, dass man unbedingt Weihnachtslieder singen müsste... Ja, mancher Lehrer, manche Lehrerin hatte da einige Zweifel... ja, manche Schüler verdrückten sich dann auch, ob man nicht doch den früheren Bus...

 

ABER: Die Aula blieb bis zum Schluss voll - voll von singenden Menschen, von fröhlichen Kleinen und Großen, die sich dann beschwingt in die Weihnachtsferien verabschiedeten, begleitet von der Bigband-Hymne "We Wish You A Merry Christmas".

 

Hier das Programm:

Deck the hall with boughs of holly

Jingle Bells

Vom Himmel hoch

Les Anges dans Nos Campagnes

Mary`s Boy Child

O Du Fröhliche

Winter Wonderland

Morgen, Kinder, wird's was geben

Rudolph, The Red-Noised Reindeer

Feliz Navidad

O Tannenbaum

Stille Nacht, heilige Nacht

Ihr Kinderlein kommet

We Wish You A Merry Christmas

 

Ein Wort zur Bigband: Seit vielen Jahren steht sie im Zentrum der musikalischen Aktivitäten der Schule. Jedes Jahr verlassen Musiker die Band, weil sie Abitur machen und nicht mehr in Kerpen wohnen. Und jedes Jahr schafft es die Band mit ihrem Bandleader und Spiritus Rector Johannes Schumacher, diese Lücken zu schließen mit neuen Kräften, die so schnell Anschluss finden, dass der Sound der Band das bleibt, was er immer war: grandios!

 

Bernd Woidtke

 

 

 

K-Town 8 spielte im Loft

Was ist der Unterschied zwischen dem 1. FC Köln und K-Town 8? Der FC verliert seine Heimspiele, K-Town 8 gewinnt sie! Ja, es war ein Heimspiel, K-Town 8 im Loft in Köln. Geografisch zwar eher auswärts, aber: Das Publikum bestand aus Freunden und Bekannten, Fans und Verwandten; ein paar nicht verwandte Jazz-Anhänger, die von diesem Gig in der Zeitung gelesen hatten, waren auch unter den ungefähr 100 Zuschauern, die den Weg in den bekannten Kölner Jazz-Club gefunden hatten.

 

Während der FC einen Trainer nach dem anderen rauswirft und trotzdem keinen Erfolg hat, bleibt K-Town 8 bei derselben Trainerin, Monika Theil, und gewann dieses Heimspiel grandios: Mit neuen Stücken, zum Beispiel dem wunderbaren 5/4-Takt-Klassiker 'Take Five', aber auch alten Erfolgen, 'One for Kisser' und 'Pink Panther' beispielsweise, begeisterte man das Publikum. Ein veritables Schlagzeugsolo von Jan Krogull, das schon bei der Lehrer-Matinée umjubelte 'Dream of the Elders' mit Monika Theil, Saxophon,  und Tom Brosius, E-Bass, ein berauschendes 'That's Dope' von Nikolas Simeon und alle anderen Stücke zeigten, dass K-Town 8 inzwischen eine Qualität hat, die sich mit professionellen Bands messen kann. An Nam Pham, Klavier, Keyboard, mit seinem phänomenalen Cross-Over von der Klassik zum Jazz, Christoph Klenner mit seinen märchenhaften Saxophon-Impros, René Schmitz mit seinen samtigen Posaunen-Läufen - alle zeigten eine enorme Entwicklung! Benny Kuhtz, Lichttechniker der Band, noch bekannter als Drummer der Bigband, komplettierte den Sound bei den Zugaben als versierter Percussionist. Christoph Emmerich, etatmäßiger Trompeter der Band, zeigte seine Fähigkeiten als origineller Conférencier, der mit launigen Ansagen das Publikum zum Lachen brachte.

 

Nicht unschuldig an diesem Erfolg sind eingeflogene Hilfstrainer, die in der Vergangenheit immer wieder bahnbrechende Workshops gaben, in denen die Musiker neue Impulse bekamen, zuletzt mit dem sympathischen Schlagzeuger Christoph Hillmann, der das Ergebnis seiner Arbeit im Loft bewundern konnte.

 

Neben der Musik beeindruckte die Tatsache, dass das Gymnasium Kerpen dieses eigentliche Auswärtsspiel wirklich zum Heimspiel machte: Die Schulleitung war komplett vertreten (Herr Ripp, Frau von Freeden), eine Menge Kolleginnen und Kollegen, ebenso viele Schülerinnen und Schüler, darunter einige Stars der neuen Theaterproduktion 'Maria Stuart' - obwohl zur gleichen Zeit in Kerpen-Sindorf die Oberstufen-Party 'Black&White' stattfand...

 

Bernd Woidtke

 

 

Unterricht

 

Gänsehaut beim Lesen -  Alina Neun aus der Klasse 6.4 vertritt das Gymnasium Kerpen beim Vorlesewettbewerb auf Kreisebene

Es war wie ein kurzer Ausflug in eine andere Welt: Nach dem „kleinen Hobbit“ wurde von einer „grauen Prophezeiung“ erzählt, bevor „gläserne Worte“ auf die „Spur zurück“ zu einem „Tintenherz“ führten. Am Nachmittag des 13. Dezember präsentierten in Raum 250 unserer Schule sieben Schülerinnen und zwei Schüler der 6. Jahrgangsstufe kurze Ausschnitte aus ihren phantastischen und spannenden Lieblingsbüchern.

