Gymnasium aktuell - die Schulzeitschrift

Ausgabe Februar 2005 Textversion

 

Das Theater-Highlight des Jahres

 Einsatz und Gewinn!  Eine Betrachtung zu den "Nibelungen"

Was haben wir eingesetzt ? 

 

Geld: Nun, Geld war - Gott sei Dank einmal - der geringste Faktor in dieser Produktion, was unbedingt gekauft oder geliehen werden mußte, wurde besorgt; wir haben ein kleines Plus erwirtschaftet.

 

Kreativität: Wie und wo sollte Siegfried ermordet werden? Lange Zeit war eine Kettensäge im Gespräch. Wie tritt Brunhild auf? Wir wollten sie mit sibirischen Schlittenhunden aufziehen lassen. Wie lange sollten die Kampfszenen sein? Wie lang ist eine Lanze und wie skurril und scharf darf ein Schwert sein, damit man sich nicht selbst verletzt? Wo bekommen wir Schilde her ? Antwort: Alte Verkehrsschilder vom Kerpener Bauhof ! Was muten wir dem Zuschauer in der Abschlussszene zu? Wieviel Blut darf in der Aula fließen ? Wie weit gehen wir in der Hochzeitsnachtszene? Wer die Sage kennt, weiß, das Gunther nicht in seinem Sessel saß! Das Outfit der Damen war über Monate ein Gesprächsthema. Wie hoch schlitzen wir Kriemhilds Rock? Wie verhalten sich die Pferde im Gebäude? Sie haben prompt Haufen gesetzt! Der Spiegel auf der Hinterbühne war zu klein, als dass alle Frisuren und Tattoos vor der Aufführung arrangiert werden konnten. Wer außer Marlen und Randi kann singen? Nichts stand fest, alles musste kreiert werden. Allein mit den Ideen, die verworfen wurden, hätte man noch locker drei völlig verschiedene Aufführungen gestalten können.

 

Zuverlässigkeit: Nachdem wir vor den Sommerferien gesehen hatten, dass nicht wir die "Nibelungen" spielen, sondern das Stück sich selbstständig macht und wir nur seine Sklaven sind, war Zuverlässigkeit kein Thema mehr, - man war einfach pünktlich und zuverlässig - ! Allein in den Sommerferien 04 hat es 20 Probentermine gegeben.

 

Lebenszeit: Viele tausend Stunden sind in das Projekt geflossen, in den letzten Wochen und Tagen haben wir fast in der Aula gelebt. Ich kann mich erinnern, dass einer der Nibelungenhelden morgens um 6 Uhr mit Hagens Speer im Arm eingeschlafen ist. Unvergessen bleibt, wie Anna Lisa Schauff als Schlafsackkarnickel durch die Aula hoppelte, weil sie nicht einschlafen konnte. Wenn die Caspers-Zwillinge wieder einmal zugelangt hatten, konnten wir in der nächsten Woche mehrere Lanzen und Schwerter neu sägen! Siegfried - Sebastian Rolke -als berufstätiger Ehemaliger z.B. fuhr morgens um 5 Uhr zur Arbeit und kam abends um 23 Uhr von der Probe nach Hause; ähnlich Gunther, Gernot und Brunhild!

 

Was haben wir gewonnen?

Für die  Antwort reicht der Platz in "Gymnasium Aktuell" nicht aus! Ich versuch es: Selbstbewusstsein, Freunde, Gemeinschaft ....!!! Ich drücke es anders aus: Nach diesem Stück sind wir alle verändert, positiv verändert; keiner der Beteiligten kann und will dieses Erlebnis missen ! Es ist mit Geld nicht zu bezahlen und in Geldbeträgen nicht auszudrücken. Es war uns vergönnt Dieses zu erleben; klingt kitschig, ist aber wahr.

 

Für die "Nibelungen": Werner Philippi  

 

  

Unterricht

 

Die Vokabelköniginnen 2005...

 

 ... kommen aus Kerpen. Genauer gesagt, aus der Europaschule Kerpen. Noch genauer gesagt: aus der Klasse 6.8 von Frau Palm-Schroetter.

 

Ganz genau handelt es sich um: Maria Wibbe, Kay Erlenkötter, Laura Milz, Miriam Staudt, Audrey Benzow.

 

Wie wird man Vokabelkönig/in? Ganz einfach: Man nimmt am Wettbewerb "Klett sucht Deutschlands Vokabelkönige" teil. Das Ganze findet in einem Chatroom statt. Gefragt ist schnelle Reaktion, absolut überlegenes Vokabel-, Rechtschreib- und Grammatikwissen - und natürlich ein bisschen Glück.

 

Im Dezember hatten die Fünf aus der bilingualen Klasse (sie haben deutlich mehr Englisch-Unterricht und ab der nächsten Klasse auch verschiedene Fächer, wie Erdkunde und Politik, auf Englisch) schon den Titel "Vokabelfürstinnen" gewonnen. Die Fürstinnen und Fürsten spielten am Montag, 24.1.2005, gegeneinander; vier Sieger wurden ermittelt, die wiederum im Halbfinale aufeinander trafen. Schließlich spielten die beiden besten Teams um den Deutschland-Sieg.

 

Und das Team der Europaschule Kerpen hat gewonnen und ist Deutschland-Champion!

 

Ihre Sieger-Antwort: Sherwood Forest, der Wald von Robin Hood. Vorher hatten sie Sätze richtig ins Englische übersetzt, hatten Verben ins Simple Past umgewandelt und vieles Andere mehr - und das unter ständigem Zeitdruck, denn es zählt nur das schnellste Team.

 

Und unser Team war nicht nur das schnellste, sondern auch das beste! In ganz Deutschland!!! Der Lohn: 3000,- € !! Da freute sich nicht nur die Klasse mit ihrer Klassen- und Englischlehrerin Rebecca Palm-Schroetter, sondern die ganze Schule!

     

Bernd Woidtke

 

  

Storyteller Jim Wingate

 

Am 1. Dezember war zum 2. Mal der Storyteller Jim Wingate bei uns und erzählte einen ganzen Schultag lang Geschichten auf Englisch. „Dem Geschichtenerzähler Wingate ist die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer gewiss. Der Waliser ist ausgebildeter Schauspieler und versteht es, alle Sinne seines Publikums anzusprechen. Sein beherztes Auftreten wird durch seine äußere Erscheinung noch verstärkt. Der kleine, lustige Mann trägt zur Halbglatze lange Koteletten und einen kurzen Pferdeschwanz, gestikuliert und bewegt sich viel.“ (aus dem Bonner Generalanzeiger vom Dienstag, dem 5.10.2004)  Erstaunt und stolz auf ihre Englischkenntnisse klatschten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6.

 

Rebecca Palm-Schroetter

 

 

 „American – European Relationships“

 

Zum siebten Mal waren Studenten des St. Olaf College zu Besuch in unserer Schule.  Sie dienten als „Anschauungsobjekte“ für die Klasse 6,8.  Partnerweise befragten sie die Studenten und präsentierten ihre Interviewpartner dann der Gruppe.  Frau Dr. Frederike von Schwerin leitete einen einmonatigen Intensivkurs der US Studenten.  Zwei Wochen verbrachten sie in der Köln-Bonner Umgebung und zwei Wochen in Berlin.  In den Genuss ihres Besuchs bei unserer Schule kamen nicht nur die 6er Schüler, sondern auch der Leistungskurs 3B3 von Frau Palm-Schroetter, die vorher das Thema „American – European Relationships“ behandelt hatte.  Die Studenten und die deutschen Oberstufenschüler haben einen Artikel aus der „New York Times“ vorher gelesen und dann zusammen über die Möglichkeiten der transatlantischen Verständigung in Gruppen diskutiert.  Nachdem die Studenten Gelegenheit hatten dem Literaturkurs von Frau Dr. Eisenlohr zuzuschauen, konnten sie ihre Emails checken, und ein Mittagessen in unserer Mensa genießen. 

 

Rebecca Palm-Schroetter

 

 

"Egg-race" im Förderkurs NW:

 

Auch in diesem Jahr wird der Förderkurs Naturwissenschaften an unserer Schule durchgeführt. 36 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 6, die besondere Freude am naturwissenschaftlichen Experimentieren haben, sammeln ihre ersten Erfahrungen als "Forscher".

Dieses Mal findet in dem Kurs mit der sog. "egg-race"-Methode ein richtiger Wettbewerb statt. "Egg-race" bedeutet, dass die Schüler und Schülerinnen vor ein Problem gestellt werden und nur eine zuvor festgelegte Auswahl an Geräten und Chemikalien erhalten. Hiermit müssen Sie das Problem lösen. Der Begriff stammt aus England. Dort hatte die BBC in den 70er Jahren zu einem Wettbewerb aufgerufen, in dem es darum ging, ein rohes Ei mittels bestimmter Materialien möglichst weit zu transportieren.

