Ein Lob an Anna Moraw und Andrea Dunkel
Juni 08
Genaueres zur Suchtprophylaxe-Woche
Suchtprophylaxe mit 13jährigen? Nichts leichter als das! Man verteilt Info-Material über Drogen, bespricht es und fertig. Als wenn das so einfach wäre! Die Fachleute wissen: Suchtprophylaxe heißt Stärkung des Ich-Gefühls, heißt Selbstvertrauen aufbauen, heißt Zusammengehörigkeit in der Gruppe ausbauen, heißt positive Erlebnisse verschaffen. Oha. Hört sich schon schwieriger an.

Anna Moraw (l.), Andrea Dunkel
Wie macht man das mit 7. Klassen? Man verschafft körperliche Extremerlebnisse mit Inline-Skaten und Klettern. Man bietet Gruppenerfahrungen mit einem Erlebnisparcours an. Man trainiert Selbstvertrauen mit Jiu Jitsu. Man schult die Feinmotorik mit Bogenschießen. Man verbessert die Ausdrucksmöglichkeiten mit Tanz-, Theater- und Sambaimprovisation. Und man bietet die praktische Erkenntnis an, dass man eine Brücke nur zusammen, nicht gegeneinander bauen kann. Und karrt Fachleute heran, die den Schülern die nötigen Hintergrundinformationen geben. Und vermittelt Kontakte zu ehemaligen Abhängigen, die hautnah von ihren Erfahrungen berichten.
Und wer jetzt glaubt, so etwas macht ein 20köpfiges Institut für Suchtprävention, und zwar hauptberuflich, der irrt. Bei uns machen das zwei Kolleginnen: Anna Moraw und Andrea Dunkel. Und zwar ganz nebenbei. Und telefonieren und organisieren und beschaffen Material und vermitteln Helfer und überzeugen Kollegen und informieren Schüler und Eltern und stellen einen Zeitplan zusammen und schreiben einen Evaluationsfragebogen und werten ihn aus und überlegen schon jetzt, was sie noch verbessern können.
Zum Glück fielen mir heute die ausgefüllten Fragebögen in die Hand. Kaum ein Schüler, der nicht schrieb: Eine tolle Woche! Wahnsinn! Mehr davon!
Da kann ich mich nur anschließen: Großes Lob!
Bernd Woidtke