GYMNASIUM DER STADT KERPEN EUROPASCHULE AKTUELL  JULI 2005

Textversion - Die Vollversion mit Fotos ist im Sekretariat der Schule erhältlich

 

Unterricht und Arbeitsgemeinschaften

Unterricht? Am Wochenende?? Ja!! Deutsch-Workshop!

Einen Klassenraum am Wochenende betreten und sich freiwillig mit Texten, Argumenten, Rechtschreibung und Grafiken beschäftigen? Eigentlich keine allzu reizvolle Idee aus der Sicht von Schülern, sollte man meinen. Doch der erste Deutsch-Workshop für die 9. Jahrgangsstufe, der am Gymnasium Kerpen kürzlich von drei Studienreferendaren durchgeführt wurde, bewies etwas ganz anderes: 30 Schülerinnen und Schüler – also eine komplette Klasse – fanden am Samstag und Sonntag den Weg in die Schule, um Sachtexte zu analysieren, ihr Textverständnis zu trainieren, Schaubilder zu entschlüsseln und sich mit Rechtschreibregeln auseinanderzusetzen.

Mit alltäglichem Unterricht hatten die jeweils 90-minütigen Trainingseinheiten nur wenig gemein: Nicht 30, sondern maximal 12 Schülerinnen und Schüler bildeten hier eine Lerngruppe, der Einsatz des Overheadprojektors oder des Notebook mit Beamer waren Standard, Reden ging hier auch ohne vorheriges Melden und allzu lange Lehrervorträge waren tabu. Stattdessen stand das „Selbermachen“ im Mittelpunkt: Nicht durch theoretische Erklärungen des Lehrers sollte gelernt werden, sondern indem man sich selbst mit Inhalten auseinandersetzte und Probleme löste. Dass dafür manchmal die 90 Minuten kaum ausreichten und manche Frage noch offen blieb, war schon vorher klar: Niemand erwartete, innerhalb von zwei Tagen vollkommene Deutsch-Experten auszubilden. Vielmehr war das Hauptziel des Workshops, eine „Lunte zu legen“: Den Schülerinnen und Schülern sollten erste Hilfen, ganz praktische Tipps und Anstöße zum Weiterlernen gegeben werden.

 

Die Idee zu dem Workshop war im Zuge der jüngsten Lernstandserhebung im Fach Deutsch entstanden, die zahlreichen Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse ihre Schwächen aufgezeigt hatte. Doch: Was nützt ein Lernstandstest, wenn anschließend keine Trainingsmöglichkeiten angeboten werden? Als Konsequenz begannen die Studienreferendare bereits im Februar dieses Jahres mit den Vorbereitungen und entwickelten schließlich zwölf Trainingsmodule, aus denen die Schüler bis zu acht frei auswählen konnten.

 

Am Ende des Deutsch-Wochenendes war von Schülerseite häufig zu hören: „Es war schön, in einer kleinen Gruppe zu lernen – endlich war genügend Zeit für Fragen!“ Da sich die meisten Teilnehmer solche Veranstaltungen häufiger und regelmäßiger wünschen, wird am Gymnasium jetzt über weitere Angebote – auch für andere Fächer – nachgedacht. Denn: Die nächste Lernstandserhebung beginnt bereits Ende Oktober.

 

Holger Müller-Hillebrandt

 

 

Was war los im Spanischunterricht?

Wie immer – sehr viel! Zunächst möchte ich aber über die Teilnahme von zwei jungen Leuten an den Prüfungen zum Spanisch-Diplom berichten, das durch das spanische Kultusministerium über das Cervantes-Institut in Deutschland vergeben wird. Nach Vorbereitung in einer dazu speziell eingerichteten Arbeitsgemeinschaft meldeten sich Alexander Hesse aus der Stufe 12 sowie Sandra Feyen aus der 13 im Mai zur Prüfung an. Bei Sandra sei hervorgehoben, dass ihr Prüfungstermin einen Tag nach der mündlichen Abiturprüfung lag. Hier die Kommentare der beiden:

 

Die Prüfung ist sehr gut gelaufen. In Nachhinein überlege ich, ob nicht die mittlere Prüfung doch besser gewesen wäre, da die Aufgaben beim „Inicial“ sehr einfach waren und ich mit allen Aufgaben sehr früh fertig war. Leider bekommen wir die Ergebnisse erst in ein paar Monaten und das Zertifikat noch viel später, was ich sehr schade finde. Aber eine Erfahrung war es wert und ich denke auch, dass das Ergebnis sehr gut ausfallen wird.

 

Sandra Feyen

 

Mehrere Monate lang haben sich mehrere Schüler/innen mit Frau Vences auf die Prüfungen des Instituto Cervantes vorbereitet. Die Aufgabengebiete sind sehr vielfältig (Hörverstehen, Grammatik, Leseverstehen, Schreiben und Sprechen). Ich persönlich habe mich auf das „Diploma Intermedio“, also die mittlere Schwierigkeitsstufe, vorbereitet. Am 13. Mai 2005 wurde das Examen dann von der VHS Köln abgenommen. Der schriftliche Teil dauerte 4 Stunden und war wirklich anspruchsvoll. Die mündliche Prüfung dauerte insgesamt ungefähr eine halbe Stunde. Im Bezirksrathaus, wo die Prüfungen abgenommen wurden, waren alle Prüflinge sehr angespannt. Vor der mündlichen Prüfung wurde das Warten unerträglich, doch rückblickend betrachtet war der mündliche Teil weniger anspruchsvoll als das schriftliche Examen. Im August werden die ersten Ergebnisse im Internet veröffentlicht und ich habe eigentlich ein sehr gutes Gefühl. Ich kann nur jedem, der Spaß an der spanischen Sprache  hat, raten ein „Diploma“ beim Instituto Cervantes zu machen.

 

Alexander Hesse

 

Im kommenden Schuljahr wird es wieder eine Arbeitsgemeinschaft zur Vorbereitung auf die beiden Diplomstufen geben. Ich lade schon jetzt alle guten Spanischschülerinnen und Schüler dazu ein. Ein zusätzliches international anerkanntes Diplom in der Tasche zu haben ist ein großer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt.

 

Ursula Vences

 

 

Bundeswettbewerb Fremdsprachen Französisch

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen wird gemeinsam gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Die Kultusminister der Länder unterstützen den Wettbewerb und rufen zur Teilnahme auf. Am Bundeswettbewerb Fremdsprachen beteiligen sich jedes Jahr einige fremdsprachlich begabte und interessierte Schüler unseres Gymnasiums. Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse können am Einzelwettbewerb der Sekundarstufe I teilnehmen. Dieses Jahr fanden am  20.01.2005 die Prüfungen in unserer Schule statt. Sieben Schüler/innen stellten sich diesem Wettbewerb und haben dabei anspruchsvolle  Aufgaben bearbeitet, die über das in der Schule Geforderte hinausgehen: kreatives Schreiben, Leseverstehen und Wortergänzung von Lückentexten, Hörverstehen und freies Sprechen. Wir haben die große Freude, Andrea Kaletzke, Sven Schüler und Daniela Dumbeck zu ihren guten Leistungen zu gratulieren. Am 30. Mai 2005 anlässlich der Siegerehrung im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Münster bekam Andrea Kaletzke einen  zweiten Landespreis.

Herr Wolfgang Kayser, Regionalbeauftragter der Bezirksregierung Köln für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen Sekundarstufe I, freute sich  über die rege Teilnahme am Französischwettbewerb in Kerpen.

 

Anne-Marie Wunsch-Vincent

 

 

Lesewettbewerb in französischer Sprache

Zum zehnten Mal fand am 25. Mai 2005 der Lesewettbewerb in französischer Sprache für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II in der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln statt. Dank der Unterstützung der französischen Botschaft, des Institut Français und diverser Verlage ist der Lesewettbewerb der Deutsch-Französischen Gesellschaft Köln e. V. inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden und findet auch außerhalb der Grenzen der Stadt Köln große Resonanz: 30 Schulen mit insgesamt 93 Teilnehmern waren diesmal vertreten. Das Gymnasium der Stadt Kerpen wurde zu unserer Freude durch den Beitrag unserer Schulsieger, drei Schüler/Innen, mit individuell ausgewählten Kurzgeschichten oder Romanausschnitten besonders gut repräsentiert.

Wir gratulieren Robine Bergforth aus der Jahrgangsstufe 11, die in ihrer Gruppe den dritten Platz belegt hat. In Ihren Reden beglückwünschten Frau Spizig, Bürgermeisterin der Stadt Köln, Herr Filtz, Directeur de l’Institut Français in Köln, und Herr Hummes von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Köln e. V., die strebsamen Schüler zu ihrer erfolgreichen Teilnahme.

 

Anne-Marie Wunsch-Vincent

 

 

DELF (Diplôme d’Etudes en langue française) - Die Überreichung der Zertifikate

Zufrieden mit sich und ihren Französischkenntnissen nahmen Vedran Aladrovic, Julia Armbruster, Sarah Braun, Julia Heinrichs, Jennifer Jahnz, Muriel Kayoko, Julia Neubüser und Julia Säger ihre DELF-Urkunden von Herrn Ripp entgegen. Außerdem haben Anja Harings, Marielle Falkenberg, Julia Ramrath und Jessica Zyfuß das DELF bestanden. Die DELF- Prüfung (Diplôme d’Etudes en langue française) ist ein Sprachenzertifikat, das vom Institut Français in Köln verliehen wird. Alle Schülerinnen und Schüler haben bei Erhalt des Zertifikats nachgewiesen, dass sie leichte Dialoge auf Französisch verstehen und in der Fremdsprache ein kurzes Gespräch führen können. Ein weiterer Teil der Prüfung besteht darin, die Hauptaussagen eines kurzen Zeitungsartikels zu erfassen und einen Brief zu schreiben. Das DELF besteht aus verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Das DELF 1 lässt sich am Anfang der 11. Klasse problemlos meistern, wie die hohe Erfolgsquote (alle haben bestanden!) beweist.

 Und dass damit noch lange nicht Schluss sein muss, hat Vedran bewiesen, der sämtliche Fortgeschrittenen-Prüfungen mit Bravour bestanden hat. Also: Traut euch was zu, liebe Französischschüler, und schaut mal in der Donnerstags-AG vorbei (Infos bei Frau Joeris) und dann erhaltet vielleicht auch IHR im nächsten Jahr die „Attestation de Réussite“ von Herrn Ripp!

 

Ricarda Joeris

 

 

Känguru-Wettbewerb 2005

In diesem Jahr nahm unsere Schule zum dritten Mal am internationalen Känguru-Wettbewerb  Mathematik teil. Diesmal starteten 95 Schülerinnen und Schüler. Die Aufgaben sind etwas anders als in einer normalen Klassenarbeit.  Dafür braucht man die Ergebnisse nicht ausführlich aufzuschreiben, sondern muss sie auf einem Lösungszettel ankreuzen, der dann per Computer ausgewertet wird.  Für 30 Aufgaben hat man   75 Minuten Zeit. Insgesamt wurden in Berlin 334 217 Teilnehmer-Lösungen ausgewertet. Die volle Punktzahl von 150 Punkten erreichten in Deutschland nur 45 Personen. Das beste Ergebnis an unserer Schule erzielte Brian Wrzosek aus der Klasse 6.7 mit 118,5 Punkten. Zweiter wurde Matthias Buchholz aus der Klasse 5.10 mit 112,5 Punkten. Den dritten Platz belegte Sascha Belozerov – ebenfalls aus der Klasse 5.10 mit 103, 75 Punkten. Ihnen und auch den anderen Gewinnern einen herzlichen Glückwunsch!

Kornelia Karkowski, Gerda Schoenwaelder

 

 

Marionetten-AG

Seit vielen Monaten wurde in den Werkräumen der Schule eifrig gearbeitet. 15 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 gaben weißem Plastiform ein Gesicht und leblosem Holz einen Charakter... Dabei entwickelten sich wahre Multitalente, denn nicht nur Sägen und Hämmern, sondern auch Malen und Nähen waren gefordert. Etwa ein halbes Jahr später waren die Marionetten fertig, Kinder und Hexen, Ärzte und Affen, Omas und Opas in Miniaturform – und jede Puppe mit eigenem Wesen. Diese illustre Gesellschaft in einer Geschichte zu vereinen, war nicht einfach, aber auch dies haben die Schüler fabelhaft gemeistert: Ende Juni wird das Marionetten-Theaterstück „Die Oma ist los!“ uraufgeführt. Zwar findet dies zunächst nur vor Freunden und Verwandten sowie vor von den Schülern ausgewählten Lehrern statt, da so schon die stolze Zuschauerzahl von 80 Gästen überschritten wird, was für ein Marionetten-Theaterstück sehr viel ist. Sollte die Aufführung ein Erfolg werden, wird es auch eine öffentliche Aufführung nach den Sommerferien geben.

 

Ivonne Giolda und Stephanie Granzow

 

 

Job-Wegweiser – von Schülern für Schüler

„Weiß ich noch nicht so genau.“ – „Ich werde erst einmal irgendetwas studieren, dann schau ich mal.“ – „Was mich genau erwartet, weiß ich noch gar nicht. Für die Banklehre habe ich mich vor allem entschieden, um gleich Geld zu verdienen und etwas Sicheres zu haben.“

Drei Antworten auf die Frage „Wie geht es bei dir nach der Schule beruflich weiter?“ – gegeben von Schülerinnen und Schülern unseres Gymnasiums, die die Schule entweder in diesem Jahr verlassen haben oder ihr Abitur in 2006 ablegen. Wenngleich die Befragung natürlich nicht repräsentativ ist: Es ist kein Geheimnis, dass viele Schulabgänger keinerlei Vorstellung davon haben, welchen Beruf sie künftig ergreifen wollen. Noch frustrierender ist allerdings, was auch repräsentative Befragungen bereits ergeben haben: Schülerinnen und Schüler wissen häufig noch nicht einmal, welche Möglichkeiten es in ihren Interessensgebieten überhaupt gibt – zu unübersichtlich und vielfältig stellt sich der Berufsmarkt heute dar. So gibt es hier zu Lande rund 400 staatlich anerkannte Berufe sowie eine Reihe von weiteren freien Tätigkeiten, die keiner staatlichen Ausbildungsordnung unterliegen. Zudem kommen Jahr für Jahr neue Berufe hinzu oder alte werden umbenannt – und welcher Schüler weiß schon, dass sich hinter der Tätigkeit des Mechatronikers der „alte“ Kfz-Mechaniker verbirgt?

