AKTUELL Juli 2003
Zweimal im Jahr, jeweils zum Halbjahrsende, erscheint die Zeitschrift "Gymnasium der Stadt Kerpen - Aktuell".
Hier dokumentieren wir alle Artikel der letzten Ausgabe, jeweils mit Links zu den entsprechenden Seiten in unserer Homepage. Klick auf die Überschriften, und du wirst zum Artikel gebracht!
Inhalt:
Abitur 82
Abiturientinnen und Abiturienten erhielten das Abiturzeugnis
Was war los im
Spanischunterricht?
Astronomische
Beobachtung: Merkurtransit am 7. Mai 2003
Astronomisches
Ereignis: Partielle Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003
Energiesparen an
der Europaschule Kerpen
Tintenkiller mit
Vitamin C - „Jugend forscht" und „Schüler experimentieren"
Förderkurs
Naturwissenschaften
Was hat Kaffee mit
Schulpartnerschaft zu tun?
Unter Wasser – ein
Kunstwerk der Klasse 5.2
Bundeswettbewerb
Fremdsprachen Französisch
Lesewettbewerb in
französischer Sprache
Pizzabacken, Kino,
Schlafen in der Turnhalle, die eigenen Eltern belehren und ins Schwitzen
bringen...
Europaschule auch
im Wasser erfolgreich
Erste
Basketballnacht für die Klassen 8 und 9 war ein voller Erfolg !
40 Jahre
Elysée-Vertrag – 40 Jahre Schulpartnerschaft Briey – Kerpen
16 Schüler vom
Collège Richelieu zu Gast bei "Wer wird Millionär"
Nottingham-Austausch
2003 – ein sonniger Spaß, hüben wie drüben
13.
Deutsch-Schwedischer Schüleraustausch 2003
Texas-Austausch
2003 – die Älteren
Texas-Austausch
2003 – die Jüngeren
Musikabend hat sich
zum größten Konzert mit Schülerbeiträgen entwickelt
Projekt Aufnahme
der CD „Big-Band 2003"
Realschüler und
Gymnasiasten aus Kerpen beim 40. Jubiläum in Briey –
Projekt Geige:
Schüler unterrichten Schüler
Schulchor zu Gast
im Dom zu Brandenburg
Casablanca - Eine
Theaterproduktion des Literaturkurses 23.1
„ANTIGONE" - Von
antiker Königstochter zum Punk
Machtlos, aber frei
Bischof Jacques Gaillot im Gymnasium Kerpen
Mit 19
Fallschirmjäger – heute israelischer Botschafter in Deutschland
Beurteilung des
Arbeits- und Sozialverhaltens auf Zeugnissen
Fortbildung in
Erlebnispädagogik
Thema: „Wo bleibt
die Förderung der Jungen?" – Ein weiterer Diskussionsbeitrag
Maßnahmen der
Begabtenförderung
Profilbildung in
der gymnasialen Oberstufe
82 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten das Abiturzeugnis
Die diesjährige Abiturientia wurde am 18. Juni 2003 feierlich verabschiedet. In einem von den Abiturientinnen und Abiturienten schön gestalteten Festakt überreichte Schulleiter Bernhard Ripp in der Aula der Europaschule 82 bisherigen Schülerinnen und Schülern das Zeugnis der Reife. Anschließend feierte die Abiturientia in der Mensa ihren Abiball. Begonnen hatte die Verabschiedung um 18.00 Uhr mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche zu Mödrath. Bis es so weit war, mussten einige durchaus noch zittern, kämpfen und Leistung bringen, bis am 11. 6. 2003 dann klar war: das Abi ist geschafft. Leider traf dies für sechs Schülerinnen und Schüler nicht zu. Ein kleiner Trost: sie alle haben den schulischen Teil der Fachhochschulreife erworben.
Unterricht und Projekte
Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler am Einzelwettbewerb Spanisch des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen teilgenommen, dieses Mal aus der Jahrgangstufe 11. Und zu unserer großen Freude sind diesmal sogar zwei zweite Landessiegerinnen im Wettbewerb geworden: Andrea Berg und Sandra Feyen. Einen herzlichen Glückwunsch an beide, aber nicht nur an sie, sondern an alle Teilnehmenden, denn es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass sich Schülerinnen und Schüler freiwillig zu diesem Wettbewerb melden, der immerhin über fünf Stunden hinweg ein konzentriertes Arbeiten erfordert. Hinzu kommt, dass sie die Fremdsprache erst seit gut zwei Jahren lernen, die Anforderungen aber denen im Einzelwettbewerb Französisch ganz ähnlich sind.
Im Februar 2003 wurde der Antrag für ein Comenius-Projekt "Fremdsprachenlernen" gestellt, mit dessen Hilfe der Austausch mit unserer Partnerschule auf Teneriffa gefördert werden soll.Thema des Projekts ist "Das Familienleben bei euch und bei uns". Das Ministerium hat den Antrag befürwortet, allerdings erfahren wir erst im Sommer, ob und wieviel Mittel uns zugeteilt werden. Jedenfalls hoffen wir, Anfang November 2003 erneut mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern nach Puerto de la Cruz fliegen und die Gäste im Frühjahr 2004 bei uns begrüßen zu können.
Immer schon ist das Gymnasium Kerpen - Europaschule - Aussbildungsstätte für die neue Generation von Lehrerinnen und Lehrern - also auch von Spanischreferendaren - gewesen. Im Unterschied zu den anderen Fächern und insbesondere auch den anderen Fremdsprachen hat es jedoch bisher sehr wenig Literatur zur Didaktik des Spanischen gegeben, d.h. es fehlten theoretische Überlegungen und praktische Vorschläge zur Vermittlung des Spanischen, das ja in den meisten Fällen drittgelernte Fremdsprache ist und daher eine andere Art der Vermittlung möglich macht und angesichts der viel geringeren zur Verfügung stehenden Zeit auch benötigt, um zur Abiturreife zu führen.
Diesem Mangel ist nun weitgehend abgeholfen worden und die Nachwuchslehrer können sich ein Stück weit gezielt über die speziellen Methoden und die Unterrichtspraxis des Spanischen informieren. Zunächst gibt es seit ca. 3 Jahren eine eigene Buchreihe zur Didaktik des Spanischen, die vom Deutschen Spanischlehrerverband veröffentlicht wird und welche sowohl theoretische Überlegungen, wissenschaftliche Projekte wie auch praktische Unterrichtsvorschläge enthält. Der vierte Band der Reihe mit dem Titel "Europa necesita migrantes" ist soeben erschienen. Außerdem ist im Monat April die erste Nummer der neuen Fachzeitschrift zur Didaktik des Spanischen veröffentlicht worden. "Der fremdsprachliche Unterricht Spanisch" ist ab sofort viermal im Jahr parallel zu den seit langem bestehenden Zeitschriften gleichen Namens für das Französische und Englische erhältlich.
An der Herausgabe ist die Fachlehrerin für Spanisch am Gymnasium Kerpen, Ursula Vences, maßgeblich beteiligt.
Am 29. November 2002 war es so weit. Zwölf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 versammelten sich um 8 Uhr vor dem Informatikraum zum Wettbewerb „ Alympiade“. Sie wollten dort keine neue Trendsportart betreiben, sondern sich in Gehirnjogging üben.
Die Mathematik-Alympiade wird vom niederländischen Freudenthal-Institut in Utrecht organisiert. Es geht um die Bearbeitung von offenen, realitätsnahen Aufgaben, deren Bearbeitung nicht nur ein solides mathematisches Grundwissen, sondern die Freude am Knobeln und Entwickeln neuer Lösungsansätze erfordert. Und so läuft der Wettbewerb ab:
* Schülerinnen und Schüler müssen sich mit ihnen unbekannten oder nur vage bekannten Problemen aus Alltag und Gesellschaft beschäftigen.
* Die hier benötigte Mathematik ist im allgemeinen recht elementar. Vielmehr geht es um die Erfindung oder Weiterentwicklung neuartiger Lösungsansätze und um die Reflexion des Vorgehens und der Ergebnisse.
* Die Schülerinnen und Schüler müssen in Vierergruppen effektiv zusammenarbeiten. Innerhalb einer Frist von sieben Stunden müssen sie ein vollständiges Produkt vorlegen. Das ist oft ein Bericht für einen fiktiven Auftraggeber. Bei der Problemlösung und Darstellung der Ergebnisse kann der Computer mit all seinen Möglichkeiten eingesetzt werden.
* Die besten zwei Teams aus Nordrhein-Westfalen nehmen dann an einem internationalen Finale in den Niederlanden teil.
Bei der diesjährigen Alympiade sollten die Schülerinnen und Schüler ein Warenlager – unter gewissen Vorgaben – so einrichten, dass die vom Gabelstapler zurückzulegenden Wege möglichst klein sind.
Alle Schülerinnen und Schüler, die beim letzten Durchgang teilgenommen haben, waren von 8 Uhr bis 15 Uhr mit Begeisterung bei der Sache.
Und der Erfolg blieb nicht aus: Das Team mit Sabrina Debicki, Anna-Katharina Lüttgen, Alexander Rüttgers und Uwe Winter schaffte den 6. Platz von insgesamt 116 Teams. Herzlichen Glückwunsch!
Auch in diesem Herbst wird eine Alympiade stattfinden. Interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11, 12 oder 13 können sich ab sofort bei Frau Cohnen oder Frau Thies anmelden.
Erfreulich ist die rege Teilnahme unser Schülerinnen und Schüler an den verschiedensten Mathematikwettbewerben! Die Teilnahme an der Matheolympiade ist inzwischen schon zur Tradition geworden. Wie groß die Beteiligung an der ersten Runde war, die in Form von Knobelaufgaben zu Hause erledigt wurde, ist nicht bekannt. Bei der zweiten Runde, die am Samstag, den 16.11.2002 in Bergheim stattfand, gab es 85 Teilnehmer, davon 16 aus unserer Schule! Wir gratulieren ihnen an dieser Stelle noch einmal herzlich zu ihren Leistungen!
Die nächste Matheolympiade beginnt wieder kurz vor den Herbstferien - Dabeisein ist alles! Man muss kein Freak oder Genie sein - Spaß an Knobeleien reicht aus.
Beispielaufgaben und Lösungsbeispiele gibt es bei mir oder eurem Mathematiklehrer.
Teilnehmen kann jeder - die Aufgaben sind nach Jahrgang gestaffelt.
Den älteren Schülern (ab Klasse 9) möchte ich neben der Alympiade auch den Bundeswettbewerb Mathematik empfehlen. Nur Mut! Probiert's doch einfach aus! Probeaufgaben mit Lösungsbeispielen gibt es bei mir oder auch im Internet unter www.bundeswettbewerb-mathematik.de. Herr Schiele, seit diesem Schuljahr Referendar an unserer Schule, hat selbst in seiner Schulzeit an diesem Wettbewerb teilgenommen und gibt auch gern seine Erfahrungen weiter!
In diesem Jahr hat sich unsere Schule zum ersten Mal am internationalen Känguru-Wettbewerb Mathematik beteiligt. Die Schüler müssen dabei per Ankreuzverfahren 30 Aufgaben innerhalb von 75 Minuten bearbeiten. Es ist von den Veranstaltern nicht beabsichtigt, dass alle Schüler die Aufgaben ihrer Jahrgangsstufe komplett lösen. Die volle Punktzahl von 150 Punkten erreichten in Deutschland nur 28 von insgesamt 218 762 Teilnehmern. Das Gymnasium der Stadt Kerpen war mit 86 Schülern und Schülerinnen aus den Klassen 5, 6 und 7 beteiligt. Den ersten Platz belegte dabei Jens Janßen mit 96 Punkten, es folgten Marvin Glowania mit 95 Punkten und Patrik Schübel mit 93,25 Punkten. Den größten Känguru-Sprung, d.h. die größte Anzahl an hintereinander folgenden richtigen Lösungen, erzielte Julia Gutheil mit 92 Punkten, die dafür mit einem T-Shirt belohnt wurde.
Wir hoffen, dass sich auch im kommenden Jahr wieder viele Schüler und Schülerinnen für diese etwas andere Art von Mathematikaufgaben interessieren und am Känguru-Wettbewerb teilnehmen.
Am 7. Mai gab es eine andere Art der Sonnenfinsternis zu bewundern: eine Bedeckung der Sonne durch den Planeten Merkur. Im Gegensatz zu einer Bedeckung der Sonne durch den Mond, kann man bei einer Bedeckung der Sonne durch den Merkur keinen Helligkeitsabfall bemerken, da der Merkur von der Erde aus gesehen so winzig ist, dass er nur als winziger Punkt auf der Sonnenoberfläche erscheint. Deshalb war das Vorbeilaufen des Merkur vor der Sonne auch nur durch ein Teleskop mit Sonnenfilter zu verfolgen, wobei die intensive Sonnenstrahlung durch den Filter auf 1/100.000 seiner ursprünglichen Intensität abgeschwächt wird.
Das Vorbeilaufen des Merkur vor der Sonne (Merkurtransit) fand in den Vormittagsstunden des 7. Mai statt. Die Astronomie-AG traf schon gegen 7:30 Uhr an der Schule hinter den Physikräumen ein, um frühzeitig mit der Beobachtung der Sonne durch das C8 (Schulteleskop mit einer Öffnung von 200mm) zu beginnen. In regelmäßigen Abständen stießen Schulklassen zu unserem Teleskop, damit sie ebenfalls einen Blick auf die Sonne bzw. den Merkur werfen konnten. Später wurden zusätzlich noch unsere Kameras an das Teleskop montiert, so dass wir mit einer Brennweite von 2000mm (Brennweite des Teleskops) formatfüllende Aufnahmen der Sonnenscheibe anfertigen konnten. Auf einer der so entstandenen Aufnahmen, kann man den Merkur als kleinen, kreisförmigen, scharfen Punkt auf der Sonnenoberfläche erkennen.
Alexander Rüttgers, Timo Duile
Am Samstag, dem letzten Maitag im Jahre 2003, war es wieder einmal so weit, eine Sonnenfinsternis stand ins Haus. Da die letzte Sonnenfinsternis am 11. August 1999 aufgrund des starken Regens buchstäblich ins Wasser gefallen war, wollte die Astronomie-AG des Gymnasiums der Stadt Kerpen sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Der Unterschied zwischen den Sonnenfinsternissen im Jahre 1999 und 2003 bestand darin, dass es sich bei der Sonnenfinsternis im Jahre 1999 um eine totale Finsternis handelte, während wir jetzt „nur“ eine partielle bzw. teilweise Bedeckung der Sonnenscheibe erwarten konnten. Das bedeutet für diesen Fall, dass nur etwa 82% der Sonnenscheibe durch den Mond verdeckt werden, so dass von der Sonne noch eine kleine Sichel zurückbleibt. Doch auch diese partiellen Bedeckungen finden relativ selten statt, weshalb sich die Astronomie-AG einen guten Beobachtungsplatz für die Sonnenfinsternis suchen musste. Dies war deshalb so besonders wichtig, da die partielle Sonnenfinsternis diesmal unmittelbar bei Sonnenaufgang ihren Höhepunkt erreichen sollte, so dass man eine gute Sicht auf den Horizont haben musste. Da wir diese gute Horizontsicht in Kerpen nur bedingt gegeben sahen, reiste die AG am Freitag, dem 30. Mai zur Jugendherberge nach Blankenheim, um dann am Samstagmorgen die Sonnenfinsternis verfolgen zu können. Dies setzt natürlich voraus, dass man in der Lage ist, schon früh morgens zu unmenschlichen Uhrzeiten aufzustehen.
Als wir dann am Freitag nach Blankenheim gefahren sind, wollten wir ursprünglich auf der nahe der Jugendherberge gelegenen Wiese zelten, jedoch hatte Herr Dr. Kloke dankenswerterweise das Zelt vergessen, so dass wir kurzfristig umdisponieren mussten. Dies hatte dann zur Folge, dass ein Teil der AG doch in der Jugendherberge übernachten konnte. Zusätzlich gab es ein weiteres Problem: im Verlauf des Freitag zogen vielfach Wolken auf, so dass wir um unsere Beobachtungsmöglichkeit fürchten mussten. Wir wollten eigentlich nicht nur die Sonnenfinsternis am Samstag Morgen beobachten, sondern auch schon am Freitag Abend astronomische Beobachtungen mit unseren mitgebrachten Teleskopen durchführen. Doch glücklicherweise verflüchtigen sich die Wolken gegen 11 Uhr abends, so dass wir die guten Beobachtungsbedingungen in der Eifel zum Aufspüren von - im Kerpener Streulicht - unbeobachtbaren Objekten mit Hilfe unseres vor kurzem erhaltenen Skysensors nutzen konnten (Galaxien, Nebel, Sternenhaufen). Der Skysensor wurde erst kürzlich vom Förderverein der Schule für unsere AG angeschafft und ermöglicht es, nahezu alle Himmelsobjekte automatisch anfahren zu lassen, um die Beobachtungsnacht zu optimieren. Nach der Beobachtung versuchten wir gegen 2 Uhr für ein paar Stunden Schlaf bis zur Sonnenfinsternis zu finden. Dieser Schlaf war tief und fest, bis Teile der AG gegen 4:30 Uhr von Herrn Kloke aus ihrem Schlaf gerissen wurden, um dieses Ereignis nicht zu verpassen. Und tatsächlich konnten wir schon kurz nach Sonnenaufgang einen Blick auf die teilweise verdunkelte, sichelförmige Sonne erhaschen. Nun versuchte jeder dieses Ereignis mit seiner Kamera auf den Film zu bannen, um das Ereignis zu dokumentieren. Schon nach kurzer Zeit jedoch war die Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond wieder so weit zurückgegangen, dass man keine weiteren Bilder mehr anfertigen bzw. beobachten, jedoch dafür seinen verdienten Schlaf nachholen konnte.
Alexander Rüttgers, Timo Duile
Die Schüler/Innen der Klassen 8.1 und 8.2 haben sich im Erdkundeunterricht von Herrn Venatier mit dem Thema „Ungleichheit auf der Erde“ beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurden im Anschluss an eine Internetrecherche verschiedene Entwicklungshilfeprojekte im Unterricht vorgestellt. Um selbst einen Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten, erklärten sich beide Klassen dazu bereit, einen 45-minütigen Sponsoring-Lauf zugunsten eines zuvor gemeinsam ausgewählten Projekts durchzuführen. Im nächsten Schritt wurden Eltern, Verwandte und Freunde als Sponsoren gewonnen, die sich dazu bereit erklärten, jede gelaufene Runde um den Sportplatz unserer Schule mit einem Festbetrag zu fördern.
Die Klasse 8.2 entschied sich dafür, ein Aidshilfeprojekt der Organisation BROT FÜR DIE WELT in Südafrika zu unterstützen. Der gemeinsame Einsatz erbrachte eine Summe von 501, 80 Euro, wobei es ein Schüler schaffte, innerhalb der vorgegebenen Zeit 27 Stadionrunden zu laufen.
Das von der Klasse 8.1 gewählte Projekt betrifft ebenfalls den afrikanischen Kontinent. Jedes Jahr werden weltweit nach Schätzungen von UNICEF zwei Millionen Mädchen an ihren Geschlechtsorganen beschnitten, das sind 6.000 am Tag. Viele von ihnen leiden ihr Leben lang unter schweren körperlichen und seelischen Schmerzen. Die von UNICEF geförderte Organisation TOSTAN aus dem Senegal kämpft gegen die tief verwurzelte Tradition der Genitalverstümmlung und wird dabei mit einem Betrag von 760,04 Euro von der Klasse 8.1 unterstützt. Weitergehende Informationen zu beiden Projekten findet man im Internet unter www.brot-fuer-die-welt.de bzw. www.unicef.de ?Projekte.
Morris Atulla, Miriam Kruszczynski , Max Meier,Yvonne Zillikens, Corinna Zorba
Frei nach Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es“ haben wir seit Januar mit dem Energiesparen angefangen, einfach so. Unser Sparrezept ist denkbar simpel. Eigentlich haben wir nichts gemacht als „Fenster auf, Fenster zu“ und „Licht an, Licht aus“, das allerdings schon mit gewissen Hintergedanken. Unser Motto dabei lautet: „Heizkosten sparen, ohne zu frieren“ und „Strom sparen, ohne im Dunkeln zu sitzen“. Abstriche an unserem Wohlbefinden soll es nicht geben.