 

Zugehört wurde ihnen von einigen Freundinnen und Freunden – aber auch von fünf Erwachsenen, die sich während der einzelnen Vorträge eifrig Notizen machten. Denn was da in der 2. Etage unseres Gymnasiums stattfand, war kein einfacher Lesenachmittag, sondern der Schulentscheid des diesjährigen Vorlesewettbewerbs.

 

In der Jury hatten Bibliothekarin Stefanie Bieger sowie die Deutsch-Lehrkräfte Regine Klopffleisch, Silke Köllmann, Anna Moraw und Holger Müller-Hillebrand die (un)dankbare Aufgabe, aus den neun Leserinnen und Lesern – allesamt bereits Lese-Sieger in ihren Klassen – einen ersten Platz zu bestimmen. Wurde laut und deutlich vorgetragen? Stimmte die Betonung? War das Vorlese-Tempo angemessen? Über diese und andere Fragen hatten die Lese-Preisrichter zu entscheiden – und das war alles andere als einfach, saßen vor ihnen doch neun junge Lese-Profis, denen zuzuhören allesamt ein Genuss war.

 

Entsprechend knapp fiel auch die Entscheidung aus: Mit einem hauchdünnen Vorsprung siegte Alina Neun aus der Klasse 6.4. Sie hatte die Jury-Mitglieder nicht nur mit einem Ausschnitt aus der Reihe „Gänsehautgeschichten“, sondern auch mit dem Vortrag eines unbekannten Textes überzeugt.

 

Alina wird unsere Schule nun auf dem Kreisentscheid vertreten, der zwischen Ende Januar und Ende Februar 2006 ausgetragen werden wird. Schon jetzt drücken wir ihr alle Daumen – und sind sicher, dass ihre Lesekünste auch dem ein oder anderen Zuschauer beim Kreisentscheid eine Gänsehaut verursachen werden.

 

Übrigens: Die gute Organisation des Schulentscheids und die kleinen Leckereien, die die Bücherkost versüßten, schulden wir Regine Klopffleisch. Ein herzliches Dankeschön dafür!

 

für die Jury:

Silke Köllmann und Holger Müller-Hillebrand

 

 

 

Storyteller Jim Wingate besuchte unsere Schule

Am 30. November besuchte der Storyteller Jim Wingate wieder das Gymnasium Kerpen und erzählte sichtlich begeisterten Fünft- und Sechstklässlern Geschichten in seiner englischen Muttersprache. Wingate, der in Wales lebt und als Schauspieler arbeitet, schaffte es, die Schüler und Schülerinnen in seinen Bann zu ziehen. „Storytelling“ bedeutet für Jim Wingate nicht, dass er die ganze Zeit redet und die Schülerinnen und Schüler zuhören, nein, er stellt Vieles pantomimisch dar und bezieht in jede Geschichte Schüler ein, die in verschiedene Rollen schlüpfen müssen. Es wurde also besonders spannend, wenn Mitschüler agierten, aber auch Lehrer blieben von Wingate nicht verschont, diese wurden aber meistens im Verlauf der Geschichten geköpft. Am Ende jeder Stunde hatten die Schüler Gelegenheit, ihre Englischkenntnisse auszuprobieren, denn sie durften Jim Fragen stellen. Alle waren überrascht und auch ein wenig stolz, wie viel sie schon auf Englisch verstehen können. Viele Schülerinnen und Schüler, die dieses Jahr nicht dabei sein konnten, nutzten die großen Pausen für ein kleines Schwätzchen auf Englisch mit Jim, der sich sehr darüber freute. Schade fanden sie, dass er nur einen Vormittag bei uns war und freuen sich schon auf seinen nächsten Besuch bei uns.

 

Katharina Schulte-Mattler

 

  

DELE – Spanisch-Diplom

Einmal pro Woche, immer abwechselnd dienstags und donnerstags, siebte und achte Stunde, trifft sich eine nette kleine Gruppe Schüler aus den Klassen 9 bis 13, und das nicht ohne Grund. „DELE“ lautet das Stichwort – ein Diplom, welches bestätigt, dass man Spanisch beherrscht. Gegen Ende des Schuljahres wird ein Test geschrieben, auf den man von Frau Olczak das restliche Jahr vorbereitet wird. Schüler, die erst ein oder zwei Jahre Spanisch lernen, machen den Test für das Diploma del Nivel Inicial, also für Einsteiger. Wer sich mehr zutraut, kann sich am Test für das Diploma del Nivel Intermedio versuchen. Mit einem solchen Diplom hat man dann später beispielsweise wesentlich weniger Schwierigkeiten, einen Studienplatz in Spanien zu erhalten. Aber natürlich bietet das Diplom viele weitere Vorteile, auch in Deutschland. Es ist sehr teuer – wenn man es außerschulisch absolviert. Uns Schüler jedoch kostet es „nur“ 100 Euro, die Anmeldegebühr bei DELE. Wer also Spaß am lockeren Lernen in einer lustigen kleinen Gruppe hat und außerdem momentan Spanisch an unserer Schule lernt, sollte sich das tolle Angebot nicht entgehen lassen. Bei Fragen einfach an Frau Olcak wenden oder direkt beim Treffen erscheinen.

 

Magdalena Olczak

 

Am 13. Mai habe ich die DELE-Prüfung Nivel Intermedio gemacht. Vorbereitet habe ich mich in der AG mit Frau Vences. Die Übungsaufgaben die wir in

dieser AG bearbeitet und besprochen haben waren aus den Vorjahren und daher auch den diesjährigen Aufgaben sehr ähnlich. Ich kann jedem empfehlen dieses Diploma zu machen,es ist zwar nicht ganz preiswert (ca. 160 Euro ), doch es ist 1. eine Zusatzqualifikation, die man immer für spätere Bewerbungen gut verwenden kann und die Prüfung ist 2. mit relativ wenig Aufwand zu bewältigen. Ich bin froh diese Prüfung gemacht zu haben und überlege jetzt schon ob ich im Frühjar nicht das Nivel Superior probieren soll.