Mit dem schwierigen Thema der Berufswahl beschäftigt sich seit einem halben Jahr auch ein außerunterrichtliches Projekt an dieser Schule. Rund 22 Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe treffen sich seitdem nahezu regelmäßig einmal in der Woche, um daran zu arbeiten, was am Ende des Vorhabens herauskommen soll: ein „Job-Wegweiser“ von Schülern für Schüler. Allerdings soll dieses Buch nicht nur an unserem Gymnasium veröffentlicht werden – geplant ist, es tatsächlich produzieren und bundesweit vertreiben zu lassen. Einige Verlage und Institutionen haben bereits ihr ernsthaftes Interesse daran bekundet. In dem Buch stellen die beteiligten Schülerinnen und Schüler je einen Beruf vor, den sie entweder im Rahmen ihres Schulpraktikums oder während einer eintägigen Hospitation kennen gelernt haben. Zahlreiche solcher Tages-Hospitationen sind in den vergangenen Wochen und Monaten bereits durchgeführt worden – so wurden von den Schülern beispielsweise die Tätigkeiten eines Zeitungsjournalisten, Landschaftsarchitekten und Museumspädagogen erkundet. Darüber hinaus soll es in dem Buch Interviews mit Menschen zu lesen geben, die bereits seit längerer Zeit in dem jeweiligen Beruf tätig sind.

Bis es allerdings soweit ist, werden noch einige Monate vergehen. Zwar sind viele Texte bereits produziert, doch müssen sie zurzeit noch überarbeitet werden, um im Buch veröffentlicht werden zu können. Das ist mitunter nervig und erfordert mehr Zeit als angenommen – aber auch das gehört zu einer Buchproduktion dazu. Aus diesem Grund wird das Projekt auch nach den Sommerferien noch fortgeführt werden müssen; mit dem Erscheinen des Buches ist sicherlich erst Anfang 2006 zu rechnen.

Dann aber wird es ihn geben, den ersten „Job-Wegweiser“, der von Schülern geschrieben wurde – und der einen (wenigstens kleinen) Beitrag dazu leisten soll, anderen Jugendlichen Berufe näher zu bringen, von denen zwar die meisten wissen, dass es sie gibt, aber die wenigsten, was man dabei tagtäglich wirklich zu tun hat. Außerdem werden auch Berufe vorgestellt, die so gut wie niemand kennt – oder wissen Sie, was ein Zerspanungsmechaniker macht?

 

 

Für das Projektteam: Silke Köllmann, Holger Müller-Hillebrand (Studienreferendare)

 

 

Chemie-Räume in neuem Glanz

Der Fachbereich Chemie hat seit Anfang 2005 drei neue Fachräume. In einem ersten Bauabschnitt wurden der Praktikumsraum (Raum 66) und der ehemalige Naturwissenschaftsraum (Raum 67) im Februar renoviert. Leider musste der Unterricht während dieser Zeit zum Teil in den Klassenzimmern stattfinden. Aber dank der schnellen Initiative der Stadt Kerpen und der insgesamt guten Planung war die „Notzeit“ relativ schnell überbrückt. In den Osterferien wurde dann der Raum 64 umgestaltet.

Der Umbau war notwendig, weil die Fachräume in die Jahre gekommen waren. Sie entsprachen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen, die man an Experimentierräume stellt. Nun kann wieder in allen drei Räumen experimenteller Chemieunterricht stattfinden. Die Schüler und Schülerinnen haben die neue Ausstattung schnell angenommen.

Das Bild 1 zeigt den neu gestalteten Raum 67. Ähnliche Ausstattung besitzt jetzt der Raum 64 (Bild 2). Der Praktikumsraum 66 wird in Bild 3 gezeigt. Eine moderne Medienanlage mit Beamer und Videokamera komplettieren die optimale Ausrüstung des Fachbereichs Chemie.

Patrick  Krollmann

 

 

Schüleraustausch

 

Rede zum Jubiläum 20 Jahre Texas-Austausch

Schüleraustausch – da sitzen sie mitten unter uns: 12 texanische Schülerinnen und Schüler und zwei texanische Lehrerinnen. Mit euch zusammen feiern wir heute 20 Jahre Texasaustausch. Wir freuen uns, liebe Gäste, Sie alle zum Texasfest begrüßen zu dürfen. Wir haben ein sehr abwechslungsreiches Programm für Sie vorbereitet, hier in unserer Aula, und nach diesem Programm dürfen Sie sich beim Tex-Mex-Buffet und Big Band-Klängen in unserer Mensa erholen.

Besonders begrüßen wir heute Frau Carolyn Johnson, die Direktorin des Amerikahauses in Köln, die nachher aus amerikanischer Sicht darlegen wird, was Jugendaustausch mit internationalen Beziehungen zu tun hat. Danke, dass Sie zu uns gekommen sind.

Zunächst wollen wir Ihnen aus unserer Sicht aufzeigen, warum wir uns seit 20 langen Jahren immer wieder mit Texas beschäftigen und warum Texas zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden ist.

Schüleraustausch – was für ein trockenes deutsches Wort für ein spannendes Erlebnis.

Tauschen, Tauschgeschäft, Plätze tauschen, Gedankenaustausch, Meinungsaustausch, umtauschen, vertauschen, eintauschen, täuschen, enttäuschen.....Was machen wir da eigentlich mit unseren Schülerinnen und Schülern?

Wir sind an unserer Schule sehr stolz auf unsere vielen Schüleraustauschprogramme in alle Welt, hauptsächlich natürlich innerhalb Europas, aber eben auch nach China und nach Amerika... aber warum tut eine Schule so etwas? Wir sind doch kein Reisebüro. Es kostet Zeit, Geld, Nerven, kostbare Unterrichtstunden fallen aus, wertvolle Lehrerarbeitszeit wird in Reisevorbereitungen investiert, der normale Schultag gerät durcheinander....warum also? Weil die Lehrer verreisen wollen? Weil die Schüler verreisen wollen? Ist Schüleraustausch eine Tourismusveranstaltung?

Nein, natürlich nicht. Wir sind eine Schule und daher natürlich in allererster Linie damit beschäftigt jungen Menschen etwas beizubringen. Wir wollen eine gute Schule sein, und deshalb endet bei uns das Beibringen nicht bei mathematischen Funktionen, unregelmäßigen Verben und chemischen Formeln. Es endet auch nicht um 13:20 oder um 16:05. Wir verstehen Lehren und Lernen als eine große und nicht endende Aufgabe, die das Leben von Lehrern und Schülern ständig durchdringt. Genau wie uns unsere Theater- und Musikveranstaltungen wichtig sind, auch die Hockey- und die Seidenmal-AG, die Fußballliga und die Klassenfreizeit, auch der Ausflug und der Elternabend, so sehen wir in unseren Schüleraustauschprogrammen einen anderen Weg des Lernens.

Schüleraustausch soll neue Horizonte eröffnen, also nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern auch im übertragenen Sinn Grenzen überschreiten.

Would you believe that Kerpen is not the center of the universe?

Grenzen überschreiten, andere Länder, andere Menschen  kennen lernen, feststellen, dass der eigene Weg nicht der einzig mögliche Weg ist – was für eine wichtige Erfahrung für jeden Menschen, der der Welt in ihrer Vielfältigkeit begegnen will. Ein kleines Kind erlebt die Welt um sich herum als ein feststehendes Gebilde. Je älter und je klüger man wird, desto mehr erkennt man die Willkürlichkeit und situationsbezogene Abhängigkeit scheinbar unveränderlicher Wirklichkeiten. Nur beim Vergleich mit Neuem, Fremdem, gelingt es einem, die eigene Situation mit Distanz zu betrachten und abzuwägen.

Unsere Vorstellung von anderen Ländern ist häufig von Klischees und Stereotypen, von Urteilen und Vorurteilen überlagert. Unsere Vorstellungen von den USA war bei älteren Menschen geprägt vom Zweiten Weltkrieg, von den Erfahrungen mit der amerikanischen Besatzung nach dem Krieg, von Aufbauhilfe, von Luftbrücke. Die Amerikaeuphorie der folgenden Jahre, die Vorstellung von einem Amerika des Wohlstands, des Fortschritts, des Hollywoodglamours vermischte sich mit den Karl May-Phantasien vom Wilden Westen und edlen und tapferen Indianern, denen kluge Old Shatterhands zur Seite standen. Es folgte die Ernüchterung der 60er Jahre, die blutigen Auseinandersetzungen um die Bürgerrechte, die Ermordung von John F. Kennedy und Martin Luther King, dann der Vietnamkrieg.

Das Bild Amerikas war zerrissener und widersprüchlicher geworden, es zeigten sich Brüche und Probleme, es mischten sich positive und negative Eindrücke. Das gleiche gilt sicherlich für Texas: ein wunderschönes Land, groß, weit, frei. Das Bild, das mir zuerst in den Sinn kommt, wenn ich an Texas denke, ist der blaue Himmel, der weite, wolkenlose blaue Himmel von Horizont zu Horizont. Wie passt das zu dem hier oft beschriebenen Bild von Texas? Äußerst konservativ, mit engen kirchlichen Bindungen, die Todesstrafe befürwortend, Waffenbesitz  selbstverständlich, Kleidervorschriften, strenge Regeln für Schulen, usw. – wo bleibt da die große amerikanische Verlockung?

Genau das gilt es eben zu erforschen, abzuwägen, zu verstehen. Während des Texas-Austauschs sollen unsere Schülerinnen und Schüler Klischees erkennen und durch die Wirklichkeit ersetzen. Sie sollen zwischen einem Land, seiner Regierung, seinen Menschen unterscheiden lernen. Bei der Vorbereitung des Texas-Austauschs ist es uns ungeheuer wichtig darüber zu reden, wie wir mit unseren Einstellungen, unseren Wertungen im fremden Land auftreten wollen, wie wir fragen wollen, wie wir Kritik einbringen wollen, wann wir schweigen wollen. Das oberste Gebot heißt: erst versuchen den anderen Standpunkt zu verstehen, dann reden. Und gleich danach kommt die Regel: Das Leben in Texas ist anders, und anders bedeutet nicht falsch.

Amerika und Texas zu erleben ist ungeheuer spannend: z. B. die Schulen mit einem für uns unvorstellbaren Schülerspektrum, sowohl was die Begabungen betrifft als auch was die soziale Herkunft betrifft als auch was die Abstammung betrifft. Wie es gelingt alle diese Menschen in einem Gebäude nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten zu beschulen ist bewundernswert. Der Versuch alle in die Schule einzubinden, in die Gemeinden einzubinden, bei aller Verschiedenartigkeit in einen gemeinsamen Staat einzubinden zeigt sich im Kleinen in der Bindung an die Schule, an das Footballteam, Farben, Lieder, Maskottchen schaffen Gemeinsamkeit, dann kommt der Stolz auf Texas und seine Symbole, denen man allenthalben begegnet, schließlich das Nationalbewusstsein, mit Nationalhymne und Fahnenschwur - für uns immer merkwürdig fremde Verhaltensweisen, die aber im Grunde ein großes Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, nach Übereinstimmung widerspiegeln.

Was uns alle, die wir am Texasaustausch teilnehmen, immer wieder tief berührt, ist die Freundlichkeit, die Offenheit, die Neugier, die Großzügigkeit, die Gastfreundschaft der Menschen, denen wir dort begegnen. Alle unsere Schülerinnen und Schüler wünschen sich diese Freundlichkeit auch in ihrem Leben hier in Deutschland – denn sie alle merken, wie leicht und angenehm viele Situationen dadurch werden. Für uns Lehrerinnen und Lehrer, die diese Erfahrung jedes Jahr wieder machen, bedeutet Texas in der Zwischenzeit ein Stück Heimat, zweite Heimat. Wir kehren in Bekanntes zurück, freuen uns Bekanntes wiederzusehen, freuen uns Menschen, die wir liebgewonnen haben, wieder zu treffen. Und auch manchen unserer Schülerinnen und Schüler ist es gelungen, aus einem vierwöchigen Schüleraus-tausch jahrelang haltende Freundschaften zu machen.

Wir haben immer wieder Grund stolz auf unsere Schülergruppe zu sein. Sie sind rücksichtsvoll, höflich, klug, neugierig, sprechen wunderbar Englisch, arrangieren sich mit Unbequemlichkeiten, haben meistens gute Laune, sind unternehmungslustig. Die deutschen Eltern sind oft überrascht über unsere positiven Erfahrungen mit ihren Kindern, die zu Hause oft gar nicht so pflegeleicht sind. Wir finden, dass es ganz normal ist, wenn sich Eltern mit ihren heranwachsenden Kindern oft heftig auseinandersetzen. Und wenn dieselben Jugendlichen dann in der Ferne unter ganz anderen Bedingungen so gut zurechtkommen, dann haben die Eltern ja ganz offensichtlich bei der Erziehung eine ganze Menge richtig gemacht. Und wenn unsere Jugendlichen nach dem Aufenthalt in einer fremden Gastfamilie feststellen, dass die eigenen Eltern mit ihren Regeln und Ansprüchen doch nicht so lästig sind, wie es manchmal scheint, dann haben letztendlich auch die Eltern eine Menge vom Schüleraustausch.

Also danken wir zum Schluss allen unseren Schülerinnen und Schülern, die mit uns in den 20 vergangenen Jahren nach Texas gefahren sind und mit denen wir so viel Schönes erleben durften. Wir danken auch den Eltern, die ihren Kindern diese Reisen ermöglicht haben.

Wir danken unseren Kolleginnen und Kollegen Inge Milzkott, Gerhild Rathke, Corinna Castor und Georg von Laufenberg für ihre Mitarbeit und das Engagement.

In Texas danken wir all unseren wunderbaren Gastfamilien, und vor allem auch den texanischen Lehrern und Lehrerinnen, die an ihren Schulen den Deutschlandaustausch betreuen und betreut haben.

Stellvertretend für alle danken wir heute ganz besonders unserer Freundin und Kollegin Nella Spurlin von Temple High School, die uns seit Jahren mit großer Freundlichkeit und großer Zuverlässigkeit begleitet, und ihrer Kollegin Meagan Tripp, die in diesem Jahr das erste Mal, aber hoffentlich nicht das letzte Mal am Texasaustausch teilnimmt.

Und nun wünschen wir Ihnen einen schönen und interessanten Nachmittag.

 

 

Christiane von Freeden und Christian Eisenlohr

 

 

20 Jahre Texas-Austausch - Das Fest am 25.6.05

Schon im Vorfeld des Festes zeigte sich die große Bedeutung des Texas-Austausches: Eine Schülerin aus einem 11er Kurs sagte: Mich nervt Texas - konservativ, heiß, kirchlich und Bush-Country! Vier Vorurteile in einem Satz - das muss man erstmal schaffen.