Die Stadt Kerpen war so freundlich gewesen, unsere Vorschläge zu akzeptieren. In einem Vertrag ist festgelegt, dass 80% der eingesparten Gelder an die Schule zurückfließen. Hiervon ist die Hälfte wieder in energiesparende Maßnahmen zu investieren, die andere Hälfte bleibt uns zur freien Verfügung.
Nach den Weihnachtsferien ging es los. „Stoßlüften“ war das Zauberwort, das umgesetzt werden sollte. Konkret hieß das: Wenn lüften, dann richtig- aber nur in den Pausen und nie länger als 5 Minuten. Der von manchen befürchtete akute Sauerstoffmangel blieb zum Glück aus. Herr Mein hatte in der Lehrerkonferenz vorgerechnet, dass beim Stoßlüften der Luftaustausch wesentlich besser als beim Dauerlüften funktioniert. Wenn das Fenster dauernd auf Kippe steht, ist auch das intelligente Computerprogramm unserer Heizungsanlage ausgetrickst, obwohl es jeden Raum einzeln ansteuert: dann geht die Energie buchstäblich zum Fenster hinaus.
Das Sparen wirkte ansteckend. Alle, die es schon immer gestört hatte, an einem leeren, vollbeleuchteten Klassenraum mit sperrangelweit geöffneten Fenstern vorbeizugehen, merkten plötzlich, dass sie nicht die einzigen waren, die etwas dagegen taten. Der Erfolg stellte sich verblüffend schnell ein. Schüler, Lehrer, Hausmeister, im Haus tätiges Personal- alle haben dazu beigetragen, unseren Energieverbrauch zu senken (bei der Heizung nach ersten Berechnungen etwa 20%, beim Strom etwa 5%).
Schön war auch die Unterstützung durch Eltern und Kollegen in der Vorbereitungsgruppe sowie durch Lehrer und SchülerInnen, die im Kunstunterricht Plakate für das Energiesparprojekt hergestellt haben. Dabei wurde auch schnell ein pfiffiger Name (incl. Logo) für unsere Aktion gefunden: „e-off“ als Symbol für „keine Energieverschwendung“ ist unmittelbar einleuchtend.
Meinen besonderen Dank möchte ich den SchülerInnen aussprechen, die sich als Energiebeauftragte zur Verfügung gestellt haben und in ihrer Freizeit regelmäßig zu den Treffen des Energieteams gekommen sind. Zusammen mit ihnen und anderen Schülern, die ein Projekt zum Thema „Schutz und Erhalt des tropischen Regenwaldes“ ausgestellt haben, möchte ich „Burgers’ Zoo“ in Arnhem (Niederlande) besuchen, wo man unter anderem ein Stück Regenwald (immerhin größer als ein Fußballfeld) live erleben kann.
Der wichtigste Aspekt an unserem Energiesparprojekt ist sicherlich die Einsicht, dass Energiesparen aktiver Klimaschutz ist. Nach dem Motto: „Think global, act local“ können wir zu einem drängenden globalen Problem (Treibhauseffekt, Erderwärmung) hier vor Ort unseren eigenen Beitrag leisten, der nicht von Pappe ist. Zum Ende des Jahres werden wir berechnen, wie viele Tonnen CO2 durch unsere Einsparung weniger in die Atmosphäre geblasen worden sind.
Auch der finanzielle Effekt ist nicht zu verachten: Wir haben Berechnungen angestellt, die schon „witterungsbereinigt“ sind (es wird also berücksichtigt, dass in diesem Winter z.B. Januar und Februar trotz Klimaerwärmung erheblich kälter als im langjährigen Mittel waren). Zwar müssen diese Rechnungen noch von der Stadt Kerpen geprüft werden, wir können aber davon ausgehen, das unsere Einsparungen allein für die drei ersten Monate des Jahres 2003 im fünfstelligen Eurobereich liegen werden.
Auf die genaue Zahl am Jahresende sind wir alle sehr gespannt!
Stern-Chefredakteur Henri Nannen sammelte 1965 die ersten Partner für „Jugend forscht“, einen naturwissenschaftlichen Wettbewerb für Jugendliche bis 21. Für Schüler bis 16 Jahren bietet die Jugend-Forscht-Stiftung den Wettbewerb „Schüler experimentieren“ an. Die jungen Tüftler haben dieses Jahr mehr als 8000 Projekte zu den Regionalwettbewerben eingereicht.
Auch zwei Schüler der Klasse 8.5 unserer Schule, Niklas Geuer und Patrick Herde, gehören zu diesem Kreis der jungen Tüftler, die das Projekt „Tintenkiller mit Vitamin C“ in der Sparte Chemie einreichten. Zunächst wurden sie Sieger im Regionalwettbewerb von „Schüler experimentieren“ in Jülich und belegten auf Landesebene in Bochum den dritten Platz. Eine herzliche Gratulation!
Wie kam es dazu?
Das Fach Chemie, das in der Klasse 7 für die Schüler neu auf dem Stundenplan steht, stößt zunächst bei vielen Schülern auf große Resonanz. Es wird experimentiert und beobachtet. Sobald die Sachverhalte jedoch komplexer werden, zeigt sich sehr schnell, wer das Zeug zum Naturwissenschaftler hat. Niklas und Patrick gehörten dazu.
Als mir Anfang 2002 die Info über eine „Jugend forscht“ - Arbeitsgemeinschaft am Käthe - Kollwitz-Gymnasium in Wesseling in die Hände kam, dachte ich sofort: “Das wäre etwas für Niklas und Patrick“. Eine angehende Chemie-Lehrerin betreute dieses Projekt und die Uni Bonn stellte Ausrüstung und Material zur Verfügung.
Niklas fand das Angebot ganz interessant, aber .......wie kommt man 1x wöchentlich nach Wesseling? Gott sei Dank ist auf das Taxiunternehmen „Mama“ Verlass. Beim ersten Besuch der AG riet die Betreuerin Niklas, sich einen Freund als Partner zu suchen, worauf Patrick mit in das Projekt einstieg. Mit einem Schüler aus Brühl war dann das erfolgreiche Tüftler-Trio komplett, das sich von nun an 1x wöchentlich in Wesseling traf. (Danke an die Chauffeure Mama G. und Mama H. !! )
„Wie seid ihr gerade auf den Tintenkiller gekommen?“ wurden sie bei der Preisverleihung gefragt. „Beim Aufschreiben der möglichen Themen haben wir mit einem Tintenkiller korrigiert“, erzählte Patrick, „dann kam der Geistesblitz. Wir haben festgestellt, dass in einem Tintenkiller viele Giftstoffe drin sind.“
In ihren Experimenten und Versuchsreihen arbeiteten die pfiffigen Jungforscher mit Ascorbinsäure - also Vitamin C - als Grundstoff. „Als weitere Zutaten befinden sich in der neu entwickelten Mixtur unter anderem Natriumcarbonat (Soda) und ein paar Stoffe, die als E-Nummern auch in Fertiggerichten stecken“, verraten Niklas und Patrick. Einen Cent kostet diese Flüssigkeit pro Tintenkiller.
Billig und gesund - so eine Erfindung muss man schützen, deshalb haben die 3 Chemiker ihren Tintenkiller im März zum Patent angemeldet. Bislang sind sie noch auf der Suche nach einem Sponsor, der die Kosten beim Patentamt übernimmt, sonst verfällt die Anmeldung nach einem Jahr wieder.
Einen Wermutstropfen mussten die drei jedoch beim Landeswettbewerb in Bochum schlucken. Ein weiteres Chemiker-Team hatte sich ebenfalls mit der Entwicklung eines ungiftigen Tintenkillers auseinandergesetzt und für seinen Killer erhitztes Backpulver verwendet. Das ist mit geringerem Aufwand verbunden und er „killert“ noch etwas besser. Dafür gab es auf Landesebene den ersten Preis und Konkurrenz beim Patentamt.
Ungeachtet dieses „dummen Zufalls“ gratulieren wir euch ganz herzlich zu Eurer Leistung und zu eurem Erfolg!
Wann geht es in die nächste Runde ?
Viktor Engelmann hat im Jahre 2002 am Gymnasium der Stadt Kerpen das Abitur abgelegt. Als damaliger Schüler des Leistungskurses Informatik bei Herrn Schumacher1 hat er eine wissenschaftliche Arbeit im Bereich Mathematik/Informatik verfasst und damit am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen. Am 5. März 2003 fand im Forschungszentrum Jülich die Siegerehrung statt, bei der unser Schüler einen 3. Platz erreichen konnte. Der Titel seiner Arbeit war:
Topdown Vorverarbeitendes Determinanten Schema (TVDS) - Optimierung des Laplace´schen Entwicklungsschema für Determinanten“
Seine Arbeit befasste sich mit der Berechnung von sogenannten „Determinanten“; diese spielen in der Mathematik und den Naturwissenschaften eine wichtige Rolle zur Lösung vieler Anwendungsaufgaben. Viktor hat bekannte Grundlagen der Informatik (speziell der Graphentheorie) und der Mathematik verknüpft und daraus ein neues Verfahren entwickelt, das diese Determinanten wesentlich schneller und effektiver errechnen kann. Diese neue Berechnungsmethode hat er in Form eines Computerprogrammes in der Sprache C++ realisiert und visualisiert.
Herzlichen Glückwunsch an Viktor Engelmann!
Viel Erfolg beim anschließenden Studium der Informatik und Mathematik an der Universität Aachen!
Ab kommendem Schuljahr bietet unsere Schule im Rahmen der Montags-Arbeits-gemeinschaften einen "Förderkurs Naturwissenschaften" für Schüler und Schülerinnen der künftigen Jahrgangsstufe 6 an. Angesprochen wurden Kinder, bei denen sich in den Beobachtungskonferenzen eine besondere naturwissenschaftliche Neigung und Begabung feststellen ließ. Ziel des Kurses ist es, bei Kindern das Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen möglichst früh zu fördern. Aufgrund der regen Nachfrage werden aller Voraussicht nach im nächsten Schuljahr dann zwei parallele Kursgruppen beginnen: eine Gruppe wird sich zunächst mit biologisch-chemischen Fragestellungen auseinandersetzen, während die andere sich mit physikalisch-technischen Themen beschäftigen wird. Zum Halbjahreswechsel werden die Gruppen dann getauscht. Die Schüler und Schülerinnen sollen in den Kursen vorwiegend praktisch und experimentell arbeiten. Die Ergebnisse der Arbeiten sollen produktorientiert auch in geeigneter Form dokumentiert und veröffentlicht werden, z.B. in Form von Internet-Seiten, Dokumentationen oder Teilnahme an Wettbewerben. Wir hoffen, dass durch diese Förderkurse das umfassende sprachliche Angebot unserer Schule durch eine naturwissenschaftliche Facette erweitert wird.
Seit nunmehr über zwei Jahren verwandelt sich in bestimmten Abständen der Materialtisch des Lehrerzimmers am Gymnasium Kerpen Europaschule in einen Ladentisch mit fair gehandelten Produkten. An den Elternsprechtagen ist es auch schon eine Tradition, dass Schülerinnen und Schüler im Foyer der Schule diese Erzeugnisse an Eltern und Lehrerschaft verkaufen. Sie stellen ihren unterrichtsfreien Tag ganz in den Dienst dieser Sache. Dafür gebührt ihnen vor allem ein großes Lob.
Die Initiative wurde gestartet von der Fachschaft Spanisch in Zusammenarbeit mit Religion; Frau Karkowski, die an der Pfarre St. Maria Königin in Sindorf den Eine-Welt-Laden betreut, bringt die Produkte mit, darunter mehrere Sorten Kaffee aus Nicaragua und anderen mittelamerikanischen Ländern. Weitere Angebote erfreuen sich größter Beliebtheit: die Pfefferminzbonbons und andere Pausensnacks sind immmer schon ganz schnell ausverkauft. Der Umsatz betrug bisher insgesamt 1453 Euro. Der Gewinn aus dem Verkauf kommt u.a. einem Straßenkinder-Projekt in Nairobi (Kenia) zugute. Durch private Kontakte ist sichergestellt, dass die Gelder verlustfrei und effizient in das Projekt fließen.
Warum aber diese Aktion? Im Fachunterricht haben die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass der wichtigste Exportartikel des Landes Nicaragua, wo wir eine Schulpartnerschaft unterhalten, der Kaffee ist. Durch den extremen Verfall der Rohkaffee-Preise am Weltmarkt auf den tiefsten Stand seit 100 Jahren mussten bereits viele Kleinbauern und Landarbeiter aufgeben. Viele ziehen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in die Städte. Doch dort können sie ihre Familien oft noch schlechter ernähren als auf den Kaffee-Fincas. Insbesondere die Kinder leiden an Unterernährung. Ihre gesundheitliche Entwicklung ist gefährdet und ohne fremde Hilfe dauerhaft gestört. Mangels Rentabilität haben die Finca-Besitzer die Kaffeeproduktion im Erntejahr 2001/2002 im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel reduziert. Dies wird den Kreislauf von Arbeitsplatzabbau und Landflucht weiter beschleunigen.
Eine Alternative bieten Genossenschaften von Kleinbauern, wie die Vermarktungsgesellschaft Sopexcca mit Sitz in Jinotega. Durch die gemeinsame Vermarktung besteht dort die Möglichkeit den Zwischenhandel, der die Verkaufserlöse deutlich schmälert, auszuschalten. Etwa ein Drittel seiner Produktion verkauft Sopexcca an faire Kaffeehändler in den USA und Europa wie Gepa und Mitka. Der gegenüber dem Weltmarkt-Niveau doppelt so hohe Verkaufserlös hat zu einer hohen Kaffee-Qualität geführt. Darüber hinaus begünstigt der faire Handel die Entwicklung der sozialen Verhältnisse für die Kleinbauern und ihre Familien. Alle Kinder dieser Familien besuchen Schulen. Auch die Anhebung der Löhne für die Erntehelfer ist geplant.
Und was am Beispiel Nicaraguas dargelegt wird, gilt für viele andere Länder. So darf man sagen, dass von jeder "fairen" Tasse Kaffe indirekt auch die Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule in Corinto profitieren. Die Aktion im Lehrerzimmer und an den Elternsprechtagen wird weitergehen.
Wir, die Klasse 5.2 haben an einem Wettbewerb teilgenommen und Farbe zur Gestaltung eines Wandbildes gewonnen! Wir haben im zweiten Stock der Schule eine Unterwasserlandschaft in Puzzleteilen an die Wand gemalt. Eine Unterwasserlandschaft haben wir ausgewählt, weil wir das Meer und die Fische schön finden und traurig sind, dass die Meere immer mehr verschmutzt werden und die Tiere im Meer davon sterben.
In Puzzleteilen haben wir das Ganze gemalt, weil wir zeigen wollten, dass wir (die 5.2) alle verschieden, aber doch eine Klasse sind und genau wie Puzzleteile zusammengehören. Beim Malen in Klassenfreizeiten und in den Ferien(!) haben wir sehr viel Spaß gehabt. Einige Eltern und Frau Ulbrich (unsere Klassenlehrerin) haben uns beim Malen betreut und nur ein wenig geholfen. Wir haben es wirklich allein geschafft! Viel Spaß beim Anschauen!
Vanessa Dziuba und Neslihan Yildirim (5.2)
Auf Empfehlung von Frau Stöwe meldeten wir uns zu einem Rhetorik-Seminar in dem Wesselinger Bildungszentrum Schloss Eichholz an, das unter dem Motto „Forum Fokus Frauen" stattfand. Ein Wochenende lang lernten wir mit anderen, ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen, wie Reden gehalten werden und was dabei, besonders als Frau, zu beachten ist -sehr gut gestärkt vom letzten Mittagessen, kehrten wir Sonntag Nachmittag erschöpft, aber begeistert nach Hause zurück.
Unsere Leiterin, Frau Friederike Galland, Abgeordnete im Bundestag, stellte über unseren Lehrplan die Aussage „Überzeugen statt Überreden" und brachte ihre eigenen Erfahrungen anschaulich mit ein.
Ihr war wichtig, dass wir lernen, uns in der Öffentlichkeit gut darzustellen und zu behaupten. Hauptsächlich erklärte sie uns, wie wir vor Männern (dem „stärkeren" Geschlecht ... ) nicht als Mitleidsopfer dastehen, sondern unser Recht zur Gleichberechtigung auf eine selbstbewusste Art und Weise durchsetzen können, damit wir letztendlich als gleichwertige Gesprächspartner angesehen werden. Auf dieser Basis erstellten wir Reden über Themen, die uns beschäftigten, und wurden mit Hilfe von Videoanalysen in Mimik, Gestik und Körperhaltung korrigiert. Die Unterbringung und Verpflegung in Schloss Eichholz waren ausgezeichnet, genauso wie die Atmosphäre zwischen den einzelnen Kursteilnehmerinnen.
Bis spätabends, etwa 22:00 Uhr, hielten wir unsere Reden und analysierten und korrigierten uns gegenseitig. Anschließend trafen wir uns im „Kaminzimmer" des Schlosses, wo wir den Tag Revue passieren ließen, diskutierten und Erfahrungen und Adressen austauschten.
Unserer Meinung nach sollten viel mehr junge Frauen diese lockere Art, Redeerfahrungen zu machen, nutzen, auch trotz gewisser oder gerade bei gewissen Unsicherheiten! Deshalb nehmt doch einfach an einem solchen Seminar teil, es lohnt sich ehrlich und macht wahnsinnig viel Spaß!
Christiane Deppe und Imke Lueg (Jahrgangsstufe 11)
Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen wird gemeinsam gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Die Kultusminister der Länder unterstützen den Wettbewerb und rufen zur Teilnahme auf.
Am Bundeswettbewerb Fremdsprachen beteiligen sich jedes Jahr einige fremdsprachlich begabte und interessierte Schüler unseres Gymnasiums. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse können am Einzelwettbewerb der Sekundarstufe I teilnehmen.
Dieses Jahr fanden am 23.01.2003 für die Schüler des näheren Umkreises die Prüfungen in unserer Schule statt. Diesem Einzelwettbewerb stellten sich sieben Schülerinnen und Schüler unserer Schule sowie eine Schülerin von einer anderen Schule und mussten folgende Aufgabenbereiche bearbeiten: kreatives Schreiben, Leseverstehen und Wortergänzung von Lückentexten, Hörverstehen und freies Sprechen.
Als Anerkennung bekommt jeder Teilnehmer eine Urkunde, besonders erfolgreiche Schüler werden bei einer Preisverleihung ausgezeichnet.
Herr Wolfgang Kayser, StD und Regionalbeauftragter der Bezirksregierung Köln für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen Sekundarstufe I, freut sich über die rege Teilnahme am Französischwettbewerb in Kerpen.
Zum siebten Mal fand am 18. Juni 2003 der Lesewettbewerb in französischer Sprache für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II in der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln statt. Dank der Unterstützung der französischen Botschaft, des Institut Français und diverser Verlage ist der Lesewettbewerb der Deutsch-Französischen Gesellschaft Köln e.V. inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden und findet auch außerhalb der Grenzen der Stadt Köln große Resonanz: 27 Schulen mit insgesamt 81 Teilnehmern waren diesmal vertreten. Das Gymnasium der Stadt Kerpen wurde zu unserer Freude durch den Beitrag unserer Schulsieger, zwei Schülerinnen und ein Schüler, mit individuell ausgewählten Kurz-geschichten oder Romanausschnitten besonders gut repräsentiert. Wir gratulieren Emmanuel Schäfer-Pottelet aus der Klasse 8, der in seiner Gruppe „Frankophone aus der Jahrgangsstufe 8-12“ den zweiten Platz belegt hat. In ihren Reden beglückwünschten Frau Spizig, Bürgermeisterin der Stadt Köln, und Herr Filtz, Directeur de l’Institut Français in Köln, die strebsamen Schüler zu ihrer erfolgreichen Teilnahme.
Anne-Marie Marie Wunsch-Vincent
Sport
Hier handelt es sich nicht um Schülerfantasien, sondern um gelebte pädagogische Praxis, die sich als krönender Abschluss einer fächerverbindenden Unterrichtsreihe in den Fächern Sport und Biologie am 11./12. Januar 2003 an unserer Schule verwirklichte.
Das Thema der Unterrichtsreihe lautete „Ausdauersport entwickeln und verstehen“ und sollte biologische Theorie und sportliche Praxis miteinander verbinden. Dazu gehörten ein schweißtreibender Besuch im Fitnessstudio „Balance“ in Kerpen-Sindorf, viel (auch schweißtreibende?) Schüleraktivität in Form von kreativen und informativen Gruppenreferaten und selbst gestalteten Sportstunden, mutige Sezierübungen an Schweineherzen und jede Menge Spaß für alle Beteiligten. Den Abschluss der Reihe bildete ein in der Schule verbrachtes Wochenende, bei dem die Schüler in einer sehr gelockerten und doch arbeitsintensiven Atmosphäre die Inhalte des Unterrichtes aufbereiteten, um sie Eltern und Geschwistern vorstellen zu können.