Einige Beispiele sollen zeigen, mit welchen Aufgaben sich die Schüler und Schülerinnen im Förderkurs NW auseinander setzen mussten: "Wieviel Gas kommt aus einer Brausetablette?" "Wieviel Wasser steckt in einem Wassertropfen?" "Wer baut den besten Feuerlöscher?" oder "Wer holt die Farbe aus dem Rotkohl?" An den bisher gestellten Aufgaben hatten die Schüler und Schülerinnen viel Spaß und fanden fast immer einen Lösungsweg. Wer eine erfolgreiche Lösung findet und vorführt, der bekommt eine Medaille. Wir sind schon gespannt, wer am Ende des Kurses der Gewinner mit den meisten Medaillen wird.

 

Patrick Krollmann

 

Neue Chemie-Räume

 

Der Zahn der Zeit ist an den Chemieräumen des Gymnasiums nicht ganz vorbeigegangen. So kam es, dass sie mittlerweile nicht mehr den sicherheits-technischen Vorschriften entsprachen. Nun werden Sie renoviert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Kurz vor den Weihnachtsferien wurde der erste Bauabschnitt begonnen. Er umfasst die Sanierung von Raum 66 (Chemie-Übungsraum) und von Raum 67 (der größte NW-Raum). Neue Böden, Tische und Versorgungseinheiten mit Gas und Wasser werden installiert. Vor allem die Neugestaltung des Raums 67 mit einem Abzug, 5 Versorgungseinheiten für jeweils 4 Tische und ein Lehrer-Labortisch für Demonstrationsversuche machen bald auch hier umfangreiches Experimentieren möglich. Die Arbeiten sollen Anfang Februar abgeschlossen sein.

In einem zweiten Bauabschnitt, der voraussichtlich im März beginnt, wird dann noch der Raum 64 (Chemie-Unterrichtsraum) saniert. Auch hier werden die alten Sitzreihen zugunsten einer experimentierfreundlicheren Tischanordnung aufgegeben.

Wir freuen uns, dass wir der größer werdenden Zahl an Schülern, die im Fach Chemie unterrichtet werden, künftig ein deutlich verbessertes Raumangebot machen können.

 

Patrick Krollmann

 

  

Eindrücke eines Fremdsprachassistenten

 

Liebe Leser und Leserinnen,

 

Zuerst muss ich allen Lehrern und Schülern für den guten Empfang im Gymnasium Dank aussprechen. Ich bin sehr glücklich hier mitzuarbeiten. Ich meine, dass im Fach Spanisch viel und hart gearbeitet wird, deswegen habe ich in diesem Gymnasium eine sehr hohe Sprachkompetenz vorgefunden.

 

Wir arbeiten gerade in der Vorbereitung des Bundeswettbewerbs und hoffen, dass die Mühe der Teilnehmer belohnt wird. Der Workshop (dienstags von 13:50 bis 16:05 Uhr) findet regelmäßig statt, aber ich hoffe, dass die Teilnehmer in den nächsten Wochen noch mehr werden, weil es einige Leute (ihr wisst schon, wen ich meine!) gibt, die eine kleine Hilfe brauchen. Wir haben gerade auch im 12er Grundkurs (9) ein Projekt über "Tourismus und Umwelt in Andalusien" durchgeführt, und die Ergebnisse waren lustige und interessante Vorträge, trotz einiger sehr mitteilungsbedürftiger Zuhörer.

 

Ich verabschiede mich bis zum nächsten Mal und hoffe, dass im Lehrerzimmer immer noch viel Schokolade ist (wie kurz vor Weihnachten!).

 

Mit freundlichen Grüßen.

 

Eugenio Vazquez.

Fremdsprachassistent im Fach Spanisch

 

  

Be smart – Don’t start - Nichtraucherprojekt der Klasse 8.4

 

Seit dem 15. November nimmt die Klasse 8.4 an dem Nichtraucherprojekt „Be smart – Don’t start“ teil. Ein Artikel im Kölner Stadtanzeiger mit der Überschrift „Kampagne für Verzicht auf Glimmstängel“ machte mich aufmerksam. Ich las den Artikel und hielt dieses Projekt sofort für eine gute Idee, auch wenn mir manches etwas ungenau erschien. Daraufhin rief ich bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an, bei der ich eine Internetadresse erhielt.

Endlich erfuhr ich konkret, was es mit diesem Projekt auf sich hat: Die Aktion wendet sich an Schüler im Alter von 11 bis 14 Jahren. Das Einstiegsalter zum Rauchen liegt derzeit, nach Angaben der deutschen Krebshilfe, bei 11,6 Jahren. Die Schüler, die an dem Projekt teilnehmen, verpflichten  sich, bis April 2005 keinen Glimmstängel anzurühren. In Aussicht stehen eine Klassenfahrt nach Italien, neun Tagesausflüge in benachbarte Fun-Parks und neunzig  Karten fürs Kino.

Mit diesen Informationen bin ich zuerst zu unserer SV-Lehrerin Frau Salz gegangen, die mir dann auftrug mit unserem Klassenlehrer Herrn Schorn zu reden. Ihm gefiel das Projekt und er wollte es unterstützen Die Klasse hat einstimmig abgestimmt und dadurch nehmen wir an dem Projekt teil. Uns würde freuen, wenn noch andere Klassen unserer Schule daran teilnehmen würden.

Infos unter www.besmart.info

 

Tabea Perger, Klasse 8.4

 

 

Austausch

 

Erster China-Austausch 2004

 

Letztes Jahr wurde uns von der Schule ein besonderes Angebot gemacht: Zum ersten Mal konnte eine Gruppe von Schülern der Jahrgänge 8 bis 12 an einem Austauschprogramm der Superlativen teilnehmen. Für drei Wochen gingen wir nach China, begleitet von Herrn Reinhardt, Frau Ulbrich und Herrn Brosius. Natürlich bereiteten wir uns ein halbes Jahr vorher intensivst auf ein Land vor, das von so unvorstellbar vielen Leuten bewohnt wird und in den letzten Jahren eine so rasante Entwicklung durchlaufen hat, dass man es schon fast nicht glauben kann. Außer man war da.

Begonnen hat unsere Reise in den fernen Osten am 13.10., einem eigentlich ganz normalen Mittwoch kurz vor den Ferien. Aber ans andere Ende der Welt zu kommen ist von hier aus gar nicht mal so einfach. Von Horrem ging es mit dem Zug nach Köln, umsteigen in Stuttgart, in München inklusive 20 kg schweren Koffern in die S-Bahn (und zwar zur Rushhour), am Flughafen raus und auf den Flieger warten. Und das war nur die Einleitung zu etwas, das uns in China erwarten sollte... Wir flogen nach Peking und stiegen direkt in das Flugzeug nach Shanghai um. Und man sollte nicht glauben, dass dieser Flug drei Stunden dauert. Wir bekamen eine ungefähre Ahnung davon, dass dieses Land wohl doch noch größer war als angenommen. Und in Shanghai bewahrheitete sich das. Nicht nur das Land war größer: die Häuser, die Straßen und die „Shopping Malls“ waren es auch. Von Shanghai fuhren wir mit einem Reisebus aus nach Suzhou, dem konkreten Gegenteil zu Shanghai. Natürlich war auch das im Vergleich zu Kerpen fünf Nummern größer, trotzdem ist es eine (für chinesische Verhältnisse) „kleine“ Stadt, die für ihre Gärten berühmt ist. Diesem kleinen Abstecher folgte der eigentlich spannendste Teil. Wir kamen nach Hangzhou, wo wir uns eine Woche bei Gastfamilien aufhielten. Wir wurden am Tag der Ankunft, dem 18., in unserer neuen Partnerschule, dem Gymnasium Nr. 5, herumgeführt. Natürlich war das auch nur eine winzige Schule (ca. 2800 Schüler), und man wollte uns nicht wirklich glauben, dass unsere Schule kleiner ist. Es gab ein Büfett, um uns zu begrüßen, mit interessanten Dingen, die sich teilweise später als Hund entpuppten. Das Klischee lebt...