 

Alle Reden beim großen Fest zum Anlass des Texas-Austausch-Jubiläums hatten dieses Thema: Der Austausch als Medizin gegen Vorurteile, Klischees und Stereotype. Nach Herrn Ripps freundlicher Begrüßung erzählten Christiane von Freeden, die Initiatorin des Austauschprogramms, und Christian Eisenlohr, Begleiter seit der ersten Stunde, über ihre Eindrücke aus 20 Jahren Austausch. (Die Rede können Sie weiter oben im Original nachlesen.)

 

Carolyn Johnson, die Leiterin des Amerika-Hauses in Köln,  verwies darauf, dass es gar nicht so viele Austauschprogramme zwischen amerikanischen und deutschen Schulen gibt, wie man vermutet. Wir sollten also stolz und uns der großen Bedeutung unseres Texas-Austausches bewusst sein. Sie selber hatte als Studentin an einem Japan-Austausch teilgenommen und könne sehr wohl einschätzen, welche Folgen eine solche Erfahrung hat: Ohne diese Zeit wäre sie nicht Leiterin des Amerika-Hauses geworden, das ja die kulturelle Verbindung zwischen den USA und Deutschland zum Ziel hat.

 

Nella Spurlin, Deutsch-Lehrerin an der Temple High School in Texas, betonte in ihrer launigen Rede, dass durch den Austausch auch Freundschaften fürs Leben geschaffen werden - nicht nur zwischen den Austauschpartnern, sondern zum Teil auch ihren Familien. Auch für die amerikanischen Schüler bleibt die Verbindung zu Deutschland für eine lange Zeit bestehen; ein Schüler zum Beispiel studiert zur Zeit in Köln, vermittelt durch seine Kerpener Gastfamilie.

 

Die Deutschlehrerin Meagan Tripp, zum ersten Mal beim Austausch dabei, bedankte sich vor allem für die herzliche Aufnahme bei ihrer Gastfamilie, den Staudts.

 

Auch die texanischen Schülerinnen und Schüler kamen zu Wort und berichteten, wie wohl sie sich fühlen, wie gut ihnen das Essen schmecke (Döner!), und wie sehr sie sich mit ihren Austauschpartner verstehen.

 

Ein Chor der Jahrgangsstufen 11 und 12 sang texanische Lieder; herausragend dabei die Solistin Daniela Dornhoff. Herausragend nicht nur wegen seiner Körpergröße: Herbert Vietor, der wieder einmal ein passendes musikalisches Programm aus dem Hut zauberte

 

Die Klasse 8.7 zauberte ebenfalls: Sie verzauberte uns mit dem Theaterstück "On to Texas", das die Geschichte der deutschen Einwanderung in Texas zeigte. In historischen Kostümen und mit selbst verfassten Texten zeigten sie, wie sich der Freiheitswillen der deutschen Einwanderer im Unabhängigkeitskampf der ehemaligen britischen und französischen Kolonien niederschlug. Unterstützt von den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Geschichtstheatervereins aus Freiburg, gelang es der 8.7, einen Bogen zu spannen bis hin zum Kerpener Texas-Austausch: Die Omi ist immer noch voll von Vorurteilen, aber ihre Enkelin, nach vier Wochen Texas voll mit neuen Informationen, erklärt ihr, dass die Wirklichkeit doch etwas anders aussieht.

 

Die "Beech Birds", ein Square-Dance-Verein mit ihrem Caller und Sänger Frank Figge, heizten dem Publikum bei sommerlichen Temperaturen kräftig ein: Jetzt ging es nicht nur um eine Vorführung, sondern ums Mitmachen. Einige Dutzend Zuschauerinnen und Zuschauer verloren zwar einige Schweißtropfen, gewannen aber eine wunderbare Erfahrung mit diesem amerikanischen Tanz, bei dem man, sozusagen im Handumdrehen, neue Leute kennen lernen kann.

 

Nach diesem langen und abwechslungsreichen Programm empfanden alle Beteiligten dasselbe: Hunger! Frau Rath-Pfeiffer hatte sich wie gewohnt flexibel gezeigt und ein Tex-Mex-Buffet in die Mensa gezaubert, das die amerikanische Stimmung auch kulinarisch untermauerte. Wer fehlte da noch? Die Big Band, bei allen wesentlichen Events dabei! Natürlich spielte sie Stücke aus ihrem reichhaltigen Repertoire, vor allem natürlich - leicht zu erraten - amerikanische!

Bernd Woidtke

 

 

20 Jahre Texas-Austausch – das Konzert

Am Sonntag, dem 12. Juni 2005, um 18 Uhr war es endlich so weit: Die Europaschule feierte ihr doppeltes Texasjubiläum zu Ehren des seit nunmehr 20 Jahren bestehenden Kontakts zur Waco High School und feierte hier zugleich ihren 10jährigen Austausch mit der Temple High School in Texas mit einen musikalischen Kulturereignis der besonderen Art.

Frau von Freeden begleitete den gut besuchten amerikanischen Themenabend und hielt eine Rede über die deutsch-texanische Freundschaft. Schätzungsweise rund 200 Leute wollten dieses Event nicht verpassen und füllten die mit Blumen und texanischen Souvenirs geschmückte Aula. Zunächst sang das Barbershop Frisörsalonquartett, das aus Michaela Bögner, Karl-Heinz Wehnert, Gerda und  Godfrid Haberer besteht, einige A-Capella-Stücke angefangen von „My Evaline“, „Shine, Dinah“, „I want to harmonize“ über „In the fields of Oklahoma“, „Sweet Cidertime“, „Linger a while“ bis hin zu „I know what it means“, „I had a dream, dear“ und „Coney Island Baby“ auf der hübsch dekorierten Bühne. Hierbei glänzten die Vier vor allem mit ihren lauten und klaren Stimmen, die ohne Mikrophone in der gesamt Aula vernommen werden konnten. Zwischen den einzelnen Liedern übersetzte Gerda Haberer die Texte, um das Verständnis zu erleichtern. Nach dieser außerordentlichen Leistung applaudierte das Publikum so, dass es letztlich noch eine Zugabe gab.

Nach einer Pause ging es dann weiter im Programm mit K-Town 8, der Jazz Band der Schule, die 2004 von Monika Theil ins Leben gerufen wurde. Die acht Bandmitglieder (An Nam Pham, Klavier, Christoph Klenner, Tenorsaxophon, Monika Theil, Altsaxophon, Christoph Emmerich, Trompete, René Schmitz, Posaune, Jan Krogull, Schlagzeug, Tom Brosius, Bass, Raimon Reuter, Percussion) legten auch direkt los mit dem Song „Chameleon“. Mit weiteren Titeln wie „Cantaloupe Island“, „Stolen Moments“, „Autumn Leaves“, „A Night in Tunesia“, „One For Kisser“, „Watermelon Man“, „Straight No Chaser“ und „That’s Dope“ verschafften die Künstler sich Respekt. Die Künstler glänzten mit zahlreichen Soloeinlagen und wurden mit viel Applaus belohnt. Auch das gute Zusammenspiel der Bandmitglieder war beachtlich. Nach einem fast fünfminütigen Applaus spielte die Band „Pink Panther“ als Zugabe und bewies noch einmal ihr Können.

Insgesamt eine bemerkenswerte Leistung die die Zuhörer fesselte, und manch einer hielt den Atem an vor Bewunderung.

Solche Mitwirkende und solches Programm sind es, die ein großes Konzert ausmachen. Applaus!

 

Cathrin Pleitgen, Klasse 10.6

 

Austausch Lateinamerika

Der dreimonatige Austausch mit der Pestalozzi-Schule in Buenos Aires ist im letzten Schuljahr weitergegangen und die neuen Anwärter für das kommende Schuljahr stehen auch schon fest. Alle, die zurückkommen, sprechen von bleibenden Eindrücken – und natürlich sprechen sie wunderbar Spanisch – besser: unverwechselbar Argentinisch. Im letzten Schuljahr wurde zudem  mit einer Gruppe ein e-mail-Projekt durchgeführt.

 

Der Kontakt mit der neuen Partnerschule in Corinto/Nicaragua ist gut angelaufen, auch in diesem Falle kam ein e-mail-Projekt zustande, das bereits die Anfänger aus der Jahrgangstufe 9 ausgeführt haben. Im Augenblick kommen Briefe als unzustellbar zurück: wahrscheinlich kann die Stromrechnung nicht bezahlt werden und die Computer sind daher nicht angeschlossen. Auch solche Erfahrungen im Unterricht sind wichtig und zeigen unseren Jugendlichen Aspekte einer ganz anderen Welt und anderer Lebensbedingungen.  

Ich selber werde im Sommer in Corinto sein und dort mit dem Lehrerkollegium und der Schülerschaft sprechen. Dann gibt es demnächst Neues zu berichten.

 

Im kommenden Schuljahr soll auch wieder eine Arbeitsgemeinschaft „Eine Welt“ eingerichtet werden, in der wir uns mit Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Jugendlichen in Corinto, in Lima (dort befindet sich eine weitere Partnerschule) und eventuell noch in einem anderen Land beschäftigen werden.

 

Zum Schluss die ganz gute Nachricht: Unser Fremdsprachenassistent Eugenio Vázquez wird im Oktober 2005 an unsere Schule zurückkehren. Dies ist uns jedenfalls von der zuständigen Stelle versprochen worden und wir hoffen sehr, dass nichts dazwischen kommt.

 

Ursula Vences

 

 

 

 The West Bridgford School - Europa-Gymnasium Kerpen - Der 29. Austausch: Ein stabiles Hoch über Nottinghamshire und dem Erftkreis

“It’s great to actually see something that you’ve just watched in a film”, meinte eine englische Schülerin von insgesamt vierzig englischen und deutschen Schülerinnen und Schülern, die Anfang Juni an einem Dienstagvormittag vor der Ruine der Brücke von Remagen standen, einem berühmten Symbol für die grausame Unsinnigkeit von Krieg.

Ein Ausschnitt aus dem amerikanischen Film „Bridge At Remagen“ von 1979 war im Bus während der Fahrt nach Remagen gezeigt worden, natürlich im englischsprachigen Originalton. Am Nachmittag bot uns das Haus der Geschichte in Bonn Führungen in Englisch und Deutsch, deren Schwerpunkt das deutsch-britische Verhältnis nach dem zweiten Weltkrieg war. Mit großem Interesse verfolgten beide Gruppen die in aller Welt bestaunten rasanten Veränderungen in Deutschland. Auch die anderen ebenso sachkundigen Führungen im Kölner Zoo und in und um den Aachener Dom machten Spaß und fanden den gebührenden Zuspruch. Ohne Zweifel war auch das Wochenende, das voll und ganz den jeweiligen Gastfamilien gehörte, angefüllt mit spannenden Unternehmungen.

 

Die spontane Leichtigkeit dieses Austauschs  wurde bei unserer Ankunft in Nottingham Ende März von allen Beteiligten zunächst äußerlich cool betrachtet, aber insgeheim voller Erleichterung bestaunt, und dann ganz schnell in vollen Zügen genossen. Man mochte sich sofort – klar doch, alles easy, oder?

 

Bereits die Welcome Party in West Bridgford School Ende März und auch die in Kerpen Anfang Juni - jeweils mit allen Beteiligten und den gastgebenden Familien mit groß und klein - unterstrichen den überaus harmonischen und freundschaftlichen Umgang von Gastgebern und Gästen. Schade nur, dass weitere fünfundfünfzig Kerpener Bewerberinnen und Bewerber nicht mitfahren konnten, weil sich in diesem Jahr keine Partner in West Bridgford School fanden. – Wir hoffen, dass nächstes Jahr mehr Neugierige Kerpen und Umgebung kennen lernen wollen.

 

Natürlich waren die Unternehmungen in Nottingham glänzend vorbereitet und wie immer sehr unterhaltsam und lehrreich zugleich. Und selbstverständlich fand unser Besuch in Nottingham in den Augen der Schülerinnen und Schüler seinen unbestreitbaren Höhepunkt im Besuch des Freizeitparks Alton Towers, den jedermann am Gymnasium der Stadt Kerpen aus dem Englischbuch kennt. Selbst der dreitägige Besuch Londons konnte da nur schwer mithalten, obwohl er nicht nur aus „Kultur“ bestand. 

Fotos vom Austauschgeschehen gibt es in Hülle und Fülle. Sie werden auf einer CD gesammelt und für alle Beteiligten kopiert. Herr Kutsch, Referendar mit den Fächern Englisch und Chemie, begleitete den Austausch in England auf eigenen Wunsch (und eigene Kosten) und drehte einen Film, der nach den Sommerferien auf DVD gebrannt wird.

 

Inzwischen freuen sich die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den 30. Austausch im kommenden Jahr. Sie wollen fast alle wieder mitmachen und haben sich zusammengefunden, um neben der persönlichen auch eine gemeinsame Erinnerungsmappe mit Texten und Fotos beider Gruppen kreativ zu gestalten, die dem neuen Schulleiter von West Bridgford School, Mr McDonough, zusammen mit einem Begleitschreiben unseres Schulleiters, Herrn Ripp, überreicht wird.

Mr McDonough beginnt seinen Dienst an unserer Partnerschule mit dem neuen Schuljahr. Wir sind sicher, er lässt sich davon überzeugen, dass dreißig Jahre Schul-Austausch zwischen West Bridgford School und dem Gymnasium der Stadt Kerpen, an dem inzwischen Hunderte von deutschen und englischen Schülerinnen und Schülern teilgenommen haben, eine kleine und wichtige Tradition darstellt, die auch in Zukunft ein riesiges Interesse finden wird.

Der Jubiläums-Austausch im kommenden Jahr ist jedenfalls, was das Interesse angeht, bereits gesichert und wird in einem Festtag hüben wie drüben seinen Höhepunkt finden.

 

Hans Ulrich Bergerhausen,

Ulrike Lentzen-Burmester

 

 

Schule 253 in Sankt Petersburg ganz IN

Nach dem üblichen Stress mit den Einreiseformalitäten – Out of Germany eben – bekamen wir auf der russischen Botschaft alle Visa und trafen uns am 4. Mai – Morgenmuffel, wir grüßen euch - aber auch etwas neugierig um 6.15 Uhr am Bahnhof in Horrem. Mit dabei waren Stefan Bister (11.1), Alina Breland, Christiane Falter (beide 9.3), Xenia Fink (9.7), Sarah Groten, Sergej Kesik, Larissa Klaß (alle 8.4), Verena Klaß (11.2), Julia Knepper (9.3), Tobias Osterholt (11.3), Vanessa Pohl (9.3) begleitet von Frau Wöstmann und mir.

Wie üblich kam unser Zug mal wieder mit Verspätung in Horrem an. Dann stellt man fest: Regionalbahnen sind offensichtlich nicht für Reisende mit Koffern gebaut. Es spielt auch keine Rolle, dass sie diverse Hauptbahnhöfe und den Düsseldorfer Flughafen anfahren.