Darüber hinaus bot die Reihe uns Referendaren die Möglichkeit gemeinsam mit den Schülern viele Erfahrungen zu sammeln, die wir schließlich gebündelt in unsere jeweiligen Examensarbeiten fließen lassen konnten.
Der Schulleitung und den Stundenplanern danken wir für ihre Kooperationsbereitschaft und Flexibilität, die uns die Reihe erst ermöglichte. Den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9.6 danken wir für außergewöhnliches Engagement und die immer vorhandene Bereitschaft, mit uns gemeinsam etwas Neues auszuprobieren.
Interessierte und inspirierte Kolleginnen und Kollegen können die Arbeiten selbstverständlich sehr gerne einsehen.
Nach langer Zeit startete wieder eine Mannschaft bei dem Landessportfest der Schulen im Schwimmen. Am 5.2.03 fuhren wir zur Wettkampfstätte nach Erftstadt Liblar. Wir, das sind Raphaela Caspers (12) , Rebecca Caspers (8.7), Viviane Caspers (8.7), Lena Huber (7.8 ), Sarah Feyen, Yvonne Kalthöfer (8.7), Anna-Lisa Schauff (9.1) , Iris Scheller (11), Silvia Weßler (11) und Johanna Grönewald.
Nach einer Einschwimmmzeit von einer Stunde begannen die sehr gut organisierten Wettkämpfe. In die Auswertung kamen: 50m Rücken (2 Schwimmerinnen), 4 x 50m Lagenstafel, 50m Brust (3 Schwimmerinnen), 50m Freistil (3 Schwimmerinnnen), 50m Schmetterling (1 Schwimmerin) sowie 8 x 50m Freistilstaffel. Bedingt durch einen ausgezeichneten Teamgeist feuerten wir jede einzelne Schwimmerin an, so dass sogar einige Bestzeiten geschwommen wurden. In der Endabrechung wurden alle geschwommenen Zeiten addiert. Unsere Endzeit war 13:21,40 min und Platz 2 auf Kreisebene und Platz 13 in NRW (von 45 teilnehmenden Schulen). Allen teilnehmenden Schülerinnen hat dieser Wettkampftag viel Spaß bereitet, und wir hoffen schon auf eine Teilnahme im nächsten Jahr.
Am Freitag, dem 24. Januar, fand die erste Basketballnacht für Schüler und Schülerinnen der Klassen 8 und 9 statt. Elf Teams hatten für das Turnier gemeldet, um sich bei Musik von Eminem, die in der Endlosschleife lief, unter dem Brett zu messen. Zwischen 19 und 23 Uhr fanden zunächst Gruppenspiele statt, die jeweils in einem großen und einem kleinen Finale gipfelten.
In der Jahrgangsstufe 8 siegte die Klasse 8.5 und verwies damit die Klassen 8.4 und 8.1 auf die Plätze. Das Turnier der neunten Klassen dominierte das Team der Klasse 9. 5, die auch im anschließendem Spiel gegen eine durch Schüler verstärkte Lehrerauswahl eine gute Figur machte. Die Plätze 2 und 3 belegten hier die Klassen 9.3 und 9.6. Aufgrund der positiven Resonanz ist eine Neuauflage des Turniers für das kommende Schuljahr geplant. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass am 11.07.03 ein ähnliches Turnier für die Klassen 10 und 11 stattfindet.
Europaschule – Austauschaktivitäten
40 Jahre Elysée-Vertrag – 40
Jahre Schulpartnerschaft Briey – Kerpen
Mit dem Elysée-Vertrag 1963 begann eine besondere Ära beispielloser Zusammenarbeit: 3000 französische und deutsche Schülerinnen und Schüler füllen diesen Vertrag mit Leben!„Gelebt und ausgeführt wird dieser Vertrag gerade auch im Kleinen“... „Das europäische Haus kann nur von unten nach oben gebaut werden“... brachte Schulleiter Bernhard Ripp die Intention der Schulpartnerschaft von Realschule und Gymnasium mit dem „Ensemble scolaire de l’Assomption à Briey“, in seiner Rede anlässlich des 40-jährigen Jubiläums am 15. März 2003 in der Aula auf den Punkt. An diesem Festakt nahmen die Lehrer und Schulleiter aus den Gründerjahren teil, aber auch ehemalige Austauschschüler sowie französische Gastschülerinnen und -schüler des aktuellen „regulären“ Austauschprogramms, die in der Zeit vom 13. – 16. März in Kerpen weilten. Sie waren es auch, die gemeinsam mit deutschen Schülerinnen und Schülern beider Schulen den Festakt mit künstlerischen Darbietungen abrundeten.
Zur Einstimmung spielte zunächst unsere Schul-Big-Band ein Potpourri bekannter Chansons von Edith Piaf und Gilbert Bécaud. Ghyslaine Kayoko sang mit viel Einfühlungsvermögen das Chanson „Göttingen“, ein Lied, das Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Rede in Versailles vor der Assemblée Nationale und dem Deutschen Bundestag als ein leises und zugleich nachdrückliches Playdoyer für die deutsch-französische Freundschaft und die Völkerverständigung bezeichnete.
Eine Tanzgruppe der Realschule stellte das Lied „Frankreich, Frankreich“ vor, während die Klasse 8.2 unserer Schule gemeinsam mit Schülern aus Briey in dem Theaterstück „Napoléon et la maitresse“ sehr überzeugend auftraten. Der Schulchor, unter der Leitung von Herbert Vietor, sang französische Lieder wie „Au clair de la lune“ und „Les cartes de la nuit“. Unsere Freude war groß, als Noelle Schäfer-Pottelet, eine Schülerin der 7. Klasse, das Grußwort von Président Jacques Chirac in beiden Sprachen vortrug. Anschließend waren alle Teilnehmer zu einem Umtrunk mit Imbiss im Foyer der Schule eingeladen.
Während des Austausch-Aufenthaltes der französischen Schüler in Kerpen lief das Programm schon routinemäßig ab: Nach einigen Stunden Unterricht begann ein deutsch-französisches Fußballturnier in der Realschule; es folgte ein Kinobesuch im Euromax und die Besichtigung von Schloss Augustusburg in Brühl für die Ehrengäste.
Einige Wochen später, am 22. Mai 2003, machten sich dann unsere 46 Schüler zum Gegenbesuch nach Briey auf.
Abschließend ein Dankeschön an die Schüler (manche sind schon mehrere Jahre dabei!), die Eltern, die den reibungslosen Ablauf des Austauschprogramms immer wieder unterstützen und nicht zuletzt an unseren Förderverein.
Auf die nächsten Jahre mit viel Freude!
Mittwoch, 16.04, Flughafen Manchester, gegen 18:00 Uhr. Die Gruppe der 11 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der Stadt Kerpen und der begleitende Lehrer Joachim Franck bereiten sich auf das Einchecken für den Rückflug nach Köln vor. Hinter ihnen liegen 10 angenehme Tage, die sie bei ihren Austauschpartnern der Batley Grammar School verbracht haben. Neben der Teilnahme am Unterricht hatten unsere Partner ein unterhaltsames Programm vorbereitet, das neben Fahrten nach Bradford und Leeds auch einen Tag in Alton Towers vorsah – für viele Teilnehmer sicher ein Höhepunkt des Austausches. Doch zurück zum Abflug. Plötzlich erschallte ein entsetztes „ Herr Franck, ich finde meinen Ausweis nicht!“ – hektisches Durchsuchen der Jackentaschen und Gepäckstücke setzte ein, doch der Ausweis von L. fand sich nicht. Kein Ausweis, keine Ausreise! Anrufe in Batley erbrachten nichts, der Ausweis blieb verschwunden. Die Zeit des Abfluges rückte immer näher, eine Entscheidung war fällig. „Ihr fliegt allein zurück, ich bleibe mit L. hier und wir versuchen morgen im Generalkonsulat in Liverpool einen neuen Ausweis zu bekommen.“ Also wieder zum Einchecken anstellen, damit der Rest der Truppe noch fliegen kann – es war allerhöchste Zeit. Plötzlich wieder ein Ruf: „Der Ausweis ist da!“ – er hatte sich aus nach wie vor unerklärlichen Gründen in das Futter der Jacke verirrt. Wenn schon der Austausch insgesamt so harmonisch verläuft, kann ja ein wenig Nervenkitzel nicht schaden…Hoffen wir, dass der Besuch unserer englischen Partner nächstes Jahr zu Karneval reibungslos verläuft.
Im Rahmen des diesjährigen Austauschs mit La-Roche-sur-Yon arbeitete die französische Gruppe zum Thema "Köln - Medienstadt". Die Besichtigung des Kölner Stadt-Anzeigers regte die französischen Schüler zur Produktion einer Zeitung an, in der sie anschaulich und in überraschend gutem Deutsch über das Leben in Kerpen, unsere Schule, die Gastfamilien, aber auch so spektakuläre Ereignisse wie Maibälle und den Aufstieg des FC Köln berichteten. Höhepunkte des Besuchs waren sicher der Filmworkshop bei Warner Bros. Movie World und die Teilnahme an der Aufzeichnung der "Millionenschau" (Österreichs Version von "Wer wird Millionär"), der eine Führung durch die NOB-Studios in Hürth vorausging. Alle Aktivitäten sind nicht nur in der Zeitung dokumentiert, sondern wurden auch mit der Kamera aufgezeichnet und werden die "Inspektoren" des Deutsch-Französischen-Jugendwerks hoffentlich beeindrucken: Die so gewonnenen Fördergelder kommen uns beim Besuch in La-Roche im nächsten Frühjahr zu Gute. Danke an die Gasteltern, die Kollegen und unsere Assistante am Collège Richelieu Corinna Caspers für die Unterstützung bei der Durchführung des Programms.
Anfang April, beim Austauschbesuch in Nottingham, war das Wetter zwar kühl aber sonnig, beim abschließenden zweitägigen Aufenthalt in London sogar sonnig und angenehm warm und beim Besuch der achtzehn Schülerinnen und Schüler aus West Bridgford in Kerpen vom 29. Mai bis 6. Juni gab es trotz der frühen Jahreszeit hochsommerliche Temperaturen und strahlenden Sonnenschein.
Den inzwischen siebenundzwanzigsten Austausch mit West Bridgford School, Nottinghamshire, hatten Mr Jason White und Mrs Paula Bee wie immer sehr erfolgreich organisiert. Es gab also viel Interessantes zu sehen und zu tun, wie zum Beispiel das gemeinsame Bowling, den Besuch im Vergnügungspark Alton Towers und die Besichtigung von Lincoln mit seiner Kathedrale, der Burg und der Altstadt. Dennoch blieb genug Raum für zwei Tage Schule und Unternehmungen der Gastfamilien als weitere wesentliche Elemente des Austauschs. „ROCKESTRA – it will be loud !“ wie das Programm vorsorglich ankündigte war ein weiterer Höhepunkt (it was really good !!) während unseres Besuchs. Wir hörten und sahen ein super Konzert von „contemporary rock’n’pop music“, an dem zahlreiche Schülerinnen und Schüler von West Bridgford School mitwirkten. Stücke von Robbie Williams, Sting, Police, U2 und Jerry Rafferty, um nur einige zu nennen, standen auf dem Programm im renovierten Theater der Schule, das das begeisterte Publikum an drei Abenden nicht ohne Zugaben verlassen wollte.
Ende Mai empfingen wir unsere Gäste nur sechs Wochen nach unserer Abreise aus Nottingham mit großem Hallo. Zu unserem Programm gehörten eine Besichtigung des WDR, der unumgängliche Besuch des Phantasialands, eine sehr erfolgreiche Führung durch den Kölner Zoo und ein Ausflug in den Braunkohlen-Tagebau Garzweiler. Das Schoko-Museum, natürlich ein ebenso unumgänglicher Programmpunkt, besuchten unsere Gäste ohne ihre deutschen Partner. (Ob die Schokolade, die sie dort gekauft haben, die hochsommerlichen Temperaturen bei der Rückkehr ohne Schaden überstanden hat, wissen wir nicht.) Nach einer umfangreichen mediterranen Mahlzeit mit Pizza und Eis verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei weiterhin strahlendem Sonnenschein, allerdings mit betrübten Mienen. Zum Trost wurden schon nach wenigen Stunden E-Mails und bald auch Bilder über das Internet ausgetauscht.
Einige Bilder vom sonnigsten Nottingham-Austausch aller Zeiten können im Internet unter der Adresse http://www.Notting-ham2003.de.vu angeschaut werden. Jens Becker, ein zweifacher Austausch-Teilnehmer, ist für diese Seiten verantwortlich. Er glaubt zwar, die sind vielleicht nur für Insider von Bedeutung, aber vielleicht ist es doch interessant, einmal einen Blick zu riskieren – und vielleicht bei der nächsten Gelegenheit (wieder) dabei zu sein.
Der nächste Austausch im Schuljahr 2003/04 beginnt wahrscheinlich, ähnlich wie in diesem Jahr, kurz vor den Osterferien 2004 (die Rückkehr der Kerpener Gruppe wäre dann am Mittwoch in den Osterferien). Der Gegenbesuch wird voraussichtlich noch vor Ende des Schuljahrs stattfinden.
Dorit und Ulrich Bergerhausen
„Und nächstes Jahr möchte ich wieder zu meiner Gastfamilie nach Polen fahren." Zum ersten Mal seit einigen Jahren war wieder eine Schülergruppe aus unserer Schule in Oswiecim. Voller neuer Eindrücke ist sie aus Polen zurück gekommen. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung haben wir den Schüleraustausch mit unserer polnischen Partnerschule aus Oswiecim in Südpolen wieder aufgenommen. Von Ende Mai bis zum 10. Juni besuchten 10 Schülerinnen und vier Schüler der Jahrgänge 8 bis 12 mit dem Lehrer Richard Heckner und der Oberreferendarin Ina Jansen die polnische Kleinstadt.
Die polnische Partnerschule ist eine sehr kleine Schule mit nur wenigen Schülern. Deshalb musste sie die meisten Tauschpartner an einer großen staatlichen Schule am Ort, dem ökonomisch - gastronomischen Zweig des Schulzentrums Nr.4, gewinnen. Und deren Namen und Telefonnummern haben wir erst am Tage vor unserer Abreise erfahren. Deshalb gab es für die meisten Schüler praktisch keine Möglichkeit, vorab Kontakt aufzunehmen. Wir kannten einander überhaupt nicht, was ja für die Austauschprogramme an unserer Schule ziemlich ungewöhnlich ist. Und deshalb fuhren wir dieses Mal mit dem etwas komischen Gefühl los, noch überhaupt keine Ahnung zu haben, mit wem wir zusammen treffen würden. Das wird es bei einem nächsten Besuch gewiss nicht mehr geben!! 1000 Kilometer im Reisebus, das ist nicht ohne!! Aber andererseits ist das auch eine schöne Möglichkeit, das Land ein bisschen zu „er - fahren". Und schön war es dann, zu sehen, was nach der Ankunft auf dem Bahnhofsplatz von Oswiecim passierte. Zuerst standen die Wartenden und die Ankommenden ziemlich orientierungslos einander gegenüber. Aber dann bildeten sich ganz schnell polnisch - deutsche Schülerpaare, die sich auch alle über die ganze Zeit toll verstanden haben. Höhepunkte des Austausches waren Besuche der Stadt Krakau und der Salzbergwerke bei Wieliczka. Krakau ist eine wunderschöne und sehr lebendig wirkende Stadt mit schönen alten Vierteln und einer mächtigen Schlossanlage. Die Salzbergwerke sind ein riesiges unterirdisches Labyrinth, in dem in den Salzstock Kapellen und Gedenkräume, aber auch kathedralengroße Räume hineingeschlagen worden sind - Kirchen aus Salz. In Oswiecim selbst gab ein Termin beim Stadtpräsidenten die Möglichkeit zu einem Einblick in die Verwaltung der Stadt. Wichtige Stationen waren auch die Besuche auf dem Gelände der zwei Konzentrationslager Auschwitz, die ja in unmittelbarer Nähe der Stadt gelegen sind. Sie sind zentrale Orte der Verbrechen des deutschen Nazi-Regimes. Für viele von uns war dies eine sehr direkte Konfrontation mit den schwarzen Seiten unserer Geschichte. Das Wochende gehörte den Freizeitinteressen der Familien, dem Sport und dem Schwimmbad. - Viele ihrer Vorstellungen über Land und Leute in Polen haben unsere Schüler in diesen Tagen revidieren können. Wir haben gesehen, dass das ländliche Polen noch immer ein ziemlich armes Land ist. Es ist aber in einer enorm schnellen Entwicklung begriffen. Befürchtungen, die ja bei uns noch ziemlich häufig vertreten werden, dass die Menschen dort leben wie „wir im Westen" vor 100 Jahren, haben sich als ein ziemlicher Blödsinn erwiesen. Manche von uns waren sogar etwas traurig, dass es so wenig Bäuerliches oder Ländliches gab. Es ist uns ganz deutlich geworden, dass Polen europäisch ist. Es gibt eigentlich nichts wirklich Fremdes. - In den zehn Tagen unserer Anwesenheit sind Freundschaften entstanden, so dass beim Abschied viele Tränen flossen. Wir freuen uns auf den Rückbesuch der beiden polnischen Schulen im Herbst!
Vom 24.05.-31.05.2003 besuchte eine 13-köpfige Austauschgruppe unserer Schule unsere schwedische Partnerschule in Simrishamn. Begleitet wurden wir von Lisbeth Hedmark und Winfried Gumprich.
Unsere Austauschpartner holten uns am Flughafen in Malmö ab, das eine Stunde von unseren Wohnorten entfernt war. Während der Fahrt hatten wir etwas Zeit uns besser kennen zu lernen, da wir uns bisher nur E-mails geschrieben hatten. Peter veranstaltete am Abend eine Willkommensparty, bei der wir verschiedene schwedische Spiele kennen lernten (Cub usw.) und zusammen den Grand- Prix anguckten.
Am nächsten Tag ging es gleich weiter. Wir fuhren zu einer Waldhütte, die nur 200m von einem wunderschönen Strand entfernt war. Dort lernten wir auch die sympathische schwedische Lehrerin Kerstin Labbé kennen. Am Abend sangen uns vier Schwedinnen mehrere Santa-Lucia Lieder vor und wir brachten ihnen „Viva Colonia“ bei, das uns noch die ganze Woche begleiten sollte...
Am Dienstag hatten wir die Gelegenheit am schwedischen Unterricht teilzunehmen. Anstatt eines Abi-Gags veranstalten die Schweden an diesem Tag ein kostümiertes Brennballspiel, bei dem wir „spontan“ teilnahmen.
Da am Donnerstag frei war, fanden am Mittwochabend viele Partys statt, wo auch die Deutschen viel Spaß hatten. Am Donnerstag stand die Österlen- Tour an, bei der uns unsere sehr bemühten Gastfamilien zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten fuhren. Zuerst besichtigten wir das Wikinger-Denkmal „Ale Stenar” und anschließend die Burg Glimmengehus.
Da wir die schwedische Natur sehr interessant fanden, besuchten wir noch zusätzlich den Nationalpark Stenshuvud, wo uns Kerstin Labbé, die Waldexpertin, und Lisbeth Hedmark, die Vogelexpertin, Interessantes über die Natur erzählten. Am Abend trafen wir uns am Strand für eine Abschiedsparty. Wir grillten und beobachteten den Sonnen-untergang.
Am nächsten Tag fuhren wir alle gemeinsam zur Universitätsstadt Lund. Wir besichtigten den Dom und den Campus. Anschließend hatten wir noch genügend Zeit, um shoppen zu gehen und einige Souvenirs zu kaufen.
Am nächsten Tag mussten wir leider schon Abschied nehmen und setzten uns traurig in den Flieger nach Hause. Der Austausch war für alle eine schöne Erfahrung und es gibt schon Anmeldungen für das nächste Jahr. Wir freuen uns auf den Rückbesuch unserer Austauschpartner.
Janina Koch und Lisa Piano
Einen Bericht mit Fotos zum Autausch 1997 gibt es hier.