In dieser Woche machten wir viele Ausflüge in die Umgebung von Hangzhou, aber grundsätzlich ohne die Begleitung unserer Austauschpartner, die sich in der Schule mit etwas Sinnvollerem beschäftigen mussten. So kamen wir zum bekannten „West Lake“, auf eine Teeplantage, in buddhistische Tempel und in unglaublich teure Restaurants, in denen es auf Wunsch Dinge wie Heuschrecken gab. Wir wurden, bis wir aus Hangzhou abreisten, ständig begleitet von unserem Reiseführer und Dolmetscher Herrn Mao, dem ein besonderes Lob gebührt. Ohne ihn wären wir in einem Land, in dem kaum einer Englisch spricht, wohl verloren gewesen. Nach Hangzhou fuhren wir nach Yichang (Staudammprojekt bestaunen), Xi’an (frühere Hauptstadt Chinas, wichtige Stadt für die Seidenstraße und nebenbei der Ort, an dem die berühmte Terrakotta-Armee entdeckt wurde) und Louyang (dort stehen die berühmten Buddha-Figuren). Unsere Reise endete in Peking, denn eine Reise nach China wäre undenkbar gewesen ohne die Mauer, die Verbotene Stadt, den Platz des Himmlischen Friedens und die berühmte Peking Oper.

Es war eine Reise, die oft zum Nachdenken angeregt hat und es auch heute noch tut. Viele Dinge waren augenöffnend, andere waren nach europäischen Standpunkten eher zweifelhaft. Manchmal verstand man die Mentalität der Menschen, und manchmal war ihr Verhalten nicht ganz nachzuvollziehen. Ich glaube, dieses Austauschprogramm hat alle Teilnehmer einen großen Schritt nach vorne gebracht. Wir haben in wenigen Wochen so viele Erfahrungen sammeln können, dass wir sicherlich alle dazugelernt haben. Natürlich war es kein Urlaubsprogramm. Es war manchmal sehr viel anstrengender als ein Schultag mit neun Stunden. Wir haben so viele Hotelzimmer gesehen, zwei chinesische Schlafwagen, einen normalen Zug, Flugzeuge, Busse, Taxis, U-Bahnwaggons, Privatwagen, dass man manchmal, wenn man abends Tagebuch schreiben wollte, ganz vergessen hatte, was man denn vormittags getan hatte (ich kann den 2.11. bis heute nicht ganz rekonstruieren). Am 4.11. kamen wir jedenfalls abends zurück nach Deutschland, zum Teil froh (zum Beispiel endlich wieder lesen können, wohin denn dieser Zug gleich fahren wird, Kartoffelchips kaufen, auf denen Kartoffel drauf steht und trotzdem kein Reis drin ist...), aber zum Teil auch sehr traurig, dass eines der größten Abenteuer, das die Schule uns bieten konnte, schon vorbei war.

Wer sich bei Namen wie Shanghai und Peking am liebsten gleich in den nächsten Flieger stürzen würde, für den gibt es eine gute Nachricht. Im Sommer, wenn wir von den Chinesen besucht werden, werden wir einen kleinen, deutsch-chinesischen Abend veranstalten. Wir werden genauer über unsere Erlebnisse berichten, werden Informationen über Land, Leute, Küche und natürlich den nächsten Austausch herausgeben und können vielleicht sogar ein paar Beiträge von unseren Gästen erwarten. Es wäre unglaublich schön, wenn möglichst viele Leute kommen würden und den Chinesen das gleiche positive Feedback geben würden, wie wir es auch von ihnen bekommen haben.

 

Sarah Braun, 11.05

 

  

Texas-Austausch - diesmal aus Lehrersicht!

 

Das Jahr geht so schnell vorbei, dass wir in Texas immer wieder den Satz hören: " The Germans are back - it must be Easter - unbelievable!"

Kaum zu glauben! In diesem Jahr wird der Texas-Austausch zum 20. (!!!) Mal stattfinden. Am 18. März werden wir mit 20 (!!) Schülerinnen und Schülern losfahren, dieses Jahr wieder nach Temple.

1985 war das Jahr der ersten Kontaktaufnahme: Wir fanden eine Schule, nämlich Waco High School, und einen texanischen Deutschlehrer, Mr Flentge, der bereit war sich auf das Wagnis "Schüleraustausch" einzulassen. 1986 kam dann die erste Schülerreise, und seitdem haben fast 350 Schülerinnen und Schüler an diesem Austauschprogramm teilgenommen. 1994 ist parallel zu der Schülergruppe eine 15-köpfige Lehrergruppe unserer Schule zu einer Studienreise nach Texas mitgereist.

Seit 10 Jahren haben wir eine zweite feste Partnerschule, nämlich Temple High School, an der unsere Freundin und Kollegin Nella Spurlin Deutschlehrerin ist. Sie und Christine Taylor, die jetzige Deutschlehrerin von Waco High School, haben uns in all den Jahren mit ihrem Engagement und ihrer Zuverlässigkeit unterstützt.

Natürlich haben wir in diesen Jahren viel gesehen und erlebt, Neues, Interessantes, Aufregendes, Schönes, Ärgerliches, Unvergessliches,  und - was vielleicht das Allerschönste ist - wir haben sehr viele wunderbare neue Freunde gefunden. Sowohl in Waco als auch in Temple gibt es Gastfamilien und Lehrerinnen und Lehrer, die uns jedes Jahr wieder in ihre Häuser und ihre Familien aufnehmen, uns umsorgen und verwöhnen, uns ihre Neuigkeiten erzählen und unsere Neuigkeiten hören wollen. Es ist sehr spannend, solch ein zweites Zuhause weit weg von zu Hause zu haben, sich in der Fremde so gut auszukennen, dass die Fremde auch zu einem Stück Heimat geworden ist.

In den Jahren, in denen wir unsere texanischen Lehrerkollegen beobachteten und begleiteten, ist uns klar geworden, wie hart das Arbeitsleben in den Vereinigten Staaten ist, wie unsicher Arbeitsstellen sind, wie gefährdet die Arbeitsplätze schon sind, wenn man krank wird, wenn man schwanger wird - das alles erfährt man nicht, wenn man dieses wunderbare Land als Tourist bereist und man nur die positiven Seiten und die tolle Landschaft kennen lernt. Wir waren während des ersten Irakkrieges und während des zweiten Irakkrieges in Texas, und uns und unseren Schülerinnen und Schülern ist es nicht immer leicht gefallen, die amerikanische Politik zu verstehen und Andersdenkende zu akzeptieren. Was wir in Amerika gelernt haben, ist erst einmal zuzuhören, erst einmal herauszufinden, warum der andere so denkt und so handelt.

Leicht gemacht wurde uns das immer durch die große Offenheit, mir der die meisten Amerikaner uns begegnet sind, durch ihren Wunsch, über uns wirklich und ernsthaft mehr über die Welt außerhalb der USA zu erfahren.

Leicht gemacht wurde es uns auch durch eine andere Gesprächskultur in Amerika. In Deutschland neigen wir sehr schnell dazu zu kritisieren, Negatives herauszustellen, vieles besser wissen zu wollen, sehr schroffe Urteile zu fällen - da sind die Amerikaner anders. Sie sehen häufig zunächst das Positive, sind sehr vorsichtig mit Kritik, ganz im Gegenteil, sie loben häufig den Weg, den man einschlägt, und nicht erst das Ergebnis.

Leicht gemacht wurde es uns auch durch die überwältigende Gastfreundschaft, die wir immer wieder erfahren haben.

Leicht gemacht wurde es uns auch durch unsere Schülerinnen und Schüler, die sich offen und neugierig in dieses Abenteuer stürzten, die zeigten, dass sie gelernt haben, Rücksicht zu nehmen, höflich zu sein, schwierige Situationen auszuhalten, sich auf diese andere, oft recht fremde Welt einzulassen. Viele Kontakte, die unsere Schülerinnen und Schüler knüpften, waren so schön und so intensiv, dass wir die schrecklichsten Abschiedsszenen ertragen mussten und manchmal nur mit düsteren Drohungen alle dazu bewegen konnten, nun endlich doch in den Bus einzusteigen, der uns zum Flughafen nach Dallas bringen sollte. Die meisten Tränen versiegten während der zweistündigen Fahrt, aber einmal mussten wir ein laut schluchzendes, sich heftig wehrendes großes Mädchen ins Flugzeug zerren und den Mitreisenden erklären, dass wir dieses Mädchen nicht entführten, sondern nur wieder nach Hause in den Schoß ihrer Familie brachten...

Natürlich gibt es Dutzende solcher Geschichten, die uns im Nachhinein immer wieder zum Lachen gebracht haben. Und all diese Erlebnisse bringen uns dazu, jedes Jahr wieder den Austausch zu planen, im Detail vorzubereiten, vier Wochen lang die Verantwortung für eine große Gruppe Jugendlicher zu übernehmen, den Rückbesuch zu organisieren, kaum dass er vorbei ist, die Tickets für das nächste Jahr zu reservieren....um dann wieder zu hören. "Oh good, the German Easter bunnies are back!"

