Big Band
Konzertreise nach Kiew
6.-10.4.2010
Im Oktober 2009 bekam die Big Band unserer Schule die Einladung, ein Konzert in Kiew / Ukraine zu geben. Wir nahmen diese Einladung natürlich gerne an und machten uns am 6.4.2010 mit 42 Teilnehmern auf den 2000 km langen Weg.
Nach drei Stunden Flug kamen wir um 12:00 Uhr Ortszeit am Kiewer Flughafen an. Nachdem wir unsere Gepäckstücke und Instrumente vom Gepäckband geholt hatten, fuhren wir mit dem Bus zu unserer Gastschule „Gymnasium 167“, bei der wir nach einer halben Stunde Fahrt ankamen. Während der Busfahrt konnte man schon einige Eindrücke sammeln. Die Straßen waren sehr befahren und es schien keine Verkehrsregeln zu geben. Jeder fuhr, wie er wollte.
Als wir dann nach 30 Minuten an der Schule ankamen, wurden wir sehr herzlich mit Umarmungen und teilweise mit Blumensträußen empfangen. Wir waren alle sehr überrascht über die Gastfreundlichkeit der Kiewer. In diesem Land, wo doch noch sehr viel Armut herrscht, wird einem mit so viel Freude gezeigt, dass man willkommen ist. Nachdem wir unseren Gastfamilien bekannt gemacht worden waren, gingen wir mit ihnen mit und verbrachten auch den restlichen Tag zusammen mit neuen Eltern und Geschwistern. Manche hielten nach der anstrengenden Reise erst einmal ein Nickerchen, manche unternahmen direkt eine kleine Stadttour durch die Innenstadt.
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Am nächsten Tag wurde für uns ein kleines, aber wunderschönes Konzert gegeben, in dem uns ein buntes Programm erwartete. Es gab alles, von ukrainischen Volkstänzen bis zu bekannten Popsongs wie „Hit The Road Jack“, ein Song, den jeder mitsingen kann. Wir waren sehr beeindruckt von dieser fassettenreichen Darbietung und lobten die Akteure mit reichlichem Applaus. Danach machte unsere Big Band sich ans Proben, um noch einmal alle Stücke durchzugehen, die wir am nächsten Tag aufführen sollten. Am selben Tag unternahmen wir noch alles gemeinsam eine Stadtrundfahrt, in der wir die schönsten Plätze in Kiew bewundern konnten. Besonders die orthodoxen Kirchen fanden Begeisterung. Sie sind mit viel Gold verziert und mit vielen Verschnörkelungen versehen.
Am nächsten Tag war dann der Tag unserer zwei Konzerte. Das erste gaben wir am Vormittag für unsere Gastgeber im Gymnasium 167 in deren Aula. Alle waren begeistert und wippten mit den Füßen im Takt mit. Nach großem Applaus packten wir in aller Eile unsere Instrumente zusammen und stellten sie abholbereit in den Flur. Um 16:00 Uhr trafen sich dann wieder alle an der Schule, um alle Instrumente in einen VW-Bus zu verladen, was sehr eng wurde, aber dann doch passte. In drei Gruppen fuhr man dann mit Bus und U-Bahn zum Musikkonservatorium der Stadt Kiew, wo alles in Windeseile wieder aufgebaut wurde. Bald waren über 600 Zuschauer im Großen Saal versammelt und lauschten den Reden der Veranstalter sowie unseren Stücken. In der Pause wurden wir schon angesprochen, wo wir denn so professionell unsere Instrumente lernen würden und ob wir ein Profi-Orchester seien. Uns erfüllten diese Fragen natürlich mit Stolz, dachte man doch, wir seien hauptberufliche Musiker. Die Zugabe „Rock Around The Clock“ mit Saxophon- und Gitarrensolo mussten wir dann sogar zweimal spielen, weil der Saal bebte und alle Zuhörer nicht genug bekommen konnten. Das ganze Konzert stand unter der Schirmherrschaft der deutschen Botschaft.
Nach diesem gelungenen Abend ging man entweder mit seinen Gastfamilien nach Hause, ins Restaurant oder man lud seine Gastgeschwister in eines der typischen Kiewer Cafés auf ein (natürlich alkoholfreies) Getränk ein, als Dank für die schöne Zeit.
Am letzten Tag unternahmen wir noch einmal etwas alle gemeinsam. Wir gingen shoppen und besorgten noch ein paar Souvenirs für unsere Freunde und Verwandte in Deutschland. Abends besuchten wir dann die dreistündige Oper „Pique Dame“. Anschließend fuhren wir wieder nach Hause zu unseren Gastfamilien.
Der Abschied am nächsten Morgen um elf Uhr an der Schule fiel uns allen sehr schwer und einige Tränen liefen zum Schluss dann doch seitens der Kiewer, da die unsere Konzerte und die fünf Tage mit uns auch sehr schön fanden. Im November kommt die Tanzgruppe aus Kiew voraussichtlich nach Kerpen und in zwei Jahren fährt die Big Band wieder nach Kiew. Wir finden das natürlich viel zu lang und einige planen schon einen Privaturlaub mit den neuen Kiewer Freunden in den Sommerferien. Es war eine rundherum super schöne Erfahrung, wir haben viele neue Freunde gefunden und viele tolle Eindrücke bekommen.
Jasmin Curry, Christian Krawinkel