Gut vorbereitet und dennoch mit großer Skepsis, wegen negativer Berichte über die Beziehungen zwischen deutschen Austauschschülern und der amerikanischen Bevölkerung, startete unsere diesjährige Austauschgruppe von insgesamt 24 Schülern am 5. April morgens ihren weiten Weg in ein fremdes Land. Unter uns war auch noch eine etwas ungewöhnliche Gruppe für diesen Austausch. Dieses Mal flogen zum ersten Mal auch sieben Sechstklässler mit uns.
Trotz des gerade begonnen Irakkriegs ließen wir uns nicht davon abhalten nach Texas zu fliegen, denn eigentlich hatten sich alle schon seit Monaten auf diesen Tag gefreut. Auch die Schüler und Schülerinnen aus der sechsten Klasse flogen mit positiven Gedanken nach Waco.
Nach einigen Abschiedstränen von den Eltern und Geschwistern begann unsere problemlose Flugreise nach Dallas. Dort angekommen mussten wir noch ungefähr drei weitere Stunden mit einem gelben Schulbus nach Waco bzw. Temple weiterfahren. In Waco wurden die Sechstklässler herzlich von ihren Gastfamilien empfangen, wo sie vier Wochen lang die Hillcrest Elementary School besuchten. Und auch wir erreichten nur eine halbe Stunde später unser Ziel in Temple. Wir wurden an der Temple High School von unseren Gastfamilien abgeholt, wobei eine Schülerin das Glück hatte, auf direktem Wege das Leben auf einer amerikanischen Ranch kennen zu lernen.
Unsere ersten Erfahrungen in der Gastfamilie waren sehr positiv, natürlich war alles total anders für uns, allerdings fanden wir auch gerade dies sehr interessant. Auch der tägliche Schulbesuch war nicht so anstrengend wie wir anfangs befürchteten. Wir besuchten Fächer wie Kosmetik, Tennis und Schauspiel, allerdings auch Mathe, Englisch und Deutsch. An der Schule fielen uns die Unterschiede zu unserer Schule natürlich besonders auf. Nicht nur das umfangreiche Sportangebot wie z. B. Basketball, Volleyball, Golf und Schwimmen ließen leichten Neid in uns aufkommen, sondern auch die große Auswahl in der Cafeteria begeisterte uns sehr.
Der Bürgermeister von Temple bedankte sich für unseren Besuch, indem er uns die Ehrenbürgerschaft der Stadt verlieh.
Neben dem Schulbesuch unternahmen wir auch kleinere Ausflüge mit der Gruppe. Somit blieb ein Besuch an der amerikanischen Universität Baylor nicht aus, wo wir auch wieder besonderen Gefallen an der Cafeteria hatten. Natürlich besuchten wir auch bei einem dreitägigen Ausflug die Städte Austin und San Antonio, wobei San Antonio die schönste Stadt in Texas ist, was wir auch bestätigen können. Dort besichtigten wir das Museum of Texas Cultures, wodurch uns erst bewusst wurde, wie viele unterschiedliche Kulturen in Texas zusammen leben.
Aber auch ein Abenteuerwochenende in Peaceable Kingdom wurde für uns organisiert, wo wir in Blockhütten und Etagenbetten schliefen. Ein Abenteuer war dies bestimmt, denn so viele Kriechtiere hatte von uns niemand zuvor auf einem Haufen gesehen. Jedoch hatten wir auch hier die Chance, gemütlich am Pool zu liegen und einfach nur in der Sonne zu schwitzen. Zusätzlich, neben den Ausflügen mit der Gruppe, unternahmen wir auch größere Ausflüge mit unseren Gastfamilien. Die meisten hatten die Chance, die unglaublich große Stadt Dallas kennen zu lernen, in welcher der amerikanisch Präsident John F. Kennedy ermordet wurde. Andere fuhren wiederum nach Houston. Jedoch die meisten hatten das Glück einen der großen Freizeitparks zu besuchen, die uns natürlich besonders ansprachen.
Unserer Meinung nach war das große Highlight der so genannte PROM, der Abschlussball der Senior Schüler der Temple High School. Für diesen Tag braucht man mehrere Wochen Vorbereitungszeit, denn es muss ein ordentliches Kleid gekauft werden und unsere Austauschpartner organisierten schon Wochen vorher Friseurtermine. Endlich kam der große Tag, bei dem niemand wirklich wusste, was passieren wird. Vor dem eigentlichen PROM wurde man von seinem „Date“ abgeholt und ging noch irgendwo besonders essen, wobei wir diesmal Fast Food vermieden. Der PROM selbst war wirklich eine der besten Erfahrungen überhaupt. Mit dem Auto fuhr man vor den Eingang, stieg aus und ging über den roten Teppich ins sehr schön geschmückte Gebäude. Das Auto wurde weggefahren und man fühlte sich wie ein Prominenter.
An diesem Abend wurde viel getanzt, und es wurden zahlreiche Fotos gemacht. Es war irgendwie wie ein großer Ball, denn alle sahen einfach traumhaft aus. Die vielen langen schönen Kleider, aber auch die Anzüge konnten sich sehen lassen. Wir werden diesen besonderen Abend wohl nie vergessen. Nach vierwöchigem Aufenthalt in Temple mussten wir leider unsere Rückfahrt am 1. Mai beginnen.
Dieser Austausch war nun wirklich eine Bereicherung für unser Leben, die wir nicht missen möchten. Man kann die amerikanische Lebensweise nicht besser erfahren, als mit einem Aufenthalt in einer Gastfamilie. Die anfangs befürchteten Probleme wegen des Irakkrieges traten übrigens überhaupt nicht auf, wir wurden überall nur freundlich empfangen.
Im Namen aller Teilnehmer des Texas-Austauschs 2003 können wir dieses Programm nur empfehlen und hoffen, dass sich noch viele andere dafür begeistern.
Corinna Giertz und Corinna Preuss
Projektplanung
Unser Austauschprogramm mit Temple High School und Waco High School in Texas besteht seit 1986. Schon lange überlegte ich, ob es nicht möglich sein könnte, gleichzeitig mit dem Besuch der High Schools einen Aufenthalt in Texas für jüngere Schüler/innen der Mittelstufe zu organisieren. Aber nie hatte ich eine passende und willige Schule gefunden.
Doch während des Texas-Austauschs im Jahr 2000 lernten wir eine ganz besondere Grundschule in Waco kennen, Hillcrest Professional Development School. Etwa 300 Kinder besuchen diese Schule, wenn es nach dem Willen der Eltern ginge, wären es viel mehr. So werden jedes Jahr zunächst die Geschwisterkinder aufgenommen, dann wird unter den Bewerbern gelost, und zwar nach dem Schlüssel ein Drittel Afro-Amerikaner, ein Drittel Hispanics und ein Drittel andere. Unter den Bewerbern sind auch viele Kinder mit Behinderungen, da die Schule den Ruf hat, sich dieser Kinder in besonderem Maße anzunehmen. Durch das Losverfahren kommen dann auch entsprechend viele behinderte Kinder an die Schule.
An der Schule läuft ein wissenschaftliches Begleitprogramm der Baylor University in Waco, einer privaten baptistischen Universität mit gutem Ruf. Studenten und Studentinnen der Erziehungswissenschaft durchlaufen an der Schule diverse Praktika, die von den Professoren begleitet werden.
Die Schule beginnt mit einer Kindergartenklasse von Fünfjährigen ( in Texas ist diese Klasse Pflicht) und endet nach dem fünften Schuljahr. Die Lerngruppen sind jahrgangsübergreifend, z. B. Lesen für 2.-4. Schuljahr oder Rechnen für 3.- 5. Schuljahr, je nach Fähigkeiten der Kinder.
Außerdem gibt es an der Schule eine Kooperation mit dem Waco Arts Center, das Museen betreut, Kunstausstellungen organisiert und Kurse abhält. Fast jedes Jahr organisiert und bezahlt das Arts Center den mehrwöchigen Besuch eines Künstlers oder einer Künstlerin, die dann an der Schule mit den Kindern an einem Projekt arbeiten.
Die Schule ist hervorragend ausgestattet. Nicht nur, dass es einen Schulgarten mit verschiedenen Tieren, große Freiflächen, eine schöne Cafeteria, in der täglich 6 verschiedene Essen angeboten werden, gibt, auch Computer sind in jedem Klassenraum vorhanden, etwa 25 stehen in der Bibliothek, außerdem besitzt die Schule 30 einfache Laptops, an denen die Kinder arbeiten können. Alle Computer wurden der Schule von der Firma Microsoft kostenlos zur Verfügung gestellt. Andere Gelder kamen von der Firma Mars, was zur Folge hat, dass die Klassen Namen von Süßigkeiten haben, Skittles, Mars, Milky Way oder Starburst, sehr merkwürdig für deutsche Ohren.
Nachdem ich diese Schule kennen gelernt hatte, ging mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, ob ich es wagen könnte, mit viel jüngeren Schülern als sonst, nämlich mit Kindern der Klasse 6, nach Texas zu reisen. Im Jahr 2001 nahm ich Kontakt mit der Schulleiterin und der Public Relations Managerin auf und versuchte, für 2002 einen ersten Schüleraustausch zu arrangieren. Ich stellte mir einen Austausch vor, der nicht von mir, sondern von einer Kunstlehrerin geleitet würde, so dass ein deutsch-amerikanisches Kunstprojekt dabei entstehen könnte, aber einerseits musste unsere Kunstlehrerin absagen, andererseits bekam die amerikanische Schule im Sommer 2002 eine neue Schulleiterin, deren Vorstellungen man erst abwarten musste, so dass das ganze Projekt bis zum Frühjahr 2003 verschoben wurde.
Ich hatte im Sommer 2001 eine Klasse 5 als Klassenlehrerin und Englischlehrerin übernommen, und zwar eine bilinguale Klasse mit verstärktem Englischunterricht (9 Wochenstunden). Für diese Klasse kam der Austausch im Frühjahr 2003 gerade recht.
Alle Schüler/innen der Klasse beteiligten sich in den Monaten vor dem Austausch an einem Brieffreundschafts-Projekt mit Kindern der texanischen Schule. Ich wollte, dass möglichst viele Kinder einen Kontakt zu dieser Schule hatten, auch wenn sie selbst nicht reisen würden.
I. Anmeldung
Bereits beim zweiten Elternabend in Klasse 5 stellte ich den Eltern das Projekt vor, viele fanden die Idee zwar interessant, aber viele hatten doch große Bedenken, ihre „kleinen“ Kinder für 4 Wochen in die Fremde zu schicken. Es sei doch in diesem Alter noch nicht nötig, die Kinder seien noch zu klein und nie so lange allein von zu Hause weg gewesen, sie würden Heimweh bekommen, ihr Englisch sei noch zu schlecht....aber es gab auch einige mutige Eltern, die sagten: Wenn mein Kind das will, bin ich bereit, diesen Plan zu unterstützen.
Die meisten Kinder waren begeistert. Ganz viele meldeten sich spontan, doch nachdem sie überlegt und mit ihren Eltern geredet hatten, sagten viele, sie wollten das doch erst machen, wenn sie älter seien. Ich versuchte ihnen so realistisch wie möglich klarzumachen, worauf sie sich bei einem vierwöchigen Austausch einlassen würden. Wenn es möglich gewesen wäre, zwei Kinder in einer Gastfamilie unterzubringen, hätten viele den Mut gefunden, aber ganz allein in einer fremden, englischsprechenden Familie zu sein, war vielen doch sehr, sehr unheimlich.
Schließlich und endlich blieben 7 Kinder übrig, 4 Jungen und 3 Mädchen, die auf jeden Fall fahren wollten und deren Eltern der Reise zugestimmt hatten.
Die Suche nach Gastfamilien war schwieriger als ich erwartet hatte, es dauerte lange, bis wir endlich alle Gastfamilien gefunden hatten. Das lag zum Teil daran, dass die amerikanische Lehrerin, eine Kunstlehrerin, noch nie einen Schüleraustausch organisiert hatte, selber auch unsicher war, ob und wie alles klappen würde, und dadurch den amerikanischen Eltern nicht immer alle Bedenken nehmen konnte.
Die Schülerinnen und Schüler nahmen so bald wie möglich per e-mail Kontakt zu ihren Gastfamilien auf.
II. Vorbereitung
Frühzeitig fand ein langer, ausführlicher Elternabend statt, an dem Eltern und Schüler/innen intensiv darüber informiert wurden, was sie in der Schule und in den Gastfamilien wohl erwarten würde.
In einer Arbeitsgemeinschaft versuchen wir jedes Jahr, den Schülern aus Klasse 10 und 11 viele Informationen zu geben, die es ihnen ermöglichen sollen, die vier Wochen des Austausches mit größerem Verständnis für ihre Gastgeber zu erleben. Themen sind: amerikanische und texanische Geschichte; Minderheiten und Rassismus; Bedeutung der Familie; Schulsystem; Kirchen; deutsche Einwanderer in Texas, Vergleich mit sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen; Geographisches und Touristisches. Wegen der Unkenntnis vieler Schüler über die heutige politische und wirtschaftliche Situation Deutschlands widmen wir einen Nachmittag nur Informationen zu diesem Thema. In diesem Jahr war es besonders wichtig, das Thema Irak-Krieg und die Haltung Deutschlands zu thematisieren. Die wichtigste Frage war: Wie werden wir auf Kritik der Amerikaner an der Haltung der Deutschen reagieren? Wie können wir unsere Meinung darlegen, ohne unsere Gastgeber vor den Kopf zu stoßen und ohne zu lügen?
Es war klar, dass die jüngeren Schüler/innen nicht in der gleichen Weise auf den Aufenthalt vorbereitet werden konnten. Deshalb machten wir nur 2 gemeinsame Sitzungen, die erste mit allgemeinen Informationen und die letzte mit letzten Reisevorbereitungen. Wir wollten, dass sich die beiden Gruppen kennen lernen würden, um bei den „Großen“ auch Partner für die „Kleinen“ zu finden. Die übrigen Vorbereitungsnachmittage zu den Themen Familienleben, Essen Kirche, Schule fanden für die jüngeren Schüler/innen separat statt.
Jede/r Teilnehmer/in musste eine Mappe mit Fotos über sich, die Familie und den Wohnort anfertigen. Diese Mappen waren sehr schön und waren ein großer Erfolg bei den Gastfamilien. In den ersten Stunden des Beisammenseins mit der neuen Gastfamilie bieten sie immer eine gute Gesprächsgrundlage und Anknüpfungspunkte für viele Fragen.
III. Abreise
Insgesamt fuhren wir dieses Jahr mit 24 Schüler/innen nach Texas: 17 fuhren zu Partnern an Temple High School und 7 fuhren an die Grundschule in Waco. Das Datum der Abreise war vom Beginn des Irak-Krieges überschattet.
Je näher der Abreisetag kam, desto mehr Sorge bekam ich, ob es richtig gewesen war, so junge Schüler/innen zu dieser Reise zu ermuntern. Diese jedoch hatten nun alle Bedenken vergessen und freuten sich sehr. Die Eltern waren nervös und schwiegen, bis sie auf dem Flughafen ihre Kinder neben den großen Schülern sahen. Da gab es dann doch einige Tränen, bei den Eltern mehr als bei den Kindern, und die bange Frage: War das richtig, dass wir diesem Abenteuer zugestimmt haben? Schließlich war unsere Jüngste erst 10, und der Älteste war 12! Ich strahlte alle an, schluckte alle meine Ängste herunter und behauptete: Das geht bestimmt gut!
Kaum saßen alle Schüler/innen im Flugzeug, war jeder Abschiedsschmerz verflogen, es wurde gelacht, gespielt, geredet.
IV. Aufenthalt
Wir kamen früher als erwartet an einem Samstag Nachmittag in Waco an, wurden vom Bus vor der Schule ausgeladen, und der fuhr mit den älteren Schülern 50 Meilen weiter nach Temple. Nach und nach kamen die Gastfamilien und zogen mit ihren Gastkindern ab – weg waren sie! Am Sonntag sah ich sie bei einem Treffen in der Schule wieder. Sie sollten die Schule schon einmal kennen lernen und konnten die ersten Erlebnisse austauschen.
Am Montag kamen sie zum Unterricht. Wir hatten vereinbart, dass ich jeden Morgen von 8 Uhr bis 9 Uhr mit ihnen verbringen würde, um alles Wichtige zu besprechen. Dann gingen sie zum Unterricht mit ihren Partnern. Während der ganzen ersten Woche hatte die amerikanische Lehrerin am Nachmittag ein zweistündiges Kunstprojekt für die deutschen und amerikanischen Schüler organisiert. Das war sehr schön, dass wir am Anfang so viel Zeit mit-einander verbringen konnten.
An der Schule begann jeder Tag mit einem kleinen Fernsehprogramm: Zwei Kinder stellten sich vor, begrüßten ihre Mitschüler, kündigten besondere Ereignisse an, gaben einen kleinen Wetterbericht, manchmal hatte auch eine Lehrerin oder die Direktorin eine Ansage zu machen, dann sprachen die Kinder den Pledge of Allegiance, dann folgte das Lied „America the Beautiful“. Diese kleine Fernsehsendung wurde in alle Klassenräume übertragen. Natürlich stellten wir uns gleich am ersten Tag hier vor, so dass uns gleich alle kannten und wir auf den Fluren immer von Kindern und Lehrern freundlich begrüßt wurden. Dann hatten wir die Idee, jeden Tag eine kleine Deutschlektion vorzubereiten und diese am nächsten Morgen zu senden. So brachten wir den amerikanischen Kindern sämtliche Wochentage, Zahlen, Farben, Begrüßungen, kleine Sätzchen bei, die wir langsam vorsprachen und die dann die amerikanischen Kinder in ihren Klassenräumen nachsprachen. Meine Schüler/innen erwiesen sich als hervorragende Fremdsprachenlehrer/innen, die aus ihrem eigenen Englischunterricht ganz genau wussten, wie langsam und deutlich man sprechen muss. Das hat allen viel Spaß gemacht. Das Lieblingswort der kleinen Amerikaner war „Mittwoch“, weil man das ch am Ende so schön röcheln durfte. Auf dem Gang kam einem immer ein winkendes Kind entgegen, das rief: „Guutan Morgan! Mittwochchchch!“
Keine/r meine/r Schüler/innen hatte besondere Probleme mit der englischen Sprache. Sie kamen im Unterricht klar, wobei sie natürlich nicht alles verstanden, aber sie konnten sich arrangieren. Die Abende und Wochenenden mit den Gastfamilien waren unproblematisch. Eine Journalistin der Waco Tageszeitung kam, um die Kinder zu interviewen, ich stand bereit, um zu übersetzen, wurde jedoch absolut nicht gebraucht. Ein Club „Texas German Association“ rief an, um zu fragen, ob ich und meine Schüler/innen bei ihrem Clubabend als „guest speakers“ auftreten wollten. Die Frage, ob meine Schüler/innen auch „a little bit of folk dancing“ zeigen könnten, musste ich verneinen. Die Kinder fanden die Frage abwegig, wollten jedoch durchaus als „speakers“ auftreten. Wir kamen in einen großen Raum, in dem etwa 50 bis 60 ältere Texaner saßen, die irgendwann einmal deutsche Vorfahren gehabt hatten. Mit meinen Schülern hatte ich nur ausgemacht, wer über Kerpen, wer über unsere Schule, wer über unsere Klasse u.ä. erzählen würde, und dann waren sie in der Lage, ohne weitere Vorbereitung auf englisch zu erzählen. Alle Zuhörer waren begeistert, als ich sagte, dass die Kinder gerade erst das zweite Jahr Englisch lernen.
An einem Tag kamen zwei unserer großen Schülerinnen von Temple High School an die Grundschule. Sie hatten einen Vortrag über die Kölner Heinzelmännchen vorbereitet, mit schönen bunten Bildern über den Overheadprojektor. Sie trugen die Geschichte insgesamt 8 mal für verschiedene Klassen vor, und das war für alle sehr schön.
An einem Tag fuhren wir alle an die High School nach Temple, wo wir am Deutschunterricht der amerikanischen High School Students teilnahmen. Die Deutschlehrerin, unsere langjährige, wunderbare Partnerlehrerin, hatte auch einige gemeinsame Sprachspiele vorbereitet.
Zwei Kunstlehrer unseres Gymnasiums hatten mir im Kunstunterricht der Klassen 5 bis 10 entstandene Schülerkunstwerke mitgegeben. Wir veranstalteten eine Kunstausstellung in einem Raum der Schule. Zu der Vernissage wurden alle Eltern und verschiedene Waco „school officials“ eingeladen. Diese Vernissage war gleichzeitig eine „good bye-party“ für unsere Schüler/innen.