Die am Bahnhof zurück gebliebenen Eltern winkten unserem Zug noch nach – Gerüchten zufolge soll der Abschiedsschmerz bei einigen Eltern durch unverhohlene Vorfreude auf 11 Tage Freiheit von den eigenen Zöglingen überlagert worden sein – die Jubelschreie waren deutlich zu vernehmen – Kids-Out Party eben  schon am Bahnhof!!!

 

Am Flughafen wurde es dann wie gewohnt hektisch: welches Ticket, welchen Pass muss man wo vorzeigen, haben es wohl dieses Mal alle geschafft, ihre Scheren im Koffer statt im Handgepäck zu verstauen? – Hatten sie, na, ja: die SchülerInnen jedenfalls… Während des zweieinhalbstündigen Fluges stieg die Spannung: alle hatten zwar Telefonnummern und Namen ihrer AustauschpartnerInnen, einige sogar Briefe und Fotos, aber nicht einmal diejenigen, die schon einmal in St. Petersburg waren, waren sich wirklich sicher, was uns dort erwarten würde. Und so gab es auch nach unserer Landung die ersten Überraschungen: In Russland hatte man doch noch mal schnell zwei Gastfamilien getauscht – Stefan und Christiane trugen es mit Fassung!

 

Am nächsten Tag trafen wir uns zum ersten Mal in unserer neuen Partnerschule. Die Schule mit der ganz individuellen Nummer 253 in St. Petersburg besteht erst seit einem Jahr, befindet sich also noch im Aufbau, ist aber mit bereits über 800 Schülerinnen und Schülern schon recht beachtlich angewachsen. Das neue Gebäude wirkt inmitten der Plattenbauten wie ein „kleines Schloss“. Und hochherrschaftlich waren auch die Regeln der Hausordnung: So müssen dort alle SchülerInnen (und LehrerInnen!) ein sauberes Paar Schuhe mitbringen und in den Umkleideräumen die Straßenschuhe gegen ein Paar saubere Schlosspantinen austauschen.

Genau wie bei uns ist übrigens auch das Tragen von „Wetteroberbekleidung“ in den Klassenräumen nicht erlaubt. All diese Verkleidungspartys scheinen sich aber doch zu lohnen: Unsere Schülerinnen und Schüler waren ganz begeistert von der Sauberkeit der Schule. Ungläubiges Staunen seitens der Kerpener riefen allerdings die scharfen Zurechtweisungen hervor, die russische Schüler von ihren Lehrern empfingen, wenn sie in Jeans erschienen – Markenkleidung Out. Der/die eine oder andere Kerpener SchülerIn wurden in den nächsten Tagen dann auch in anderen Kleidungsstücken als Jeans an der Schule gesehen – was es wieder schwieriger machte, sie auf 100 Meter Entfernung auszumachen!

 

Weniger entzückt war man von den sanitären Anlagen: die Toiletten sind zwar sauber, haben jedoch keine Türen! Das scheint in russischen Schulen üblich zu sein, wir haben des Rätsels Lösung noch nicht gefunden, es kann doch nicht so teuer oder schwierig sein, den Trennwänden zwischen den Toiletten eine Vordertür zu verpassen. Oder ist es vielleicht ein Aufsichtsproblem? Gegen die Theorien der Kerpener Schüler, dass heimlich rauchende SchülerInnen ohne Türen natürlich leichter dingfest zu machen seien, spricht jedoch die Tatsache, dass auch die Lehrertoiletten keine Türen haben. Die Mensa, in der die SchülerInnen selbst die Aufsicht führen, lässt solche Theorien auch wieder abwegig erscheinen.

 

An unserem ersten Schultag lud die Schulleiterin Antonina Borisovna Plužnik uns alle zu einem Empfang in die Mensa ein. Dort war bereits der Tisch mit vielen Köstlichkeiten gedeckt – wie für hohen Schlossbesuch. Beim traditionellen russischen Tee aus dem Samowar und Gebäck erzählte Antonina Borisovna uns von ihrer Schule. Auf ihre Frage, welche Disziplinprobleme es denn an unserer Schule gebe, konnten die SchülerInnen unserer Europaschule gar nicht antworten – offensichtlich haben wir gar keine Disziplinprobleme! Die Probleme an der Schule 253, die uns die Schulleiterin daraufhin schilderte, kamen uns dann aber doch erstaunlich bekannt vor…

Dann wurden wir durch die Schule geführt und waren sehr erstaunt, dass zwei Sporthallen sowie ein Fitnessraum im Schulgebäude untergebracht sind. Außerdem gibt es im Dachgeschoss Konferenzräume und einen Filmraum, der wie ein kleines Kino aussieht. Alle SchülerInnen der 1.-11. Klasse haben regelmäßig Unterricht in den zwei Computerräumen, die mit Flachbildschirmen ausgestattet sind. Auch eine Bibliothek steht den SchülerInnen zur Verfügung.

Im Englischunterricht konnten die Kerpener SchülerInnen glänzen: Tobias bekam von einer Englischlehrerin ein „ausgezeichnet“ für seine Antworten, mit denen seine Gruppe ein Quiz gewonnen hat. Auch an anderen Stunden konnten sich unsere SchülerInnen aktiv beteiligen, so z. B. in einer Stunde „Trud“ (= Arbeit), in der einige ganz begeistert Karten mit selbst gebastelten Blumen herstellten. Die Sportlehrerin hatte eigens für unsere Gruppe einen Sportwettkampf vorbereitet. Beim Tauziehen waren unsere Mädels zwar unterlegen, doch die Jungen retteten die Ehre und gewannen das Tauziehen der Jungen. Wir bekamen sogar eine Urkunde für die Teilnahme am Wettkampf und jede/r bekam von der Schulleitung eine Tafel Petersburger Schokolade als Erinnerung an den Austausch und den Sportwettkampf geschenkt.

 

Neben den Unterrichtsbesuchen hatten wir natürlich auch wieder ein ausgedehntes und sehr lehrreiches Besichtigungs- und Kulturprogramm, während dessen wir nicht nur die vorsorglich eingepackte Regenkleidung zu schätzen wussten (wichtigste Erkenntnis: es hilft schon, wenn man seine Regenjacke aus dem Rucksack nimmt und sie anzieht…), sondern auch eine Menge Namen lernten: Neben Peter I., Katharina II., Dostojewskij, Rastrelli, Krylow, Rubljow und Brüllow schien uns dieses Jahr vor allem der auf mysteriöse Art ermordete Paul I. auf Schritt und Tritt zu verfolgen: erst bei der Besichtigung des Michaelsschlosses, dann in der Eremitage und schließlich auch im Katharinenpalast.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines Fußballspiels von Petersburgs Verein „Zenit“ gegen „ZSKA Moskau“ in strömendem Regen. Als Zenit 1:0 in Führung ging und schließlich gewann, jubelten russische einträchtig mit deutschen SchülerInnen und sogar das schlechte Wetter war vergessen.

Dank zweier SchülerInnen, die Russisch wie ihre Muttersprache beherrschen, florierte auch der Handel zwischen Kerpen und der russischen Metropole und unsere Stadt wurde mal wieder durch einige Matrjoschki, Petersburger Kalender und anderes russisches Kulturgut bereichert.

 

Alles in allem wird dieser Austausch allen Teilnehmern trotz des diesmal schlechten Wetters immer in guter Erinnerung bleiben – nicht nur weil es der erste an der Schule Nr. 253 war und auch nicht zuletzt wegen der immer wieder beeindruckenden Gastfreundschaft unserer PartnerInnen und unserer Partnerschule.

Katharina Schulte-Mattler

 

 

Die Kanaren einmal anders

Teneriffa im Februar 2005 (übrigens dem kältesten seit 40 Jahren...Tagestemperaturen ab 14 Grad Celsius!). Eine kleine aber nette und motivierte Truppe der Europaschule macht sich auf, diese bei Touristen so beliebte Insel zu entdecken.

Glaubt jemand, dass es sich bei so einem Ausflug auf die Kanaren um vorgezogene Sommerferien handelt, ist er schief gewickelt. Hier geht es darum, neue Menschen, ihr Leben und ihre Einstellung kennen zu lernen, in eine fremde Kultur einzutauchen wie es als Pauschaltourist unmöglich ist.  Klar, dass da ein entsprechendes Programm hilft, aber vor allem auch die freundliche Aufnahme und Integration durch die Gastfamilien. Gemeinsam Spaß haben und dabei etwas lernen - was will man mehr... Na, damit hier nicht nur das Lehrerherz spricht, sollen an dieser Stelle auch die Schüler zu Wort kommen, die dabei waren. Deshalb verabschiede ich mich an dieser Stelle mit einem herzlichen Dank an die SchülerInnen und ihre Familien, die teilgenommen haben  und diesen Austausch so erfolgreich gemacht haben. Hasta la próxima

 

Nicole García 

 

 

Teneriffa-Deutschland

Während in Deutschland Temperaturen von –10°C herrschten, hatten wir (Kerstin Brüngel, Miguel Schlang, Silke Schauff, Andrea Kaletzke, Holger Böhne, Sarah Feyen und Isabel Heimann), einige zum wiederholten Male, die Möglichkeit, die Schönheiten Teneriffas zu entdecken. Die neben Afrika gelegene und zu den Kanaren gehörende Insel hat uns auch dieses Jahr wieder Zahlreiches geboten. Neben diversen Wassersportaktivitäten wie Surfen, Segeln und Wasserski und dem Besuch des spanischen Unterrichtes, hatten wir außerdem die Gelegenheit, einen der größten Karnevalsumzüge der Welt mit zu erleben. Ebenfalls führte Belén (spanische Deutschlehrerin) uns in die Künste der „Sevillana“ (spanischer Traditionstanz) ein. Das Nachtleben zeigte sich schließlich auch noch von seiner besten Seite, wie wir bei einem Diskobesuch mit Lehrern feststellen durften.

Doch auch die schönsten zehn Tage gehen einmal vorbei und so mussten wir den vierstündigen Rückflug ins nass-kalte Deutschland antreten...

Doch das Wiedersehen lag nahe, denn im Mai stand der Rückbesuch an. Der leider nur siebentägige Aufenthalt in Deutschland zeigte den Spaniern jedoch trotzdem die Vielseitigkeit dieser Gegend, z. B. Stadtbesuche in Köln und Bonn. Die Schiffsrundfahrt über den Rhein, sowie das traditionelle Essen in einem typisch kölschen Brauhaus begeisterte unsere Austauschschüler sehr. Der Höhepunkt ihres Besuches war wohl der dreistündige Snowboardkurs in der Neusser Skihalle, wo sowohl die Spanier als auch einige Deutsche zum ersten Mal ihr Können auf dem Brett unter Beweis stellten. Nach einer Woche stand uns der tränenreiche Abschied bevor. Wir hoffen auf ein erneutes Wiedersehen und freuen uns, wenn im nächsten Jahr erneut ein solch gelungener Austausch stattfinden kann.

 

Isabel Heimann (12) & Sarah Feyen (11.3)

 

Briey 2005

Die nunmehr 42 Jahre bestehende Freundschaft zwischen Briey und Kerpen wurde dieses Jahr einmal mehr besiegelt. Bereits im März (10.3.-13.3.05) besuchten wir mit 38 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums und 10 Realschülern unsere Partnerschule, das Collège und Lycée de l’Assomption in Briey. Die Schüler, die z.T. schon über mehrere Jahre an dem Austausch teilnehmen, erwarteten ihre deutschen Partner schon wie gute Freunde.

Unmittelbar nach unserer Ankunft nahmen wir am Nachmittagsunterricht der Franzosen teil. Anschließend konnten sich die Schüler in der Kantine um 16 Uhr mit Croissants, Teilchen und Getränken stärken, die der Koch der Schule liebevoll für uns vorbereitet hatte.

Der Besuch einer Kinovorstellung („Le cou de la girafe“), ein Basketballspiel, ein schöner Spaziergang am See bei Sonnenschein, der Besuch der Kathedrale in Metz oder des Walibi-Freizeitparks gehörten zu den Aktivitäten, die unser Wochenende abwechslungsreich und attraktiv machten.  Einige Schüler hatten sogar das besondere Glück, mit ihrer Austauschfamilie eine Tagestour in die Hauptstadt Paris zu unternehmen (350 km von Metz entfernt.)

Am 19.5. 05 konnten wir unsere französischen Nachbarn dann endlich in Kerpen begrüßen.

Auf dem Programm stand dieses Jahr ein Ausflug nach Köln und der Besuch des Sportmuseums. Da man in diesem Museum viele Sportgeräte selbst ausprobieren kann, kamen alle auf ihre Kosten, auch die französische Schüler, die erst seit einem Jahr Deutsch lernen. Die Lehrer hatten direkt am Donnerstag die Möglichkeit, im Rahmen einer Führung auf den Dächern des Kölner Doms zu wandeln -  sicher auch ein außergewöhnliches Erlebnis.

Zudem erhielten unsere Austauschgäste auch einen Einblick in das deutsche Schulsystem. Die Franzosen, die ja auch nachmittags Unterricht haben, sind immer wieder begeistert vom Schulleben in Deutschland und wünschen sich auch so viel Zeit für private Hobbys wie die Deutschen.

Wir danken allen Gastfamilien und den Schülerinnen und Schülern, die am Austausch teilgenommen und auf diese Weise auch einen Beitrag zu einem freundschaftlichen Miteinander der beiden Nachbarländer geleistet haben.

 

Marie Wunsch-Vincent, Ricarda Joeris

 

 

 

Europaschule

 

Don Quichotte und andere Helden Europas - Europatag am 9. 5.2005

Der Europatag am Kerpener Gymnasium stand in diesem Jahr im Zeichen von Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik. Als Akteure traten Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen auf, die ihren LehrerInnen und MitschülerInnen einen bunten Mix aus kulinarischen Köstlichkeiten, literarischen Abenteuern und theoretischen Vorträgen boten. Allen Darbietungen gemeinsam war ein Bezug zu Europa, historisch, kulturell und gesellschaftlich.