 

Alexander Heße

 

 

Der Staat im Schrank oder: Das Saysche Theorem

 Jean-Baptiste Say (1767-1832) gilt als einer der geisteigen Väter der Marktwirtschaft, genauer: des Wirtschaftsliberalismus. Sein nach ihm benanntes Theorem besagt in Kurzform, dass sich jedes Angebot auf dem Markt seine Nachfrage selbst schafft. Die Unternehmer stellen Arbeitskräfte ein, diese produzieren, erhalten Lohn, kaufen sich davon Waren, die Unternehmer investieren die Erlöse usw. usf. - ein Kreislauf, der - so Say - eigentlich wunderbar funktionieren würde. Tja, würde... Wenn es da nicht ein paar Störfaktoren gäbe! Zum Beispiel den Staat, der für soziale Gerechtigkeit eintritt und Mindestlöhne festlegen könnte. Zum Beispiel ausländische Billiganbieter. Zum Beispiel die Verbraucher, die einen Teil ihres Einkommens sparen statt ihn auszugeben.

 

Der Unterhaltungswert dieser wichtigen Theorie ist eher begrenzt. Daher hat sich eine Gruppe des SoWi-LKs Klasse 12 ein Rollenspiel ausgedacht, mit dem das Theorem visualisiert wurde. Die Fotos dazu können unter www.gymnasium-kerpen.de im Bereich Fächer/Projekte angesehen werden.

 

Herr Blei, Stifthersteller, stellt Arbeitskräfte ein. Sie stellen Stifte her und erhalten Lohn dafür. Mit diesem Geld gehen sie ins Papiergeschäft zu Herrn Paper und kaufen Papier. Eigentlich könnte alles gut funktionieren, wenn nicht plötzlich der Staat auf die Idee käme, sich für seine Menschen einsetzen zu wollen; er beschließt ein Gesetz, in dem Mindestlöhne festgelegt werden sollen. Das finden die Unternehmer geschäftsschädigend und zwingen den Staat, sich aus der Wirtschaft zurück zu ziehen. Als dieses Problem geregelt war, taucht plötzlich eine lustige, aber verwegene Gestalt auf. Er bietet Billigware aus dem Ausland an, die reißenden Absatz findet. Dummerweise transferiert er seine Einnahmen wieder in sein Heimatland zurück, so dass die inländischen Arbeitnehmer und Unternehmer dumm aus der Wäsche schauen.

Nach dieser - zugegeben - mit dem Komplexitätsgrad einer Daily Soap ausgestatteten, aber brillant gespielten Theorem-Show hob ein Sprachvirtuose das theoretische Niveau des LKs wieder auf gewohnte Höhen, indem er eine Tafel-Mindmap "mit eigenen Worten" darstellte: Seine Aufgabe war, die Theorie von Adam Smith zu erläutern, ohne auch nur ein Wort, das schon an der Tafel stand, benutzen zu dürfen. Felix, bekannter Bigband-Trompeter, erledigte diese Aufgabe virtuos.

 

Bernd Woidtke

 

 

Ernährungsspaß in Bio 

Am Mittwoch, den 16.November 2005, hatte die Klasse 6.2 im Biologieunterricht Besuch von einer Expertin vom Gesundheitsamt. Sie erklärte uns viel über gesunde Ernährung, aber auch über ungesunde. Uns wurde erklärt, dass 55% der Nahrungsenergien aus Kohlehydraten, 30% aus Fett und 15% aus Eiweiß (Proteine) bestehen. Man sollte reichlich von den empfohlenen Lebensmitteln verzehren, wie zum Beispiel Brot (empfohlene Lebensmittel sollten bis zu 90% der Gesamtenergie enthalten). Die restlichen 10% bestehen aus mäßigen (Wurst), sparsamen (Butter) und geduldeten (zuckerreichen oder fettreichen) Lebensmitteln. Am Ende des Blocks haben wir noch eine Zuckerausstellung gebastelt. Wir sollten anhand von verschiedenen Lebensmitteln, vor allem Süßigkeiten, und Informationsblättern,  die wir bekommen hatten, herausfinden,  wie viele Zuckerstücke z.B. in einem 700 Gramm Nutellaglas enthalten sind. Wenn man es rausbekommen hatte, durfte man die Zahl der Zuckerstücke auf ein buntes Papier zusammen mit den Süßigkeiten kleben. Diese Blätter wurden anschließend in den Biologieschaukästen ausgestellt. Wenn man an den Biologieräumen vorbei kommt, kann man schauen, wie viel Zucker in welchem Lebensmitteln steckt. So kann jeder Schüler etwas über seine Ernährung erfahren. Die Stunde war sehr interessant und außergewöhnlich. Es hat uns allen Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch. 

 

Leider ist uns bei den Darstellungen ein Fehler unterlaufen. Wer findet den Fehler!?  

 

Marvin Stange, 6.2

 

  

Austausch

 

Schüleraustausch der Pestalozzi-Schule, Buenos Aires, Argentinien mit Kerpen 2005/2006

Wie auch bereits im vergangenen Jahr konnte unsere Schule wieder drei Schülerinnen der Pestalozzi-Schule in Buenos Aires, unserer Austauschschule in Argentinien, für drei Monate als Gast aufnehmen. Ich möchte Macarena Diaz, Pamela Kasman und Delfina Saccone noch einmal ganz herzlich an unserer Schule willkommen heißen und Ihnen eine schöne Zeit in Deutschland wünschen.