Natürlich feiern wir das Jubiläum "20 Jahre Texas-Austausch", und zwar am Samstag, 25. Juni 2005. Alle, die schon einmal am Texas-Austausch teilgenommen haben und alle, die sich dafür interessieren, sind zu dieser Feier herzlich eingeladen. Es wird ein buntes Programm geben, Grußworte von unseren amerikanischen Gästen, ein Theaterstück über "Deutsche Auswanderer in Texas", amerikanische Lieder, eine Square Dance-Vorführung, Square Dance zum Mittanzen, ein Tex-Mex-Büfett in der Mensa, begleitet von Big Band -Klängen, also ein großes Fest!

Schon vorher, nämlich am Sonntag, 12. Juni, wird eine Musikveranstaltung stattfinden, ein Barbershop-Quartett wird mit einem bunten Programm unterhalten, danach stellt sich das neue Jazz-Ensemble der Schule (Leitung: Frau Theil) vor.

 

Christiane von Freeden und Christian Eisenlohr

 

 

 

The West Bridgford School – Europa-Gymnasium Kerpen –

“The Exchange Programme was really great fun.“

 

 „Nottingham und London waren total super,“ meinte ein Teilnehmer des achtundzwanzigsten Austauschs im April 2004 beim Rückflug von England. – „Stimmt,“ sagte eine Teilnehmerin. „Ich möchte meine Gast-Familie und meine Partnerin so bald wie möglich wieder sehen. Die waren echt cool. Sie haben mich sogar wieder privat eingeladen und ich fahre in den Sommerferien hin.“

Insgesamt zweiundsiebzig Schülerinnen und Schüler unserer Schule wollten im Jahr 2004 am Austausch teilnehmen und meldeten sich an, aber leider fanden sich nur achtundzwanzig englische Schülerinnen und Schüler, also musste die Mehrzahl der deutschen Bewerberinnen und Bewerber enttäuscht zu Hause bleiben, während die Gruppe des 28. Austauschs auch von Frau Bergerhausen und Frau Lentzen-Burmester begleitet wurde. Die glücklichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen in Nottingham wie immer ein super Programm geboten.

 

Unter anderem gab es eine Gerichtsverhandlung, in der eine deutsch-englische Jury (siehe Foto) ein Urteil  über einen Jugendlichen zu finden hatte, der des Drogenkonsums und des Drogenhandels verdächtig war. Das klare Urteil lautete: „Freispruch mangels eindeutiger Beweise.“

Die vorgelegten Beweise und die Zeugenaussagen reichten nicht für eine Bestrafung aus. Natürlich sprach der Richter bei der Urteilsverkündung dem Angeklagten ins Gewissen.

Die deutschen und englischen Zuschauer fanden das Urteil in der Sache in Ordnung, aber nicht alle wollten den Angeklagten innerlich freisprechen.

Der natürlich nicht zufällig anwesender Bobby, N. Nowak, wollte sich trotz mehrfacher Nachfrage zum Urteil nicht äußern.

Die Gerichtsverhandlung fand im alten Gericht in Nottingham statt, das heute ein Museum ist und die Gerichtsverhandlung war nur nachgestellt. Die deutschen Teilnehmer zeigten, wie souverän am Europa-Gymnasium gelernt wird, denn, wenn man das Lampenfieber in Rechnung stellt, hatten sie überhaupt keine Probleme mit der Amtssprache – Englisch natürlich.

Von ihrem Rückbesuch in Kerpen wieder zu Hause, zeigte schon die erste E-Mail aus Nottingham, wie viel Spaß alle auch in Deutschland gehabt hatten. Damit war das abwechslungsreiche Programm gemeint, ganz besonders das Streetball Turnier, an dem auch die englischen Gäste mit drei Teams teilnahmen, aber auch der traditionelle Trip in das Phantasialand – ebenso traditionell wie zuvor der Besuch von Alton Towers Theme Park – allen bestens aus dem Englischbuch vertraut.

 

Inzwischen sind die Vorbereitung für den 29. Austausch in vollen Gang, denn bereits am 12. März 2005 fährt die deutsche Gruppe nach England. Es gab fast unglaubliche fünfundsiebzig Bewerbungen – eine tolle Bestätigung für das Programm – aber leider fanden sich diesmal nur zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei unserer Partnerschule The West Bridgford School. Hoffen wir auf mehr Interesse im nächsten Jahr, denn, wie gesagt: „It was really great fun.“

 

Hans-Ulrich Bergerhausen

 

  

Work Experience in England

 

Fünf Schülerinnen und Schüler unserer Schule absolvierten das obligatorische Berufspraktikum des Jahrgangs 12 nicht zu Hause in Kerpen und Umgebung, sondern in England.

Anika Kocks, Maja Mulavdic (beide an The West Bridgford School), Martina Musik (Lady Bay Dental Care), Roxana Wetter (Comfort Hotel) – alle vier in Nottingham, sowie Holger Böhne und Mira Dimitrov waren die sechs Glücklichen von ursprünglich sechszehn interessierten Schülerinnen und Schülern, die die oft stressige Vorbereitung bis zum guten Schluss durchhielten. Denn sie mussten nicht nur den ersehnten Praktikumsplatz finden, sondern auch eine Gastfamilie für die zwei Wochen ihres Aufenthalts.

Dabei half in Nottingham ganz besonders Mr Jason White von unserer Partnerschule The West Bridgford School in Nottingham, der dort seit vielen Jahren mit großer Begeisterung das gemeinsame Austauschprogramm mit unserer Schule betreut.

Allen Gastfamilien in England sei hier noch einmal für ihre Großzügigkeit besonders gedankt. Es ist sicherlich nicht selbstverständlich, einem Gast für zwei Wochen eine (kostenlose) zweite Heimat zu bieten, auch wenn manche der englischen Familien ihre Töchter und Söhne schon umgekehrt während deren Praktika sicher bei Kerpener Eltern untergebracht wussten. Oft lassen sich übrigens auch Unterkünfte bei Familien finden, die sich bereits am Austausch beteiligt haben.

Die Idee, das Praktikum im Ausland zu absolvieren, ist im Grunde eine natürliche Folge der zahlreichen Auslandskontakte und Austauschprogramme unseres Gymnasiums der Stadt Kerpen, das sich aus gutem Grund „Europaschule“ nennen kann.

Für Praktikumsberichte in englischer Sprache, die besondere Qualitäten aufweisen, gibt es eine Auszeichnung; außerdem wird das im Zeugnis besonders vermerkt. - Martina und Holger teilen sich den Preis in diesem Jahr.

 

Hans-Ulrich Bergerhausen

 

  

St. Petersburger SchülerInnen vom 31.10.-10.11.2004 in Kerpen

 

Nachdem wir erst lange auf die Teilnehmerliste gewartet hatten, die sich dann mehrmals wieder änderte, uns dann die Köpfe zerbrochen hatten, wie wir am preiswertesten 11 russische SchülerInnen und ihre Lehrerin Natalja Jurevna vom Flughafen in Frankfurt nach Kerpen transportieren könnten, konnten wir unsere St. Petersburger AustauschpartnerInnen am 31. Oktober 1004 doch am Flughafen Düsseldorf abholen.

Eigentlich hatten die deutschen SchülerInnen für den Abend eine Halloween-Party geplant, doch die meisten PetersburgerInnen waren bereits um 18.00 Uhr vor Erschöpfung eingeschlafen – die Reise war eben doch sehr anstrengend gewesen! Man hatte jetzt zwar doch einen Flug nach Düsseldorf buchen können, aber nur von Moskau aus, sodass unsere russischen Gäste vor dem eigentlichen Flug erst einmal eine so gut wie schlaflose Nacht im Zug von St. Petersburg nach Moskau und dann auch noch einige Stunden zwischen dem Bahnhof und dem weit entfernten Flughafen Sheremetjevo verbracht hatten. Zum Glück begann der Austausch mit einem Feiertag, an dem alle vor der Besichtigung der Brühler Schlösser ausschlafen konnten.

Unsere Schule hat den Petersburger Schülerinnen und Schülern sehr gut gefallen. Sie waren überrascht über die gute Atmosphäre. Neben den Besuchen der Unterrichtsstunden der jeweiligen deutschen AustauschpartnerInnen hatten unsere Gäste die Gelegenheit, sich mit den SchülerInnen der Klasse 11.06 über das Thema ”Young people and their problems with parents in Germany and Russia“ auszutauschen. Der gemeinsame Englischunterricht mit den Klassen 5.1 und 6.1 machte allen SchülerInnen viel Spaß. Die wichtigste schulische Aktivität aber war der Tandem-Unterricht mit dem Russischkurs der Klasse 9: Gemeinsam erarbeiteten die SchülerInnen wichtiges Vokabular und Satzstrukturen, die man auf einem Austausch beim Essen in den Gastfamilien dringend braucht. Hierbei unterrichteten die deutschen SchülerInnen die russischen in der deutschen Sprache und die russischen SchülerInnen die deutschen in der russischen. Als würdigen Abschluss dieser Reihe frühstückten alle gemeinsam auf Russisch und Deutsch. Außerdem stand am letzten Abend gemeinsames russische Kochen in der Lehrküche der Europaschule auf dem Programm, an dem auch einige SchülerInnen des Diff-Kurses teilnahmen.

