Mathe-AG an der Europaschule Kerpen
29.8.10
„Warum freiwillig Mathe machen?“, mag sich manch einer fragen. „Ist doch trocken und langweilig!“ oder „Versteh’ ich doch eh nicht!“, denken vielleicht andere. Dazu zunächst ein paar Zitate:
Felix R. Paturi, Physiker und wissenschaftsgeschichtlicher Publizist, u.a. Autor des Buches „Mathematische Leckerbissen – das Buch für Querdenker“: "Die Vermutung, dass sich der Großteil der Menschen in unserem Lande nicht für Mathematik interessiere, ist schlichtweg falsch. Das mag auf das schulische Unterrichtsfach Mathematik zutreffen, also auf die Art und Weise, wie Mathematik hierzulande gelehrt wird. Trockener geht es wirklich nicht. Als ich vor Jahresfrist einen Vortrag über die Mathematik des Goldenen Schnitts vor Laienpublikum in Marburg hielt, bekam ich frenetischen Applaus, und einige Zuhörer bekundeten spontan, so etwas Spannendes hätten sie lange nicht mehr gehört. Wiederholt hörte ich die Frage: Warum wird Mathematik in Schulen nicht so gelehrt?"
Albrecht Beutelspacher, Mathematikprofessor und Direktor des Mathematikums in Gießen, u.a. Autor des Buches „In Mathe war ich immer schlecht“: "[...] [Die Mathematik] stellt sich [...] für die meisten Schüler als undurchdringlicher und sinnleerer Formelwald dar. Auch wer im Abitur noch ganz gut ist, weiß nicht, was Mathe wirklich ist. Es wird ihm ein völlig falsches Bild suggeriert. Dass Mathematik mit Spaß, Neugier und Kreativität zu tun hat, kommt in der Schule nicht vor."
Günter M. Ziegler, Professor an der TU Berlin und Präsident der Deutschen Mathematiker Vereinigung, u.a. Autor des Buches „Darf ich Zahlen?“: "Die Leute denken bei der Mathematik vor allem an Bruch- und Prozentrechnung, Kurvendiskussion oder Integrale. Das ist aber nur ein kleiner Teil von dem, was Mathematik ist. [...] Ja, die Lehrer brauchen mehr Freiräume. Sie hecheln mit dem Stoff hinterher, statt sagen zu können: Heute erzähle ich euch etwas Spannendes aus der Mathematik, das steht nicht im Lehrplan, aber es begeistert mich selbst."
Für wen ist also die Mathe-AG und was wird dort gemacht?
In der Mathe-AG wird es Zeit und Gelegenheit geben, abseits von Lehrplan und Notenstress Spannendes aus der Mathematik selbst zu erforschen und zu entdecken. Darüber hinaus werden typische Strategien zur Lösung von Wettbewerbsaufgaben besprochen und erprobt, so dass Schülerinnen und Schüler der Europaschule Kerpen für eine erfolgreiche Teilnahme an der Mathe-Olympiade und anderen überregionalen Mathematikwettbewerben gewappnet sind.
Die Mathe-AG
Donnerstags, 8./9. Stunde
Raum 293
Beginn: 9.9.10
Die Mathe-AG bietet – abhängig von der Zusammensetzung des Teilnehmerkreises – differenzierte Projekte für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8-13 an. Dabei soll möglichst wenig auf den regulären Mathematikunterricht zurück- bzw. diesem vorgegriffen werden.
Erwartet wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Interesse an mathematischen Fragen und an Knobeleien aller Art, Neugier, kreatives Denken, Ideenreichtum und die Bereitschaft, mit Ausdauer und Hartnäckigkeit nach Lösungen zu suchen – auch dann, wenn es auf den ersten Blick aussichtslos erscheint. Wichtig ist dabei natürlich auch die Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft im Rahmen von Teamarbeit.
Dr. Jochen Feldhoff