Wir machten einige Ausflüge. Ich hatte einen Van für 8 Personen gemietet, so dass wir uns problemlos alle zusammen fortbewegen konnten. Wir besichtigten Waco, feierten den 11. Geburtstag unserer Jüngsten in einem wunderbaren Hamburger-Restaurant, wo es zum Essen Cola in unbegrenzten Mengen gab. Da ich keine Mutter bin, habe ich das haltlose Cola-Trinken auch immer erlaubt.
Mit den großen Schülern zusammen machten wir eine Exkursion nach Westfalia, Texas, ein kleines Örtchen, das von deutschen Auswanderern gegründet wurde. Bis in die Mitte der 50er Jahre gab es dort noch eine deutsche Schule, deutsche Predigten in einer deutschen Kirche, und es gibt einen Friedhof mit vielen deutschen Namen und Grabinschriften. Man konnte sehen, wie viele Kinder im 19. Jahrhundert ganz früh gestorben waren und wie hart das Leben in Texas um diese Zeit gewesen sein muss. Anschließend fand eine Exkursion mit einem Biologielehrer von Temple High School statt, bei der er den Deutschen in einem Naturschutzgebiet die texanische Flora und Fauna näherbrachte. Da es sich um eine lange Wanderung handelte, hatten die Schüler auch ausreichend Gelegenheit, die texanische Hitze im April kennen zu lernen, um sich eine Vorstellung vom Sommer in Texas machen zu können. Sehr lehrreich, da sie sich ja ansonsten fast nur in klimatisierten Räumen bewegten. Trotz der Anstrengung war es nach Meinung der Schüler/innen ein schöner Ausflug.
Mit unserem 8-Sitzer-Van machten wir auch eine Rundfahrt durch Waco, an einem anderen Tag fuhren wir nach Burnet, das in einem landschaftlich sehr schönen Gebiet liegt, und machten dort eine Bootsfahrt auf dem (texanischen) Colorado River. Wir fuhren nach Salado, wo die Kinder in einem wunderbaren Creek spielen konnten.
Ein letzter Ausflug sollte nach Fort Parker führen, an dessen Beispiel man die Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Indianern im 19. Jahrhundert zeigen kann. Dieser Ausflug ist nicht deshalb bemerkenswert, weil er nicht zustande kam, sondern weil wir an diesem Tag ein wunderbares Beispiel texanischer Gastfreundschaft erleben durften. Kurz nachdem wir losgefahren waren, noch in Waco, leuchtete eine Warnlampe in meinem Van auf, der Öldruck sank an jeder Ampel auf Null. Eine Panne auf einsamer texanischer Landstraße mit 7 Kindern an Bord wollte ich nicht riskieren und steuerte deshalb die nächste Autowerkstatt an. Hier stand eine Schlange angemeldeter Wagen, die alle auf ihre Termine warteten. Flehentlich bat ich einen der Automechaniker, sich unser Auto einmal anzusehen und es möglichst schnell wieder in Ordnung zu bringen, da wir ja mitten in einem Ausflug seien, und er sähe ja, 7 deutsche Kinder......Es dauerte nur eine kleine Weile, dann war unser Auto an der Reihe. Der Fehler wurde behoben, 3 Liter neues Öl wurden eingefüllt, und als ich bezahlen wollte, hieß es: Das kostet nichts, weder die Arbeit, noch das Öl, man habe ja gesehen, in welcher Situation ich gewesen sei. Während wir noch im Warteraum saßen und auf unser Auto warteten, hatte mich eine fremde Frau angesprochen, die auch die Probleme um den Ausflug mitbekommen hatte. Sie sagte, jetzt sei es ja wohl zu spät geworden, den langen Ausflug nach Fort Parker zu machen, sie sei jedoch im Vorstand des Zoos von Waco, und wenn wir wollten, würde sie gerne eine private Führung hinter den Kulissen des Zoos für uns arrangieren. Ich dankte ihr sehr, und wir beschlossen, in den Zoo zu fahren. Viele Schulklassen standen in langer Schlange vor dem Zoo. Als wir an der Kasse ankamen und sagten, wer wir seien, wurden wir kostenlos in den Zoo gelassen, ein junger Mann kam, der sich entschuldigte, dass wir noch eine Dreiviertelstunde alleine durch den Zoo spazieren müssten, denn unsere Führung sei ja nicht eingeplant gewesen und wir würden jetzt dazwischen geschoben. Es wurde eine wunderbare Führung, hinter den Käfigen und Aquarien des Reptilienhauses, wir bekamen alles zu sehen und alles erklärt, was der normale Zoobesucher nie zu sehen bekommt. Wäre einem so viel unkomplizierte Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit in Deutschland begegnet?
IV. Gemeinsame Reise
Vom 14.-16.4. fuhren wir mit allen Schüler/innen nach Austin und besichtigten dort das Capitol. Dann fuhren wir nach San Antonio, wo wir zwei Nächte in einem Hotel wohnten, und besichtigten dort verschiedene Sehenswürdigkeiten sowie das hervorragende Institute of Texan Cultures, das einen Überblick über die Geschichte der Einwanderer nach Texas gibt und den Einfluss dieser nationalen Gruppen auf Texas darstellt. Wir machten eine gemeinsame Bootsfahrt auf dem San Antonio River und besichtigten die Mission San José. Die älteren Schüler mussten sich mit ihrem Taschengeld selbst verpflegen, mit den jüngeren gingen wir essen. San Antonio ist eine Millionenstadt. In den touristischen Bereichen kann man sich völlig gefahrlos bewegen, aber wir erlaubten nur den großen Schülern alleine herumzugehen, die Jüngeren blieben als Gruppe mit mir zusammen. Das hat aber auch viel Spaß gemacht.
VI. Rückblick
Alle kamen gesund und munter wieder in Deutschland an. Alle wurden von ihren Gastfamilien für das nächste Jahr wieder eingeladen. Eine Schülerin fragte mich, wie oft sie denn am Texas- Austausch teilnehmen könne. Ich sagte ihr, bis Klasse 12, woraufhin sie meinte: „Aha, also 7 mal, das kostet dann insgesamt € 7000. Ich werde mit meinen Eltern sprechen.“
Die amerikanische Grundschule möchte das Projekt gerne beibehalten. Allerdings habe ich nun keine Klasse im passenden Alter, so dass wir im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht mitmachen können.
Ein Sprachproblem gab es bei den Schülern der Klasse 6 nicht. Gab es ein Heimwehproblem? Eigentlich auch nicht, zum mindesten nicht so, dass es die Kinder merklich belastet hätte. Im Fragebogen nach der Rückkehr schrieb eine Schülerin zum Thema Heimweh: „Ich hatte kein Heimweh. (Nur manchmal.)“ Eine andere sagte: „Eigentlich war es schon schwer. Aber man vermisst nicht nur seine Familie, sondern auch seine Haustiere.“ Ein Junge schrieb: „Nein, denn ich hatte ja eine Familie in den USA.“ Oder: „Du denkst nicht an Heimweh, weil du viel Neues mit deinen Augen siehst und neue, nette Menschen kennen lernst.“ Oder: „Meine amerikanische Familie hat mich sehr geliebt. Ich habe meine Familie auch geliebt. Am Ende wollte ich überhaupt nicht zurück.“
Vor dem Abflug hatten wir in der Klasse für jede/n Reisende/n einen schönen „Heimwehgutschein“ schreiben lassen. Er war gut „für eine Überraschung zur Verminderung von Heimweh in der Zeit vom 5.4. bis 2.5.“, doch niemand hatte ihn bis wenige Tage vor dem Rückflug eingelöst. Was sollte denn nun mit den Heimwehgutscheinen passieren? Sollten sie verfallen, nur weil keiner Heimweh hatte? Das sei doch gemein von mir. Wir sind dann für die Heimwehgutscheine alle zusammen Pizza essen gegangen. Wieder mit ganz viel Cola....
Für mich war der Austausch mit diesen jungen Schüler/innen zwar anstrengend, da ich ja in viel mehr Aktivitäten eingebunden war als mit den Teenagern. Aber mitzuerleben, wie gut sich meine Schüler/innen mit dem Englisch, das ich ihnen beigebracht hatte, zurecht fanden, war ein wunderbares Gefühl!
Musik
Seit Wochen probten Philip Horsthemke, Johannes Uessem, Jan Smeddinck, Lukas Jüttendonk und Benny Kuhtz im Big-Band Raum des Kerpener Gymnasiums. Denn aktuelle Rockmusik wollten sie zur Abi-Feier dieses Jahr live auf der Bühne bieten. Beim Musikabend des Gymnasiums am Donnerstag starteten sie unter dem Namen „Error 404“ schon mal einen Versuchsballon und spielten „Drops of Jupiter“ von Train und „How you remind me“ von Nickelback. Prompt wurde die junge Band von etwa 600 Zuhörern in der Aula des Gymnasiums mit Rufen nach Zugabe gefeiert. Dafür verzichteten die Musiker der Big-Band ihrerseits gerne auf die geplante Zugabe, denn mehr als zweieinhalb Stunden hatte das Konzert mit 150 Schülern und unterschiedlichen Musikrichtungen gedauert.
Zur Reise mit den „Music Airlines“ durch Zeitalter und Landstriche luden die Moderatoren Svenja Gager, Marielle Merder und Kay Beutling ihr Publikum ein.
Den Anfang machte die Big-Band mit „The lion sleeps tonight“ und einem Abba-Potpourri. Dann folgten in bunter Mischung, solo, im Duett oder in der Gruppe gespielte Melodien von John Lennon, Bach und den Rolling Stones. Volkslieder wie „Greensleeves“ interpretierten zwei Schülerinnen mit Harfe und Querflöte. „Bruder Jakob“, Strauß’ „Kaiser-Walzer“ oder „Ich bin der König im Affenstaat“ aus dem Dschungelbuch spielte das Streichorchester. Tanzsätze und Sonaten steuerte das Blockflötenensemble bei und auch das „Projekt Neue Musik“ hatte wieder eine Überraschung einstudiert.
„Erstaunte Eltern lobten schon in der Pause das Niveau der Beiträge, das für eine Schule beachtlich ist“, sagte Johannes Schumacher, der Leiter der Big-Band. Seit er 1995 zum ersten Mal den Musikabend veranstaltet habe, habe sich das Konzert zum größten musikalischen Ereignis im Laufe eines Schuljahres entwickelt. Immerhin beteiligten sich etwa 10 Prozent aller Schüler am Konzertabend. Vor allem das abwechslungsreiche Programm locke immer wieder die Zuhörer an.
Oliver Tripp, Kölnische Rundschau vom 4. April 2003
Am 14. und 15. Juni trafen sich in der Aula unserer Schule die Big Band unter der Leitung von Johannes Schumacher und die Schüler Michael Stachowski, Christian Biermann und Markus Mölter, alle Mitglieder der Ton- und Bühnentechnik-AG unter der Leitung von Dieter Löffler. Ihre Aufgabe: Die Aufnahme der CD Big-Band 2003 mit hauseigener Technik und ausschließlich eigenen Kräften.
Und so fing es an :
Am Freitag, dem 13.06., trafen sich Christian Biermann, Michael Stachowski und Christopher Kannen mit ihrem AG-Leiter Dieter Löffler in der Aula, um die vorbereitenden Maßnahmen zur Fertigung der dritten Big-Band-CD einzuleiten. Zu diesen Maßnahmen gehörten der Aufbau der Aufnahmetechnik (neueste Kondensator- und Instrumentenmikrofone der Firma Sennheiser sowie ein 8-Spur Digital Mixer und ein 8-Spur Multi-Track-Recorder der Firma Fostex), die erst kürzlich, mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Gymnasiums der Stadt Kerpen e. V., erworben wurde sowie die Planung, wo nun die einzelnen Instrumente der Big-Band postiert werden sollten, um eine qualitativ hochwertige Aufnahme zu erzielen.
Von diesen „Strapazen“ erholt, ging es dann am nächsten Tag, am Samstag, dem 14. Juni, ab 09.00 Uhr los – denn Morgenstund’ hat ja bekanntlich Gold im Mund. Die Mitglieder beider AG’s, sowohl Band als auch Technik, bezogen ihre Plätze. Während die Big-Band, die an diesen Tagen von Herbert Vietor dirigiert wurde, ihre Instrumente einstimmte, begannen Michael Stachowski, Christian Biermann und Markus Mölter damit, die Mikrofone „einzupegeln“ und den Computer für die Aufnahme einzurichten. Gegen 11.00 Uhr konnte die Big-Band dann damit beginnen, den ersten Titel „Überall blühen Rosen“ einzuspielen, während die Techniker auch schon ihre erste Probeaufnahme machten. Nach ca. acht Minuten war die erste Version des Medleys auf dem Rechner.
Es wurde allerdings noch insgesamt dreimal eingespielt, damit später aus all diesen Aufnahmen eine fehlerfreie Version geschnitten werden kann. Anschließend folgte ein Potpourri aus Melodien der wohl bekanntesten und auch erfolgreichsten Popgruppe der 70er Jahre – Abba! Bestandteile dieses Melodienstraußes sind die Klassiker „Thank You For The Music“, „Waterloo“, „I Have A Dream“, „One Of Us“, “Knowing Me Knowing You”, sowie “Lay All Your Love On Me”. Auch hier wurden sicherheitshalber wieder mehrere Aufnahmen gemacht.
Danach konnten sich „Musik und Technik“ erst mal ein wenig stärken. Ein Imbiss und Getränke waren von der Familie Guse „gestiftet“ worden. Den Schluss dieser ersten Aufnahmeetappe bildete nach der kurzen Mittagspause „Comedian Harmonists In Concert“ mit Schlagern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Veronika, der Lenz ist da“, u.a.m. Gegen 15.00 Uhr konnten dann alle Beteiligten – für dieses Wochenende vorläufig - nach Hause gehen oder fahren. Herr Schumacher erhielt eine gebrannte CD mit dem ersten „Rohmaterial“ als Ergebnis dieses ersten Aufnahmetages. Am nächsten Tag, Sonntag, 15.Juni, ging es dann wieder für alle um 09.00 Uhr weiter. Erneut bezogen alle ihre Plätze, die Instrumente wurden gestimmt, Mikrofone „eingepegelt“...
Es konnte losgehen: Teil 2 der Aufnahme hatte begonnen.
Nachdem alle Beteiligten der Big-Band ihre Bereitschaft gezeigt und auch die Techniker ihr Okay gegeben hatten, wurde mit „Y.M.C.A“ angefangen. Auch hier wurden wieder mehrere Aufnahmen gemacht, um daraus eine einwandfreie „Finalversion“ zu erstellen. Weiter ging es dann mit dem bekannten Big-Band Standard „Strangers In The Night“ von Bert Kaempfert. Weder der Band noch der Technik war eine größere Pause vergönnt.
Es folgte ein Song, den jedes Kind wohl kennt, das Thema eines der erfolgreichsten Disney-Filme aller Zeiten: „ The Lion Sleeps Tonight“ aus „Der König Der Löwen“ und es ging zügig weiter, denn man wollte ja schließlich auch mal Mittagspause haben.
Die nächste Einspielung war die Titelmelodie einer Fernsehreihe mit der berühmten englischen Hobby-Detektivin von Agatha Christie: „Miss Marple“. Und endlich, es war mittlerweile 13.00 Uhr, läutete Herr Schumacher – zur Freude aller – die Mittagspause ein. Nach einer ordentlichen Stärkung ging es danach frohen Mutes wieder an die Arbeit. Die Band begann mit „Petite Fleur“ von Sidney Bechet, den Part der Soloklarinette übernahm hierbei Daniel Becker aus der Jahrgangstufe 13. Diese Aufnahme war – wie bereits vorher „Miss Marple“ eine der „reibungslosesten“ und es ging unaufhaltsam weiter: diesmal mit „My Way“, einem der bekanntesten Songs von Frank Sinatra.
Den krönenden Abschluss der Einspielung 2003 bildete dann „Zarathustra 2000“, eine Bearbeitung von „Also sprach Zarathustra“ des Komponisten Richard Strauss, das der ein oder andere vielleicht mit Bierwerbung oder gar mit der Zeichentrickfigur „Batman“ in Verbindung bringen könnte. Danach kam dann für alle Beteiligten der unangenehmste Teil der CD-Aufnahme: Das Aufräumen! Aber alle fassten mit an und gegen 16.30 Uhr wurden dann alle Teilnehmer in ein erholsames „Restwochenende!!!“ entlassen.
Ein großes Pensum des Projektes „CD Big-Band 2003“ ist somit zwar schon geschafft, aber immer noch liegen sehr viele Arbeitsstunden vor den Musikern und Technikern, um aus dem „Rohmaterial“ der beiden Aufnahmetage die endgültige, fehlerfreie Fassung für die CD zu schneiden und zusammenzustellen. Des weiteren sind auch Inlaycard, Labelaufdruck, Booklet u.a. graphische Elemente der CD noch zu gestalten, sodass es bis zur Fertigstellung verständlicherweise noch ein wenig dauern wird.
Die CD „Big-Band 2003“ erscheint voraussichtlich im Spätherbst dieses Jahres!
Michael Stachowski
Vor 40 Jahren unterzeichneten der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer den Deutsch-Französischen Vertrag, auch Elysée-Vertrag genannt.
Dieser Freundschaftsvertrag sollte die Zusammenarbeit der beiden Staaten fördern und die Aussöhnung beider Völker voranbringen. Dem Jugendaustausch wurde in diesem Rahmen eine zentrale Rolle eingeräumt.
So entstand bereits 1963, als eine der ersten Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und Frankreich, die zwischen dem „Collège de l’Assomption“ in Briey und der Realschule in Kerpen, unter dem damaligen Realschulrektor Rolf Quodbach; denn am Anfang der Städtepartnerschaft zwischen Briey und Niederaußem gab es in dem heutigen Ortsteil der Stadt Bergheim noch keine weiterführende Schule, an der Französisch unterrichtet wurde.
Heute pflegen die Realschule und das Gymnasium der Stadt Kerpen gemeinsam diesen Austausch mit dem „Ensemble Scolaire de l’Assomption“ (Collège und Lycée) in Briey und Joeuf, nicht zuletzt auch deshalb, weil eine „Pionierin“ dieser Verbindung, Gerhild Rathke, als Lehrerin von der Realschule ans Gymnasium gewechselt war.
In Briey und Kerpen ist es mittlerweile selbstverständlich geworden, dass junge Menschen begeistert, engagiert und vorurteilslos aufeinander zugehen und sich mit „Fremdem“ vertraut machen.
Auch diesmal machten sich wieder 62 Schülerinnen und Schüler (46 Gymnasiasten und 16 Realschüler), unter fachkundiger Begleitung von Anne-Marie Wunsch-Vincent, Ursula Bresges, Heide Gottschalk und Ricarda Joeris, zu diesem beliebten Schüleraustausch nach Frankreich auf.
Bereits traditionell nahmen die jungen Leute morgens am regulären Schulunterricht teil, am Nachmittag standen dann verschiedene Aktivitäten wie ein deutsch-französisches Fußballturnier, eine Rallye in Scy-Chazelles und ein Besuch des Robert-Schuman („der Vater Europas“)-Hauses auf dem Programm.
In diesem Jahr jedoch war alles ein klein wenig anders als sonst, galt es doch ein eher seltenes Jubiläum zu feiern: 40 Jahre Deutsch-Französische Freundschaft - 40 Jahre Schüleraustausch Briey-Kerpen!
So kam es auch, dass sich am Samstag, dem 24. Mai 2003, die Big-Band des Gymnasiums, unter der Leitung von Musiklehrer Johannes Schumacher, in aller Frühe auf den Weg nach Briey machte - diesem idyllischen und charmanten lothringischen Städtchen in der Nähe von Metz - um den Festakt in Frankreich musikalisch mitzugestalten.
Für die französischen Gastgeber, insbesondere Pascale Dudec, Marianne Trumpff und Bruno Renard, war dies mit enormer organisatorischer Arbeit verbunden, waren doch - mit der Band - über 100 junge Leute in Gastfamilien unterzubringen.
Schon einmal hatte eine Musikgruppe bei diesem Austausch eine nicht unwesentliche Rolle gespielt, erinnerte der Schulleiter des Gymnasiums, Bernhard Ripp, in seiner Ansprache zum Festakt in bestem Französisch (Herr Ripp ist Lateiner!). Damals war es das Jugendorchester des Volksbildungswerkes Kerpen, in dem seinerzeit viele Realschüler spielten, was letztlich zur Einbindung der Jugend in die ursprüngliche Städtepartnerschaft Briey–Niederaußem führte.