 

Pamela Kasman und Delfina Saccone möchten sich und Ihre Schule gerne vorstellen:

 

"Wir sind zwei Austauschschülerinnen, die aus Argentinien kommen. Wir sind drei Monate in Deutschland zu Besuch um unsere Deutschkenntnisse zu verbessern. Wir möchten euch ein bisschen über unsere Schule in Argentinien erzählen. Die Pestalozzi-Schule ist eine deutsche Schule, die in Buenos Aires, der Haupstadt von Argentinien, liegt. Buenos Aires ist eine sehr große Stadt mit sehr vielen Leuten und viel Tourismus. Die Schule liegt in einem Wohnort, der Belgrano heißt. Diese Schule hat einen Kindergarten, eine Grundschule und eine weiterführende Schule. Unser Unterricht beginnt um 8 Uhr und endet fast jeden Tag um 16 Uhr.

Man kann schon im Kindergarten anfangen Deutsch zu lernen. Außer Spanisch und Deutsch lernen wir noch Englisch. Die Schule hat ungefähr 500 Schüler.

Da die Schüler verschiedene Interessen haben, gibt es verschiedene Fächer, die man zusätzlich wählen kann, zum Beispiel Sport, Kunst, Kunstgeschichte, Theater (auf deutsch oder auf Spanisch), Musik, Informatik, Video. Dies sind die Fächer, die die Schüler am liebsten in der Pestalozzi-Schule wählen." 

 

Für die Schüler aus Buenos Aires ist der Deutschlandaufenthalt ein Höhepunkt ihrer Schulzeit. Es handelt sich vorwiegend um Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, die auch in Deutschland ebenfalls die 10. Klasse besuchen. Bei ihrem Aufenthalt in Deutschland leben die Schüler in den deutschen Familien ihrer Gastgeschwister, bei denen es sich fast ausschließlich um Schülerinnen und Schüler der Oberstufe handelt.

Die argentinischen Schüler halten sich vom 03.12.2005 bis zum 27.02.2006 in Deutschland auf. Im Anschluss daran haben auch die deutschen Schüler die Möglichkeit, eine längere Zeit in Argentinien zu verbringen, um Land, Leute und das Schulsystem kennen zu lernen.

 

Während der Zeit des Aufenthaltes der argentinischen Schülerinnen in Deutschland steht als Betreuungsperson und Ansprechpartnerin Frau Ulrichs, die den Argentinienaustausch leitet, zur Verfügung. Bei Interesse am Austausch im Jahr 2006 wendet euch sich bitte an Frau Ulrichs.

 

Anne Ulrichs/Macarena Diaz/Pamela Kasman

 

 

MAÑANA, MAÑANA...

Wir freuen uns schon jetzt mitteilen zu können, dass der Austausch mit unserer Partnerschule IES Puerto de la Cruz auch im Jahr 2006 wieder stattfindet.

Von unserer Seite aus gibt es wieder eine sehr große Zahl von Interessenten und wir hoffen auf etwa 15 „Tinerfeños“. Da unsere Partnerschule nicht so groß ist wie unser Gymnasium und die Zahl der Deutschschüler dort niedriger ist als die der Spanischschüler bei uns, wäre eine solche Zahl durchaus stattlich.

Bei der Konkretisierung  sowohl der Termine als auch der diversen Organisationsaspekte ist viel Geduld gefragt. Die schon sprichwörtliche Ruhe der „Canarios“ kann uns vielleicht eine erste Ahnung vom „interkulturellen Lernen“ vermitteln, das ein solcher Austausch mit sich bringt.

Wir würden natürlich gerne schon weit im Vorfeld alles präzise planen und terminieren, aber letztlich hat die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt, dass es doch auch auf diese Art funktioniert.

Ich wünsche allen Teilnehmern GUTES GELINGEN und wie in den letzten Jahren EIN UNVERGESSLICHES ERLEBNIS!

 

Nicole García

 

Für alle, die gerne andere Kulturen kennen lernen und die Schönheit der spanischen Sprache erkannt haben, möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf unsere Partnerschule in Corinto (Nicaragua) hinweisen, die im Fokus der Eine- Welt –AG steht, und auf den Austausch mit Buenos Aires (Argentinien), zu dem unsere zwei Gastschülerinnen Pamela und Macarena in dieser Ausgabe einen Artikel verfasst haben.

SALUDOS A TODOS

 

 

Sport

 

Basketball Kreismeisterschaften 2005

Bei den Kreismeisterschaften im Basketball, die im November und Dezember des vergangenen Jahres ausgespielt wurden, ist unsere Schule mit insgesamt vier Teams in drei unterschiedlichen Wettkampfklassen (WK I – III) angetreten. Ich möchte mich bei allen Spielerinnen und Spielern für ihr engagiertes, faires und sportliches Auftreten bei den Spielen bedanken. Mit solchen Sportlerinnen und Sportlern fährt man gerne in andere Schulen und nimmt an Turnieren teil.

 

Mit dabei waren:

 

WK I Jungen:

Mandip Maldonado (9.2), Kay Mathern (9.6), Kai Stump, Florian Kertscher, John Balumuena, Fabian Siehndel, Jan-Philip Leistikov, Roger Kayoko (alle aus der Jahrgangsstufe 11) (siehe Foto!)

