Neues von den Nahost-Verhandlungen
16.12.09
Es endete wie im richtigen Leben: Auch im Planspiel des SoWi-Leistungskurses konnten sich die Parteien nicht einigen. Dabei hatten UNO und EU gute Initiativen ergriffen: Die EU hatte den Israelis und Palästinensern Bau, Finanzierung und Überwachung einer Verbindungsstraße zwischen dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen angeboten; dadurch wäre das palästinensische Staatsgebiet zusammengerückt. Die UNO wollte diese Straße für die Israelis untertunneln.

EU (Dominik Derigs) und die Palästinenser (Ebru Cerit, Daniel Dabrowski) schließen einen Vertrag ab.
Soweit so gut. Aber es scheiterte an einer Frage, die mit Rationalität nicht zu lösen war: Jerusalem. Beide Seiten, Israel wie die palästinensische Autonomiebehörde, bestanden auf ihrer Forderung, dass Jerusalem ihre Hauptstadt sei. Eine Hauptstadt für zwei Staaten? Undenkbar!
Damit endete das Planspiel. Die Akteure traten aus ihren Rollen heraus. Was hatte sich getan? Ein Palästinenservertreter: Ich habe mich zunehmend mit dem Leid der Palästinenser identifiziert und konnte den israelischen Forderungen immer weniger nachgeben. Ein Israel-Repräsentant: Ich fühlte mich zeitweise sehr unwohl in meiner Rolle, da ich die zum Teil sehr harten militärischen Reaktionen der Israelis zwar vertreten musste, sie aber nicht gutheißen konnte. Ähnlich ging es den USA-Spielern. Die Europäer und UN-Emissäre waren da fein raus: Sie waren in diesem Spiel die Guten.
Ein spannendes Planspiel, zur Nachahmung empfohlen!
Bernd Woidtke