Die Festreden des Bürgermeisters von Joeuf und des stellvertretenden Bürgermeisters von Briey, die natürlich den historischen und politischen Aspekt der Deutsch-Französischen Freundschaft betonten, waren erfreulich kurzweilig und die Intermezzi der Big-Band und einer Hard-Rock-Band französischer Schüler sorgten zusätzlich für eine insgesamt heitere und lockere Atmosphäre.
Die französische Direktorin, Madame Jager-Weber, stellte beruhigt fest, dass die Freundschaft über die Grenzen hinweg ein bereits 40-jähriger „Dauerbrenner“ ist und überreichte Bernhard Ripp und Peter Wurthmann, dem Schulleiter der Realschule, als Dank eine Fahne mit dem Emblem und dem Leitspruch des „Ensemble Scolaire de l’Assomption“. Herr Ripp seinerseits bedankte sich, auch im Namen der Realschule, mit einer Ehrentafel, die das Wappen der Stadt Kerpen trägt sowie eine Widmung beider Schulen.
Anschließend waren alle Gäste zu einem Umtrunk - natürlich mit Champagner - und einem Buffet lokaler Spezialitäten eingeladen.
Der Festtag war damit allerdings noch lange nicht beendet, denn am späten Nachmittag war im „Centre Aéré“ (dem Jugendzentrum) ein „Spectacle franco-allemand“ angesagt, bei dem die Big-Band, neben der Hard Rock Band und zahlreichen deutsch-französischen Sketches (Regie: Bruno Renard), erneut mit Musik aus ihrem reichhaltigen Repertoire überzeugte – wie sehr viele Zuhörer mehrfach betonten.
Gegen 20.00 Uhr konnten dann die Instrumente wieder eingepackt und im Bus verstaut werden und der gemütliche Teil des Jubiläums konnte beginnen.
Die jungen Bandmitglieder, die von ihren Gastgebern abgeholt wurden und sich erst am nächsten Morgen wiedertrafen, berichteten begeistert und überschwänglich von den Erlebnissen in „ihrer“ überaus gastfreundlichen Familie.
Die „erwachsenen“ Bandmitglieder hatten das große Vergnügen von Madame Jager-Weber zu einem exzellenten „Sieben-Gänge-Menü“ in der Schulkantine eingeladen zu werden, mit dem der Koch des Lycée seine Meisterschaft unter Beweis stellte...
Am nächsten Morgen, das Aufstehen fiel dem einen oder anderen nicht ganz so leicht wie sonst, fand man sich zu einer zweistündigen Stadtexkursion neben der Kathedrale in Metz ein. Dem außergewöhnlich kompetenten Stadtführer gelang es mühelos, durch seine überragenden Kenntnisse bzgl. Historie und Architektur dieser wunderschönen Stadt an der Mosel, die Aufmerksamkeit der jungen Musiker auf sich zu ziehen.
Den krönenden Abschluss dieser 5. Konzertreise der Big-Band bildete dann letztlich eine erneute Einladung der Direktorin zum Essen in einer Brasserie mit typisch lothringischer Küche.
Um viele nachhaltige Eindrücke und kulinarische Genüsse reicher, machte man sich dann am Nachmittag wieder auf die Heimreise. Ein „Hoch“ auf die französische Gastlichkeit!!!
Unser herzlicher Dank gebührt vor allem der Direktorin, Madame Jager-Weber, dem Kollegium, dem Chefkoch, allen Helfern und besonders Pascale Dudec, Marianne Trumpff und Bruno Renard; aber auch den Familien, die uns – wie alte Freunde – in ihr Heim aufgenommen haben und einmal mehr ein Beispiel für die berühmte französische Gastlichkeit waren.
Des weiteren ein ganz großes Dankeschön an den Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums der Stadt Kerpen, der durch seine großzügige finanzielle Unterstützung mit dazu beigetragen hat, diese Konzertreise zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.
Anne-Marie Wunsch-Vincent / Johannes Schumacher
Die Kinder der Jahrgangsstufe 5 werden sich erinnern: Zu Beginn dieses Schuljahres gab es einen Musikprojekttag, a dem man verschiedene Instrumente ausprobieren und kennen lernen konnte. Vor allem die Streichinstrumente standen im Mittelpunkt. Zuversichtlich verkündete ich: „Wer Geige lernen möchte, kann dies an unserer Schule kostenlos tun.“
Doch was dann geschah, sprengte alle Dimensionen des bisher Dagewesenen. 20 (!) Fünftklässler teilten mir mit, dass sie begeistert von der Geige sind und dieses Instrument nun lernen möchten. Was tun? Frau Wöstmann als Leiterin der Geigen-AG hätte aufgrund der freien Kapazitäten vielleicht zwei oder drei Kinder unterrichten können, aber 20? Wie sollte ich dieses Problem lösen?
Zunächst einmal rief ich alle Eltern der betroffenen Kinder an, um herauszufinden, wie ernsthaft die Wünsche ihrer Sprösslinge seien. Dabei schrumpfte meine Liste merklich, doch immerhin noch 9 Kinder ließen keinen Zweifel: Sie wollten Geige lernen und wann bitte sollte es losgehen?
In meiner Not und um die Kinder nicht zu enttäuschen, versuchte ich einen ungewöhnlichen Weg. Ich befragte die Mädchen aus meinem Streichorchester, ob sie bereit seien die Kleinen zu unterrichten. In der Hoffnung auf baldige Verstärkung unseres Streichorchesters waren alle einverstanden! Das Projekt „Schüler unterrichten Schüler“ konnte vom Stapel laufen. Die Fünftklässler stürmten den Laden von Frau Stürmer, Geigenbaumeisterin in Horrem, um Instrumente auszuleihen. Klaus Bach, der seit Jahren mein Streichorchester unterstützt, erklärte sich bereit, am Donnerstag Nachmittag ehrenamtlich zu helfen. Es bildeten sich kleine Gruppen zu dritt oder viert und los ging es mit dem Unterricht.
Zum Ende des Jahres waren alle so motiviert, dass die gesamte Truppe zusammen mit dem Streichorchester und der Bigband ins jährliche Trainingslager der Musikwerkstatt Müllenborn fuhr.
Am Musikabend vor Ostern durfte man dann Zeuge des ersten öffentlichen Auftritts werden. Der zweite ließ mit dem Klezmer-Forum am 13. Juli 2003 nicht lange auf sich warten. Beide Male bewährten sich die jungen Nachwuchskünstler im Zusammenspiel mit den alten Hasen des Streichorchesters. Großer Applaus und viel nachträgliches Lob macht uns alle stolz.
Inzwischen ist das Projekt beendet. Unter Einbeziehung des Fördervereins und einer geringen finanziellen Eigenbeteiligung ist es nun möglich, den Kindern durch Frau Wöstmann professionellen Geigenunterricht an unserer Schule zukommen zu lassen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich engagiert haben und weiter engagieren!
Im Rahmen des 1. Ökumenischen Kirchentages fuhr unser Schulchor am Tage Christi Himmelfahrt nach Berlin. Während die Reise der Erwachsenen in einem wunderschönen Hotel in Potsdam endete, brachte der Bus der Schüler die SängerInnen in das Herz der Bundeshauptstadt, wo sie mit den Jugendlichen des Chores am Gutenberg-Gymnasium aus Bergheim in einem Gästehaus in Wilmersdorf Unterschlupf fanden.
Da das Konzert erst am letzten Tag, dem Sonntag, vorgesehen war, bestand genügend Zeit für alle, das alte und neue Berlin ausgiebig kennenzulernen. Eine mehrstündige Stadtrundfahrt führte alle Beteiligten zu nahezu allen Attraktionen der Stadt, sofern sie nicht infolge der Kirchentagsveranstaltungen abgesperrt waren; dennoch durfte man sich auf 100 Meter auch dem Brandenburger Tor nähern. Es war nicht immer einfach, den Weg zu allen Zielen zu finden, da die Stadt nicht nur von Gläubigen beider Konfessionen in Besitz genommen schien, sondern auch von begeisterten Fußballfans, die zum diesjährigen Pokalendspiel ins altehrwürdige Olympiastadion zogen. Und wenn es in der Tat an den in jeder Hinsicht heißen Tagen wirklich zu voll wurde, suchten sich unsere Mädels geschickt Erfrischung beim Wasserboottreten auf einer der vielen zauberhaften Seen abseits des Zentrums.
Weitere Angebote aus dem bewährten und bestens organisierten Programm der VHS Bergheim waren ein Gang entlang der ehemaligen Berliner Mauer oder eine Stadtführung durch das historische Postdam, unter jeweils sachkundiger Führung. Am Samstagabend gab es ein großes gemeinsames Abendessen für alle Teilnehmer in einem wunderschönen Restaurant in unmittelbarer Nähe des Schlosses Sanssouci in Potsdam.
Anfängliche Bedenken, ob nach sehr ausgiebigen Aktivitäten aller auch am Sonntag noch ausreichende Reserven für die Gestaltung des Chorkonzertes verfügbar waren, konnten erfreulicherweise zerstreut werden. Alle Sängerinnen und Sänger brachten ihr Bestes, als im alten erst jüngst restaurierten Dom zu Brandenburg, vor den Toren Berlins, das Konzert vor 300 Zuhörern erklang.
Mit dem TE DEUM von G. Bizet und der romantischen CÄCILIENMESSE von Ch. Gounod - beide Werke wurden vor einem halben Jahr bereits im spanischen Wallfahrtsort Santiago di Compostella zum Erklingen gebracht – gelang es, die mit hochwertigen Konzerten sehr verwöhnten Brandenburger zu begeistern, wie vom hauseigenen Kirchenmusikdirektor Passauer bestätigt werden konnte. Unterstützt und zu dieser beachtlichen Leistung motiviert wurde der Chor vom fabelhaften Orchester der „Lauchstädter Capellisten“. Hinter diesem Namen verbergen sich Profimusiker des Händel-Festspielorchesters Halle und Mitglieder des Opernhauses Haale/Saale.
Erschöpft traten die insgesamt 90 Sängerinnen und Sänger beider Chöre, die vom Bergheimer Kollegen Heinz Boden dirigiert wurden – Herr Vietor hatte seinen Platz als Schlagzeuger im Orchester – nach Generalprobe und Aufführung die lange Heimreise in den Erftkreis an, um am frühen Morgen glücklich zum Unterricht wieder in der Schule zu sein.
Von diesem Konzert ist ein Mitschnitt erfolgt, welcher demnächst als CD erhältlich sein wird.
Auf das nächste Konzert unseres Schulchores in diesem Jahr darf an dieser Stelle schon hingewiesen werden:
Am Samstag, dem 27. September um 17 Uhr, ist der Chor in der Schule zu hören. Diesmal führt er, unter der Leitung von Herrn Vietor, Szenen aus Lortzing-Opern, einen Gershwin-Medley und Highlights aus Bernsteins „West Side Story“ auf. Dieses Konzert wird auch eine Woche drauf im Kölner Gürzenich aufgeführt werden.
Theater und andere Veranstaltungen
Regie: Regine Klopffleisch
Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft... nicht nur auf der Bühne zwischen Rick (Sebastian Zock) und Renault (Frank Zimmermann), sondern auch hinter den Kulissen zwischen den Mitgliedern des Literaturkurses 23.1, die nach unzähligen Proben – auch außerhalb der Schulzeit – ein wirklich amüsantes Stück aufführten. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten mit der Auswahl der Stückes entschlossen sie sich schließlich, den Kassenschlager „Casablanca“ als Parodie zu präsentieren.
Schon beim Anschauen des Films fanden sie spontan witzige Elemente, die sich auf überspitzte Weise in die Parodie einbauen ließen. So kamen z.B. Witze, wie der auf der Cola-Kiste stehende Rick, der bei „Ich schau dir in die Augen, Kleines“ nur in Ilsas (Johanna Friebe) Dekolleté sah, sehr gut an.
Besondere Showeinlagen, wie der Boxkampf zwischen Rick und Viktor Laszlo (Philip Bellé), der orientalische Tanz des dicken Cafébesitzers Ferrari (Melanie Nicolai) sowie rhythmische Tanz- und Gesangseinlagen der Marseillaise und des Kultklassikers „As time goes by“, der als Einstieg zum peppigen Song „Remember then“ diente, fanden beim Publikum sehr großen Anklang. Neben der tollen schauspielerischen Leistung der Darsteller, u.a. auch Michael Potthast als autoritärer Nazi Strasser, trug nicht zuletzt auch das wundervoll gestaltete Bühnenbild zum Erfolg des Stückes bei. Besonders das Hinterteil des Pappflugzeuges, das, befestigt am Hinterteil Viktor Laszlos lustlos vor sich hin baumelte, war eine der besten Ideen der Requisiten- und Bühnenbild-Crew (Radoslava Pelova, Anna Willmes, Angela Binninger, Marion Göbels, Stefanie Münchmeier, Janina Löffler, Nadine Liebhardt, Melanie Nicolai).
So brachte das kurzweilige „Casablanca“ trotz einiger nicht erwähnenswerter Pannen letztendlich viele Zuschauer zum Lachen.
Raphaela Caspers, Janina Neuneier, Silke Böhnen, Frank Zimmermann, Sebastian Zock, Michael Potthast, Johanna Friebe, Melanie Nicolai
Hair – das Kultmusical. Bei uns als politische Version mit Tanz und Livegesang
‘Let the sunshine in’, klang es durch die Aula, und Applaus brandete auf. Die Musical AG präsentierte am 23., 24. und 25. Mai ihre neue Produktion – HAIR. Weit über ein Jahr hatten die 24 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Joachim Franck dieses inzwischen zum Klassiker gewordene Musical einstudiert und zeigten eindrucksvoll, dass es in den letzten 30 Jahren nichts von seiner Frische und Aktualität eingebüßt hat – durch die politische Entwicklung der letzten Zeit hat es sogar noch an Aktualität gewonnen. Der politische Bezug ist eindrucksvoll in einer Videoinstallation dargestellt worden – die Videosequenz und die Bilder stellten einen starken Kontrast zu den Texten der Songs '3500’ und 'What a piece of work is man’ dar. Doch der Spaß kam nicht zu kurz, und die fröhliche Stimmung auf der Bühne übertrug sich auf das Publikum, das nach jedem Song begeistert Beifall spendete, denn die Leistungen der Schülerinnen und Schüler waren herausragend. Nicht nur die Hauptrollen Berger (Oliver Morchel) und Claude (Marcel Ochel) zeigten Leistungen, die schon fast professionell zu nennen sind; auch die Darbietungen vieler Nebenrollen , so zum Beispiel Dionne (Ghislaine Kayoko), Chrissy (Michaela Berg) Jeanie (Sarah Wichmann) und Margaret (Janina Löffler) waren eindrucksvoll. Das Engagement der gesamten AG zeigte sich jedoch nicht nur in dem Bestreben, eine tolle Aufführung auf die Beine zu stellen – nach der letzten Vorstellung am Sonntag haben alle Teilnehmer unaufgefordert, schnell und effektiv die Aula aufgeräumt und geputzt – dann erst wurde gefeiert.
Vor einem Jahr standen wir - der Literaturkurs 25.6 unter Leitung von Frau Klopffleisch - vor der schwierigen Frage: „Welches Stück wollen wir nun aufführen?" Uns war klar, dass wir nichts Gewöhnliches aufführen wollten, sondern ein Stück, das Spaß, Liebe und Wut in sich vereint und eben nicht so ist wie jedes andere. Nach langem Hin und Her entschieden wir uns dann schließlich für die Tragödie „Antigone". Wir standen diesem Stück jedoch zunächst noch ein wenig kritisch gegenüber, da „Antigone" uns viele langweilige Stunden im Deutschunterricht eingebrockt hatte und alle anderen behaupteten, aus diesem Stück könne man ja gar nichts Spannendes herausholen. Doch da nahmen wir uns erst recht vor, alle vom Gegenteil zu überzeugen und die alte Geschichte der Antigone „aufzupeppen" und möglichst modern zu inszenieren.
Jean Anouilhs Fassung der „Antigone" ist zwar schon recht modern (im Gegensatz zu Sophokles), doch das reichte uns noch nicht. Wir schrieben das Stück noch weiter um: aus einer Antigone wurden zwei (denn schließlich hat jeder Mensch zwei Seiten, die vor allem in Konfliktsituationen zum Ausdruck kommen), neue Szenen und Figuren entstanden, die Sprache wurde überarbeitet, Kostüm und Bühnenbild sollten modern werden und die passende Musik die Tragödie unterstreichen.
Bei der Rollenverteilung gab es in unserem Kurs zum Glück kein großes Chaos und auch für Kostüm, Bühnenbild und Technik fanden sich schnell die passenden Leute. Bis zur Aufführung gab es jedoch noch sehr viel zu tun! Wir mussten uns erst einmal dran gewöhnen auf der Bühne zu stehen, uns in die Rollen einfinden, viel Text lernen und das Stück noch weiter umschreiben; die Kostüme und das Bühnenbild mussten entworfen und gestaltet werden.
Kostüm und Bühnenbild kamen schnell voran, doch beim Spielen hakte es in den vielen Szenen noch sehr, welche dann unermüdlich immer wieder geprobt werden mussten. Nach und nach nahm unser Stück jedoch immer mehr Form an; jeder bemühte sich sein Bestes zu geben und seine Rolle möglichst gut zu spielen. Doch bis zum Tag unserer Aufführung glaubte wohl niemand so recht, dass unser Stück ein Erfolg werden würde.
Als dann der Tag der Aufführung immer näher rückte, veränderte sich schlagartig die Stimmung in der Gruppe: Die zweifelnde, teilweise unmotivierte Stimmung war wie weggeblasen, Aufregung und Begeisterung nahm ihren Platz ein. Die Kostüm- und Bühnenbild-Leute hatten nun alle Hände voll zu tun zu verhindern, dass die Schauspieler die Wände hochgingen, versuchten diese zu beruhigen und fieberten mit. Auf der Bühne war dann von der Anspannung meist fast nichts mehr zu merken und alle starteten in Höchstform durch. Die Aufführungen klappten schließlich besser als wir uns je erträumt hätten und alle waren total happy, als alles ohne große Pannen über die Bühne gebracht war- nicht zuletzt dank der Technik und unsrer guten Souffleuse...
Nun sind wir wohl alle ein bisschen traurig, dass die tolle Zeit schon vorbei ist. Wir hatten sehr viel Spaß und haben tolle Erfahrungen gesammelt! Auf diesem Wege auch noch einmal vielen Dank an Frau Klopffleisch, die es geschafft hat, dieses schwierige Stück mit uns durchzuziehen!!!
Yasmin Esser, Gloria Schulz, Rusanna Danielian, Patrick Opitz, Gina Reif, Mara Ernst
Am Donnerstag, dem 26.6.2003, kam eine indische Tanzgruppe für die Klassen 5 und 6 in unsere Schule. Diese Gruppe ist 2001 am National Biblical Catechetical & Liturgical Center in Bangalore gegründet worden. Die dort lebenden Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Städten Indiens lernen die normalen Schulfächer. Darüber hinaus sind wichtige Schwerpunkte Musik und Tanz als Bestandteil ihres kulturellen Erbes. Sie zeigten ihre Ergebnisse auf sehr hohem Niveau: Faszinierend waren ihre Schnelligkeit, Präzision, Ausdrucksstärke und eine virtuose Beherrschung der vielfältigen Bewegungen.