 

WK II Jungen:

Matthias Wirtz-Amling (8.5), Fabian Sauer (8.6), Philipp Sparwasser, Ozan Büyükbas, Macit Bozkurt (beide 9.1), Thomas Frentzen, Hendrik Münchrath (beide 9.5), Edgar Japs, Tim Pfefferle, Thomas Bruckschen (alle 9.7).

 

WK III Jungen:

Tim Ruhkopf, Kevin Kopainski, David Axer, Niclas Görgen, Sascha Macherey, Christoph Harring, Nico Fuchs, Alexander Körfgen, Tom Hettinger (alle 7.2).

 

WK III Mädchen:

Jasmine Haß, Laura Ink, Elena Garcia Galera, Laura Fohs, Corinna Mühl, Saskia Scepanik (alle 7.2)

 

Berichte und Fotos zu den einzelnen Turnieren findet man auf der Schulhomepage unter dem Link „Sportportal“. Auch wenn es noch nicht zu einem Titel gereicht hat, dieses Jahr im Herbst stehen wir wieder in den Sporthallen der Umgebung und dann werden wir mal sehen…

 

Tom Bildhauer

 

  

Niederlage bei Tischtennis-Bezirkszwischenrunde

Am Donnerstag fand die Bezirkszwischenrunde im Tischtennis statt. Unsere Mannschaft hatte sich als souveräner Kreismeister für diese Wettbewerb qualifiziert und hatte so die Chance, das Ticket für die Bezirk-Endrangliste zu lösen. Leider mussten zwei unserer erfahrenen Stammkräfte passen, sodass wir nicht in Bestbesetzung antreten konnten. So kam es, wie es kommen musste:

 

Gegen den starken Gastgeber des Rurtal-Gymnasiums in Düren setzte es trotz erbitterter Gegenwehr eine 2:7 Niederlage. Lediglich ein Doppel sowie ein Einzel, das Timo Schnitzler gegen die Nummer 1 des späteren Siegers gewann, konnte auf der Habenseite verbucht werden. Doch auch alle übrigen Spiele waren hart umkämpft und wurden vielfach erst im entscheidenden 5. Satz verloren.

 

Dennoch kann unsere Mannschaft stolz auf das Erreichte zurückblicken und im nächsten Jahr einen neuen Anlauf unternehmen. Vielen Dank an alle Beteiligten, die unsere Schule hervorragend vertreten haben.

 

Dominik Kemper

 

 

Sonstiges

 

Die „Lob-Ecke“ –

Ein Motivationsversuch mit erstaunlichen Wirkungen

Dieser Artikel wird in diesem Jahr in einem Buch des Olzog-Verlages erscheinen zum Thema: „Ideen für eine bessere Schule“ – hier in gekürzter Fassung abgedruckt

 

Eine überraschende (?) Erfahrung

 

Harald P., 12 Jahre alt, besuchte die Klasse 6 eines Gymnasiums. Er war von der Grundschule auf das Gymnasium gegen den Rat seiner Klassenlehrerin gewechselt: Harald sei zwar intelligent, könne aber nicht strukturiert arbeiten, sei chaotisch, vergesslich, launisch.  Nur wenn ihn das Thema wirklich interessiere, würde er sich engagieren. Gegenüber  Lernaufforderungen, verärgerten Lehrern, schlechten Noten schien er immun zu sein. Seine Mutter war selbst Lehrerin, unter anderem mit dem Fach Geschichte.

 

Im Geschichtsunterricht saß er, wie in allen Fächern, herum, machte Unsinn, störte, konnte sich  aber gelegentlich am Unterricht beteiligen, weil er aus Gesprächen mit  seiner Mutter einige historische Kenntnisse hatte. Hausaufgaben machte er nicht. Bei Tests schnitt er eher miserabel ab, denn den Unterrichtsstoff kannte er nicht. Dafür aber wusste er viele andere Dinge, die wiederum nicht unmittelbares Thema waren.

 

Nach landläufigen Kriterien hätte er ein ‚mangelhaft’, mit Wohlwollen ein ‚ausreichend’ verdient gehabt. Ich habe ihm eine ‚2’ gegeben. Die Klasse war empört. Noch nie musste ich eine Note so wortreich begründen. Nicht einmal eine schlechte. Dabei folgte meine Entscheidung eher einer spontanen Eingebung. Ich hatte Harald innerlich zu meiner Testperson erkoren. Ich war ein junger Lehrer, hatte zwei oder drei Schuljahre hinter mir und suchte (und suche immer noch) nach dem pädagogischen Stein der Weisen. Harald als Testperson: Ich war fasziniert von seinem historischen Wissen und seiner für sein Alter erstaunlich gut entwickelten Beurteilungsfähigkeit. Gleichzeitig genervt von seinem Verhalten, seinem Chaos. Ich wollte wissen: Schaffe ich es, die Fähigkeiten dieses Schülers, die unzweifelhaft existierten, aber hinter seiner Maske des Chaoten verborgen waren, zu stärken und für seine schulische Karriere nutzbar zu machen?

 

Harald selbst war am meisten überrascht: „Wieso geben Sie mir eine ‚2’, ich habe doch nur Blödsinn gemacht?“ – „Stimmt, aber du weißt viel über Geschichte, du kannst historische Zusammenhänge so gut wie niemand sonst in unserer Klasse erklären. Dafür müsste ich dir eine ‚1’ geben. Für nicht gemachte Hausaufgaben usw. ziehe ich dir ein paar Punkte ab, es bleibt die ‚2’ am Ende stehen – eine für dich absolut gerechtfertigte Note.“ Ich selbst glaubte meiner Argumentation nur streckenweise, Harald aber geriet ins Grübeln.

