Was macht eigentlich... Dominik Hees?
31.12.09
Dies ist eine Premiere. Es gab ja schon mehrmals Berichte über ehemalige Schüler der Europaschule auf dieser Homepage. Zum Beispiel über Konrad Schleicher, Guido Steinberg, Oliver Voss oder Sacha Wunsch-Vincent. Aber jetzt ist es an der Zeit, noch einmal über den beruflichen Weg von Dominik Hees zu berichten - ein zweiter Artikel also über denselben Ex-Schüler in der Reihe "Was macht eigentlich...?"
Buddy Holly, links, Dominik Hees, rechts; klick auf Dominik, dann wird er groß!
Gestern sah ich eine Vorstellung des Musicals "Die Buddy Holly Story" in Essen. Buddy Holly war ein Rock 'n' Roll-Sänger der 50er Jahre. Er hatte als Country&Western-Interpret begonnen und revolutionierte mit seiner Band "The Crickets" die Musikszene. Im konservativen Texas - er ist in Lubbock im Norden des 'Lone Star State' 1936 geboren - hat die neue, schnelle, laute und freche Rock 'n' Roll-Musik die Leute entzweit. Keiner ahnte damals, dass dieser Sound die nächsten Jahrzehnte bestimmen sollte. Die Einflüsse Buddy Hollys auf die kommenden Musikergenerationen können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Beatles nahmen 1958, noch unter dem Bandnamen "The Quarrymen", den Holly-Titel 'That’ll be the Day' auf und sagten, sie hätten die ersten 40 Titel ihres Repertoires unter dem direkten Einfluss Buddy Hollys geschrieben. Keith Richards, Gitarrist der Rolling Stones, schwört: "Holly lebt weiter, durch die Beatles und durch uns. Er steckt in jedem." Und Eric Clapton: "Buddy Holly ... ich liebte seinen Look und den Sound seiner Strat-Gitarre."
1959 starb Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz, erst 22 Jahre alt. Seitdem ist er Legende, wie viele der jung verstorbenen Rock-Musiker - Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, John Lennon und viele andere.

Dominik Hees, r.
Das Musical erzählt in knappen Szenen seine Geschichte, seinen Durchbruch, seine großen Erfolge, seine Liebe zu Maria Elena Santiago, der er beim ersten Rendezvous einen Heiratsantrag machte. Im Zentrum aber stehen die Songs von Buddy Holly. Die Bühnenshow, die Dominik in der Rolle des Buddy Holly bietet, ist mitreißend, seine Bands sind hervorragend. Am Ende tanzten 1000 Zuschauer im Essener Colosseum-Theater zu Hits wie 'Rave On', 'Johnny B. Goode' und 'Oh Boy'. Am eindrucksvollsten die Szene, als er mit den Crickets im Apollo Theatre in Harlem/New York auftritt. Das Apollo ist das legendäre Theater der schwarzen Musiker in den USA. Dort wurden Stars wie Ella Fitzgerald, James Brown und Michael Jackson berühmt. Als die Crickets dort auftreten sollten, wurden sie erst von den schwarzen Künstlern belächelt, nach ihrem Auftritt aber kannte der Jubel keine Grenzen. Weiße Musiker hatten sich im Mekka der schwarzen Musik durchgesetzt!
Dominik hatte ja schon im Frühjahr in Wien in dem Musical "Spring Awakening" geglänzt und es geschafft, die Hauptrolle in "Buddy Holly" zu bekommen. Diese Rolle füllt er mit seiner weichen, breiten, fast schwarzen Stimme perfekt aus, dazu hat er eine ungeheure Bühnenpräsenz, gepaart mit Akrobatik und exzellentem Gitarrenspiel.
Ein Ausflug ins Colosseum Theater Essen lohnt sich auf jeden Fall! Dominik ist noch bis Ende Juni 2010 in Essen zu sehen. Anschließend hat er ein Engagement in Friedrich Schillers "Die Räuber" in Klagenfurt/Österreich, Premiere im Oktober 2010.
Bernd Woidtke
Fotos: Programmheft