Gymnasium Kerpen - Europaschule


Hochbegabtenförderung

Seit vielen Jahren gibt es spezielle Förderkurse für Schüler und Schülerinnen, die Defizite ausgleichen müssen, etwa im Bereich der muttersprachlichen Bildung (z.B. Rechtschreibkurse). Erst seit kurzer Zeit wird das Bewusstsein für die Notwendigkeit besonderer Förderung auch der Hochbegabten in der Öffentlichkeit deutlich. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine wirksame Hochbegabtenförderung folgendermaßen verfahren sollte:

Der Forderung nach Individualisierung kommen wir an unserer Schule durch die große Anzahl verschiedener wirksamer Maßnahmen nach. Zwei Prinzipien sind bei der Unterstützung der Hochbegabten erfolgreich: Akzeleration (Beschleunigung des Weges zum Abitur) und Enrichment (höhere Leistungsanforderungen). Wir haben seit Jahren vielfältige Fördermaßnahmen mit Elementen beider Prinzipien an unserer Schule realisiert:

 

I. Bereits praktizierte Fördermaßnahmen nach dem Prinzip der Akzeleration an unserer Schule:

Individuelles Überspringen einer Klasse: Das Lehrerkollegium tritt pro Halbjahr in der Erprobungsstufe mindestens zweimal, ab der Klasse 7 mindestens einmal zur Beratung über die Schülerleistungen einer Klasse zusammen. Wird bei dieser Gelegenheit die besondere Begabung eines Schülers / einer Schülerin festgestellt, so werden Gespräche mit den Eltern und den Betroffenen geführt, die das individuelle Überspringen einer Klasse zum Ziel haben. Dabei erfolgen auch Beratungen über Mittel und Wege, wie der versäumte Stoff in sinnvollen Schritten nachgearbeitet werden kann und wann der günstigste Zeitpunkt für das Überspringen ist.


Überspringen in Gruppen von Klasse 9 in Klasse 11: Als besonders günstig hat sich erwiesen, wenn mehrere SchülerInnen gemeinsam den Sprung in die nächst höhere Klasse vollziehen, da so ein vertrauter Rahmen beibehalten werden kann, der viele Vorbehalte oder Ängste ausräumen hilft. Durch Brückenkurse in 9/II wird dieses Überspringen in Gruppen vorbereitet. Zudem wird die Zeit vom Schuljahresbeginn bis zu den Herbstferien als Probezeit in der Stufe 11 angesehen. Ein Rücktritt in die Klasse 10/I wird gestattet.

II. Bereits erprobte Fördermaßnahmen nach dem Prinzip des Enrichment


Erwerb einer Doppelqualifikation: seit vielen Jahren gibt es bereits die Möglichkeit der Doppelqualifikation Abitur und Fremdsprachenkorrespondenz / Wirtschaftsenglisch, die für sprachlich besonders Befähigte ein attraktives Angebot darstellt, ihre Begabungen zu nutzen.


Teilnahme am bilingualen Zweig Englisch: Als eine sehr erfolgreiche Fördermaßnahme der speziell sprachlich begabten Schüler und Schülerinnen hat sich außerdem der bilinguale Zweig an unserer Schule gezeigt. Inzwischen haben mehrere Jahrgänge der bilinguale Klasse das Abitur erfolgreich absolviert, so dass eine erfolgreiche Integration in die Oberstufenkurse erfolgen konnte.


III. Teilnahme am Pilotprojekt der Universität zu Köln: "Schüler an der Universität"


Vorgezogenes Studium in den Fächern Mathematik, Physik oder Chemie

Ziele des Projektes: Zur Ausschöpfung der Fähigkeiten von SchülerInnen im naturwissenschaftlichen Bereich gibt es seit dem Wintersemester 2000/2001 die Möglichkeit, dass leistungsstarke OberstufenschülerInnen ab der Jahrgangsstufe 11 ein vorgezogenes Studium an der Universität zu Köln absolvieren. Die TeilnehmerInnen besuchen dabei die regulären Anfängervorlesungen und nehmen an den dazugehörigen Übungen teil. Sie können die gleichen Leistungsnachweise erwerben wie die ordentlichen Studierenden, sofern sie die gleichen Leistungen erbringen. Die erworbenen "Scheine" werden bisher von den Universitäten Köln, Aachen, Bochum und Paderborn für ein späteres ordentliches Studium anerkannt, wodurch die Studienzeiten insgesamt verkürzt werden können. Eine bundesweite Anerkennung wird angestrebt.
Die Ausweitung auf Fächer mit Numerus clausus, z. B. Biologie, ist rechtlich nicht möglich.


Vorbedingungen und Bewerbungsverfahren für das Projekt: Die SchülerInnen werden von ihrer Schule durch den Schulleiter vorgeschlagen. Der Fachlehrer / die Fachlehrerin und der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin (bzw. TutorIn) schreiben ein Gutachten, in dem bescheinigt wird, dass der Bewerber / die Bewerberin sowohl für das gewählte Fach hervorragende wie auch in seinen / ihren übrigen Schulfächern gute Leistungen erbracht hat. Der Bewerber / die Bewerberin schreibt eine eigene Bewerbung mit Lebenslauf unter Vorlage des letzten Zeugnisses. Der Schulleiter stellt die SchülerInnen für den Besuch der Universitätsveranstaltungen von der Teilnahme am Unterricht frei. Die Fehlzeiten in der Schule werden nicht als Versäumnisse aufaddiert, da das Studium den Schulbesuch ersetzt. Die SchülerInnen sind verpflichtet, den versäumten Stoff selbstständig nachzulernen und auch an den regulären Klausuren teilzunehmen. Falls wegen der fehlenden Mitarbeitsmöglichkeit im Unterricht die Note für die sonstige Mitarbeit ungesichert ist, kann evtl. eine mündliche Prüfung angesetzt werden, und zwar nach Gewährung einer angemessenen Vorbereitungszeit. Nach Möglichkeit unterstützen die Lehrer/Innen der betroffenen Fächer die SchülerInnen in ihrem Vorhaben aber durch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und Referatthemen o.ä., so dass andere Leistungsformen für die Note zur sonstigen Mitarbeit herangezogen werden können.


Bisherige Erfahrungen mit dem Projekt: Der bisherige Verlauf des Projektes ist ermutigend, da von den 26 Teilnehmern aller Schulen aus dem Einzugsgebiet Köln während der vergangenen beiden Semester 18 Teilnehmer ein Zertifikat der Universität zu Köln erhalten haben. Die zweit- und drittbeste Klausur in Physik sind von Schülern geschrieben worden.

Erstmalig im Wintersemester 2001/02 beteiligen sich auch zwei Schüler unserer Schule an dem Projekt. Beide besuchen Vorlesungen im Fach Mathematik, ein Schüler stammt aus der Jahrgangsstufe 11, einer besucht die Stufe 13.

 

IV. Projektierte weitere Maßnahmen:


Planung einer weiteren Fachprofilklasse mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt ab der Jahrgangsstufe 7:
Im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung sind weitere Unterstützungen wünschenswert und nötig. Es hat sich ein Gremium von Eltern, Schülern und Lehrern gebildet, das spezielle Wege dafür sucht, die sowohl den Bedürfnissen der Schüler gerecht werden wie den Bedingungen unseres stark differenzierten Schulaufbaus.

Die Planungen gehen bisher von folgenden Überlegungen aus, sind aber noch nicht abgeschlossen:

Helga Stöwe



Gymnasium der Stadt Kerpen
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