Im „Jahr der Bibel“ ist die Truppe auf Europatournee, eingeladen vom Hilfswerk missio und den Bistümern, Trier, Köln und Lüttich. Die vorgestellten Tänze sind Neuschöpfungen, d.h. mit den traditionellen Ausdrucksmitteln des indischen Tanzes werden Tiere und menschliche Emotionen vorgestellt, hauptsächlich aber wird die biblische Botschaft erzählt. Dies beschreibt die Gruppe folgendermaßen:
„Nritya means „dance“, and vani means „voice“. Nrityavani, therefore, stands for the „voice of dance“. Dance is communicative, so also is music. We wish to communicate the Gospel through the medium of dance and music, as a new step in our mission of inculturation and evangelisation.“
Dass die Tänze bei den meisten Schülerinnen und Schülern auf Begeisterung stießen, macht der folgende Erlebnisbericht deutlich:
Die Gruppe begann mit „I love my India.“ Wir fanden dieses Lied zum Tanz sehr schön. Durch das Programm führte uns Father Thomas. Er erklärte uns die Bedeutung der Tänze. Durch ihre Gesten, Fuß-, Hand- und Kopfbewegungen drückten sie Gefühle aus und erzählten Geschichten. Die Kleider waren schön verziert, und bei manchen Tänzen wurden Glöckchen an den Füßen getragen. Wenn die Tänzer sich bewegten, konnte man die Glöckchen hören. Dadurch konnte man z.B. Hass oder Freude erkennen. Dabei tanzten sie sehr schnell. Sie übten mit uns die Begrüßung auf indisch, bei der man sich voreinander verbeugt. Der Tanz auf dem Teller hat uns sehr beeindruckt – er bedeutet, dass die Religionen friedlich miteinander leben sollen. Manche Tänze stellten auch Tiere dar oder biblische Geschichten. Sie tanzten z.B. das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Einen schwierigen Tanz haben sie uns auch beigebracht. Durch ihre Tänze konnten wir etwas über ihre Kultur lernen. Es hat uns allen sehr gut gefallen, wir würden uns freuen, wenn sie noch einmal wieder kämen!
Klasse 5.6, im Musikunterricht bei Agnes Steinmetz
1995 blickte die christliche Welt auf diesen Mann: Jacques Gaillot, Bischof von Evreux im Nordwesten Frankreichs. Er nahm das Evangelium scheinbar ernster als viele seiner Amtskollegen. Statt sein Bistum still und unauffällig zu verwalten riskierte er den Konflikt mit Staat und Behörden. Statt hinter den Mauern des bischöflichen Palais zu residieren und die katholischen Traditionen zu pflegen, ging er an die „Hecken und Zäune“, zu den „Ohne-Menschen“, den Menschen ohne Arbeit, ohne Wohnung und ohne Aufenthaltspapiere, zu den Kranken und Einsamen.
Er überwand die Gräben zwischen sich und den Menschen und verstand sich nicht als „episcopus“ (= Aufseher) im Sinne bürgerlicher Moral. Seitens der Amtskirche warf man ihm vor, als Sympathisant gesellschaftskritischer Gruppen die Harmonie zwischen Kirche und Staat zu stören. Das waren die Vorwürfe an ihn, als er am 13. Januar 1995 als Bischof von Evreux abgesetzt wurde. Jacques Gaillot wurde dann „pro forma“ zum Titularbischof des längst untergegangenen Wüstenbistums Partenia ernannt. Er ist rastlos unterwegs, kommuniziert von seiner kleinen Klosterzelle in Paris aus über das Internet mit Menschen auf der ganzen Welt.
Am 15. Mai 2003 besuchte der Bischof auf Einladung der Fachschaften „Kath. und ev. Religionslehre“ das Gymnasium der Stadt Kerpen und stellte sich in der Aula den Fragen von über 300 Schülerinnen und Schülern der Europaschule Kerpen und des Burgau-Gymnasiums Düren. Freundlich und mit ruhiger Stimme beantwortete er Fragen zu seiner Person, zu seiner Amtsenthebung, zu seinem Verhältnis zu seinen Amtsbrüdern und seinem sozialen Engagement aus dem Geist des Evangeliums. Ohne Verbitterung berichtete er von seinem persönlichen Schicksal und wie er mit seiner Amtsenthebung umzugehen gelernt habe. „Heute bin ich Rom dankbar, dass ich so leben kann. Sonst säße ich nicht hier.“
Und im Hinblick auf die vielfältigen Möglichkeiten, die ihm mit der Partenia-Seite im Internet gegeben sind, meinte er: „Der Papst hat mir mein Bistum genommen und mir dafür die ganze Welt geschenkt.“
Man spürte, dass ihm die Begegnung mit den Menschen besonders am Herzen liegt. Immer wieder erzählte er von Menschen, die seiner Meinung nach das verkörpern, was in den Seligpreisungen der Bergpredigt angesprochen wird: Sanftmut, Trauer, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit. Gefragt nach seinem Einsatz für die Randgruppen in unserer Gesellschaft meinte er: „Die Kirche muss die Menschen ernst nehmen, sonst glaubt man ihr nicht, dass sie eine `frohe Botschaft´ zu verkündigen hat.“
Gebannt hörten die Schülerinnen und Schüler diesem gar nicht wie ein Rebell wirkenden, freundlich lächelnden Mann zu, der sich selbst sehr beeindruckt von der Begegnung mit den Jugendlichen zeigte. „Solche Begegnungen wie heute sind für mich wie eine echte Saat. Wenn man junge Menschen trifft, passiert immer etwas Echtes.“ Sichtlich beeindruckt waren die Schüler auch von dem Rat, der der etwas andere Bischof ihnen auf die Frage, worauf es im Leben ankomme, mit auf den Weg gab: „Ertragt niemals Ungerechtigkeit, egal wo und auf welche Weise sie euch begegnet.“
Donnernder Applaus der über 300 Schülerinnen und Schüler verabschiedete Bischof Gaillot nach den bewegenden 90 Minuten, die viele sehr nachdenklich gemacht hatten.
Mit 19 Fallschirmjäger –
heute israelischer Botschafter in Deutschland
Shimon Stein zu Besuch am Gymnasium der Stadt Kerpen - Europaschule
Das sei ein einschneidendes Erlebnis für ihn gewesen, erzählt Shimon Stein: Gerade hatte er seine militärische Ausbildung absolviert, da sei er – 1967, während des Sechstagekrieges – als Fallschirmjäger auf den Golanhöhen abgesprungen. Die Golanhöhen, das Grenzgebiet zu Syrien, wurden von den Israelis besetzt – bis heute. Der israelische Botschafter besuchte das Gymnasium Kerpen am Donnerstag, 10. Juli 2003, das war das herausragende Ereignis der letzten Zeit.
Willi Zylajew, Erftkreis-Bundestagsabgeord-neter, hatte den Besuch organisiert. Die Jahrgangsstufen 11 und 12 sowie die Klasse 10.1 warteten mucksmäuschenstill, bis auch der Letzte die Kontrollen der Bodyguards passiert hatte. Dann kam der Botschafter, ein schlanker 55jähriger mit graumelierten Schläfen und dem Habitus ein Botschafters: freundlich, verbindlich, eben: diplomatisch.
Er beantwortete alle Fragen der Schülerinnen und Schüler, gelegentlich schien er den Zuhörern ein bisschen zu unverbindlich zu formulieren, aber zu Recht verwies er darauf, dass die heikle Situation im Nahen Osten komplexerer Antworten bedarf. Auf die Frage eines Schülers nach dem von vielen Seiten geforderten Palästinenserstaat sagte er: Einerseits haben die arabischen Staaten 1948, als die UN einen solchen Staat vorschlugen, dies abgelehnt. Andererseits sei in der Tat die Frage, ob ein solcher Staat die Probleme lösen würde. Denn: Die radikalen palästinensischen Kräfte lehnen den israelischen Staat rundweg ab, unabhängig davon, ob sie selbst in einem Staat organisiert sind oder nicht.
Die Schülerin Friederike Schwarz fragte nach der mitunter extrem rüden Behandlung potentieller oder angeblicher palästinensischer Terroristen. Stein: Nur 2% der Terrorakte werden überhaupt bekannt, die übrigen 98% geplanten Attentate werden vorab vereitelt – das zeigt das Ausmaß des palästinensischen Terrorismus. Man müsse sich die alltägliche extreme Bedrohung seiner israelischen Mitbürgerinnen und Mitbürger vor Augen halten, um die gelegentlich harten Reaktionen zu verstehen.
Der Schüler Max Jötten fragte nach den vielen UN-Resolutionen, mit denen Israel zum Abzug aus den besetzten Gebieten aufgefordert worden war. Stein: Diese Resolutionen sind immer nur Empfehlungen gewesen im Gegensatz zu den Resolutionen gegen die ehemalige irakische Regierung, die bindend gewesen waren. Israel habe bis heute seine staatliche Integrität durch geographische Pufferzonen sichern müssen.
Dies sind nur einige Themen, die in der lebhaften Diskussion angesprochen worden sind. Die SchülerInnen hatten sich exzellent vorbereitet, der Botschafter antwortete geduldig und mit großem Einfühlungsvermögen. Er betonte, wie wichtig es sei, Kontakte zu knüpfen, Beziehungen zu pflegen, sich kennen zu lernen, um Vorurteile abzubauen. Mit leisem Bedauern konstatierte er, dass Kerpen Austauschprogramme mit vielen Schulen in Europa und Amerika betreibe, nicht aber mit einer israelischen Schule; aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Man musste nicht mit allem einverstanden sein, aber so viel ist gewiss: Shimon Steins Besuch war ein großer Gewinn für das Gymnasium Kerpen und die deutsch-israelische Freundschaft.
Pädagogisches
Ab dem kommenden Schuljahr sollen Zeugnisse auch Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten sowie die Würdigung außerunterrichtlichen Engagements enthalten können.
Am 16.06.2003 tagte ein Arbeitskreis bestehend aus den Lehrerinnen Frau von Freeden, Frau Pfaff, Frau Lingner und den Schülern Kai Mathar, Margarete Miksa, Henning Brust, Linda Schnabel und den Elternvertretern Herrn Vogt, Frau Baumann, Frau Schäfer und Frau Joks.
Der Arbeitskreis schlägt folgendes Vorgehen vor, das nun in der Lehrerkonferenz, der SV, der Schulpflegschaft beraten und abschließend in der Schulkonferenz beschlossen werden muss:
1. In der Beobachtungsstufe gibt es für jeden Schüler/jede Schülerin einen Bogen, in dem die Lehrer/innen Beobachtungen über Leistungsstand, Arbeitsverhalten und Sozialverhalten festhalten. Dieses Formular soll den Eltern bekannt gemacht werden, indem es den Info-Mappen für neue Schüler/innen beiliegt. Die ausgefüllten Bögen mit ihren detaillierten Angaben zum Arbeits- und Sozialverhalten sollen mit den Eltern bei Beratungsgesprächen besprochen werden.
2. Wie bisher sollen nur in positiv oder negativ besonders herausragenden Fällen frei formulierte Bemerkungen auf Zeugnisse eingetragen werden. Jede Zeugnismappe sollte ein Blatt enthalten, auf dem Lehrer/innen vor der Konferenz einen Formulierungsvorschlag machen, wenn sie dies für nötig oder sinnvoll halten, damit die Zeugniskonferenz darüber abstimmen kann.
Es sollen nur Bemerkungen zum Sozialverhalten abgegeben werden, da das Arbeitsverhalten sich in den Fachnoten widerspiegelt.
3. Auf Abschlusszeugnissen sollten nur positive Bemerkungen aufgenommen werden.
4. Wie bisher werden die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften, an Schüleraustausch-Programmen sowie die Bescheinigung über Praktikum und Praktikumsbericht in Jahrgangsstufe 12 in die Zeugnisse aufgenommen.
Es gibt 'was Neues an unserer Schule!
Folgenden Dialog konnte man vernehmen:
(Christoph und Michael kommen auf Jan und Alexander zu)
Jan : „Habt Ihr Euch wieder vertragen?"
Christoph: „Ja, wir kommen gerade von der Streitschlichtung."
Alexander: „Von wo?!"
Michael: „Von der Streitschlichtung!"
Jan: „Ähh, was ist das denn?"
Christoph: „Wie, weißt du das nicht?!"
Jan: „Nö! Will ich auch gar nicht wissen! Das ist bestimmt nur so eine doofe Idee von den Lehrern, um uns besser zu bestrafen."
Michael: „Nein, eben nicht. Streitschlichtung wird von Schülern gemacht!"
Alexander: „Ach, so ein blöder Club von Schleimern."
Christoph: „Quatsch! Stimmt ja gar nicht! Die sind echt ok da! Das sind ganz normale Leute; und ohne die hätten wir noch immer Streit."
Jan: „Echt? Dann erzähl mal wie es da abgelaufen ist."...........
Wie funktioniert Streitschlichtung?
Kinder, die sich gestritten haben können zur Streitschlichtung kommen, um dort mit Hilfe des Schlichters (älterer Schüler/ältere Schülerin) eine Lösung zu finden, mit der alle einverstanden sind. Dabei gibt es keinen Verlierer, außerdem wird niemand bestraft.
Wir, das Streitschlichterteam unter der Leitung von Frau Ulbrich sind in Raum 104 in den ersten großen Pausen und in den Mittagspausen Mo -Do zu erreichen. Zum neuen Schuljahr sind auch neue AG- Mitglieder willkommen. Wir freuen uns auf euch !
Die Streitschlichter-AG
Der Moderator dieser Lehrerfortbildung, Michael Kaiser, Lehrer und Ganztagskoordinator an einer integrierten Gesamtschule und Ganztagsschule in Wiesbaden, hatte diesen Tag für uns unter einen Leitgedanken von Calvin Woodwards gestellt:
„Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht die Dinge, die wir gehört oder gelesen haben, vielmehr sind es die Dinge, die wir gelebt, erfahren und empfunden haben .“
Die teilnehmenden sechzehn Lehrerinnen und Lehrer bewältigten daher u.a. an diesem Samstag (24. Mai) eine Reihe von erlebnispädagogischen Abenteuern: sie bewältigten gemeinsam einen „blinden Weg“, überwanden einen „Säurefluss“ und schritten auf einem 2,5 m großen hölzernen Buchstaben. Alle waren mit viel Eifer und Freude begeistert bei der Sache.
Der Grundgedanke der Erlebnispädagogik geht aus einer Handreichung zu unserem Workshop hervor: „In der Erziehung sollte nicht mehr die bloße Wissensvermittlung im Vordergrund stehen, sondern die Gesamtpersönlichkeit des Schülers, wobei die Betonung auf der Selbstentwicklung der schöpferischen Kräfte des Kindes liegt.... Erlebnispädagogische Maßnahmen sind dadurch gekennzeichnet, dass der Einzelne in der Gruppe intensive Erlebnisse erfährt, die den Kern seiner Persönlichkeit treffen und mit denen er sich handelnd auseinandersetzt.“ (zitiert nach Reiners, Anette: Praktische Erlebnispädagogik-Interaktions-spiele, Augsburg 2000)
Neben der gemeinsamen Lösung von Kooperationsaufgaben kann man als mögliche andere erlebnispädagogische Aktivitäten nennen: Bergwandern, Klettern und Abseilen, Höhlenbegehungen, Kajakfahren, Rafting, Canyoning, Fahrradtouren, Skitouren, der Besuch von Hochseilgärten usw.
Kooperations- und Interaktionsspiele, die innerhalb und außerhalb vom Klassenraum einsetzbar sind, standen bei uns im Mittelpunkt: In den Reflexionsphasen im Anschluss an jede Aktion wurden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erlebnispädagogischer Elemente an unserer Schule deutlich:
- in der Klassenfreizeit
- in Projektwochen (z. B. für die Klasse 5 oder in der Suchtprophylaxe-Woche )
- in Arbeitsgemeinschaften
- im „normalen Unterricht“, wenn es nicht nur um die Vermittlung kognitiver Fähigkeiten gehen soll.
Die ersten Materialien für die vorgestellten Kooperationsspiele sind angeschafft. Die Schülerinnen und Schüler werden hoffentlich viel Spaß bei zukünftigen erlebnispädagogischen Aktionen haben.
In der vorigen Ausgabe der Zeitung „Gymnasium der Stadt Kerpen - Aktuell", also von Februar 2003, gab es Anregungen, der Förderung von Jungen an unserem Gymnasium mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Als Gleichstellungsbeauftragte unseres Gymnasiums unterstütze ich diese Wünsche ausdrücklich, weil das zu Grunde liegende Gesetz explizit festlegt, dass beide Geschlechter gleichermaßen zu ihrem Recht kommen sollen.
Ich denke aber, dass die Betreuung der Jungen besonders effektiv durch einen Kollegen erfolgen könnte, da dieser sich noch viel besser als eine Frau für die speziellen Wünsche und Fördermöglichkeiten seiner Geschlechtsgenossen engagieren könnte. Bisher ist es so, dass an die Schule eine große Palette an Angeboten zur Förderung von Mädchen von außerschulischen Institutionen, sei es von Universitäten, städtischen Frauenförderstellen oder industriellen Verbänden, herangetragen wird. Ich sehe meine Aufgabe als Gleichstellungsbeauftragte darin, diese attraktiven Angebote bekannt zu machen und dafür bei Schülerinnen zu werben. Häufig erlebe ich dabei, dass Jungen ihren Ärger äußern, an den jeweiligen Angeboten nicht teilnehmen zu dürfen. Ich finde es schade, dass von außerhalb keine so vielfältigen Anregungen für Jungen an die Schule herangetragen werden, denke aber auch, dass dies seinen Grund auch darin haben könnte, dass sich bisher wenig männliche Kollegen gefunden haben, die ebenso wie Frauen ihre Freizeit dafür aufwenden, durch die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen für Gleichstellungsfragen und vielem mehr dafür zu kämpfen, dass sich in der Öffentlichkeit die Bereitschaft erhöht, at-traktive Angebote ausschließlich für Jungen zu ersinnen. Den derzeit existierenden Boom an Angeboten für Mädchen sehe ich als gerechten Lohn der Mühe, die Frauen über Jahre hinweg für ihre Geschlechtsgenossinnen aufgewandt haben. Insofern wäre es jetzt an der Zeit, dass sich Kollegen finden, die zu einem ähnlich großen unentgeltlichen Einsatz bereit sind, wie ihn viele Kolleginnen über Jahre hinweg gezeigt haben.
Auf diesem Wege möchte ich also meine Aufgabe als Gleichstellungsbeauftragte in der Weise wahrnehmen, dass ich explizit alle unsere männlichen Kollegen bitte, sich dafür einzusetzen, dass vergleichbare Initiativen von Männern für Männer ergriffen werden. Wie viel Arbeit, Zeit und Mühe das kostet, wird jederMann dann schnell am eigenen Leib erfahren. Vom Himmel fallen solche Segnungen meist nicht, jedenfalls ist das die Erfahrung, die wir Frauen gemacht haben! Ich freue mich schon jetzt darauf, bald in Fragen der Gleichstellung effektiv von einem Kollegen unterstützt zu werden.
Helga Stöwe, Gleichstellungsbeauftragte unserer Schule
Maßnahmen der
Begabtenförderung: Gruppenspringen von der Klasse 9
in die Klasse 11
Zwölf Teilnehmer und Teilnehmerinnen im nächsten Schuljahr: Das Gruppenspringen wird zur Normalität
Es ist sehr schön, dass im kommenden Schuljahr 2003/04 die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die am Gruppenspringen teilnehmen, erfreulich gewachsen ist. Während im laufenden Schuljahr 2002/03 insgesamt vier Schülerinnen und Schüler den Sprung von der Klasse 10 in die Klasse 11 gewagt und ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht haben, werden es im kommenden Schuljahr 12 Schülerinnen und Schüler sein.
Vorausgegangen ist eine Fülle von Beratungen und Gesprächen, die seit Ende der Herbstferien mit Schülern, Eltern und verschiedenen Fachlehrern geführt worden sind.
Angefangen hat diesmal alles mit einem einführenden Vortrag über verschiedene Begabungsbegriffe an einem Dienstagabend, dem 29.10.2002, also direkt nach den Herbstferien. Dabei gab es auch wichtige Informationen über Einzelbedingungen des Gruppenspringens an unserer Schule.
Eingeladen waren ausgewählte Schüler und Schülerinnen der Klassen acht und neun mit ihren Eltern. Äußerst hilfreich war dabei, dass sich zwei Schülermütter, die bereits sehr gute Erfahrungen mit dem individuellen Überspringen ihrer Töchter gemacht hatten, an diesem Abend für Informationen, Rückfragen und Tipps zur Verfügung gestellt hatten, sodass ein intensiver Gedankenaustausch über mögliche Probleme oder Konsequenzen beim selbstständigen Erarbeiten des Stoffes eines ganzen Jahres erfolgen konnte.
Außerdem hatten sich wieder wie im Vorjahr drei Schülerinnen der Oberstufe, die ebenfalls die Klasse 10 übersprungen hatten, bereit erklärt, von ihren Erfahrungen und ihrer Art der Vorbereitung auf das Überspringen zu berichten, was sie so überzeugend taten, dass kaum noch Bedenken auf Seiten der Schüler und Schülerinnen übrig blieben.
Sowohl den Eltern wie auch den Schülerinnen gebührt an dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank für ihre Bereitschaft und ihr großes Engagement.