Wie wichtig das Thema „Zu Tisch“ für einen deutsch-russischen Austausch ist, zeigte die Verwunderung und große Belustigung der Petersburger SchülerInnen als man ihnen sagte, dass man die Frage „Möchtest du etwas essen?“ durchaus mit „Ja“ beantworten kann, ohne dabei unhöflich zu wirken. Für einen Deutschen mag es merkwürdig klingen, ein Essensangebot abzulehnen, wenn man Hunger hat. Aber bei näherer Betrachtung ist die typisch russische Antwort „Nein, danke“ keine wirkliche Ablehnung, sondern entspricht der russischen Etikette: Man sagt nie offen, dass man etwas essen möchte, auch wenn es für alle Gesprächspartner offensichtlich ist, dass man hungrig ist. Nach längerer Diskussion darüber konnten sich die russischen SchülerInnen dieses Jahr jedenfalls offensichtlich in den Familien dazu durchringen, nicht jedes Angebot abzulehnen und es gab keine Telefonanrufe besorgter deutscher Eltern bezüglich der Essgewohnheiten ihrer GastschülerInnen.

 

Neben Unterrichtsbesuchen zeigten wir unseren Partnern auch die Umgebung: Erst einmal besichtigten wir natürlich Kerpen, wo wir u. A. auch von der neuen Bürgermeisterin im Rathaus empfangen wurden. Besonders gefallen hat den SchülerInnen „unser“ Einkaufszentrum! Frau Wöstmann führte uns durch Bonn und Aachen und wusste viel Interessantes zu erzählen. Wir hatten außerdem eine tolle russische Führung im Haus der Geschichte in Bonn und eine noch bessere im Kölner Dom, die wir Familie Guse zu verdanken haben: Wir durften nämlich mit dem Lastenaufzug hinauf fahren und konnten den Dom sozusagen aus der Perspektive eines Bauherren besichtigen. Besonders beeindruckend war der Blick auf den Innenraum des Doms von der Galerie aus. Ferner bewegten wir uns auf den Spuren der alten Römer in Köln. Die Petersburger waren sehr erstaunt über das Alter der Lagerhallen unter Groß  St. Martin – St. Petersburg ist schließlich gerade erst 301 Jahr alt geworden!

Sportliche Aktivitäten und Einkaufsbummel kamen ebenfalls nicht zu kurz: Vom Klettern in der Kletterfabrik über gemeinsames Kegeln in Kerpen bis zu Einkaufsbummeln in jeder Stadt war alles dabei. Außerdem kennen wir jetzt bestimmt jede Toilette zwischen Köln und Aachen (Sogar in 50 m Höhe im Inneren des Doms gibt es eine!)...

Zum Abschluss noch einmal ein großes Lob an die Kerpener Schülerinnen und Schüler Stefan, Tobias, Alexandra, Holger, Anna, Christina, Lars, Sergey, Xenia, Katharina und Christian, die viel Selbstlosigkeit und Verantwortungsbewusstsein zeigten und unseren Partnern den Aufenthalt bei uns zu einem unvergesslichen Erlebnis machten – v.a. werden sie sich wohl nicht so schnell wieder allein an Gleis 11 des Kölner Hauptbahnhofs in die nächstbeste Bahn setzen im Vertrauen darauf, sie werden wohl irgendwie in Horrem ankommen!!!

 

Katharina Schulte-Mattler

 

  

Musik

 

Big-Band-Jubiläum: 10 Jahre!

 

Zahlreiche Gäste – darunter auch  besonders viele ehemalige Bandmitglieder – hatten sich am Freitag, dem 2. Juli 2004 in der Mensa eingefunden, um gemeinsam mit der Schul-Big-Band  das zehnjährige Bestehen würdig zu feiern.

„Kurze Ansprachen von Schulleiter Bernhard Ripp und Bürgermeister Ralf Valkysers wiesen auf das große Engagement von Johannes Schumacher, dem Big-Band-Leader hin, ohne den es die Band nicht geben würde. Herr Kuhtz, Vater des Drummers Benny, überreichte Herrn Schumacher im Namen der Eltern aller Bandmitglieder eine Urkunde und ein Geschenk. Im Vordergrund aber stand die Musik: Das große Publikum wurde von Beginn an vom professionellen Sound der Band mitgerissen, die inzwischen ein umfangreiches Repertoire erarbeitet hat. Von Glenn Miller über Bert Kaempfert zu We Are The Champions und The Lion Sleeps Tonight – man zweifelte doch erheblich daran, dass es Amateure sein sollen, die diese hochklassige Musik machten!“ (Bernd Woidtke  in: www.gymnasium-kerpen.de)

Sibylle Machefer schrieb in der Kölnischen Rundschau vom 6. Juli 2004 - unter der Überschrift „Querschnitt durch ein Jahrzehnt“ -  folgendes:

„In lockerer Atmosphäre und mit einem kölschen Büfett feierte die Big-Band des Kerpener Gymnasiums am Freitagabend in der Mensa der Europaschule ihr zehnjähriges Bestehen. Doch Furcht davor, bei der herrschenden Geräuschkulisse unterzugehen, hatte der Leiter der Big-Band, Johannes Schumacher, nicht: Wir werden uns lautstärkemäßig schon durchsetzen. Und da hatte er wirklich nicht zu viel versprochen.

In zehn Jahren hat sich die Band zu einem Markenzeichen des Gymnasiums entwickelt. In der vollbesetzten Mensa ließen die Musikerinnen und Musiker einen Querschnitt ihres Repertoires erklingen. Los ging es mit Billy’s Rock Party und dem Sugar Blues. Aus dem Konzertprogramm des Jahres 1997 präsentierten die Bandmitglieder ein Andrew-Lloyd- Webber-Portrait und die Melodie der Maus. Kräftig mitwippen konnten die Zuhörer bei Samba De Janeiro und Rock Around The Clock. Aber auch die etwas leiseren Töne liegen der Band, wie sie mit den Stücken We Are The Champions und The Lion Sleeps Tonight bewies.

In der Band sind sowohl Schüler, ehemalige Schüler als auch Lehrer aktiv. Gerade der ständige Verlust von  Musikern, die nach dem Abitur andere Wege gehen, macht es Schumacher nicht leicht, den sehr hohen Leistungsstand der Band zu halten.

Und doch hat sich die Band einen Namen gemacht. Oft reisen die Musiker zu Auftritten. Dabei steht vor allem der Kontakt zu den Partnerschulen hoch im Kurs. Es wurden schon zahlreiche Reisen nach Belgien, Frankreich und Polen unternommen, und das ausschließlich in der schulfreien Zeit oder an Wochenenden.

Greifbares Zeugnis der Big-Band-Geschichte legen die drei CDs ab, die die Band mittlerweile herausgebracht hat.“

 

Johannes Schumacher

 

 

Weihnachts-Hits im „Happy Sound“ - Die Big-Band-CD zum Adventssingen ist da!

 

Pünktlich zum Weihnachtsfest ist die vierte CD der Big-Band des Gymnasiums der Stadt Kerpen unter der Leitung von Musiklehrer Johannes Schumacher fertiggestellt. Sowohl „alte“ als auch „neue“ Christmas-Songs zum Mitsingen sind auf dem Tonträger „Weihnachten in Kerpen“ enthalten. Die jungen Musikerinnen und Musiker der Big-Band wollen mit dieser als Playback konzipierten Scheibe all jenen Hilfestellung leisten, die gerade auch in der Advents- und Weihnachtszeit gerne singen, aber nicht die Möglichkeit haben, diese Lieder auch instrumental zu begleiten.

Unter dem bewährten Dirigat von Musikkollege Herbert Vietor spielt die Band flotte und „rockige“ Arrangements vieler bekannter Weihnachtslieder aus fünf Jahrhunderten; und – wie könnte es bei dem Namen der Schule auch anders sein – stammen diese Lieder aus: England, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, den USA und natürlich Deutschland. Die ganzen alten Christmas-Songs in einem „Happy Sound“, der einfach zum Mitsingen einlädt!

Vom Mendelssohn-Bartholdy-Hymnus Hark! The Herald Angels Sing über Jingle Bells - Vom Himmel Hoch - Les Anges Dans Nos Campagne - Mary’s Boy Child - O Du Fröhliche - Winter Wonderland - Morgen, Kinder Wird’s Was Geben, über den großen Hit Rudolph, The Red-Nosed Reindeer bis zu Feliz Navidad, dem wunderbaren Song von José Feliciano, O Tannenbaum - Stille Nacht - Ihr Kinderlein Kommet und schließlich We Wish You A Merry Christmas bereitet die CD der Big-Band beschwingte und festliche Weihnachtsstimmung.