 

Am Vormittag referierten zwei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 – Lisa Piano und Kristin Urbach- vor Zehntklässlern über die „Bedeutung Europas im Lebenskonzept Jugendlicher“. Sie legten den Fokus ihrer Ausführungen auf die Zukunftserwartungen jüngerer Menschen in Bezug auf Europa. Zugrunde gelegt hatten sie dabei u. a. die beiden Shell-Jugendstudien von 2000 und 2004. Danach sind das Interesse und die Erwartungen an Europa höher bei denjenigen, die einen höheren Schulabschluss erworben haben und die über umfangreiche Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Ihr Fazit: Die Europa-Schule Kerpen sei mit ihrem bilingualen Konzept und der intensiven Fremdsprachenförderung durch Austauschprogramme auf einem goldrichtigen Weg. Genau diesen Punkt griff der zweite Referent, Florian Lange aus der Jahrgangsstufe 13, in seinem sich anschließenden Vortrag auf. Er ging zunächst auf die Bedeutung von Sprache generell ein und verwies aus Anlass des 200. Todestages Friedrich Schillers an eben diesem Tag auf dessen sprachgewaltiges Werk, aus dem er rezitierte.  Die „Ode an die Freude“, deren Text Ludwig van Beethoven zu der Komposition inspiriert habe, die heute als „Europa-Hymne“ allen bekannt sei, stelle den Gedanken der Brüderlichkeit in den Vordergrund. Diese Brüderlichkeit gelte es nach den Schrecken des 2. Weltkrieges zum Ziel europäischer Bestrebungen zu machen. Weiter wies Florian Lange auf die Bedeutung hin, die Zwei- oder Mehrsprachigkeit für das Vereinte Europa hätten. Dabei ging er besonders auf Migranten ein, die durch ihre Mehrsprachigkeit zu Brückenbauern werden könnten bzw. bereits seien. Nicht wenige von ihnen hätten durch ihren doppelten Muttersprachenerwerb ein Heimatgefühl in mindesten zwei Kulturen.

Der Nachmittag des Europatages stand ganz im Zeichen der schönen Künste, wobei die Kochkünste des Lateinkurses von Frau Schütz ( Klassen 8.6 und 8.7 ) sozusagen als „Introitus“ anzusehen und zu probieren waren. Gerichte nach „Rezepten der Alten Römer“ ( und Römerinnen ? ) machten Lust auf mehr und ließen das „Literaturcafé“ der Jahrgangsstufe 12 zu einem nicht nur intellektuellen Genuss werden. Mit diversen Sketchen aus bekannten Werken der englischen Literatur erzielten Englisch- SchülerInnen. Lacherfolge, während „die Franzosen“ mit ihrer „Mauer der Liebeserklärungen“ ( Original in Montmartre ) offensichtlich nicht nur Europa im Blick hatten. Philosophische Tiefe demonstrierten danach die Spanisch- SchülerInnen. Ihre Szenen aus Cervantes’ Don Quichotte, des Ritters von der traurigen Gestalt, beleuchteten die Modernität dieses großen europäischen Schriftstellers, dessen Werk die neuzeitliche erzählende Literatur so grundlegend geprägt hat. Wem wäre nicht der „Kampf gegen Windmühlen“ als geflügeltes Wort ebenso präsent wie gelegentlich auch als bittere Erfahrung?

Zum Abschluss des literarischen Unterhaltungsprogramms wies ein Schüler eines Deutsch-Kurses auf die in Deutschland weitgehend unbekannte Literatur der neuen EU-Staaten hin. So manchen literarischen Schatz hatten die SchülerInnen bei ihrer Recherche entdeckt und diesen dann auch auf Plakaten vorgestellt. Wussten Sie z. B., dass Polen nicht nur einen Papst, sondern auch einen Literatur-Nobelpreisträger hervorgebracht hat, dass Ungarn mit dem Schriftsteller György Konrad einen Karlspreis-Träger besitzt? Eine Lesung ausgewählter Texte konnte aus Zeitgründen leider nicht mehr stattfinden, dies schmälert aber nicht den Gewinn, den die SchülerInnen aus dem Projekt gezogen haben.

 

Europa - so bunt wie dieser Kontinent war auch der Tag, den die SchülerInnen mit viel Engagement, Geist und Witz gestaltet haben.

 

Annette Wilbers-Drerup                                                                                         

 

 

Musik

 

Schulchor im Herbst wieder auf großer Reise -

Eröffnungskonzert der Festwoche in der Mezquita zu Cordoba

Nach drei Konzertreisen in den vergangenen Jahren nach Dresden, Berlin, Schwerin, Wismar und Lübeck wird der Chor am Gymnasium der Stadt Kerpen in diesem Jahr einmal mehr dem Namen ‚Europaschule’ gerecht und reist zu seiner insgesamt sechsten Tournee nach Spanien. Einstudiert von seinem Leiter, StD Herbert Vietor, werden die Sängerinnen und Sänger wieder in Andalusien erwartet. Stolz, aber auch ein wenig nervös werden sie schon sein, wenn sie auf Einladung des Bischofs am 2. Oktober das Eröffnungskonzert der Festwoche in der berühmten Mezquita zu Córdoba bestreiten werden. In dem traumhaft schönen Kirchenschiff, welches vor Jahrhunderten in die ursprünglich zweitgrößte Moschee der Welt, als Zeichen des Triumphes über die maurische Belagerung Spaniens, gebaut wurde, sang der Chor bereits drei Mal, zuletzt 1997 das ‚Requiem’ von Mozart.

 

Am Tag zuvor wird man zu Gast sein in der Klosterkirche San Jeronimo in Granada. Natürlich wird auch die Möglichkeit bestehen, diese Stadt und die berühmte Alhambra wieder zu sehen. Am 5. Tag der Reise wird das mitreisende große Orchester, die ‚Junge Sinfonie Bergheim’, unter seinem Dirigenten Franz-Josef Stürmer, ein eigenes Konzert in der hoch gelegenen alten Stadt Ronda geben. Bevor es am ersten Wochenende der Herbstferien wieder heimwärts geht, singt die große Chorgemeinschaft abschließend in der Pfarrkirche von Almunécar, jener Stadt, in der die Musiker wohnen werden. Und dass die Unterkünfte zum wiederholten Male unmittelbar am Strand der Costa del Sol liegen, ist für alle natürlich ein zusätzlicher Reiz.

 

Unser Schulchor mit ca. 40 Sängern – Schülerinnen, Lehrern, Eltern und Freunden der Schule – wird nicht die einzige Gruppe der RHEINISCHEN CHORGEMEINSCHAFT sein. Traditionsgemäß wird der Chor des Gutenberg-Gymnasiums Bergheim mitmachen unter StD a.D. Heinz Boden, der in diesem Jahr der musikalische Leiter sein wird. Herr Vietor wird die Orgel spielen. Eine große Gruppe des Pfarrchores an Christus König in Horrem unter Norbert Trierweiler wird ebenso klangverstärkend mitwirken wie Mitglieder des Chores der Marienschule Opladen. Schließlich werden in Spanien, wie beim Mozart-Requiem vor acht Jahren, noch 25 kräftige Stimmen aus Almunécar mitreisen, aus jenem Chor, der vor einem Jahr ein beeindruckendes Konzert auf Einladung der Volkshochschule in Horrem gab. Doch ca. 150 Sängerinnen und Sänger wird man schon brauchen, wenn man die monumentalen Räume spanischer Kirchen klanglich füllen will.

 

Zur Aufführung kommt ein sehr selten zu hörendes Chorwerk von unglaublichem Reiz, das ‚Requiem’ von Franz von Suppé (1819-1895). Diesen Komponisten kennt man eigentlich nur von seinen Operetten und Ouvertüren, wie ‚Dichter und Bauer’, ‚Die schöne Galathée’ oder ‚Leichte Kavallerie’. Einmal muss er musikalisch „fremdgegangen“ sein und schuf ein unvergleichbar reifes Sakralwerk für vier Soli, Chor und großes Orchester.

Und dieses große Orchester macht uns und den Veranstaltern zurzeit noch große Sorgen, aber nicht aus Gründen der Qualität, sondern der Quantität. Es ist mit allen Instrumenten eines großen romantischen sinfonischen Klangkörpers besetzt, deren Stimmen in ihrer Vollständigkeit nicht entbehrt werden können. Während der größte Teil der Musiker, ebenso wie sämtliche Chorsänger, alle Kosten der Reise bestreiten, müssen zusätzliche Profimusiker für diese Reise angekauft und finanziert werden.

 

Um diese enormen zusätzlichen Kosten zu bestreiten und somit letztlich die Reise erst möglich zu machen, hat sich ein Förderverein gegründet mit dem zunächst ausschließlichen Ziel, dieses Chorprojekt „Suppé-Requiem“ zu finanzieren. Während die VHS Bergheim, wie in allen Jahren zuvor, logistisch verantwortlich ist und drei Konzerte vor und nach der Reise organisiert, gilt es dennoch, eine erhebliche Kostenlücke in fünfstelliger €-Höhe zu schließen. Hier ist der Vorstand bemüht, zunächst bei Geschäftsleuten, Banken und Firmen, die an diesem Projekt Interesse zeigen, Gelder zu erbitten. Dieses wird aber sicherlich nicht reichen. Daher wenden sich die sieben Gründungsmitglieder, bestehend aus Vertretern der beiden Schulchöre, der VHS Bergheim und dem geschäftsführenden Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Riko Bloeß, an alle musikinteressierten Eltern, Lehrer und Freunde unserer Schule, und bitten den Gedanken unserer Europaschule und das große Engagement der Chorgemeinschaft durch eine Spende zu unterstützen und dazu beizutragen, dass diese wunderschöne Projekt im Herbst zustande kommen kann.

 

Sie alle helfen uns, schon mit einem bescheidenen Beitrag, dass die bestehende Lücke möglicherweise noch geschlossen werden kann. Da der Förderverein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt worden ist, wird jede Zuwendung umgehend mit einer beim Lohnsteuerjahresausgleich zu berücksichtigenden Spendenquittung bedacht. Bitte helfen Sie uns!

 

Der Name und die Bankverbindung des Vereins lauten:

 

RHEINISCHE CHORGEMEINSCHAFT e.V.

Raiffeisenbank Horrem  

BLZ 370 693 31

Konto-Nr.: 143 370 16

 

Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich die Termine der drei Konzerte im Erftkreis, in denen, neben dem Suppé-Requiem, die vier international renommierten Gesangssolisten auch noch das ‚Salve Regina’ von Joseph Haydn zur Aufführung bringen:

 

Freitag,             23.09., 20.00 Uhr, Pfarrkirche St. Maria Geburt in Elsdorf

Sonntag, 25.09., 17.00 Uhr, Gutenberg-Gymnasium Bergheim

Sonntag,  13.11., 16.30 Uhr, Pfarrkirche Christus König in Horrem

 

 

Herbert Vietor

 

 

Musikabend

Legendär sind sie, die Musikabende des Gymnasiums der Stadt Kerpen – und extrem gut besucht: Man muss schon sehr früh kommen, um einen halbwegs zentralen Platz zu ergattern. Geschäftstüchtige Geister hatten schon immer veritable Eintrittseinnahmen errechnet – wenn denn Eintritt genommen würde... die Philosophie ist aber: Jeder soll kostenlos das Musikangebot unserer Schule genießen. Und das Angebot hatte es wie immer in sich – wie die Übersicht über die 16 Programmpunkte zeigt:

Den diesjährigen Musikabend eröffnete – wie üblich – unsere Schul-Big-Band, die sich bekanntlich der Rhythm & Brass Unterhaltungsmusik verschrieben hat.

Der erste Titel, einige werden sich vielleicht noch daran erinnern, war als „Song Of Joy“, gesungen von Miguel Rios, Song des Jahres 1970. Er war 15 Wochen lang auf Platz eins der internationalen Charts.

„Freude schöner Götterfunken“ aus dem Chorfinale von Beethovens 9. Sinfonie richtet sich nicht an eine bestimmte Gruppe, sondern an alle Menschen. Nicht zuletzt deshalb wurde die Melodie 1972 vom Europarat zur „Europahymne“ bestimmt.

Da der Leiter der Band immer schon einmal „die Fischerchöre dirigieren wollte“, wurde das Publikum gebeten, sofern es bei dem gedämpften Licht im Saale den Text auf der Rückseite des Programmheftes mitlesen konnte, das Lied auch mitzusingen.

Der zweite Titel –„ We Will Rock You“ – was soll man dazu schon großartig sagen...? Welthit der Gruppe Queen, ... das Musical ... der absolute Publikumsrenner ...

Die Big-Band spielte diesen Titel in einer recht eigenwilligen Interpretation, arrangiert von Paulo Moro.

 

Rebekka Rüger (9.1), die auch in der Big-Band Querflöte spielt, und An-Nam Pham (9.7), u.a. Pianist der Jazzband, überzeugten mit einer sehr dynamischen Interpretation von „Pan Et Les Bergers“ aus „La Flute De Pan“ von dem französischen Komponisten Jules Mouquet (1867-1946). Es gab sogar eigens für dieses Stück angereiste Zuhörer.

 

Spätestens seit 1978 kennt ihn jeder: Jonathan Richman – und wenn nicht ihn, dann zumindest seinen „Egyptian Reggae“. Denn zu Beginn dieses betreffenden Jahres hielt sich sein „Markenzeichensong“ wochenlang in den Top Ten der amerikanischen Charts und nicht nur dort. Der Solopart wurde gekonnt dargeboten vom Bandgitarristen Timo Schneppenheim. Die Begleitung übernahmen: Larissa Hillebrand, ebenfalls Gitarre – Katharina Cypzirsch, p – Lukas Jüttendonk, b und Benny Kuhtz, d.

 

Der junge Beethoven wurde zunächst als Klaviervirtuose bekannt, wobei man vor allem sein Talent zu improvisieren bewunderte. So führte dann auch Beethovens Weg als Komponist über das Tasteninstrument, das in seinem Schaffen eine zentrale Stellung einnimmt. Beethovens 32 Klaviersonaten, darunter besonders die Sonate Pathétique, gehören heute zu den meistgespielten Werken der klassischen Klaviermusik.

Julia Fromme (8.7) - man bedenke bitte Klasse acht! – spielte den 3. Satz aus dieser Sonate, das Rondo, und begeisterte mit ihrem technischen und interpretatorischen Talent das Publikum.

 

Der Welthit „I Don’t Know How To Love Him“ aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar” stammt von dem Erfolgsduo Andrew Lloyd Webber und Tim Rice; die Oper hat die letzten sieben Tage im Leben des Jesus von Nazareth zum Thema.

„Streets Of London“ war der einzige große Hit des englischen Folk-Sängers Ralph McTell. Das Lied wurde auch in deutscher Sprache, gesungen von Juliane Werding, unter dem Titel „Straßen unserer Stadt“ ein großer Erfolg.

Gänzlich ohne Bühnenerfahrung und noch ein wenig schüchtern präsentierte der Chor der Klasse 9.5, unter dem bewährten Dirigat von Herbert Vietor, diese beiden Lieder. Hochachtung! Denn welche Klasse traut sich schon einfach so mit zwei Songs und eigener Instrumentalbegleitung (Klavier: Leo Rolff und John Kramer / Geige: Christina Schaberger) auf die Bühne?

