Matinee

Lehrer machen Musik

10.1.10

 

Das Programm

Die Fotos

 

Es gibt Menschen, die sind einfach zu nett. Regina Fritz hatte die Aufgabe übernommen, das Lehrerkonzert 2010 zu organisieren. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Sie wurde überhäuft von musikalischen Angeboten, mit denen man ganze Wochenenden hätte füllen können. Sie verhandelte diplomatisch aber zäh, manche Programmpunkte wurden gestrichen, aber immer noch stand zu viel auf der Liste. Da zog sie kurzerhand ihren eigenen Auftritt zurück und sparte dadurch ein paar Minuten. Künstlerisch war das sehr schade, denn das dankbare und geduldige Publikum wäre, in Erinnerung an ihre eindrucksvollen Auftritte der letzten Jahre, auch noch länger geblieben - keine Frage! Dafür bekam sie vom Schulleiter Bernhard Ripp einen Blumenstrauß für ihre Mühen.

 

 

Eine witzige Version des Forellenquintettes brachte der Kammerchor der Europaschule; klick drauf, dann wird er groß!

 

Das musikalische Programm zeigte eine ungeheure Breite: Von Giacomo Gastoldi, einem frühbarocken Sänger und Komponisten, über Friedrich Kuhlau, einen Vorgänger Mozarts, bis Roger Cicero, einen aktuellen Jazz-Pop-Sänger, gab es so ziemlich alle Stil-, Zeit- und Geschmacksrichtungen.

 

Mit dabei (in der Reihenfolge des Auftritts):

 

Hartmut von Boetticher, Markus Potes, Julian Staratschek, Herbert Vietor, Christian Eisenlohr, Barbara Stilz, Jürgen Peter Schneider, Lasse Hubweber, Maria Reinholz, Ulrike Wolff Metternich, Bettina Macherey, Agnes Steinmetz, Stefanie Schroetter, Kerstin Schulz-Ahrens, Monika Theil, Alexandra Cobi, Anne Stromann, Thorsten Endres, Heinz Sander, Christiane von Freeden, Martin Rümmler, Reinhard Kloke, Jan Knoop, Cordelia Miller, Ute Dohmstreich, Michael Schultes, Oliver Bathke, Bernd Woidtke, Astrid Friedrich, Georg von Laufenberg

 

Besonders herausheben möchte ich die musikalischen Newcomer, die ihren ersten Solo-Auftritt bei einem Lehrerkonzert an der Europaschule hatten. Lasse Hubweber zeigte, dass Blockflötenmusik alles andere als langweilig sein muss: Mit seiner Altflöte und seiner winzigen - und witzigen - Sopraninoflöte motivierte er viele Zuhörer, ihre Meinung über diese exquisiten Instrumente zu revidieren. Jan Knoop brillierte mit einer zauberhaften Chopin-Etude. Cordelia Miller beeindruckte das Publikum mit ihrer professionellen Interpretation von Claude Debussys 'Jardin sous la pluie - Estampes No 3'. Astrid Friedrich brachte im Duett mit Oliver Bathke den Elton-John-Song 'Don't Let The Sun Go Down On Me' und überraschte das Publikum mit einer umwerfenden Gospel-Stimme.

 

Dass auch ein zweieinhalbstündiges Programm nicht langweilig werden muss, ist nicht nur den tollen Musikern, sondern auch dem Moderator Herbert Vietor zu verdanken: Seine Beiträge hielten auf traumhafte Weise die Waage zwischen sachlichen Erläuterungen der Musikstücke und ihrer Komponisten auf der einen Seite und witzigen bis satirischen Seitenhieben auf Menschliches, Allzumenschliches, Absurdes und Abgedrehtes auf der anderen Seite.

 

Bernd Woidtke