Lehrerkonzert 2012
15.1.12
Zugegeben,11 Uhr an einem Sonntag-Morgen ist ein bisschen früh, zumindest für Schüler/innen, denen ihre Lehrer ein Konzert geben wollen. So war der Altersdurchschnitt des Lehrerkonzerts 2012 doch ein bisschen höher als an anderen schulischen Veranstaltungen. Dafür waren andere Generationen und Gruppen stark vertreten: Nicht-Musizierende Lehrer/innen, ehemalige Kolleg/innen, Eltern, Verwandte, Freunde, Bekannte, ganz "normale" kerpener Bürgerinnen und Bürger - 250 Zuschauer fand das Neujahrskonzert des Kollegiums der Europaschule.
Und die bekamen ein höchst vielfältiges Programm geboten! Ein klassischer Teil brachte eher unbekannte, dafür umso bezauberndere Stücke und Komponisten ans Licht (Jean Baptiste Accolay, François Couperin), gespielt von Julian Staratschek und Eva-Maria Peters, Violine und Klavier, sowie Lasse Hubweber und Dr. Ralph Paland, Blockflöte und Cembalo. Klassisch blieb es mit Frédéric Chopin und Ludwig van Beethoven: Christian Eisenlohr solo sowie zusammen mit Christiane von Freeden. Die moderne Klassik war vertreten durch Claude Debussy und Olivier Messiaen, vorgestellt von Dr. Ralph Paland. Der Chor von Dr. Reinhard Kloke (Thorsten Endres, Lasse Hubweber, Carolin Schulze, Stephanie Schroetter und Kerstin Schulz-Ahrens) sang ein Werk von Giovanni Giacomo Gastoldi und einen irischen traditionellen Song.
Die Kloke-Singers: Dr. Reinhard Kloke, Thorsten Endres, Lasse Hubweber, Carolin Schulze, Kerstin Schulz-Ahrens, Stephanie Schroetter (v.l.n.r.)
Die zeitlose Klezmer-Musik führten Eva-Maria Peters, Flöte, Julian Staratschek, Violine, Martin Rümmler, Klarinette, und Herbert Vietor auf. Martin Rümmler, Klarinette, und Herbert Vietor, Klavier, zeigten eine musikalische Liebeserklärung von Reynaldo Hahn. Dann wurde es ganz modern. Der vor 20 Jahren verstorbene Musiker, Happening- und Performance-Künstler John Cage hatte es der Gruppe mit Monika Theil, Lasse Hubweber, Eva-Maria Peters und Dr. Ralph Paland angetan. In einer bunten Wohnzimmerlandschaft brachten sie das Publikum mit rhythmisch perfektem Sprechgesang in Stimmung. Regina Fritz zelebrierte ein Stück des Komponisten Michael Nyman, bekannt geworden durch seine Filmmusik für "Das Piano".
"When I'm 64" von den Beatles kennt jeder. Wer aber hat schon mal "Steck mich nicht ins Heim!" gehört? 250 Leute habe es gehört - es ist die deutschen Version dieses Hits, getextet von Klaus von Wrochem, in Köln berühmt als 'Klaus der Geiger'. Dr. Reinhard Kloke hat diesen Song mit Bernd Woidtke an der Gitarre als persönliche Botschaft dem Publikum nahegebracht. Zwei Jazz/Pop-Songs hatte Aniela Poloczek, Gesang, auf dem Programm: "Fly me to the Moon" und "Smooth Operator", begleitet von Dr. Ralph Paland. Bernd Woidtke spielte eine Eigenkomposition: "Tribute to Tom", einen Jazz-Blues, auf der Gitarre. Astrid Friedrich schloss das Programm ab mit "Always on your Side" von Sheryl Crow und "Lovesong" von Robert Smith/Adele, begleitet von Bernd Woidtke auf der Gitarre.
Und dann gab es noch einen traurigen Clown, der sich ins Programm eingeschlichen hatte... verschüchtert schlurfte er - genauer gesagt: sie - auf die Bühne, sagte zwei Worte: "Der Wald". Nach der Aufmunterung durch den Moderator traute sie sich dann mehr: Es wurde eine großartige Musik-Komik-Publikums-Rhythmik-Performance draus mit dem philosophischen Text: "Der Wald und die Bäume, die Bäume und der Wald - der Wald und die Bäume, die Bäume und der Wald."
Einige Beteiligte müssen besonders erwähnt werden: Regina Fritz spielte nicht nur virtuos Klavier, sie ist auch die Organisatorin der Veranstaltung, die Künstleragentin, Motivatorin, Probenplanerstellerin - die Seele des Konzerts! Und Herbert Vietor, der in Kerpen weltbekannte Moderator und Musik-Kabarettist. Wie er durchs Programm führte, wie er jede Nummer kenntnis- und witzreich ansagte, und - vor allem - wie er Gedichte und Geschichten in seine Moderation hineinschmuggelte, die die Leute zu Lachstürmen brachten - das ist eine ganz große Kunst für sich! Ein besonderer Dank geht an Peter Schultes, der technisch versiert, immer hilfsbereit und freundlich bei vielen Proben geholfen und die Vorstellung technisch begleitet hat. Und schließlich muss Robert Vossebürger lobend genannt werden, dessen Fotos (siehe Link oben!) uns die Erinnerung an dieses Konzert wach halten werden!
Bernd Woidtke