Was macht eigentlich... Konrad Schleicher?

29.1.08

 

Konrad Schleicher war eigentlich nicht für dieses Schulsystem geeignet. Genauer gesagt: Dieses Schulsystem war nicht für Konrad Schleicher geeignet. Geschlossene Räume sind nicht sein Ding. Die Natur in trockene Biologiebücher gepresst - das konnte ihn als Schüler nicht faszinieren. Er trieb sich draußen herum. Er wollte es genauer wissen. Er sah sich die Pflanzen aus der Nähe an. Ein leidender Vogel? Wurde gesund gepflegt. Schon nach ein paar Tagen in der Grundschule sagte er freundlich 'danke sehr' und ging nicht mehr hin. Dabei war er eins nie: faul. Schon als Kind schlummerte der Forscher in ihm. So durchlief er unsere Schule, machte Abitur und wusste seit langem: Ich werde Naturforscher - was sonst?

 

Konrad Schleicher mit seiner Frau Andrea in der Mongolei

 

Er studierte in Greifswald, einer kleinen feinen Uni in Mecklenburg-Vorpommern, Landschaftsökologie und Naturschutz und machte sein Diplom. Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm: Seine Eltern sind ebenfalls Wissenschaftler und Naturschützer. Die Mutter Birgit engagiert sich beim NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V. ); der Vater Axel, promovierter Medizin-Ingenieur, ist außerdem ein versierter Ornithologe (Vogelforscher).

 

Auch Kamele sind in der Mongolei nicht ungewöhnlich

 

An der Uni Greifswald lernte Konrad seine Frau Andrea kennen. Sie erhielt vom Deutschen Entwicklungsdienst einen Auftrag in der Mongolei und Konrad ging mit. Er absolvierte ein Praktikum bei der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). Die Zeit in der Mongolei war die eindrucksvollste seine Lebens, sagt er. Die Weite der Landschaft, die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen, der Zusammenprall von altertümlichen Lebensformen und modernsten technischen Errungenschaften faszinierten ihn. Mit Satellitenschüsseln ausgestattete Nomadenzelte (Jurten) bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht.

 

Konrad Schleicher plant nun eine Promotion, sein Leben als Naturforscher scheint vorgezeichnet. Aber: Wohl weniger mit trockenen Büchern, sondern da, wo es Natur live gibt: draußen!

 

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am 28.1.08 über Konrads Mongolei-Reise - hier ist der Artikel.

 

Wer Interesse an einem Bericht mit Dias hat: Konrad Schleicher lädt für Mittwoch, 6. Februar, 20 Uhr, ins Umweltzentrum Friesheimer Busch (Erftstadt) ein!

 

Immer, wenn jemand in einem Bereich besondern erfolgreich ist, fällt ja auch ein kleiner Teil dieses Glanzes auf die Ex-Schule: So freute sich heute besonders der Kollege Hans Nagel über seinen ehemaligen Leistungskursschüler Konrad Schleicher - zu recht!

 

Bernd Woidtke