Zum Ein- und Ausklang ist das Festgeläut der Glocken von St. Martinus - der Stiftskirche in Kerpen - zu hören.

Live erleben konnte man die Big-Band mit ihrem CD-Repertoire beim traditionellen Adventssingen der Europaschule am Donnerstag, dem 23.12.2004, 11.30-13.20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums.

Hierzu waren - wie immer - besonders die Klassen 5 & 6 eingeladen, aber die Aula platzte wieder einmal aus allen Nähten, als die Band mit ihrem unüberhörbaren Sound die Schule füllte.

Denn es waren wirklich alle gekommen, die - wie es auf dem Plakat hieß - Zeit und Lust hatten zu singen...und diesmal konnte Schulleiter Bernhard Ripp nach der Veranstaltung wirklich alle Schülerinnen und Schüler in die Weihnachtsferien „entlassen“ - es fand kein Nachmittagsunterricht mehr statt!

 

Johannes Schumacher

 

 

Forum Junger Künstler – An Nam Pham

 

Am 26. September wurde das Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Bühnensaal Zeuge eines besonderen Ereignisses: An Nam Pham (15) aus Klasse 9.7 setzte als Solist die erfolgreiche und inzwischen aus dem Kulturkalender der Schule nicht mehr wegzudenkende Konzertreihe mit einem äußerst anspruchsvollen Programm für Klavier fort.

 

Eher verhalten spielte An Nam zunächst einen Tango von Isaac Albeniz, und es gelang ihm fast mühelos, die rhythmische Raffinesse des Tanzes hörbar zu machen. So vorbereitet machte sich An Nam an den Aufstieg in musikalisches Hochgebirge, den ersten Satz der „Sturm“-Sonate von Beethoven, ein Abenteuer, das An Nam mit technischer Bravour bewältigte, dem Flügel in stürmischem Aufbrausen mit großem Atem mächtige Klänge abverlangend. Die Zuhörer wurden so in den Bann dieses Aufruhrs gezogen, dass sich die atemlose Konzentration und Spannung erst allmählich in begeistertem Beifall löste.

 

Mit Chopins Fantasie-Impromptu op.66 hatte An Nam bereits das Publikum des Musikabends im März zu Beifallsstürmen hingerissen und auch jetzt glänzte er mit perlenden Sechzehntelgirlanden und brachte den Flügel regelrecht zum Singen. Das war wunderbar. Als Zuhörer konnte man darüber fast vergessen, wie viel spieltechnisches Können und musikalisches Gespür hinter der so selbstverständlich klingenden Leichtigkeit seines Spiels steht.

 

Nach der Pause unternahm An Nam einen zweiten Gipfelsturm mit der Appassionata-Sonate von Beethoven, über die schon Zeitgenossen gesagt haben: „So was kann man nicht so einfach spielen“, und noch heute wird sie von großen Pianisten zum Nachweis ihrer „Beethoventauglichkeit“ gespielt. An Nam focht das nicht an: Mit großer Beherztheit nahm er den ersten Satz in Angriff und bewältigte ihn bewundernswert.

 

Aber das eigentliche Ereignis des Nachmittags waren die leisen Momente in An Nams Konzert, die er mit ausgeprägtem Feinsinn und großer Musikalität zu eindringlichen Hörerlebnissen machte.

 

Die Moderation wurde wieder von Monika Theil übernommen, die mit Charme, Witz und einer gut verträglichen Dosis hilfreicher Informationen über Komponist und Komposition durch das Programm führte.

 

Für den begeisterten Beifall bedankte sich An Nam mit einer Zugabe und wurde mit Blumen von höchster Stelle, aber auch von den Anhänger/innen aus seiner Klasse überhäuft. Eine besondere Auszeichnung war wohl das Geschenk einer noch sehr kleinen Verehrerin, die das gerade überreichte Präsent gleich wieder mitnahm, um es selber auszupacken.

 

Christian Eisenlohr

 

 

Forum junger Künstler  – Verena Vandervelt

 

“Forum junger Künstler” – na ja, zu meiner Zeit hieß sowas noch profan “Schulvorspiel”. Wer sich aber am Nachmittag des 2. Mai diesen Jahres in den annähernd überfüllten Bühnensaal unserer Schule begab, merkte schnell, dass der Titel dieser allseits beliebten Konzertreihe nicht zu viel verspricht.

An jenem Tag konzertierte Verena Vandervelt, damals Schülerin meiner achten Klasse (heute neun), fröhlicher Teenie, Klaviervirtuosin. Das Programm kündigte eine weit gefächerte Auswahl anspruchsvollerer Stücke der Literatur von Vorklassik bis gemäßigter Moderne an, zudem zwei Eigenkompositionen der jungen Künstlerin. Man war gespannt.

Nicht zu Unrecht, wie sich herausstellte. Verena beeindruckte vom einleitenden Allegro der C-Dur Sonate W. A. Mozarts bis hin zu einer Chopin-Nocturne, die den Nachmittag etwa eineinhalb Stunden später stilvoll ausklingen ließ, mit souveräner Bühnenpräsenz, konzentriertem Spiel und brillanter Technik. Dabei überzeugte sie nicht nur als Solokünstlerin, sondern bewies auch ihre Vielseitigkeit, indem sie u.a. das Saxophonspiel meiner Kollegin Monika Theil dezent begleitete und gemeinsam mit ihrer Klavierlehrerin Elisabeth Schenker populäre Momente aus Tschaikowskys “Nussknacker”-Suite vierhändig zu Gehör brachte.

Besonders bestechend war auch das Duo mit dem ebenfalls noch sehr jungen Andre Scherlak an der Klarinette. Nachdem die beiden vielversprechenden Nachwuchsmusiker bereits damit beim Wettbewerb “Jugend Musiziert” angetreten waren, trugen Sie hier noch einmal die für beide Instrumentalparts äußerst anspruchsvollen Phantasiestücke für Klarinette und Klavier von Nils Wilhelm Gade vor, wobei vor allem das perfekte Zusammenspiel beeindruckte. Ein bei “Jugend Musiziert” ebenfalls gespieltes Stück des zeitgenössischen polnischen Komponisten Witold Lutoslawski, das mich seinerzeit noch mehr überzeugen konnte, wurde hier leider nicht wiederholt, wäre auf Grund seines atonalen, rhythmisch eher verwegenen Charakters aber auch möglicherweise nicht ganz das Richtige für einen Sonntagnachmittag gewesen.

Verenas Eigenkompositionen – “Papillon” für Klavier und Streichorchester sowie “Impressionen” für Klavier solo – bestachen durch eine interessante, leicht an französische Impressionisten erinnernde Harmonik und lassen auf mehr hoffen.

Als der Nachmittag bei Sekt, Orangensaft und Gebäck ein zwangloses Ende fand war man sich einig: Wir hatten keinem gewöhnlichen Schulvorspiel beigewohnt, sondern hatten uns von einer jungen Künstlerin den Tag vergolden lassen.

Ich überlege: Wenn man zur bei Verena jetzt schon vorhandenen Technik ein paar Jahre Lebenserfahrung und damit die Möglichkeit zu noch mehr Gefühl und Ausdruck, Feuer und Leidenschaft addiert, muss man sich fast ängstlich fragen, wohin dieses große Talent noch wachsen wird.

Charlotte Church – Hillary Hahn – Verena Vandervelt; also, ich finde, das klingt ziemlich gut... Gewöhnen wir uns doch vielleicht schon mal daran.

 

Tom Brosius

 

 

Lehrer musizieren – nicht nur für Schüler

  

Dass am Gymnasium Kerpen regelmäßige Musik-Events stattfinden ist bekannt: Chor, Musikabend, Rockforum, Musicals, Forum junger Künstler und vieles mehr. Hier musizieren überwiegend Schüler und Schülerinnen, gelegentlich verstärkt durch einige Lehrer.

Als einige mutige Kolleginnen und Kollegen vor den Sommerferien ihre Probenarbeit aufnahmen, waren sie sich nicht wirklich bewusst, auf was genau sie sich da einließen. Jedoch sollte nun auch einmal den Lehrern die Möglichkeit gegeben werden, ihr künstlerisches Talent vor anderen auf die Probe zu stellen. Unter dem Motto "Lehrer musizieren – nicht nur für Schüler" beschritten einige Mitglieder des Lehrerkollegiums ungewohntes Terrain. Als Lehrer ist man es zwar gewohnt, vor "Publikum" zu sprechen, aber nicht, dieses auch musikalisch zu unterhalten.

