Klima und Energie – eine Multimedia-Show
Organisiert vom BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
5.12.07
Im Vorfeld gab es ja einige Diskussionen: Ist so eine Veranstaltung sinnvoll? Vor allem, wenn man die Schüler verpflichtet? Und dann auch noch zwingend 2,- € einsammelt? Zumindest bei den 13ern, die am Mittwoch die Show sahen, stellten sich diese Fragen wohl nicht mehr. Sicherlich erkannte man den propagandistischen Charakter des Films, aber man verstand auch, dass es sich um die Werbung für eine gute Sache handelte, nämlich die Zukunft dieses Planeten.
Zunächst sah man einen Film, der in drastischen Bildern zeigte, wo die Erde steht: Eine dramatische Erwärmung des globalen Klimas, ansteigende Meeresspiegel, Abschmelzen der Gletscher in den Hochgebirgen, Reduzierung des arktischen Eisschildes – all das, was wir irgendwo schon mal gehört haben, jetzt aber in eindrucksvollen Bildern vor Augen geführt bekamen.

Die voll besetzte Aula mit 7ern und 11ern
Die Show blieb dabei aber nicht stehen: Es hat keinen Sinn, sich in Depressionen zu versenken – da wäre nur Passivität die Folge. Vielmehr zeigte der BUND auf, was die Alternativen sein könnten. Solarstrom, Fotovoltaik, Windenergie, Erdwärme, Aufwindkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplung und vieles mehr. Die Musterfamilie Schlau könnte, wenn sie sich konsequent verhält, zu 100% „Grünen Strom“ verbrauchen, d.h. Strom, der nur ein Mindestmaß an CO2-Ausstoß verursacht.
Gegen Ende der Veranstaltung suchte der BUND-Mitarbeiter einen Freiwilligen, der sich bereiterklärte, seinen persönlichen CO2-Ausstoß berechnen zu lassen. René Schnorrenberg fand sich dazu bereit und musste recht private Fragen beantworten: Wie groß ist eure Wohnung/euer Haus? Wieviele Autos habt ihr? Wie fährst du zur Schule? Bist du in Urlaub geflogen? Die Antworten dokumentieren wir hier nicht, denn René ist ja nur ein Beispiel für uns alle: Unser Energieverbrauch, gekoppelt mit dem CO2—Ausstoß ist Gift für das globale Klima. Zum CO2-Rechner geht es hier.
Zum Schluss gab es noch eine kurze aber herzhafte Diskussion. Mehmet Kocak wies auf den Vortrag von Dr. Gerd Helle im Frühjahr hin, bei dem wir gehört haben, dass ein wissenschaftlicher Nachweis für den Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß und Temperaturerhöhung nur schwer zu führen sei. Der BUND-Mitarbeiter konterte: Wir berufen uns unter anderem auf das Wissenschaftsgremium der UNO, das aus 1500 Wissenschaftlern aller möglichen Richtungen besteht. Natürlich gibt es immer Einzelne, die das nicht akzeptieren wollen, aber die Wissenschaft ist da sehr einhellig unserer Meinung. Niklas Geuer beklagte sich darüber, dass wir Schüler ja nur einen kleinen Teil der Energie verbrauchen, Politiker aber oft um die Welt jetten, tonnenweise CO2 verbrauchen und dadurch ein schlechtes Vorbild seien. Dijana Zejcirovic stellte es in Frage, ob die Politik mit Wärmedämmungsmaßnahmen usw. so stark in die Privatsphäre eingreifen dürfe.

Die Bürgermeisterin Marlies Sieburg bei ihrem Grußwort in der Aula der Europaschule
Die Bürgermeisterin der Stadt Kerpen, Marlies Sieburg, SPD, äußerte sich in einem Grußwort vor Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 und 11 sehr erfreut darüber, dass die Europaschule die Veranstaltung ins Haus geholt hat. Sie verwies darauf, dass es sich um ein existentielles Thema für die Menschheit handele und dass die Europaschule bereits mit mehreren Projekten einen Beitrag zur Energie- und Klimadiskussion geleistet habe.
Es geht nichts über Bewusstseinsbildung. Max Weber sagte schon vor 100 Jahren: Politik ist das Bohren dicker Bretter. Natürlich muss man Geduld haben, wenn man auf die Änderung menschlichen Verhaltens hofft, aber man kann und muss daran arbeiten. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!
Danke an den BUND für diese aufschlussreiche Präsentation. Danke an Tom Bildhauer für die Organisation der Veranstaltung!
Bernd Woidtke