 

Immer wieder in den letzten Jahren haben „die 2“ - Miriam Weingarten und Benny Kuhtz – beide auch Drummer in der Big-Band – uns von der Vielseitigkeit des Schlagzeuges überzeugt. In diesem Jahr hatten sie den „Dialog Brief Case“ vorbereitet. Wie ein Boxkampf von Moderator Christoph Emmerich angekündigt, überzeugten die beiden in einen atemberaubenden „Kampf“ das Publikum mit ihrem technischen Können und ihrer Kondition.

 

Die einfühlsame Interpretation von Rachmaninows Elegie op.3 Nr.1 in f-moll von Verena Vandervelt (9.7) am Klavier – sie hat beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ übrigens einen hervorragenden ersten Platz belegt! – wurde vom Publikum mit reichem Applaus belohnt.

Traditionell vor der Pause wurde einmal mehr ein „Projekt Neue Musik“ präsentiert. In diesem Jahr hatte es der Musikgrundkurs der Jgst. 13 unter der Leitung von Musiklehrerin Monika Theil vorbereitet. Nach einer - wie immer – äußerst vagen, nebulösen und rätselhaften Ankündigung der Performance zeigten die jungen Leute pfiffig und gekonnt, dass man ein Publikum auch ausgezeichnet unterhalten kann, wenn man die ausgetretenen Pfade der traditionellen Musik verlässt. Angeregt durch diese witzige Performance ging das Publikum mit einem Schmunzeln in die Pause.

 

Genauso wie traditionell vor der Pause immer ein „Projekt Neue Musik“ präsentiert wird, tritt nach der Pause das Streichorchester auf. Unter dem neuen Leiter Klaus Bach, der lieber von einem Streicherensemble spricht, brachten die jungen Musikerinnen und Musiker mit viel Spielfreude zunächst fünf Tänze von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör. Es folgte die bekannte Bourrée aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel, die regelrecht zum Tanzen einlud. Ein toller Einstand von Klaus Bach und seinen Streichern!

 

Aber auch ein neues Ensemble unserer Schule hatte beim diesjährigen Musikabend sein „Coming Out“ und gab eine erste Kostprobe aus seinem Repertoire: die Jazzband „K-Town 8“ unter der Leitung von Musiklehrerin Monika Theil, die selbst auch Altsaxophon spielt. Alle Bandmitglieder bewiesen bereits bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt, mit „The Pink Panther“ und „One For Kisser“, ein ausgezeichnetes Improvisations-vermögen, das vor allem in den technisch nahezu perfekten Soli zum Ausdruck kam. Alle Achtung für so eine brandneue Gruppe!

 

Nachdem Elton John und Tim Rice für ihren millionenfach verkauften Soundtrack zu Walt Disneys „König der Löwen“  mit Oskar, Golden Globe, Grammy und anderen Ehrungen überhäuft wurden, bilden sie nun für „Elton John and Tim Rice’s Aida“ erneut ein Team. „Aida“ erzählt die tragische Dreiecksgeschichte von der nubischen Prinzessin Aida, die versklavt wurde, Amneris, einer ägyptische Prinzessin, und dem Soldaten Radama, den beide Frauen lieben.

Unser Musical-Ensemble unter der Leitung von Joachim Franck war natürlich auch wieder am Musikabend präsent und zwar mit drei Kostproben aus diesem neuen Projekt, das komplett am 1., 2. und 3. Juli dieses Jahres in der Aula zur Aufführung kam.

Besonders überzeugend waren an diesem Abend Michaela Berg und Eva Krudewig mit ihren eindrucksvoll interpretierten Soloparts.

 

Unsere Schule ist ja bekannt dafür, dass sie jungen Rockmusikern immer wieder ein Forum für ihre Musik bietet – man denke nur an das Rockforum! Aber auch die Musikabende waren, sind und bleiben immer wieder Plattform für sogenannte „Nachwuchsbands“. In diesem Jahr stellte sich die Rockformation Silicon Carne mit zwei ihrer Repertoiretitel vor: „Liar“ und „Your Fault“.

 

...und immer wieder faszinieren die verunstalteten Bösewichte mit Herz die Zuschauer in ganz besonderer Weise. Es muss aber nicht immer ein märchenhaftes Biest oder ein in Kellergewölben hausendes Phantom sein. Es kann genauso gut ein angesehener Arzt namens Jekyll sein, der sich in den mordlüsternen Mr. Hyde verwandelt.

Aus dem Erfolgsmusical „Jekyll & Hyde“ von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse sang Oliver Morschel gewohnt souverän den Titel „Dies ist die Stunde“; am Klavier begleitete ihn René Schmitz.

Ein eingespieltes Team!

 

Es ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, dass sich unsere langjährigen Big-Band Mitglieder auf ihrem „letzten“ Musikabend auch musikalisch verabschieden. In diesem Jahr taten sie es mit dem Erfolgshit von Whitney Houston „One Moment In Time“, den Albert Hammond eigens für sie komponiert und den René Schmitz für die Abiband 2005 arrangiert hatte.

Es verlassen uns leider: Katharina Cypzirsch – drei Jahre in der Band, René Schmitz (Assistant Bandleader!) – vier Jahre, Ricarda Kossack – fünf Jahre, Lukas Jüttendonk – sechs Jahre und Larissa Hillebrand und Timo Schneppenheim – sage und schreibe volle neun Jahre Bandmitglied!

 

Vorletzter Programmpunkt: Benny Kuhtz – langjähriger Drummer der Big-Band präsentierte: Benny’s Drums. Zunächst war man ein wenig verwirrt, hatte man doch den Eindruck, sein Instrument wolle nicht ganz so wie er sich das vorgestellt hatte. Jedoch nach einer kurzen, aber heftigen „Auseinandersetzung“ mit seinem Instrument „flogen nur so die Fetzen“: eine Drum-Demonstration vom Feinsten!

 

Die Moderatoren (Holger Böhne, Christoph Emmerich, Christoph Klenner und Benny Kuhtz) waren ein weiteres „Highlight“ des Musikabends. Sie haben es geschickt verstanden, auf die einzelnen Beiträge überzuleiten. Mit guter Laune, Witz und Ironie führten sie durch den Abend und streuten quasi so ganz nebenbei auch wichtige Informationen über die einzelnen Programmteile mit ein.

 

Alles hat einmal ein Ende – so auch der diesjährige Musikabend – und bekanntlich fangen unsere Musikabende mit der Big-Band an und hören auch mit ihr - meist zu später Stunde - wieder auf .

Die fast 50-köpfige Band, deren Sound „locker“  mal wieder bis in die letzten Winkel der Aula drang, spielte zum Abschluss ein Arrangement des „Root Beer Rag“ von „Piano Man“ Billy Joel und als definitiv letzten Titel des Abends „Lemon Tree“, aus der Feder von Peter Freudenthaler und Volker Hinkel („Fool’s Garden“); sie schuf einen Klangteppich auf höchstem Niveau und entließ die Zuhörer mit einem Lied auf den Lippen in die Nacht.

 

Dank und Anerkennung gebührt an dieser Stelle auf jeden Fall allen Beteiligten, denn nur ihr großes musikalisches Engagement ermöglicht erst solch tolle Veranstaltungen.

 

P.S.: Der nächste Musikabend kommt bestimmt: kurz vor den Osterferien 2006!

 

Bernd Woidtke und Johannes Schumacher

 

 

Musikabend der Europaschule jetzt auch auf CD

Seit nunmehr zehn Jahren ist der Musikabend unserer Schule ein Garant für kurzweilige, aber auch anspruchsvolle Musikdarbietungen.

Die Richtungsvielfalt sowie die Selbstverpflichtung ausschließlich Live-Musik zu präsentieren, sind die „Markenzeichen“ dieses Hausmusikabends; er ist, seit er am 30. März 1995 von der Big-Band unter der Leitung von Musiklehrer Johannes Schumacher ins Leben gerufen wurde, das größte Live-Konzert, das die Schule in Eigenregie nur einmal jährlich veranstaltet.

Er ist heute das Forum des Gymnasiums, auf dem die Schülerinnen und Schüler aller freiwilligen Musik-Arbeitsgemeinschaften Jahr für Jahr in Soli und Ensembles ihr musikalisches Können unter Beweis stellen.

In Kerpen und auch über die Stadtgrenze hinaus ist bekannt, dass die jungen Musikerinnen und Musiker immer eine tolle, alternative Abendunterhaltung für die ganze Familie bieten; die jedes Mal bis auf den allerletzten Platz besetzte Aula der Schule ist hierfür der beste Beweis.

Für Schulleiter Bernhard Ripp war denn auch das diesjährige „kleine Jubiläum“ Anlass genug, zum ersten Mal eine Musikabend-CD zu produzieren: 

Musikabend 1995-2005    HAUSGEMACHT!

„Bunt“ und vielfältig ist sie – wie der „legendäre“ Musikabend selbst (mit einer Spieldauer von ca. 75 Minuten!).

Sie ist nicht nur ein einmaliges „musikhistorisches“ Zeitzeugnis der letzten zehn Jahre Schulmusik, sondern sie vereint zudem auch erstmalig alle Musik-Arbeitgemeinschaften der Europaschule auf einer „Scheibe“:

> das Blockflöten-Ensemble unter der Leitung von Agnes Steinmetz

> das Streicher-Ensemble unter der Leitung von Klaus Bach

> die Musical-AG 5-7 unter der Leitung von Ulrike Dreyer

> das Blechbläserensemble unter der Leitung von Hartmut von Boetticher

> die neue Jazzband „K-Town 8“ unter der Leitung von Monika Theil

> die Musical-AG 9-13 unter der Leitung von Joachim Franck

> die Big-Band unter der Leitung von Johannes Schumacher

> das Lehrervokalensemble (H. v. Boetticher, M. Rümmler, J. Schumacher, H.Vietor)

> die Rockband „Few Loose Ends“ (B. Döntgen, A. Heuser, T. Paulun, M. Schnurpfeil)

> sogar der Schulchor (als „spezial guest“) unter der Leitung von Herbert Vietor

> die Solisten sind: Verena Vandervelt – Benny Kuhtz – und René Schmitz

 

Stellvertretend für die vielen Mitwirkenden in den vergangenen zehn Jahren sind im Booklet der CD die aktuellen AG-Teilnehmer abgedruckt.

Dieses „einzigartige Tondokument“ ist zum Selbstkostenpreis von 6,- € im Sekretariat der Schule erhältlich.

Johannes Schumacher

 

 

Forum junger Künstler – Michaela Berg und Eva Krudewig

Am Sonntag, den 24.04. war es mal wieder soweit: Es gab ein Forum junger Künstler! Diesmal mit Michaela Berg (17) und Eva Krudewig (16), die Stücke aus Film und Musical sangen. Schon vor Beginn gab es eine Überraschung: Die Hinterbühne der Aula platzte aus allen Nähten, so dass schließlich die Trennwand zur Aula aufgemacht werden musste, damit die über hundert Zuhörer einen Platz bekamen.

Dann ging es auch schon los: Zuerst sang Michaela „On my own" aus dem Musical „Les Misérables", danach sang Eva aus dem Film „Stadt der Engel" den Song „Uninvited". Bei beiden Stücken hörte man nicht eine Spur von Aufregung, und das bei einem so großen Publikum! Anschließend stellte Frau Theil die beiden erst einmal vor und erzählte, dass Michaela seit vier Jahren und Eva seit neun Jahren Gesangsunterricht hat. Und das ist eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass manch anderer mit sieben Jahren den Eltern mit der Blockflöte den letzten Nerv geraubt hat und sich nicht wie Eva „für eine Gesangsausbildung entschieden" hat, wie es so schön im Programmheftchen stand. Vor der Pause wurden unter anderem noch zwei Kostproben aus dem Musical „Aida" gegeben, welches die Musical AG im Juli aufführen wird und in dem Michaela und Eva zwei der Hauptrollen singen werden.

Auch nach der Pause ging es sehr gut weiter: Michaela sang „Because you loved me" aus dem Film „Up Close & Personal" und Eva sang mit „Angel" ein weiteres Stück aus dem Film „Stadt der Engel". Anschließend folgten zwei weitere Stücke aus „Aida", die garantiert viele überzeugten, sich Karten für die Aufführung zu kaufen.

Zu guter Letzt kam mein persönliches Highlight des Nachmittags: „Black Velvet" von Alannah Miles. Es zeigte, dass die beiden auch trotz so unterschiedlicher Stimmen ohne Probleme im Duett singen können. Das Publikum bedankte sich mit reichlich Applaus und „Standing Ovations" für dieses und die vielen anderen Stücke, die zu einem gelungenen Sonntagnachmittag beigetragen haben.

Johanna Grönewald, 10.5

 

 

Forum junger Künstler – David Schmitz

 Am Sonntag, den 22.5.05, um 16.00 Uhr, gab David Schmitz, ein großartiger Künstler an unserer Schule, ein Konzert. Er ist mit seinen 11 Jahren der jüngste Künstler, der am Forum teilnahm. Seine Eltern haben beide mit Musik zu tun und so begann David schon mit vier Jahren auf einer Geige zu spielen. Unterricht bekam er allerdings durch einen Lehrer, der auch anwesend war. Mit etwas Verzögerung begann David sein geniales Konzert. Er war zwar anfangs etwas nervös, doch je schwerer das Stück wurde, desto besser wurde er. Anfangs spielte er zwei kurze Stücke von Schnittke und von J. Ph. Rameau. David spielte danach ein Musikstück von A.Corelli, „La Folia“, das ein sehr langes Tanzstück war. An Davids  Gesichtsausdrücken sah man, ob die Musik langsam, schnell, laut, leise, traurig oder fröhlich war. Nach diesem Stück spielte er einen schnellen Tanz (Gigue) von Wieniawski . Hierzu musste er zunächst alleine spielen, wurde später aber von seinem Vater begleitet. Er spielte kraftvolle Akkorde über vier Oktaven. Vor der Pause hörten wir noch ein Violinkonzert, das normalerweise in drei Sätzen konzipiert wird, dieses hatte aber nur einen Satz. Nach der Pause spielte David  mit dem Schulstreichorchester eine Komposition von Mozart.

 

Mit seinem eigenen Stück stellte er dann alles in den Schatten. Besonders beim letzten Stück seines Konzertes mit der bekannten Melodie „Mein Hut, der hat drei Ecken“ sah man seine Fähigkeiten. Dieses Stück verlangte ihm alles ab, vom springenden Geigenbogen über das Greifen mehrerer Oktaven usw. Es war eine gelungene Darbietung, und wir wünschen David alles Gute für seine musikalische Zukunft.

