Besuch in einer Moschee in Kerpen

18.3.09 

 

Bericht von Marius Lövenich

Bericht von Laura Menzel

 

In der Religionsstunde am 18. März haben wir die Moschee Mevtana in Kerpen-Mitte in der Nähe vom EuroMax-Kino besucht. Die Moschee war früher mal ein Gasthaus. Sie ist eine von 6 Moscheen in der Gegend, die von einigen der über 3 Millionen Muslime in Deutschland besucht wird.

 

Bevor wir die richtige Moschee betraten, kamen wir erst mal in einen Vorraum, wo wir alle unsere Schuhe ausziehen mussten. Einige Mädchen fragten Frau Bozkurt, die unsere „Führerin“ war, ob wir Mädchen unsere Haare zusammenbinden oder bedecken sollten. Frau Bozkurt erklärte uns, dass Frauen, die nicht muslimisch sind, ihre Haare ruhig offen und unbedeckt lassen können.

 

Die Religionsgruppe in der Kerpener Moschee; klick auf das Bild, dann wird es groß!

 

Im Gebetsraum haben wir uns zuerst in einen Kreis auf den Boden gesetzt und uns von Frau Bozkurt einige Sachen über die Religion und den Islam erzählen lassen. Sie hat z.B. gesagt, dass am Anfang alle Religionen – also das Christentum, das Judentum und der Islam - gleich waren, was man daran merken könne, dass wir einen Gott, eine heilige Schrift, Gebote und einige Personen in den Schriften haben, die gleich sind. Sie hat auch gesagt, dass das Wort „Islam“ übersetzt „Frieden“ bedeutet, dass die Religionen – also der Islam – für die Menschen von Gott gemacht worden sind und dass Muslime eine bestimmte Gebetsrichtung haben, die „Kible“ genannt wird. Außerdem haben wir erfahren, dass man in der Moschee keine Schuhe trägt, um nichts schmutzig zu machen, besonders nicht die dicken Teppiche, die den ganzen Boden bedecken.

 

Danach durften wir uns erst einmal richtig in der Moschee umsehen. Es gab dort viel Holz, so auch eine Art Kanzel („Mimbar“ genannt), von wo aus der Imam, der muslimische Vorbeter, an Freitagen sowie Feiertagen predigt. Der Gebetsraum war sehr hell und in kleinen Glasschränkchen an der Wand standen einige Bücher. Außerdem waren dort einige Plakate sowie Kalligraphien von den Namen „Allah“ und „Mohammed“. Auf einer Fensterbank stand eine Kopfbedeckung des Imam – ein „Turban“ – und es gab noch einen etwas kleineren Nebenraum, wo die Frauen unter sich ungestört beten können. Und es gab noch eine Art Bild mit den 5 Gebetszeiten der Muslime und ein kleines Büro. Richtige Bilder sind in der Moschee übrigens nicht erlaubt, da die Muslime sich sehr streng an das Gebot „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“ halten. Davon abgesehen befindet sich in der Moschee eine sogenannte „Mirab“, das ist eine Art Gebetsnische, wovor der Imam normalerweise predigt.

 

Nachdem wir uns das alles angesehen haben, hat Frau Bozkurt einen muslimischen Mitschüler zu sich geholt und ihm das Gewand und die Kopfbedeckung eines Imam gegeben. Er hat einmal den Text des Gebetsrufers, des „Muezzins“, aufgesagt, der dann von Frau Bozkurt übersetzt wurde, und dann hat er noch ein kleines Gebet mit den entsprechenden Gesten dazu vorgemacht, das wir so gut wie möglich nachmachen sollten. Beim Beten mussten sich die Mädchen hinter die Jungen stellen. Das ist auch bei einem echten muslimischen Gottesdienst so und hat einen ganz bestimmten Grund, da beim Beten sich die Männer ganz auf Gott konzentrieren sollen und nicht abgelenkt werden. Danach haben wir uns wieder in einem großen Kreis hingesetzt und Frau Bozkurt zugehört, die uns noch mehr über den Islam erklärt hat wie zum Beispiel die 5 Pflichten eines Muslim:

 

1.       zum Glaubensbekenntnis stehen und sich daran halten

2.       täglich am besten 5-mal zu beten

3.       mit den Armen zu teilen, wie beispielsweise spenden

4.       zu pilgern

5.       zu fasten

 

Dann sind wir noch über die 6 Glaubensbekenntnisse informiert worden: Muslime sollen an Allah glauben, die 4 Erzengel (z.B. Michael), an die heiligen Bücher (Koran, Bibel, Thora), an die Propheten wie Mohammed usw., an das jüngste Gericht und ans Schicksal bzw. daran, dass Gutes und Böses von Gott kommt. Danach hat Frau Bozkurt uns noch die Kalligraphien erklärt und verschiedene Modelle sowie 2 Blätter mit Gegenständen in der Moschee ausgeteilt. Außerdem hat sie gesagt, dass der Koran 114 Suren und 6666 Verse hat und dass es im Islam so etwas wie den Rosenkranz gibt, zu dem man 3-mal 33 Sätze aufsagen soll, und sie hat erzählt, dass Gott 99 Namen hat. Frau Bozkurt hat uns noch vorgemacht, wie man aus dem heiligen Buch Koran liest und dass es aus Respekt vor Gott auf Brusthöhe liegen sollte. Wir haben alle noch einen Sticker und einen Button von der Moschee bekommen, und dann war der Besuch zu Ende und wir sind gegangen.

 

Bericht von Melanie Dorweiler