So suchten und fanden Kollegen verschiedener Fachrichtungen in koordinierter Eigenregie zueinander, um einmal außerhalb des schulischen Alltags auf andere Art und Weise miteinander zu arbeiten. Sie probten neben dem Unterricht miteinander und das Ergebnis der Arbeit konnte sich wirklich sehen lassen.

Am Sonntag, dem 14. November, wurde mit einer Musik-Matinee die Premiere gefeiert. Lehrer und Lehrerinnen trauten sich alleine - ohne Schüler! - auf die Bühne, mit ihrem Instrument!

Ein breit gefächertes Programm - von Barock bis Moderne, von Vivaldi bis Chaplin, für Klavier, Blasinstrumente und gemischte Ensembles - erfreute nicht nur das Publikum, sondern enthielt auch einiges Lehrreiche: Zum Beispiel, dass Dmitri Schostakowitsch, bekannt für gewaltige Sinfonien, auch beschwingte Walzer schrieb, und dass Vittorio Monti, ein weitgehend unbekannter italienischer Komponist, mit "Csardas" ein weltberühmtes Werk schrieb, das schon mit Mundharmonika, Trompete, Gitarre, Geige und vielen anderen Solo-Instrumenten gespielt wurde (bei uns von Martin Rümmler mit der Klarinette).

Manch einen ergriff vor dem Konzert die Nervosität, angesichts des großen Publikums, bestehend aus Eltern, Schülern und Lehrern, doch leistete ein jeder seinen Beitrag mit Bravour und alle waren sich letztendlich darüber einig, dass dieses Ereignis einer Wiederholung bedürfe. Sogar einige Kollegen, die sich das Ganze erst einmal anschauen wollten, ließen sich von der Freude und dem Spaß am gemeinsamen Musizieren anstecken und bekundeten ihr Interesse an einer weiteren Veranstaltung.

So hoffe ich, dass sich auch in diesem Herbst wieder viele Kolleginnen und Kollegen von der Idee begeistern lassen, gemeinsam zu musizieren gemäß Goethe, der zu seiner Zeit schon so treffend sagte:

„Wer Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden.

Wer sie nur liebt, ist erst ein halber Mensch.

Wer sie aber treibt, ist ein ganzer Mensch.“

 

Anne Ulrichs/Bernd Woidtke

 

 

Theater

 

20 Jahre Lehrertheater

 

Manchmal kann ich es gar nicht fassen, dass ich so viel Glück habe im Leben. Durch den reinsten Zufall bin ich vor langen Jahren in einem Kollegium gelandet, in dem es außer mir noch viele andere Verrückte gibt - so viele, dass es immer wieder möglich ist, eine Gruppe zu mobilisieren, die sich nichts Schöneres vorstellen kann, als nach einem langen Arbeitstag in der noch ungeputzten Aula zusammen zu kommen, um dort unter viel Gelächter, aber auch mit großer Ernsthaftigkeit und mit Sorgfalt ein   abendfüllendes Theaterstück einzustudieren. Da gibt es immer wieder Phasen, wo der einzelne furchtbar viel zu tun hat oder sehr belastet ist, wo der Spaß in Arbeit ausartet, wo wirklich ein perfekt auswendig gelernter Text gefordert wird, wo man nicht weiter zu kommen scheint, wo man zweifelt, ob man das richtige Stück ausgesucht hat, ob man der Richtige für gerade diese Rolle ist, ob das Stück den Zuschauern gefallen wird, ob sie lachen werden......

Ihr seht, es ist ein Risiko, sich auf das Lehrertheater einzulassen. Und doch haben die meisten der 26 Kolleginnen und Kollegen, die in diesem Jahr wieder dabei sind, auch schon in den vorherigen Lehrertheaterstücken mitgespielt. Ein paar sind neu dazugekommen, und als wir neulich die Fotoalben mit den Bildern von den alten Lehrertheateraufführungen ausgegraben haben, da haben diese neuen jungen (!!) Kollegen sich totgelacht: "So habt ihr früher ausgesehen? Wie komisch!! Und guck mal, wie viel Haare der damals noch hatte! Wer soll das denn sein? Du???? Glaub ich nicht!!!" Wir Erfahrenen mussten schon recht streng werden, um diese unangebrachte Heiterkeit zu stoppen.

Also: Im November wird die Premiere des neuen Lehrertheaterstücks sein, nämlich "Alice im Wunderland". Ihr kennt die Geschichte und könnt euch jetzt schon einmal ausdenken, wer wohl welche Rolle haben wird, die Schlafmaus, der Hutmacher, das weiße Kaninchen, Alice, die Herzkönigin...

Ich bin die Regisseurin und versuche, die Fäden in der Hand zu behalten, nicht leicht bei lauter hochtalentierten Schauspielerinnen und Schauspielern. Ich habe versucht, jedem die Rolle zu geben, die er verdient hat. Ihr könnt jetzt alle schon mal mitraten, wer wohl welche Rolle hat.

Das sind die Schauspielerinnen und Schauspieler in alphabetischer Reihenfolge: Herr Bildhauer, Herr von Boetticher, Herr Dänner, Herr Dreisbach, Frau Dunkel, Herr Eisenlohr, Frau Fabini, Herr Gumprich, Herr Herbertz, Herr Klein, Frau Klopffleisch, Herr Krollmann, Frau Lapczynski, Frau Milzkott, Frau Palm-Schroetter, Herr Philippi, Herr Rümmler, Herr Schumacher I, Frau Stilz, Frau Thies, Frau Ulbrich.

 

Hinter den Kulissen wirken mit: Herr Brosius, Herr Löffler, Frau Pfaff, Frau Stöwe, Herr Woidtke

 

Auf die Premiere im November freut sich jetzt schon

Christiane von Freeden

 

 

"Maria Stuart" von Friedrich Schiller

 

 Die Theater AG hat bereits mit den Proben für ihr nächster Stück begonnen! Im Schillerjahr 2005 (200. Todesjahr) soll das Königinnen-Drama "Maria Stuart" zur Aufführung gelangen. Die Beteiligten freuen sich schon auf ein Jahr wöchentliche Proben, viel Text lernen und viele Stunden kreativer Arbeit. Besetzungsliste und andere Infos finden sich an der Theaterwand im 1. Stock. Aufführungstermin geplant zum Dez. 2005.

 

Werner Philippi

 

  

Sport

 

Basketball-Schulmannschaft

 

Seit einem Jahr trainiert immer mittwochs in der Mittagspause (von 13:30 bis 14:30 Uhr) die Basketball-Schulmannschaft in der neuen Halle. Im Laufe des Jahres ist die Zeit für ca. 15 Schülerinnen und Schüler (ein Teil davon ist auf dem Foto zu sehen) zu einem festen Termin geworden. Auch im kommenden Schulhalbjahr bleibt der Termin bestehen. Allerdings mit der Neuerung, dass nicht erst Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 wie bisher kommen können, sondern alle Basketball-Interessierten, also auch die Kleineren. Die „Basketball-Mittagspause“ am Mittwoch ist Teil eines neuen Sportkonzepts an unserer Schule, das sich zurzeit im Aufbau befindet (mehr dazu im Artikel: Sporthelferausbildung / „Bewegte Mittagspause“).

Ein kleines Highlight war im vergangenen November die Teilnahme der Schulmannschaft beim Landessportfest der Schulen an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Kerpen-Horrem. Zwar war für uns das Turnier schon nach einer knappen Erstrundenniederlage (70:62) zu Ende, aber die Mannschaft hat gekämpft, Teamgeist bewiesen und auch im Sinne des Fair plays eine tolle Leistung gezeigt und unsere Schule gut repräsentiert. Das hat Lust auf mehr gemacht - ein Revanchespiel gegen die Mannschaft der Gesamtschule steht noch aus.

 

Tom Bildhauer

 

 

 Sporthelferausbildung für Schülerinnen und Schüler / „Bewegte Mittagspause“

 

Seit Schuljahresbeginn können sich Interessierte Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer freiwilligen Donnerstags-AG zu Sporthelfern ausbilden lassen. Leiter und Ansprechpartner der Sporthelfer AG ist Herr Venatier. Die Sporthelferausbildung ist eine Vorstufe der Übungsleiterausbildung des Landessportbundes (LSB). Die Teilnehmer erhalten am Ende der Ausbildung ein Gruppenhelfer-Zertifikat, das ihnen die Qualifikation gibt, z. B. Übungsleitern in Vereinen zu assistieren, Jugendgruppen auf Fahrten zu begleiten, besondere Aufgaben bei der Durchführung von Schulsportveranstaltungen zu übernehmen sowie diese eigenständig zu organisieren. Die Teilnahme wird natürlich auch positiv auf dem Zeugnis vermerkt.