 

Alexander Schömburg und Tim Schneider,

Klasse 6.4

 

 

"Forum Junger Künstler" – René Schmitz

Herr Ripp äußerte vor dem Konzert: „Wir können von René viel erwarten, obwohl er erst 17 Jahre alt ist. Er ist sehr vielseitig. Er spielt in der Jazz-Band mit und singt im Chor." Zu Beginn spielte er „Fantasie in C-Moll“ für Klavier von W.A. Mozart. Bereits hiermit brachte er alle Anwesenden in seinen Bann. Und bereits ab hier konnte man hören, was er kann. Als nächstes Stück hörten wir den „Minutenwalzer" von Frédéric Chopin.

 

Doch was dann kam, war für meinen Freund und mich das allerbeste, das „Konzert für Posaune in B-Dur" von F. Gräfe. René spielte nicht nur hervorragend Klavier, sondern auch Posaune. Begleitet wurde er von Darko Kostovski, seinem Musiklehrer aus der Musikschule Heinen in Neu-Bottenbroich. Er war erstaunt, dass René trotz des Lärms, der durch kleinere Kinder verursacht wurde, seine Konzentration behalten konnte und alle Stücke zu Ende brachte.

 

Nach einer zehnminütigen Pause spielte René „6 kleine Klavierstücke" von A. Schönberg. Selbst Frau Theil war begeistert. Die nächste Überraschung folgte. Er sang „I got Plenty o' Nuttin" aus „Porgy and Bess“ von George & Ira Gershwin. „Eine herrliche Gesangsstimme" war der Kommentar vieler Besucher. Danach hörten wir „Visio", Komponist: René Schmitz; dieses Stück hatte selbst Frau Theil noch nicht gehört. Nach diesem Klavierspiel folgte als weiteres Gesangsstück „Stars" aus „Les Miserables“. Dann kam  „Chameleon" von Herbie Hancock. Hierzu spielte die Jazzband „K-Town 8" unter Mitwirkung von René an der Posaune.

 

Als Letztes spielte er aus „Pearl Harbor“ die Filmmusik „Tennessee" auf dem Klavier. Er spielte so gut, dass er nicht nur alle faszinierte, sondern auch die Gefühle und den Sinn des Films jedem Zuhörer klar machte. Seine Hingabe und Leidenschaft zur Musik und den Instrumenten, die er spielt, konnte man regelrecht fühlen.

 

Es war ein gelungener Nachmittag, und wir konnten einen jungen Künstler kennen lernen.

 

Fabian Heller, Simon Matuszynski, Klasse 6.4

 

 

 

Theater

 

Maria Stuart

Neben dem Alltagsjob des Schullebens zieht die Theater AG konsequent in Richtung Aufführung. Wie bekannt wird das Königinnendrama „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller inszeniert. Wie alle großen Stücke hat auch „Maria Stuart“ seine Highlights und Tücken. War es bei den „Nibelungen“ das Problem, den grausigen Schluss und die düstere Gewalttätigkeit des Stückes, ohne in Klamauk abzurutschen, an die schulischen Möglichkeiten anzupassen, so liegen die Dinge bei „Maria Stuart“ anders. Zwar endet auch hier die Geschichte tödlich, doch spielt sich ein großer Teil der Konflikte im Seelenleben der Personen ab. Auch ist der Text von Schiller wunderschön, aber mit hohen Anforderungen an die Sprechkunst der Schauspieler.

Wir arbeiten also an zwei Fronten: Zuerst versuchen wir, über eine dichte Atmosphäre, Live-Musik und ein spektakuläres Bühnenbild den ZUSCHAUER in das Stück aufzunehmen, zum anderen arbeiten wir an der sprachlichen Ausformung, um den ZUHÖRER an der Qualität des Textes als Kunstwerk teilnehmen zu lassen. Zum Bühnenbild wird nichts verraten, und zur Sprachbildung hat sich die Truppe, wie schon auf der Homepage berichtet, professioneller Hilfe versichert. Auch über das Engagement der Darsteller kann nicht geklagt werden; es haben bis jetzt (Halbzeit der Vorbereitung) bereits über 50 Proben stattgefunden. Wer die „Nibelungen“ gesehen hat, der weiß, dass einen hier großes Theater erwartet, weit oberhalb des üblichen Schultheater-Niveaus. Die Rollen der beiden Kontrahentinnen, Elisabeth und Maria Stuart, werden gespielt von den Zwillingsschwestern Rebecca und Viviane Caspers – ein genialer Schachzug der Regie! Alle Gruppierungen der Schule sind in diese Produktion eingebunden: von Klasse 6 bis Jgst. 12, von Lehrern bis zu Referendaren! Das Bühnenbild ist noch ein gut gehütetes Geheimnis…

Am Montag, 27.6.05, hat die Gruppe bereits einen ersten Volltreffer gelandet: Sie spielt ausgewählte Szenen vor begeisterten „Oldies“ im Altenheim St. Brigida in Köln-Bocklemünd. Auf winziger Bühne konnten die Königinnen ihren Zoff hautnah austragen. 

Premiere: 19. Januar 2006

Werner Philippi

 

Literaturkurse

Wie mehr oder weniger bekannt herrsche ich in den Kellerregionen der Schule, sprich Theaterkeller, Fundus usw. Von daher ist es mir möglich, einen kritischen Kommentar zur Alltagsarbeit der Literaturkurse zu geben. Negatives: Der Umgang mit Kleister und Farbe ist für die meisten Oberstufenschüler ein unbezwingbares Problem. Dass Pinsel nach Gebrauch ausgewaschen werden müssen ist unbekannt. Im Theaterfundus könnte man eine fantastische Handwerkersoap drehen. Auch merkt man, wenn vermehrt die Herren der Schöpfung im Keller tätig waren. Die Schäden sind eindeutig größer. Letztens hat es ein 18-Jähriger ( Alexander R.) doch tatsächlich geschafft, mit einem Tacker eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Es ist sagenhaft, was alles aus Langeweile festgetackert werden kann.

Positives: Die Kreativität vieler Schüler (meist Schülerinnen) ist einfach toll. Es wird aus Wenig Viel gemacht. Auch außerhalb der Unterrichtszeit wird gewerkelt. Es herrscht trotz des Zeitdruckes, den die Kurse haben, ein stets freundlicher und erfreulicher Umgangston. Es wird nichts geklaut, und man respektiert durchweg die Leistung und die Arbeit der Konkurrenz.

 

 

Der Pinselretter: Werner Philippi

 

 

Ein erfolgreiches Projekt in der Klasse 6.7 - "Robin Hood“ auf der Bühne

Zuerst war es nur ein Text im Englischbuch. Aber Robin Hood kann noch immer begeistern mit seinem Mut, seinem Sinn für Gerechtigkeit und auch mit seinem Charme. Deshalb wurde daraus ein mehrwöchiges Projekt und zuletzt eine erfolgreiche Aufführung im Theaterkeller für die Eltern. Die ganze Klasse beteiligte sich an der Erstellung eines kleinen Theaterstückes auf der Grundlage des Textes im Buch. Die Dialoge machten richtig Spaß. Alle lernten eine Lieblingsrolle und anschließend wählten wir die beste Besetzung aus. Als dann die Doppelbesetzung stand, wurden alle anderen Aufgaben verteilt. Das Auswählen der Kostüme in der Requisitenkammer, das Einrichten der Beleuchtung und des Bühnenbildes waren etwas mühselig, doch als wir dann auch noch den in Fetzen hängenden Vorhang notdürftig repariert hatten, konnten wir die Elter einladen. Jeder hatte eine Aufgabe, und geübt hatten wir auch reichlich. Man kann nicht behaupten, dass wir kein Lampenfieber hatten, aber es gelang alles ausgezeichnet. Als der Vorhang zum erstem Mal aufging, war all die Aufregung vorbei und alles lief von ganz alleine. Es war schön, als uns unsere Eltern ganz viel Applaus spendeten. So macht Unterricht richtig Spaß.

Klasse 6.7 / Frau Lingner

 

 

Ankündigung: Alice im Wunderland

Am 5. November 2005 gibt es die lang erwartete Premiere des neuen Lehrertheaterprojektes: „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Die Regie führt Christiane von Freeden. Mit dabei sind eine ganze Reihe von Kolleginnen und Kollegen dieser Schule, zum Teil alte Theaterhasen, zum Teil junge Nachwuchsstars… Die Story: Alice träumt sich in ein Wunderland, in dem es von Schlafhasen, Grinsekatzen, Kopf-ab-Herzoginnen und ähnlichen Getümen und Ungetümen nur so wimmelt. Am Schluss fragt sie sich: Ist der Traum zu Ende, wenn man aufwacht? In der Titelrolle: Regine Klopffleisch, bekannt als Regisseurin herausragender Literaturkurs-Inszenierungen. Die weiteren Mitwirkenden: Werner Philippi, Inge Milzkott, Cornelia Ulbrich, Andrea Dunkel, Peter Dreisbach, Nicole Lapczynski, Winfried Gumprich, Christian Eisenlohr, Hartmut von Boetticher, Rebecca Palm-Schroetter, Klaus Klein, Patrick Krollmann, Anette Thies, Christa Fabini, Tom Bildhauer, Barbara Stilz, Martin Rümmler, Helmut Schumacher, Alfred Dänner, Ralf Herbertz (als Schauspieler), Dieter Löffler (Technik), Helga Stöwe (Souffleuse), Tom Brosius (Musik), Bernd Woidtke (PR).

 

Bernd Woidtke

 

 

Sport

 

Neu im nächsten Schuljahr: Die Triathlon AG

In den 70er Jahren diskutierten drei auf Hawaii stationierte US-Marinesoldaten, was denn wohl die größte Ausdauerleistung sei: Das 3,8 Kilometer lange Waikiki Rough Water Schwimmen, das 180 Kilometer lange Around Oahu Radrennen oder der Honolulu Marathon, über die bekannten magischen 42,195 Kilometer. Sehr bald kamen die drei zu dem Schluss, dass wohl derjenige der Fitteste ist, der alle drei Wettbewerbe übersteht – und zwar direkt hintereinander. Der Ur-Triathlon, der Ironman, war geboren.

 

Die neue Triathlon AG soll natürlich aus unseren Schülerinnen und Schülern keine kleinen „Eisenjungs oder –mädchen“ schmieden, vielmehr soll das gemeinsame Üben der drei unterschiedlichen Sportarten mit den folgenden Schwerpunkten im Vordergrund stehen:

 

> Erlernen der Kraulschwimmtechnik

> Ausdauernd schwimmen können

> Wasserrettung und Erste Hilfe

> Sicher Radfahren im Straßenverkehr

> Radfahren in der Gruppe

> Geschicklichkeitsübungen mit dem Fahrrad

> Reparaturen am Rad durchführen können und richtige Radpflege

> Ausdauernd laufen lernen

> Laufen mit Pulsuhren

> Wechseltraining (von einer Disziplin zur nächsten)

> Gemeinsame Organisation eines Triathlons

> Teilnahme am Kerpener Schülertriathlon im Sommer 2006

> Und natürlich viel Spaß und vieles mehr

 

Für die Teilnahme an der AG ist es von Vorteil, wenn es den Schülerinnen und Schülern möglich wäre, gegebenenfalls mit ihrem Fahrrad zur Schule zu kommen, jedoch keine Bedingung. Interessierte Schülerinnen und Schüler sollten auf Aushänge zu einem Informationstreffen vor der AG-Wahl achten!

 

Tom Bildhauer

 

 

Die Klasse 6.1 im Basketballfieber

Am 12.3.05 hatten wir, die Klasse 6.1, das Glück mit unserer Klassenlehrerin, Frau Schulte- Mattler, ein Spiel des Kölner Basketballvereins Rhein Energie Köln zu besuchen. Eigentlich wollten wir ein Spiel am 26.2.05 ansehen, da aber die gegnerische Mannschaft Spielermangel hatte, wurde dieses abgesagt. Also trafen wir uns am 12.3.05 gegen 17.30 Uhr am Horremer Bahnhof. Von da aus ging es mit der Bahn zum Energie Dom. In der Halle herrschte SuperStimmung. Elena Garcia-Galera, Charlotte Kümpel und Franziska ... hatten sich sehr gut auf dieses Match vorbereitet: Sie malten ein Plakat mit der Aufschrift „Wir halten zu euch! Die Klasse 6.1 und Franzi grüßen Rhein Energie Köln!“ Auf diesem Plakat unterschrieben nachher auch einige Spieler. Nach zwei spannenden Halbzeiten, in denen BS Energy Braunschweig sich einen kleinen Vorsprung erspielen konnte, gab es erstmal eine kleine Pause. Nach dieser Pause hatten fast alle aus unserer Klasse einen Fanschal von Rhein Energie Köln um den Hals hängen. Außerdem wurde der Kommentator auf uns aufmerksam dank des tollen Plakates. Er stellte einem aus unserer Klasse eine Frage, auf die dieser auch richtig antwortete. Dadurch gewann er noch einmal zwei Karten für ein anderes Spiel. Und dann ging das Spiel auch schon weiter. Wir fieberten richtig mit und feuerten die Spieler an. Am Ende ging Rhein Energie Köln mit einem knappen Sieg von 93:92 aus der Halle!

 

Laura Ink, 6.1

 

 

Sonstiges

 

Energiesparen 2004? – Fehlanzeige!

Es hätte so schön sein können: Nachdem wir 2003 einen tollen Erfolg verzeichnen konnten (ca. € 16 000 an Heiz- und Stromkosten eingespart, fast 100t CO2 weniger in die Atmosphäre geblasen), dachten alle natürlich, dass es im Jahr 2004 nur noch besser gehen könnte. Schüler füllten eifrig ihre Tipps für unser neues Energiepreisrätsel aus, aber leider, leider lagen alle daneben: Im Jahr 2004 haben wir nämlich überhaupt nichts mehr gespart (im Vergleich zu 2001/2002, worauf es bei uns ankommt).

Das ist eine bittere Pille. Aber wie immer im Leben hat die schlechte Nachricht auch ihr Gutes: Wir können uns nicht einfach im Sessel zurücklehnen und darauf vertrauen, dass wir immer weniger Energie verbrauchen, sondern jeder von uns muss schon etwas dafür tun. Immerhin wissen wir: Es geht! Wenn wir etwas tun, können wir enorme Summen einsparen. Wenn wir die Dinge treiben lassen, können wir keinen Erfolg erwarten.

 

Wie soll es weitergehen? Im neuen Schuljahr sollten wir einen neuen Anlauf unternehmen und schauen, wie viel wir für 2005 noch retten können. Bei uns an der Schule gibt es viel Engagement über den Unterricht hinaus. Wir möchten das Thema Energiesparen insbesondere der Schülervertretung, der Gruppe Soziale Verantwortung und der Gruppe „Corporate Identity“ nahe bringen. Der Akzent soll darauf liegen, nicht auf Regeln zu pochen, sondern Anreize zu schaffen. Wir können langfristig nur dann Energie sparen, wenn letztlich alle, die sich in der Schule aufhalten, dabei mitziehen.

