Lehrerkonzert 2011

23.1.11

 

Fotos

 

"Ein musikalischer Einstieg in das Jahr 2011", so hieß es auf der Titelseite des Programmheftes. Bei der ersten Nummer des Konzerts jubelten nicht nur die Musikfreunde, sondern auch die FC-Fans über einen positiven Einstieg - einen sportlichen! -, denn die Sänger kamen mit FC-Fangesängen auf die Bühne, kein Wunder nach dem spektakulären 3:0 über Werder Bremen am Vortag! Dann brachten sie den launigen Höhner-Song "Dat ahle Jahr is fott", sozusagen ein Einstieg, mit einem Ausstieg gepaart. Dann wurde es ernst: Barbara Stilz interpretierte am Klavier "Another Shade of Blue" von Dewes Agay, einem amerikanischen Komponisten ungarischer Herkunft. Das Franz-Schubert-Ständchen mit Hartmut von Boetticher an der Posaune und Herbert Vietor am Klavier zeigte nicht nur die musikalischen Fertigkeiten der beiden Künstler, sondern dem staunenden Publikum auch, wie man eine Posaune schmiert. Friedrich Burgmüller heißt der weithin unbekannte Komponist aus Regensburg, dessen "Engelsstimmen" Christiane von Freeden, nebenbei auch stellvertretende Schulleiterin, am Flügel perfekt intonierte. Mit Christian Eisenlohr spielte sie später die Teile 1 und 2 einer Bourrée von Bach - ein technisch äußerst anspruchsvolles Stück.

 

Das Publikum lauscht dem Moderator des Konzerts, Herbert Vietor

 

Lasse Hubweber ist der Spezialist für Erstaunliches bei den Lehrerkonzerten. Auch in diesem Jahr zeigte er, dass die Flöte keineswegs nur ein limitiertes Kinderinstrument ist. Seine Interpretation des "Music for a Bird" von Hans-Martin Linde hätte jeden vorbeifliegenden Vogel zu einer Vollbremsung veranlasst. Christian Eisenlohr bot dann einen flotten Ragtime dar: Lily Queen von Scott Joplin. Dann kamen die 'Kloke-Singers': Reinhard Kloke mit seinem Chor - Ute Dohmstreich, Thorsten Endres, Maria Reinholz, Stefanie Schroetter, Michael Schultes, Kerstin Schulz-Ahrens - sangen "L'Umorista' von Giacomo Gastoldi und das berühmte "Moonriver" aus dem Film "Frühstück bei Tiffany's". Dass man ein Lied auch ohne Worte schreiben kann, bewies Felix Mendelssohn-Bartholdy, bewiesen wurde das von Martin Rümmler an der Klarinette und Herbert Vietor am Flügel.

 

Dr. Ralph Paland, neuer Musiklehrer an der Europaschule, feierte einen fulminanten musikalischen Einstand mit dem "Sonetto 47 del Petrarca" von Franz Liszt, dessen 200ster Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Jan Knoop stand ihm in nichts nach und zauberte die "Polonaise in cis-moll" von Chopin aus dem Flügel. Die "Comedian Harmonists" - Bettina Macherey, Maria Reinholz, Agnes Steinmetz, Monika Theil, Anne Stromann, Kerstin-Schulz-Ahrens, Thorsten Endres, Lasse Hubweber, Ralph Paland, Markus Potes, Herbert Vietor - brachten das berühmte "Veronika, der Lenz ist da" mit einer Schulleitungsvariation auf die Bühne. Dann wurde es experimentell: Mauricio Kagel, Wegbereiter der Neuen Musik, lieferte die Vorlage "Unguis incarnatus est" für Ralph Paland, Klavier, und Monika Theil, Flügel - eine multimediale Bühnenshow, bei der am Ende Franz Liszt um die Ecke schaute...

 

Zwei Klezmerstücke - "A Nakht in Gan Eden" und "Yosel, Yosel" spielten virtuos Julian Staratscheck, Violine, Martin Rümmler, Klarinette, und Herbert Vietor, Klavier. Am Schluss dann aktuelle Pop/Jazz-Musik. Oliver Bathke und Bernd Woidtke, bekannt auch als Duo ErIch, brachten drei Stücke: die herzzerreißende Ballade "Hallelujah" von Leonard Cohen, das instrumentale Latin-Jazz-Stück "The Calm Sea" von Thorsten Plath und den Jazz-Klassiker "Autumn Leaves" von Joseph Kosma. Den Ausklang mit wunderschöner Stimme lieferte Astrid Friedrich, die die Ella-Fitzgerald-Interpretation des Jazz-Songs "Stormy Weather" darbot, begleitet von Bernd Woidtke, Gitarre.

 

Großen Beifall erhielt immer wieder der Moderator des Konzerts, Herbert Vietor. Keiner kann auf so charmante und humorvolle Weise sachliche Informationen zu den Stücken geben, gleichzeitig mit Heinz-Erhardt-Gedichten und anderen, zum Teil selbst getexteten Kabarett-Nummern das Publikum zum Lachen bringen wie Herbert Vietor, Musiklehrer, Pianist, Sänger, Chorleiter und liebenswerter Kollege. Dass er, optisch und geistig eher in den 40ern, maximal 50ern, angesiedelt, jetzt in Pension gehen soll, vermochte das Publikum nicht zu glauben, es scheint aber so zu sein - und das ist mehr als schade!

 

Bernd Woidtke