 

Zu Beginn des neuen Halbjahres verblüffte Harald die Klasse und mich damit, dass er mich darum bat, ihm ein Referatthema zu geben. Das Ergebnis war exzellent. Es gab keine Hausaufgabe mehr, die Harald nicht machte. Seine Beteiligung am Unterricht nahm Ausmaße an, die mich in unerwartete Schwierigkeiten brachte: Wie schütze ich eine Klasse vor einem dominierenden Schüler, der alles weiß, sich zu allen Fragen meldet, sämtliche Unterrichtsziele vorweg nimmt?

 

Am Ende des Schuljahres hatte Harald ein ‚sehr gut’ in Geschichte auf dem Zeugnis stehen. Die Klasse klatschte Beifall, als ich die Noten vorlas. Niemand murrte.

 

In Klasse 7 gab es einen Lehrerwechsel. Die neue Geschichtslehrerin verfuhr nach den traditionellen Methoden ‚objektiver’ Leistungsmessung. Auf dem Halbjahrszeugnis hatte Harald eine ‚3’, auf dem Endzeugnis eine ‚4’ mit der deutlichen Verwarnung der Lehrerin: „Im nächsten Jahr werde ich dein Verhalten nicht mehr akzeptieren!“

 

Eine Geschichte aus dem pädagogischen Wolkenkuckucksheim? Nein. Sie ist mir wirklich passiert und sie hat meine weitere pädagogische Laufbahn geprägt. Die geradezu explosionsartige, revolutionäre Wirkung eines Lobes ist mir zwar später in dieser Form auch kaum mehr vorgekommen, aber sie hat mir gezeigt, welche Möglichkeiten wir haben, Motivation in Schülerinnen und Schülern hervorzurufen und dadurch erhebliche Verhaltensänderungen zu bewirken.

 

Die pädagogische und psychologische Wissenschaft ist voll solcher Erkenntnisse. Lob wirkt, Tadel hemmt. Jeder Student lernt das. Eines der großen Rätsel des deutschen Schulwesens ist es, warum dieses gesicherte Wissen auf dem Weg von der Universität in die Schule in einem noch nicht lokalisierten Bermuda-Dreieck verschwindet.

 

Reinhard Kahl, Publizist mit dem Schwerpunkt Schule, hat das deutsche Schulwesen einmal als einen Tanker bezeichnet, auf dem die Besatzung ständig auf der Suche nach blinden Passagieren sei mit dem Ziel, sie von Bord zu werfen. Der Wunsch nach Aussieben, Sitzenlassen, Sortieren, Abwerten behindert massiv die individuelle Förderung auf der Grundlage eines humanistischen Menschenbildes. Nicht erst seit PISA wissen wir, dass diese Haltung auch am Output orientierten Bildungspolitikern negativ erscheint. Es geht also nicht nur um menschenfreundliches pädagogisches Händchenhalten, sondern um die optimale Nutzung menschlicher Ressourcen im Sinne des Bestehens unserer Gesellschaft in der globalisierten Welt.

 

Die Lob-Ecke

 

Schule besteht nicht nur aus dem isolierten Unterrichtsgeschehen. Schulische Aktivitäten gehen weit darüber hinaus. Jede Schule lebt von ihrer ‚Community’, von mannigfachem Engagement, von großen Projekten genau so wie von nahezu unsichtbarem Verhalten.

 

Mir war aufgefallen, dass das große Engagement, das es an unserer Schule gibt, in vielen Fällen zwar gesehen und von den Betroffenen auch begrüßt wird, es aber kaum ‚offizielle’ und von einer größeren Schulöffentlichkeit wahrgenommene Unterstützungsstrukturen gibt. Da ich seit einigen Jahren die Homepage meiner Schule betreue, wurde mir schnell klar, dass dieses Medium gut geeignet sein könnte, einem positivem Feedback für Engagement von Schülern und Lehrern ein Forum zu bieten. Ich richtete die „Lob-Ecke“ auf der Homepage ein.

 

Die Resonanz war überwältigend: Bis heute gibt es 51 Eintragungen in der Lob-Ecke. 26 davon gelten Schülerinnen oder Schülern, 26 gehen an Lehrerinnen und Lehrer, 3 an andere Personen. Die Summe ergibt mehr als 51, da in manchen Eintragungen mehrere Personen genannt wurden.

Das Erstaunliche an der Entwicklung der Lob-Ecke:

 

Erbeten hatte ich Beiträge über herausragende Leistungen und Verhaltensweisen von Schülerinnen und Schülern. Was aber passierte, ohne dass irgendjemand darum gebeten hatte: Schüler loben Lehrer! Für uns Lehrerinnen und Lehrer hat das die Erkenntnis gebracht: Die Schüler mögen uns. Nach Jahren der Lehrerschelte („Lehrer sind faule Säcke!“ Ex-Bundeskanzler Schröder) und des schlechten Sozialprestiges dieses Berufes wirkte das wie ein warmer Regen. Nicht nur für die genannten Kollegen und Kolleginnen führte der Umstand, dass wir in nennenswertem Umfang in der Lob-Ecke auftauchen, zu einer Verbesserung unseres Selbstbildes. An der Europaschule Kerpen gibt es, unterstützt vom Schulträger, seit Gründung der Schule großes Engagement in Hinblick auf Förderung von Schülerinnen und Schülern – sowohl der hochbegabten als auch der sozial benachteiligten. Dass dieses Engagement auch gewürdigt wird, ist durch die Lob-Ecke in ein neues Licht gerückt worden.