Am Schluss dieses Beratungsabends wurden als Gedächtnisstütze die wichtigsten Daten und Informationen in Form eines Hand-outs mit auf den Weg gegeben, sodass sich Eltern und Kinder noch einmal in Ruhe Gedanken zum Thema machen konnten.
Direkt im Anschluss an diesen Abend hat sich ein Junge der Klasse neun entschieden, bereits im laufenden Schuljahr in die nächst höhere Klasse zu springen, sodass gleichzeitig auch sein Wunsch erfüllt werden kann, im kommenden Schuljahr einen Amerika-Aufenthalt vorzunehmen. Außerdem fassten drei weitere Schüler im Laufe der folgenden Woche den Entschluss, nach Ablauf dieses Schuljahres am Gruppenspringen teilzunehmen. Alle anderen Schüler und Schülerinnen brauchten etwas länger, um sich festzulegen.
Entscheidend war dabei, dass bei den Versetzungskonferenzen am Ende des ersten Schulhalbjahres alle Fachlehrer einer Klasse noch einmal aufgefordert waren, ihr Votum bezüglich des Springens einzelner Schüler und Schülerinnen abzugeben, sodass ich die betreffenden Schüler und Schülerinnen, die für das Gruppenspringen in Frage kamen, noch einmal persönlich ansprechen und auch die Eltern individuell nochmals beraten konnte.
Vor Beginn der Osterferien schließlich hatten sich neun weitere Schüler und Schülerinnen dazu entschieden, das Gruppenspringen in die Klasse 11 zu wagen.
Zur Vorbereitung wurden mehrere Maßnahmen ergriffen:
Alle erhielten die Fachbücher der Klasse 10 ausgehändigt, damit sie gemäß einem extra für diese Gruppe zusammengestellten Kerncurriculum selbstständig die wichtigsten Themen der Jahrgangsstufe 10 vorarbeiten können. Ganz wichtig ist aber auch der weitere Schritt bei der Vorbereitung dieser Schülergruppe: Nach Beendigung der Korrekturen für die diesjährigen Abiturienten wurden eine Fachlehrerin für Französisch sowie ein Mathematiklehrer von der Schulleitung beauftragt, die Schüler bei ihren Vorbereitungen für diese Fächer zu unterstützen. In Latein hat der Schulleiter selbst seit Ende der Osterferien mit den betreffenden Schülern und der Schülerin gearbeitet, sodass das Pensum bis zum Ende dieses Schuljahres wohl erfolgreich bewältigt werden wird.
Natürlich nahmen die zwölf Schüler und Schülerinnen, die jetzt eifrig lernen, auch an dem Beratungsabend für die Klasse 11 teil und natürlich haben sie auch schon ihren Wahlzettel für die Fächerwahl in der Oberstufe abgegeben. Außerdem haben sich die beiden Stufenleiter der zukünftigen Jahrgangsstufe 11 in persönlichen Beratungsgesprächen über die speziellen Bedingungen der Springer mit den Beteiligten unterhalten und sie mit den Bestimmungen der Oberstufe vertraut gemacht.
Jetzt bleibt nur noch, allen Beteiligten noch einmal für ihre Unterstützung zu danken und den Gruppenspringern wunderschöne Ferien und viel Erfolg im nächsten Schuljahr zu wünschen.
Gleichzeitig soll dieser Bericht für begabte Schüler und Schülerinnen der neuen Klassen 9 ein Anreiz sein, ebenfalls die Möglichkeit eines Gruppenspringens im nächsten Schuljahr für sich zu überlegen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass in allen Hauptfächern der Leistungsstand gut und besser und die Bereitschaft vorhanden ist, sich etwas mehr als üblich anzustrengen und selbst die Verantwortung für sein eigenes Fortkommen zu übernehmen. Der große Gewinn dabei ist, dass ein ganzes Jahr Schule gespart wird und man sich nie wieder langweilen muss... . Außerdem steht ein großer Zuwachs an Selbstbewusstsein in Aussicht, wenn man denn die größere Anstrengung mit Erfolg bewältigt hat. Wer noch mehr Informationen zum Thema haben möchte, sollte sich bald an mich wenden.
Melanie A., Pilotin bei der Lufthansa, sitzt in einem Internet-Café auf dem Flughafen von Seoul. Sie langweilt sich, ihr Flug nach San Francisco geht erst in vier Stunden ab. Sie fragt sich: Wie sieht’s eigentlich in meiner alten Schule aus? Die Frage ist schnell beantwortet: Sie gibt www.gymnasium-kerpen.de ein und schon liest sie die Kritik der Theaterproduktion „Casablanca“ vom Juni 2003.
Stefan M., Referendar, sucht einen Job. Kollegen erzählen ihm von der Europaschule in Kerpen. Kerpen? Nie gehört. Doch: Schumacher, na ja. Sein Vorstellungstermin beim Schulleiter, einem Herrn Ripp, macht ihm Sorgen: Woher bekomme ich Infos über die Schule und zwar sofort? Er gibt „Gymnasium+Kerpen“ bei Google ein und findet: www.gymnasium-kerpen.de. Nach ein paar Stunden intensiven Surfens auf dieser opulenten Website ist ihm klar: Da will ich hin!
Murat P., Klasse 8.x, steht vor einer schwierigen Entscheidung: Wähle ich Spanisch-Diff, technische Informatik, Russisch, Politik-Wirtschaft oder doch lieber Biochemie in Klasse 9? Oder noch was Anderes? Was macht man da überhaupt? Computerfreak, der er ist, weiß er, woher er Infos bekommen kann: www.gymnasium-kerpen.de!
Drei Beispiele für viele.
Zwischen dem 1. und dem 6. Juli 2003 gab es täglich im Durchschnitt 1915 Seitenanfragen auf unserer Website. Das macht hochgerechnet knapp 60.000 pro Monat! Und von hier kommen diese Anfragen:
#Anf.: %Bytes: Domäne
----- ------ ------
16675: 62.52%: .net (Network)
6387: 24.95%: .de (Germany)
1471: 4.52%: .com (Commercial, mainly USA)
1447: 4.36%: [unresolved numerical addresses]
320: 1.78%: .fr (France)
656: 1.31%: .nl (Netherlands)
151: 0.25%: .at (Austria)
12: 0.14%: .ch (Switzerland)
12: 0.06%: .jp (Japan)
22: 0.05%: .ar (Argentina)
19: 0.02%: .mx (Mexico)
3: 0.02%: .au (Australia)
4: .uk (United Kingdom)
1: .br (Brazil)
2: .ca (Canada)
1: .gr (Greece)
3: .be (Belgium)
3: .fi (Finland)
2: .edu (USA Educational)
2: .hu (Hungary)
1: .cz (Czech Republic)
1: .org (Non-Profit Making Organisations)
Das waren die am häufigsten angesteuerten Seiten der letzten Tage („root directory“ = Startseite)
#Anf.: %Bytes: Verzeichnis
----- ------ -----------
9696: 37.38%: [root directory]
6466: 23.35%: /Bericht über die Abiturfeier
4308: 16.90%: /Theateraufführung Antigone
2768: 9.92%: /Theateraufführung Casablanca
1792: 7.14%: /Fotos von der Abiturfeier
1385: 3.17%: /Fotos von der Theateraufführung Hair
726: 1.91%: /Projekt über Pawlow
51: 0.22%: /Fotos vom Schüleraustausch mit Petersburg
Diese statistischen Angaben macht uns der Webserver, der uns von unserem ehemaligen Schüler Dirk Swienty seit Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt wird – vielen Dank dafür!
Es gibt vormittags einen Besucherschub, der dann ab 16 Uhr abebbt. Um 18 Uhr geht es wieder intensiv los mit einem Besucherhöhepunkt gegen 20 Uhr. Bis weit nach Mitternacht ist die Website dann stark frequentiert. Den geringsten Zustrom verzeichnet die Site morgens um 6 Uhr, aber immerhin waren dann noch 31 Leute im Schnitt unterwegs auf unseren Seiten.
Also: Besucht unsere Website, empfehlt sie weiter. Und: Teilt mir Änderungsvorschläge mit, Ideen für neue Seiten, eure Lieblingslinks!
Zum Schluss ein Preisrätsel: Der/die erste, der/die mir mailt, auf welcher Seite in der Homepage Albert Einstein zu sehen ist, bekommt eine Überraschung!
Am 27.Juni 2003 wurde in einem eher zwanglosen Festakt mit den gegenwärtigen Mitgliedern des Café-Olé-Teams aus Klasse 8.4 die Betreuung des Projekts „Café Olé - Schüler engagieren sich für Schüler“ von Christian Eisenlohr an Hartmut von Boetticher übergegeben.
Vor 10 Jahren überraschten mich Schüler aus meiner damaligen Klasse mit einer Geschäftsidee, die in den Pausen bereits hohe Wellen geschlagen hatte; es kam zu Warteschlangen vor der Klassenzimmertür und endete - weil ungenehmigter Wildwuchs – in einem Verbot: die Gründung eines Schulkiosks, in dem Ess- und Trinkbares vor allem süßer Art zu vernünftigen Preisen vertrieben wurde. Die Nachfrage war ebenso überwältigend wie die Entschlossenheit, der Idee mit neuem Konzept doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Vermittelnd, helfend, beratend, aber auch jeden Morgen preiswerte Teilchen aus Köln liefernd, wurde ich in das Team aufgenommen, das mit dem Segen der Schulkonferenz seine Arbeit wieder beginnen konnte und als Café Olé schnell zu einer festen Größe im Schulalltag wurde.
Das Leute im Team lernten schnell mit betriebswirtschaftlichem Handwerkszeug umzugehen, flexibel mit ihrem Angebot auf die Wünsche der Schülerkunden zu reagieren, den Umsatz mit werbewirksamen Sonderangeboten und jahreszeitlich angepassten Aktionen anzukurbeln; sie entwickelten eigene Buchführungsverfahren und erwirtschafteten bald Überschüsse, aus denen Dritte-Welt-Projekte der Schule unterstützt wurden.
Die Arbeit im Cafe verlangte dem Team viel Zeit und Kraft ab, Pausen wurden für den Dienst hinter der Verkaufstheke geopfert, immer neue Geschäftsideen und Verfahrensoptimierungen ausgeheckt, aber das Engagement wurde belohnt durch die tägliche Anerkennung der Mitschüler, die in den Pausen im Café ihre Einkäufe machten oder sich zu einem zweiten Frühstück dort niederließen.
Das Gründer-Team verschwand in der Oberstufe, für die Nachfolge wurden verschiedene Modelle erprobt, angefangen bei einer Belegschaft von etwa 30 Schülern und Schülerinnen, die als Freiwillige aus mehreren Klassen zusammenkamen; in dieser Gruppe war es schon wegen ihrer Größe und der komplizierte Verständigung schwer, erfolgreich zusammenzuarbeiten. Kleinere Teams fanden zum ursprünglichen Konzept zurück; allerdings war es nicht leicht, den unternehmerischen Glanz des ersten Teams zu erreichen oder gar in den Schatten zu stellen. Dennoch fand deren Arbeit immer wieder Anerkennung und Lob; so wurde ein Team für das Konzept in einem deutschlandweit ausgeschriebenen Wettbewerb mit einer Urkunde geehrt; oder es reisten interessierte Lehrer aus einer anderen Schule an, um sich für ein ähnliches Projekt an ihrer Schule Anregungen zu holen; sie zeigten sich beeindruckt.
Das gegenwärtige Team ist klein – das bedeutet höhere Belastung für den Einzelnen – aber fein, voller Engagement und neuer Ideen. Die Mitglieder des Teams waren im Frühjahr von Rolli Vogel und Thomas Hand, Veteranen aus der Gründungsmannschaft, eingewiesen worden und legten einen vielversprechenden Start hin. Das hat mir die Entscheidung, mich aus dem Tagesgeschäft des Café-Olé-Teams zurückzuziehen, leichter gemacht; so hat das Projekt eine vielversprechende Perspektive. Hinzu kommt, dass in Hartmut von Boetticher ein Nachfolger gefunden wurde, der mit seinem unbestritten ganz ausgezeichneten Draht zu Schülern und Schülerinnen die Gewähr dafür bietet, dass sich die Zusammenarbeit im Team nicht nur reibungslos, sondern anregend und erfolgreich entwickelt und die Erfolgsgeschichte des Café Olé fortgeschrieben wird. Dafür wünsche ich ihm und dem Team eine gute Hand.
Personalia 2003
Zum Ende dieses Schuljahres werden zwei Kolleginnen pensioniert, die viele Jahre an unserer Schule unterrichtet haben.
Frau Dr. Beatrix Josza war seit dem 1. 8. 1975 an unserer Schule tätig. Sie unterrichtete Deutsch und Kunst und war besonders häufig in der Erprobungsstufe als Klassenleiterin eingesetzt.
Fast genau so lange, nämlich seit dem 1.2.1976, unterrichtete Frau Christine Schmidt an unserer Schule Mathematik und Physik.
Bereits am 31. 5. wurde Frau Gudrun Genandt pensioniert, die bereits seit dem 1.8.1971 an unserer Schule Biologie und Sport unterrichtete.
Wir danken den Kolleginnen für die langjährige Arbeit zum Wohle der Schülerinnen und Schüler und wünschen ihnen alles Gute für den wohlverdienten Ruhestand. Wir hoffen, sie bei vielen Schulveranstaltungen wieder zu sehen.
Außerdem verlassen uns zum Ende des Schuljahrs Frau Edith Haupt (Mathematik und Textilgestaltung, seit 1981 bei uns), Frau Marita Eckern (Englisch und Französisch, seit 2000), Herr Klaus-Martin Huhn (Sport und Biologie, seit 1990) und Frau Ursula Smolorz (Spanisch und Deutsch, seit 1977), die an Schulen in der Nähe ihrer Wohnorte versetzt werden. Wir wünschen ihnen viel Erfolg an ihren neuen Wirkungsstätten und hoffen, dass sie unsere Schule in guter Erinnerung behalten werden und uns freundschaftlich verbunden bleiben.
Herr Ulrich Recht, der uns als Vertretungslehrer aus großer Not gerettet hat und der sofort einen Leistungskurs Deutsch zum Abitur führen musste, hat eine feste Stelle am Berufskolleg in Ahaus gefunden. Auch Herrn Dirk Wirtz, den wir als engagierten Sportlehrer kennen gelernt haben, hätten wir gerne an unserer Schule behalten. Er bekam eine feste Stelle an einem Gymnasium in Heiligenhaus.
Frau Alexandra Marsall, die unsere "Auffangklasse" (eine Vorbereitungsklasse für Aussiedlerkinder und ausländische Kinder, die noch kein Deutsch können) mit viel Liebe und viel Energie geleitet hat, hat zum neuen Schuljahr eine feste Stelle an einem Gymnasium in Aurich bekommen. Viel Glück im fernen Norden!
Durch die Besetzung von "schulscharfen Stellen", die von der Schule selbst ausgeschrieben und besetzt werden dürfen, haben wir neue Stellen erhalten.
Zum einen konnten wir Herrn Hartmut von Boetticher (Deutsch, Erdkunde), der bisher nur einen zeitlich begrenzten Vertrag hatte, zum 1.2.2003 als "regulären" Kollegen gewinnen. Auch Frau Katharina Hartmann (Englisch, Russisch) hatte bisher nur einen Zeitvertrag, wird aber nun zum 1.8.2003 eine feste Stelle bei uns antreten. Wir sind sehr froh, dass diese beiden ihre gute Arbeit an unserer Schule fortsetzen und wir sie in unserem Kollegium behalten können.
Ganz neu kam Frau Ulrike Lentzen zum 1.2.2003 direkt im Anschluss an ihre Referendarzeit an unsere Schule. Sie unterrichtet die Fächer Englisch und Sozialwissenschaften; dadurch wird sie auch im bilingualen Zweig für die Fächer Politik und Sozialwissenschaften in englischer Sprache eingesetzt werden.
Wir wünschen dem "neuen" Kollegen und den beiden Kolleginnen, dass sie sich an unserer Schule wohlfühlen werden und dass sie Erfolg bei ihrer Arbeit und Spaß an ihrer Arbeit haben werden.
Seit diesem Schuljahr gibt es auch nicht nur im Lehrerkollegium, sondern auch im Sekretariat und in der Hausmeisterloge neue Gesichter.
Das Sekretariatsteam – Frau Genthe, Frau Klingele und Frau Püngel – wird verstärkt durch Frau Heike Kratz. Sie ist für die Verwaltung aller Schülerdaten zuständig, und da hat sie bei 1700 SchülerInnen viel zu tun.
Neben unserem langjährigen Hausmeister, Herrn Noé, ist seit dem vergangenen Sommer Herr Klaus Holper bei uns tätig. Durch seine Umsicht, sein Geschick und seine nette Art hat er sich hier bereits viele Freunde gemacht.
Wir wünschen beiden, dass sie sich in unserer Schulfamilie wohl fühlen.
Für das kommende Schuljahr sind insgesamt 219 Schülerinnen und Schüler für die Jahrgangsstufe 5 angemeldet worden. Es werden 5 Ganztagsklassen – darunter zwei Wahlklassen mit einem Nachmittag – und drei Halbtagsklassen – darunter die bilinguale Klasse mit ebenfalls einem Nachmittag gebildet. Für eine neue Klasse („Realschulklasse“) in der Jahrgangsstufe 11 haben sich 29 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Insgesamt werden über 1700 Schülerinnen und Schüler im kommenden Schuljahr unsere Schule besuchen.
8 Jahre ist es her, dass wir eine bilinguale Klasse einrichten durften. Diese Schülerinnen und Schüler – noch 15 sind dabei – legen am Ende des kommenden Schuljahres in Erdkunde in der Fremdsprache Englisch ihr Abitur ab. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg.
Ab dem neuen Schuljahr wird nicht mehr Erdkunde das fortgeführte bilinguale Fach in der Jahrgangsstufe 12 sein, sondern Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. Damit wird die Kombinationsmöglichkeit mit der Ausbildung Abitur/Fremdsprachenkor-respondenz wesentlich verbessert.
Lange und intensiv ist in verschiedenen Gremien unserer Schule über die Profilbildung gesprochen worden. Viele Möglichkeiten wurden diskutiert. Erhebliche Bedenken wurden vorgetragen. Mit Erleichterung wurde dann ein Schreiben der Ministerin Schäfer vom 25.02.2003 zur Kenntnis genommen, in dem es u.a. hieß:
„Die gegenwärtige Diskussion zeigt mir sehr deutlich: Es ist sinnvoll, dass die Schulen aufgrund ihrer konkreten schulischen Situation die zukünftige Umsetzung der Profilbildung in Eigenverantwortlichkeit wahrnehmen. Die Profilbildung soll deshalb nicht verpflichtend festgeschrieben, sondern als Option eröffnet und nachdrücklich empfohlen werden.“
Am 6. Mai 2003 hat dann die Schulkonferenz einstimmig folgenden Beschluss gefasst:
„Die Schulkonferenz stellt fest, dass mit dem bilingualen Zweig und der Doppelqualifikation Wirtschaftsenglisch/Abitur ein Profil der Schule gegeben ist.
Weiterhin sind die Fächer Informatik, Ernährungslehre und Kunst im Schulprogramm als Leistungskurse namentlich erwähnt. Auch das große Sprachenangebot ist prägend für die Schule. Um für die Schülerinnen und Schüler noch weitgehend die Wahlmöglichkeiten zu erhalten, empfiehlt die Schulkonferenz der Schulleitung die „Profilbildung in der gymnasialen Oberstufe“ nicht verpflichtend einzuführen. Sollten einzelne Fachbereiche ein Profil erarbeiten wollen, begrüßt die Schulkonferenz dies und bittet um Beteiligung an der weiteren Beratung.“
Mit diesem Beschluss sind sicherlich viele Unsicherheiten bei allen Beteiligten vom Tisch.
Freitag, 20.02.2004; Montag 23.02.2004; Dienstag 24.02.2004 (Karneval); Freitag 11.06.2004 (nach Fronleichnam)
Verlängerung des 1. Halbjahres 2003/04:
Der Termin für die Aushändigung der Halbjahreszeugnisse im Schuljahr 2003/04 ist per Erlass auf Freitag, den 13. Februar 2004 festgelegt worden.
Alle Texte unter „Weitere Mitteilungen: Bernhard Ripp
Noch eine Neuigkeit: Dank der Hilfe von Tim Bonnemann (elumni.de) wird unsere Website endlich gestartet! Voraussichtlich ab Anfang Juli sind wir unter www.foerderverein-gdsk.de im Internet. Die Website ist noch im Aufbau, aber einiges ist schon zu sehen.