Innerhalb der AG werden u. a. folgende Themenfelder behandelt:

> Kennen lernen von Sportarten und deren Vermittlung

> Umgang mit Schülergruppen verschiedener Altersstufen

> Möglichkeiten der Mannschaftsbildung

> Turnier-Organisation

> Vermittlung des Fair-Play-Gedankens

> Erste Hilfe bei Sportverletzungen

 

Die Sporthelferausbildung ist Teil eines neuen Sportkonzepts der Schule, das sich zurzeit im Aufbau befindet – die „Bewegte Mittagspause“. Das Ziel ist es, dass langfristig in jeder Mittagspause die Schülerinnen und Schüler der Schule die Möglichkeit haben, in den Sporthallen (im Sommer auch draußen) unter Anleitung und Aufsicht der Sporthelfer sowie eines Sportlehrers Sport zu treiben. In Form eines offenen Angebots sollen so im Lauf der Zeit verschiedene Sportpausen entstehen (z. B.: montags: Fußball, dienstags: Rückschlagspiele, mittwochs: Basketball usw.). Zu Beginn des zweiten Halbjahres wollen nun die ersten ausgebildeten Sporthelfer ihre frisch erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dies tun sie, indem sie in einer ersten Erprobungsphase immer montags (ab dem 21. Februar 2005) für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8 in der neuen Halle eine „Sport-Mittagspause“ anbieten. Wer Lust hat, das Angebot der Sporthelfer zu testen, ist herzlich eingeladen zu kommen und mitzumachen. Ihr müsst nur bis spätestens 13:45 Uhr zur neuen Halle kommen und euer Sportzeug dabei haben.

 

Tom Bildhauer

 

 

2. Platz bei den Bezirksmeisterschaften im Tischtennis

 

Unsere Tischtennis-Mannschaft der Mädchen belegte am Montag bei den Bezirksmeisterschaften der Wettkampfklasse II (Jahrgang 1988-1991) den zweiten Platz.

Als amtierender Kreismeister ging es im Finale gegen das Team des Gymnasiums Zitadelle Jülich. Leider musste sich unsere Mannschaft nach teilweise hart umkämpften Matches knapp mit 3:6 geschlagen geben. Dabei zog sich unsere junge Truppe gegen die wesentlich erfahreneren Spielerinnen aus Jülich beachtlich aus der Affäre. Der Gegner kam schließlich aus der Tischtennis-Hochburg Jülich und verfügte daher über starke Vereinsspielerinnen. Nach den Doppeln und den ersten beiden Einzeln lag man zwar schnell mit 1:3 in Rückstand, aber postwendend verkürzte unsere Nummer eins, Meike Schnitzler, auf 2:3. Danach aber konnte nur noch Hanna Aleth einen Punkt ergattern, sodass es letztlich nicht zum Titel reichte.

Trotzdem können alle Beteiligten stolz auf die gezeigten Leistungen und die Art und Weise, wie sie unsere Schule repräsentiert haben, sein.

 

Dominik Kemper

 

 

Sonstiges

 

Gastfreundliche Schule!

 

Von den meisten unbemerkt hilft unsere Schule an vielen Ecken. Im September 04 übernachtete ein Oberstufenkurs Erdkunde aus Koblenz unter der Leitung unserer ehemaligen Referendarin Frau Ines Rivera in der Turnhalle und frühstückte in der Cafeteria. Der Kurs hatte in Köln und Umgebung sonst keine Unterkunft für ihre Exkursion finden können. Außerdem stellt die Schule Material aus dem Theaterfundus für die Gestaltung von Jugendmessen und Aufführungen freier Theatergruppen wie z.B. der Gruppe " dell’ Arte " zur Verfügung. Vielen Dank an Schulleitung, Hausmeister und andere Helfer, im Auftrag

 

Werner Philippi

 

 

„Transfair-Verkauf“ am Elternsprechtag

 

Elternsprechtag – das heißt für die meisten Schüler unterrichtsfrei nach dem ersten Block. Jedoch nicht für die vielen Helferinnen und Helfer am Transfair-Verkaufsstand in der Aula unserer Schule. Nachdem das Vorgänger-Team das Abitur in der Tasche hatte, hieß es, Ausschau halten nach neuen Verkaufstalenten. Diesmal waren es Riccarda Kossack aus der Jahrgansstufe 13 sowie Schülerinnen und Schüler aus den 9-er Klassen, die sich bereit erklärten, zeitweise zu verkaufen oder zwischendurch mal auf den Verkaufsstand zu achten. Zu nennen sind dabei Friederike Hefter, Rattana Heß, Janina Zimmermann, Matthias Heyen, Felix Pfeil, Max Porschen, Sebastian Schallenberg und Yorck Schröder. Insgesamt wurde ein Umsatz von 423,20 € erzielt. Das war wirklich ein voller Erfolg und wir hoffen auf ähnliche Zahlen beim nächsten Elternsprechtag! Wir danken allen Verkäufern und Käufern im Namen des „Eine-Welt-Kreises“ der Pfarrei St. Maria Königin in Sindorf, über die die Waren bezogen werden. Der Erlös kommt dabei Projekten in der so genannten „Dritten Welt“ zu gute.

 

Kornelia Karkowski

 

Personalia

 

Allzu jung sind im Laufe dieses Schuljahres zwei Kollegen und eine Kollegin verstorben:

 

Michael te Reh verstarb am 22.09.2004 im Alter von 65 Jahren. Herr te Reh war 19 Jahre an unserer Schule tätig und hat das Fach Kunst unterrichtet. Durch sein künstlerisches Schaffen ist er noch weiterhin präsent: das von ihm stammende große Kreuz in der Mensa symbolisiert die Verbundenheit der Religionen miteinander. Seine Brunnen vor dem Rathaus Kerpen und bei uns im Innenhof spenden Leben.

 

Dieter Brodke verstarb am 23.11.2004 im Alter von 64 Jahren. Herr Brodke hat fast 24 Jahre lang an unserer Schule Englisch und Französisch unterrichtet. Er war ein gebildeter und einfühlsamer Gesprächspartner. Vielen hat er versucht Hemingway, seine große Liebe, näherzubringen. Herr Brodke war es, der den Bereich Doppelqualifikation Fremdsprachenkorrespondenz (Englisch) / Abitur maßgeblich entwickelt hat.

 

Margarete Beer ist am 14.12.2004 im Alter von 50 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Frau Beer war seit 1995 an unserer Schule tätig. Sie hat die Fächer Englisch und Mathematik unterrichtet. Vor allem als Klassenlehrerin in der Beobachtungsstufe hat sie sich einfühlsam und mit großer Geduld um die Belange ihrer Schülerinnen und Schüler gekümmert. Engagiert war sie im Ganztagsbereich der Schule.

 

Wir werden Herrn te Reh, Herrn Brodke und Frau Beer in dankbarer Erinnerung behalten.

 

Bernhard Ripp

 

 

 

Zum guten Schluss

So weit die Füße tragen...

 

...so hieß eine Fernsehserie in den 60er Jahren: Ein deutscher Kriegsgefangener schleppt sich aus Sibirien unter Aufbietung aller Kräfte in die Heimat zurück.

 

So ähnlich erging es am Montag, 24.1.05, einer Reihe von Schülerinnen und Schülern unserer Schule. Ganz Kerpen lag unter einer dichten Schneedecke. Pünktlich vor dem ersten Block hatte es zu schneien angefangen, und kurz darauf stand alles still: LKWs lagen quer, stolze Winterreifenbesitzer hingen fest, die Erfttalstraße sah aus wie ein lang gestreckter Parkplatz. Die Busfahrer entschlossen sich, ihren Dienst - aus Sicherheitsgründen - zu quittieren. Hunderte von Schülerinnen und Schülern saßen fest.

 

Und da geschah das Unfassbare: Nur einige Schüler und Schülerinnen kehrten ins warme Heim zurück. Große Massen aber entschlossen sich, sich zu Fuß zur Schule durchzuschlagen: Von Horrem, Sindorf, Götzenkirchen, Türnich, Langenich, vielleicht sogar von noch weiter her, zogen lange Prozessionen, Demonstrationen, Wandergruppen, Scharen, Vereinsfreunde, Pärchen, Cliquen in eine Richtung: Europaschule Kerpen!

 

Gegen 8:45 Uhr traf die erste Spitzengruppe ein, das Hauptfeld folgte bis zum zweiten Block, ab dann gab es normalen Unterricht. Nur wenige nutzten die Gelegenheit, der Schule die kalte Schulter zu zeigen.

 

Ein Lob an alle diese Schülerinnen und Schüler, die einen alten Slogan der Deutschen Bahn zu ihrem Motto erhoben haben:

 

Alle reden vom Wetter - wir nicht!

  

Bernd Woidtke