 

Bei den Schülerinnen und Schülern hat es einen ähnlichen Staun-Effekt gegeben: Die Lehrer mögen uns! Vielleicht gilt das nicht für alle, aber für viele Lehrer. Das ohnehin schon recht positive Klima in der Schule, einem Ganztagsgymnasium, wurde durch die Lob-Ecke meines Erachtens noch verstärkt. „Du kommst in die Lob-Ecke!“ wurde zum geflügelten Wort.

 

Gegenüber Kolleginnen und Kollegen, deren pädagogisches Credo eher von Kategorien wie ‚Aussieben’, ‚Selektion’, ‚ab an die Hauptschule’ geprägt ist, hatte man nun ein unschätzbares Pfund in der Hand: Lob wirkt Wunder – probier es doch mal!

 

Dass die Lob-Ecke von den Besucherinnen und Besuchern der Homepage angenommen wird, zeigt ein Blick in die Statistik: Sobald auf der Startseite der Website ein neues Lob annonciert wird, schnellen die Klicks auf die Lob-Ecken-Startseite in die Höhe! Jeder schaut es sich an, jeder will wissen, wem ein Lob zugekommen ist. Dem Gelobten ist es manchmal peinlich; es fehlt uns allem Anschein nach eine Lob-Kultur, die es uns ermöglicht, positives Feedback anzunehmen.

 

Fazit

 

Die Einrichtung der Lob-Ecke und ihre enorme Resonanz hat einen positiven Beitrag geleistet für die Verbesserung der Schul-Kultur. Inzwischen ist die Lob-Ecke zum Selbstläufer geworden. Die Beiträge kommen regelmäßig und unaufgefordert - niemand wird gebeten: „Könntest du vielleicht mal ein Lob über XY schreiben?“ Anerkennung ist Bestandteil der Schul-Community geworden. Die Anmeldungen für die Europaschule Kerpen entwickeln sich gegen den Trend der abnehmenden Schülerzahlen: Sie nehmen zu. Bei 1900 Schülerinnen und Schülern, 140 Lehrerinnen und Lehrern ist diese Tendenz sicher zunächst mit dem großen Angebot der Schule verknüpft. Aber zur Corporate Identity der Europaschule gehört inzwischen untrennbar auch das positive Klima zwischen Schülern und Lehrern dazu und wird von der Schulöffentlichkeit auch wahrgenommen.

 

Eine finnische Bildungspolitikerin hat einmal geschrieben: „Es genügt nicht, dass die Lehrer ihr Fach lieben, sie müssen auch ihre Schüler lieben.“ Mit der Lob-Ecke haben wir an unserer Schule ein Zeichen gesetzt, dass wir gerne in diese Richtung gehen wollen. Nicht alle Lehrerinnen und Lehrer gehen diesen Weg mit. Vielleicht gibt es ja eine – schweigende – Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, die das für albernen Kinderkram hält. Der Widerhall auf die Lob-Ecke hat aber bewirkt, dass diese Negativ-Pädagogik an unserer Schule nicht mehrheitsfähig ist.

 

Bernd Woidtke

 

 

 

Vorurteile und Feindbilder abbauen durch Mobbingprävention und –intervention - ein Comenius-Schulentwicklungsprojekt

Die seit mehr als einem Jahr tagende Schulentwicklungsgruppe hat sich in ihrer intensiven Arbeit u. a. mit dem Handlungsfeld „Erziehung zu sozialer Verantwortung“ befasst. Dabei sind zusätzlich zu den bereits bestehenden Einrichtungen und Maßnahmen an unserer Schule neue Ideen geboren worden, wie unsere SchülerInnen auch im sozialen Bereich fit gemacht werden können für die Zukunft in einem Vereinten Europa.

 

Als Europaschule hat sich unsere Schule immer schon auf didaktischer und curricularer Ebene um die Vermittlung europäischer Schlüsselqualifikationen bemüht, z. B. durch ein vielfältiges Sprachenangebot, bilingualen Unterricht, interkulturelle Begegnungen und Comenius-Projekte für SchülerInnen. Das jetzt in Vorbereitung befindliche Schulentwicklungsprojekt will in Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnerschulen verschiedene Bausteine entwickeln, die über den unterrichtlichen Bereich hinaus auch im erzieherischen Bereich Schlüsselqualifikationen vermittelt, die im Vereinten Europa in Zukunft bedeutsam sein werden. Dazu gehört die Fähigkeit in oder außerhalb von Gruppen mit Menschen, die anders sind als wir selbst, leben zu können. In einem Vereinten Europa mit einer Vielzahl von Staaten, Ethnien, Religionen, Kulturen und Sprachen sind nicht nur Kenntnisse, die über den eigenen Horizont hinaus verweisen, mehr denn je nötig, sondern auch Einstellungen und Verhaltensweisen, die diese Vielfalt tolerieren und akzeptieren. Toleranz und Akzeptanz sind aber nur möglich, wenn das Fremde nicht als Angst erzeugend und somit Bedrohung für die eigene Identität empfunden wird. Insofern hat unser Projekt zwei grundlegende soziale Ziele:

 

-Stärkung der eigenen Identität unserer SchülerInnen

-Toleranz und Akzeptanz von Fremdem auf der Basis einer stabilen Identität.

