Der Nahost-Konflikt
Ein Planspiel im SoWi LK 3B7
9.12.09
Neues von den Nahost-Verhandlungen im Planspiel, 16.12.09
Kaum ein Thema eignet sich so gut für ein Polit-Planspiel wie der Nahost-Konflikt. Es gibt klar definierbare Kontrahenten: Israel und die Palästinenser. Es gibt Großmächte: die USA, die EU (und noch einige mehr, die wir, um es nicht zu kompliziert zu machen, unter den Tisch fallen ließen). Es gibt die UNO, weitgehend machtlos zwar, aber mit viel Erfahrung im Handling internationaler Konflikte.
Der 13er SoWi-LK beim Planspiel Nahost-Konflikt
Fünf Gruppen also machten sich auf den Weg, Licht ins Dunkel dieses Jahrzehnte alten Konfliktes zu bringen. Erster Auftrag: Erarbeitet eure Grundauffassung in diesem Konflikt. Zweiter Auftrag: Stellt die Forderungen an die Gegenseite auf, die sich daraus ergeben. Dritter Auftrag: Denkt euch insgeheim Kompromisslinien aus, die ihr in den bi- und multilateralen Verhandlungen im Hinterkopf habt. UNO, USA und EU überlegten, wie sie ihren politischen, ökonomischen und moralischen Einfluss im Nahen Osten geltend machen konnten.
Im heutigen Unterrichtsblock (Mittwoch, 9.12.09) begannen die Nahost-Verhandlungen. Die Palästinenser waren zunächst die aktivsten: Sie gingen auf die EU und die UNO zu, stellten ihr Anliegen dar, baten um Unterstützung, insbesondere finanzieller Art. Die Israelis wandten sich bald an ihren Verbündeten, die USA. Interessanterweise wurde auch eine palästinensischen Delegation bei den Amerikanern vorstellig. Das machte die Israelis nervös, sie heckten einen hinterhältigen Plan aus: Zwischen die Hamas, die radikale Palästinenserorganisation, und die El Fatah, eher kompromissbereit, sollte ein Keil getrieben werden. Die Israelis boten El Fatah großzügige finanzielle Unterstützung für das Westjordanland an sowie ein Entgegenkommen in der Siedlerfrage. Das brachte die Hamas natürlich innerlich zum Toben.
Die palästinensische Delegation (r.) beim Vertragsabschluss mit der EU. V.l.n.r.: Dominik Derigs, Ebru Cerit, Daniel Dabrowski
Die Palästinenser ließen sich aber zunächst nicht spalten, sondern verhandelten gemeinsam mit der EU. Ergebnis: Ein erster Vertrag zwischen der palästinensischen Autonomiebehörde und der EU, der finanzielle Mittel für Palästina vorsieht. Welche Kompromisse die palästinensische Seite dabei einging, ist bisher nicht durchgesickert...
In der nächsten Woche werden die Nahost-Verhandlungen zum Abschluss kommen. Ziel ist es, einen Friedensvertrag auszuhandeln, der beide Seiten zufrieden stellt und den Konflikt nachhaltig löst. Wir werden berichten.
Bernd Woidtke