 

Auch im Unterricht soll das Thema dauerhaft verankert werden. Mit dem eingesparten Geld haben wir zum Beispiel drei „Energiekoffer“ angeschafft, mit denen im naturwissenschaftlichen (oder anderem) Unterricht die Schüler selbständig Messungen durchführen können. Auch die momentan laufende Ausstattung des naturwissenschaftlichen Computerraums 87 mit computergestützten Messplätzen wird dabei nützlich sein.

In diesem Sinne also: Packen wir’s an!

 

 

Reinhard Kloke

 

 

 Zivilcourage – konkret und künstlerisch

Dass Zivilcourage sehr wichtig ist, weiß so ziemlich jeder. Aber kaum jemand kann sich etwas darunter vorstellen. Deshalb forderte das Kommissariat Vorbeugung der Polizei die Schüler/innen der weiterführenden Schulen im Rhein-Erft-Kreis  auf, dieses Thema künstlerisch und kreativ zu behandeln. Die Ergebnisse würden später im Kreishaus ausgestellt werden. Dieses Angebot nahm der evangelische Religionskurs der Klassen 9.4/ 9.5/ 9.7 von Frau Schnabel wahr. In Gruppenarbeit setzten die Schüler ihre Ideen in die Tat um. Von Tonfiguren über eine selbst gebastelte Ampel bis hin zu Plakaten, Collagen und einer verschiebbaren Deutschlandkarte war alles vertreten.

 

Die Schüler/innen setzten sich intensiv mit der Problematik „Zivilcourage“ auseinander und zeigten viel Einsatz. Die Resultate waren zwar sehr unterschiedlich, aber jedes auf seine individuelle Weise gut gelungen. Auch die Klasse 5.2 hatte im Kunstunterricht bei Frau Schmoltzi das Thema behandelt und Bilder zum Stichwort „Gewalt“ für die Ausstellung gemalt.

 

Schließlich fuhren beide Klassen am 16.06.05 gemeinsam zur Eröffnung der Ausstellung nach Bergheim. Nach einer kurzen, einleitenden Rede von Herrn Landrat Stump hatten die Schüler/innen die Möglichkeit auch die Arbeiten der anderen Klassen zu betrachten. Dieses Projekt war eine gute und interessante Alternative zum sonstigen Unterricht und hat allen viel Spaß gemacht. Wir bedanken uns herzlich bei Frau Siudy, unserer Ansprechpartnerin bei der Kreis-Polizeibehörde, für ihre Unterstützung.

 

 

Jana Walter, Jenny Rudolph, Xenia Fink, Ina Frantzen, Rattana Heß, Linda Schnabel, Klasse 9

 

 

Girl’s Day 2005

Wie auch schon in den vergangenen Jahren haben auch dieses Jahr viele Schülerinnen die Gelegenheit genutzt, am Girl’s Day an zahlreichen Aktionen teilzunehmen, die den Mädchen einen Einblick in Berufsfelder erlauben, die traditionellerweise vornehmlich Jungen vorbehalten sind.

Schon von der Jahrgangsstufe 5 an ist es sinnvoll, männerdominierte Berufe kennen zu lernen, damit der Blick frühzeitig genug auf ein möglichst breites Spektrum an Interessen gerichtet wird und auch naturwissenschaftlich orientierte Fächer verstärkt in den Bildungsgang integriert werden.

Um einmal an einem Beispiel zu demonstrieren, wie ein solcher Tag ablaufen kann, haben drei Schülerinnen aus der Klasse 5.6 ihre Aktivitäten an diesem Tag zu einem ausführlichen Bericht zusammengefasst. Wer ihn liest, sieht sofort, dass der Girl’s Day kein Tag ist, an dem man faulenzen kann oder nur einfach schulfrei hat.

 

Helga Stöwe

 

 

UNSER GIRLS’ DAY

Um 6.00 mussten wir aufstehen. Julia und Marlena hatten nur eine knappe Stunde Zeit sich fertig zu machen. Jana hatte ein wenig mehr Zeit. Denn um 7.00 Uhr wollten sich alle bei Jana treffen. Julia kam um 6.40 und Marlena um 6.50 herein. Als alle da waren, mussten wir los. Janas Vater brachte uns zum Chemiepark Knapsack. Und wir können euch sagen, er war riesig groß! Wir hielten auf dem Parkplatz und mussten durch eine Autoschranke gehen. Aber erst gingen wir in die Kabine des Pförtners und meldeten uns an. Janas Vater führte uns zum Ausbildungszentrum, wo der Girls’ Day stattfinden sollte. Erst gingen wir durch mehrere Türen. An einem Schreibtisch saß ein Mann. Herr Tatscheck sprach ihn an: „Hallo, ich wollte hier die drei Mädels abliefern.“

Daraufhin antwortete der Mann: „Aber nicht bei mir. Die drei sind sicher vom Girls’ Day. Da müssen sie da hin gehen. Warten sie mal, ich zeige es Ihnen!“

Darauf folgte ein  kurzes Gespräch und eine Wegbeschreibung. Nun lächelte Herr Tatscheck kurz und ging mit uns in einen langen Flur. Am Ende des Ganges war eine Tür, wo er dann stehen blieb. „Das hier ist Frau Benders Büro. Aber sie kommt erst in einer Viertelstunde. Solange müsst ihr hier warten.“ Damit verabschiedete er sich und wir setzten uns auf eine Bank und schrieben schon mal auf, was bis jetzt passiert war. Plötzlich klingelte irgendwo das Telefon. Jana meinte: „Schreib doch auf, dass gerade das Telefon geklingelt hat!“ Und Julia schrieb es tatsächlich auf ihren Zettel! Marlena rief: „Schaut mal, da hängen ja Portraits von einigen Mitarbeitern! Wer davon ist wohl Frau Bender?“ „Ich wette, das da ist sie!“, rief Jana. Sie zeigte auf eine Frau mit langen, braunen Haaren. „Ach Quatsch! Das da ist sie!“, schrie Julia dazwischen. Über uns hingen nämlich jede Menge Bilder von Mitarbeitern. Da kam eine rothaarige Frau auf uns zu. Sie sprach uns an: „ Wer seid ihr denn?“ „ Wir sind Jana, Julia und Marlena!“, antworteten wir wie aus einem Munde. „Dann seid ihr die vom Girls’ Day. Gut, dann geht bitte in den Raum rechts neben der Litfasssäule“, teilte sie uns mit. Also gingen wir dorthin. Nach der Litfasssäule gingen wir rechts. Dort stand eine Tür offen. Ob es wohl die richtige war? Da kam auch schon Frau Bender wieder und sagte: „Hier seid ihr richtig. Kommt rein.“ Alle Plätze waren noch frei. Wir waren also die ersten Teilnehmer. An der Decke hing ein Projektor und gegenüber an der Wand hing eine Leinwand. Durch den Projektor konnte man den Bildschirm eines Laptops sehen. Da kamen endlich noch mehr ins Zimmer rein. Als alle sich gesetzt hatten, stellte Frau Bender sich vor. Sie zeigte uns erst mal einen Film über den Chemiepark Knapsack: was dort hergestellt wird, wie viele Menschen hier arbeiten und noch viel mehr. Insgesamt arbeiten dort 900 Menschen. Danach stellte sich Frau Helga Jerusalem vor. Sie zeigte uns mit einem weiteren Projektor die verschiedenen Berufe, die man dort erlernen kann, die Weiterbildung der Berufe und alle Partner und Kunden die sie haben.

Sie arbeiten mit Porta, Rewe, RWE, der Stadt Frechen, dem Rhein-Erftkreis, mit Shell, Vinnolit, Basell, der Stadt Erftstadt, etc. Dann war wieder Frau Bender dran. Sie zeigte uns den Plan vom Ausbildungszentrum. „Hier befinden wir uns gerade!“, sagte sie und zeigte dabei auf ein rotes Kreuz auf dem Plan. 

„Und damit ihr es wisst, hier herrscht erstens Rauchverbot, man darf nur an bestimmten Orten rauchen. Zweitens darf auch nur an bestimmten Orten das Handy eingeschaltet werden. Und drittens darf man hier nicht fotografieren! Hier im Ausbildungszentrum darf man natürlich, aber in den andern Gebieten, wo andere Sachen hergestellt werden, darf man es nicht.“ Als nächstes hörten wir uns kurz den Feueralarm und den Gasalarm an. „So, und jetzt darf jeder zu seinen Kursen gehen!“, rief sie mit fester Stimme. „Ihr drei da habt euch für Chemie angemeldet.“ Sie schaute zu uns rüber. „Alle andern, die sich für Chemie angemeldet haben, gehen jetzt bitte mit Christiane.“ Christiane war ein Mädchen, das ungefähr 16 Jahre alt war. Acht Leute gingen ihr hinterher. Dann kamen wir in ein Chemielabor. „So, wer möchte Shampoo und wer Handcreme machen?“, fragte sie uns. Die Menge teilte sich in zwei Gruppen. Wir wollten Haarshampoo machen. Alle Zutaten standen auf einem Zettel. Christiane zeigte uns, wie das geht. Alles musste genau nachgemessen und abgewogen werden. Nur die Waage hat ein bisschen gesponnen. Am Ende hatte dann jeder sein eigenes Haarshampoo. Nun gingen wir wieder in den Raum mit dem Projektor. Dort mussten wir ein Quiz ausfüllen. Da jetzt schon wieder neue Kinder dabei waren, mussten wir uns alles noch einmal ansehen und anhören. Als nächstes mussten wir in den Metallbereich. Dort mussten wir einen Stifthalter herstellen. Zu Anfang bekamen wir nur eine lange Stange aus Metall. Da mussten wir die  Seitenkanten erst mal glatt hobeln. Und wenn man die Stange nicht richtig in den Schraubstock geklemmt hatte, dann hat es fürchterlich gequietscht. Als nächstes mussten wir die Stange anschneiden. Dazu musste man einfach nur ein scharfes Messer an dem Metall entlang ratschen. Dann mussten wir die Stange in ein Gerät tun, das mit Leichtigkeit einen 76° Winkel in die Stange bog. Das nächste Mal kam die krumme Stange in ein Gerät, womit man ein Ende der Stange so biegen konnte, dass man schon einen kleinen Bleistift reintun konnte. Nun kam das Ding wieder in das erste Gerät, nur dass es diesmal statt einen 76° Winkel einen 104° Winkel reinmachte. Um herauszubekommen, ob der Winkel auch gerade ist, musste man einen Winkelmesser dranhalten. Am Ende bekam noch jeder ein kleines Gläschen mit einer kleinen Blume darin, das genau in den Stifthalter passte. Nun mussten wir wieder in den Raum, wo Frau Bender schon wartete, zurück. Als sie sich von allen verabschiedet hatte,  konnten wir gehen. Julias Mutter, die uns abholen wollte, wartete schon am Eingang auf uns.

Es war ein sehr schöner Tag und es hat uns allen gut gefallen.          

                                        

Dieser Bericht ist freiwillig und aus eigenem Antrieb von Helga Stöwes Schülerinnen Marlena Eppink, Jana Tatschek und Julia Verbocket (alle Klasse 5.6) verfasst worden.

 

 

Educat – die neue Schülerzeitung

Es war ein manchmal nervenaufreibender Weg – Anfang April aber wurden alle rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zu Schuljahresbeginn neu gegründeten Schülerzeitungs-AG für ihre Mühen belohnt: Unter dem Titel „Educat“ erschien da an unserer Schule nach einigen Jahren Pause wieder eine Schülerzeitung. Und die Erstausgabe konnte sich durchaus sehen lassen: 32 DIN A4-Seiten mit nur wenig Werbung, dafür aber in recht professioneller Gestaltung und mit vielen interessanten Themen. So sorgten nicht nur die Ergebnisse des Lehrer-IQ-Tests für Gesprächsstoff, auch die Diskussion um das Rauchverbot an Schulen und die Essensqualität unserer Schulmensa waren in vieler Munde.

In den Monaten zuvor hatte sich das Projekt Schülerzeitung mitunter alles andere als einfach gestaltet: Immer wieder angekündigte, aber nie geschriebene Artikel sorgten für manchen Missmut, und die schlechte Infrastruktur (sprich: fehlende Arbeitsplätze und Software für die Gestaltung der Zeitung) erschwerten immer wieder das Vorankommen. So ging manch Artikel im Datenchaos verloren, obwohl er verfasst worden war – ärgerlich für alle Beteiligten.

Mittlerweile ist mit einem virtuellen Redaktionsraum, in dem Artikel gesammelt und regelmäßig gesichert werden, eine erste Verbesserung erreicht worden. Ein weiterer Fortschritt liegt in der geplanten Anschaffung von zwei Lizenzen eines Layout-Programms, mit denen die mühevolle Gestaltungsarbeit künftig auf mehrere Schultern verteilt werden kann.

Trotz aller Schwierigkeiten während der Verkaufswoche, die zum Teil sicherlich auch auf die bis dato unbekannte Marke „Educat“ zurückzuführen sind – schließlich braucht es immer Zeit, um ein Produkt bekannt zu machen –, scheint sicher: Es wird auch eine zweite Ausgabe von „Educat“ geben! Die Veröffentlichung ist nach den Sommerferien, vermutlich für Mitte September, geplant.

Bis dahin sind alle Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, selbst Beiträge aller Art für „Educat“ zu verfassen! Sie können, möglichst auf CD-Rom oder Diskette gespeichert und in jedem Fall mit vollständigem Namen und Angabe der Klasse, in den Briefkasten vor Raum 191 eingeworfen werden.

 

Für das „Educat“-Team: Holger Müller-Hillebrand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Termine

 

bewegliche Ferientage: Freitag, 24.02.2006, Montag, 27.02.2006, Dienstag, 28.02.2006 (Karneval); Freitag, 16.06.2006 (nach Fronleichnam

Wanderwoche /Projektwoche:

Schuljahr 2005/2006: 12.09. bis 16.09.2005

Schuljahr 2006/2007: 28.08. bis 01.09.2006

Berufspraktikum:

Schuljahr 2005/2006: 05.09. bis 16.09.2005

Schuljahr 2006/2007: 21.08. bis 01.09.2006

 

 

Abitur

 

87 Mädchen und 62 Jungen haben das Abitur 2005 bestanden.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die Zukunft!

 

Die Ansprache des Schulleiters Bernhard Ripp sowie die Predigt  von Schulpfarrer Ralf Herbertz können auf unseren Homepage (www.gymnasium-kerpen.de) nachgelesen werden.

 

Neue Schüler

 

Zum kommenden Schuljahr begrüßen wir 258 neue 5er und 49 neue 11er.

Herzlich Willkommen!