 

Zur Erreichung dieses Ziels sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

 

1. Entwicklung und Etablierung eines Curriculum-Bausteins „Vorurteile und Feindbilder abbauen“ im Rahmen des Politik-Unterrichts der Jgst. 6 (mit praktischen Trainingseinheiten zur Konfliktbewältigung);

2. Entwicklung und Etablierung eines Curriculum-Bausteins „Zivilcourage zeigen“ im Politik-Unterricht der Jgst. 8 (mit praktischen Trainingseinheiten);

3. Fortbildung von LehrerInnen und SchülermoderatorInnen zum Thema Mobbing, Mobbingprävention, Mobbingintevention;

4. Etablierung einer schulinternen Mobbing-Clearing-Stelle (Beratungsstelle) für Mobbing-Betroffene (Täter, Opfer, Zuschauer, Mitmacher).

 

Die Fachkonferenzen Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaft unterstützen dieses innovative Projekt, bei dem durch personelle Kontakte auch die Erfahrungen der Mobbingline NRW und der Mobbing-Kontaktstelle des Bistums Aachen eingebracht werden können. Eine Zusammenarbeit mit professionellen Instituten und den entsprechenden Einrichtungen des Erft-Kreises wird ebenfalls angestrebt.

 

Annette Wilbers-Drerup

 

 

 

Soziale Verantwortung in der Sekundarstufe I

 „Die Scheu vor Verantwortung ist die Krankheit unserer Zeit.“  Otto von Bismarck

 

Um dem Auftrag der Schule gerecht zu werden, neben fachlichen auch soziale Kompetenzen zu fördern, ist das Projekt „Soziale Verantwortung in der Sekundarstufe I“ entstanden. Die Schülerinnen und Schüler sollen nach und nach lernen, Verantwortung für sich, ihre Mitschüler und ihre Umgebung zu übernehmen. Dabei werden die Anforderungsbereiche von Tätigkeiten innerhalb der Schule zu sozialen Praktika außerhalb der Schule erweitert.

 

Übernahme von Verantwortung für die direkte Umgebung

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wird die Sauberkeit der Schulhöfe in die Verantwortung der Klassen der Jahrgangsstufe 5 übergeben. Durch diese Aufgabe entwickeln die Schülerinnen und Schüler im Team ein Bewusstsein für ihre Umwelt. Gleichzeitig finden sie durch die Bewegung an der frischen Luft einen Ausgleich zum Lernen im Klassenraum.

 Die Reinigung der Mensa (Ganztagsklassen) sowie der Aula und der Flure (Wahl- und Halbtagsklassen) liegt im Aufgabenbereich der Jahrgangsstufe 6. Wie im vorigen Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, bewusst Verantwortung für den Umgang mit dem selbst produzierten Abfall zu übernehmen.

 

Übernahme von Verantwortung für Mitschüler

In der Jahrgangsstufe 7 verlagert sich der Tätigkeitsbereich auf die unmittelbare Verantwortung für jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler. Durch die freiwillige Übernahme von „Patenschaften“ innerhalb der Jahrgangsstufe 5 wird die Anfangszeit in der neuen Schule erleichtert.

 Die Jahrgangsstufen 8 und 9 erhalten die Möglichkeit, sich innerhalb der Schule zu engagieren, indem sie sich über einen längeren Zeitraum in schulinternen Einrichtungen, wie z.B. Streitschlichtung, Saftladen, Schulbücher-Bibliothek und Spielekeller, betätigen. Dieses Engagement verlangt Ausdauer sowie Zuverlässigkeit und wird dementsprechend mit einem Zertifikat dokumentiert.

 

Übernahme von Verantwortung für Mitmenschen

Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 wird die AG „Soziales Praktikum“ angeboten, in deren Rahmen sie über einen vereinbarten längeren Zeitraum soziale Tätigkeiten in einer von ihnen ausgewählten öffentlichen Einrichtung (z.B. Seniorenheim, Jugendheim, Tierheim, etc.) ausüben. Das zuvor erworbene Verantwortungsbewusstsein wird nun über die Schulgrenzen hinausgetragen, in einem größeren Kontext erprobt und erweitert. Das schülerische Engagement wird in Form eines Gutachtens festgehalten, welches u.a. auch als Bei einer Bewerbung als Ergänzung des Lebenslaufes betrachtet werden kann.

 

Anna Moraw

 

 

 

Up up and away ... eine Schule geht auf Reisen

 

Klassenfahrt nach Rom

Am Freitag, 9.9.05, ging die Reisewelle los: Mehrere Jahrgangsstufen (6, bili7, 10 und 13) fuhren in die Welt, z.B. nach England (Arundel), Italien (Toscana, Rom), Tschechien (Prag), Holland (Heeger Meer), Spanien (Barcelona) und anderen Zielen in Deutschland und Europa. Damit keiner denkt, die Schule habe sich in ein Reisebüro verwandelt: Natürlich geht es um Bildung! Natürlich werden unzählige Museen besichtigt, Schlösser und Burgen inspiziert, Vorträge gehalten und gehört, Theatervorstellungen besucht, lokale Speisen und Getränke getestet, Sitten und Gebräuche der Einheimischen überprüft...

 

Und man wird als Kurs oder Klasse zusammenwachsen und nach vielen, vielen Jahren, wenn die mathematischen Formeln, die französischen Vokabeln oder die konjunkturpolitischen Konzeptionen entschwunden sind, dann also, wenn der Unterricht langsam aber sicher in Vergessenheit geraten sein wird, dann wird man sich bei den lang ersehnten Klassentreffen erinnern: Weißt du noch, auf der Rambla, an der Fontana di Trevi, in Cecina, Siena, im Barrí Gotic und sonst wo...?

 

Bernd Woidtke