So weit die Füße tragen...

24.1.05

 

...so hieß eine Fernsehserie in den 60er Jahren: Ein deutscher Kriegsgefangener schleppt sich aus Sibirien unter Aufbietung aller Kräfte in die Heimat zurück.

 

So ähnlich erging es am Montag einer Reihe von Schülerinnen und Schülern unserer Schule. Ganz Kerpen lag unter einer dichten Schneedecke. Pünktlich vor dem ersten Block hatte es zu schneien angefangen, und kurz darauf stand alles still: LKWs lagen quer, stolze Winterreifenbesitzer hingen fest, die Erfttalstraße sah aus wie ein lang gestreckter Parkplatz. Die Busfahrer entschlossen sich, ihren Dienst - aus Sicherheitsgründen - zu quittieren. Hunderte von Schülerinnen und Schülern saßen fest.

 

 

Und da geschah das Unfassbare: Nur einige Schüler und Schülerinnen kehrten ins warme Heim zurück. Große Massen aber entschlossen sich, sich zu Fuß zur Schule durchzuschlagen: Von Horrem, Sindorf, Götzenkirchen, Türnich, Langenich, vielleicht sogar von noch weiter her, zogen lange Prozessionen, Demonstrationen, Wandergruppen, Scharen, Vereinsfreunde, Pärchen, Cliquen in eine Richtung: Europaschule Kerpen!

 

Gegen 8:45 Uhr trafen erste Spitzengruppen ein, das Hauptfeld folgte bis spätestens zum zweiten Block, ab dann gab es normalen Unterricht. Nur wenige nutzten die Gelegenheit, der Schule die kalte Schulter zu zeigen.

 

Ein Lob an alle diese Schülerinnen und Schüler, die einen alten Slogan der deutschen Bahn zu ihrem Motto erhoben haben:

 

Alle reden vom Wetter - wir nicht!

 

 

Bernd Woidtke

 

Hier gibt's ein paar kalte Fotos!