CORINTO NICARAGUA – oder wie unser Hungermarsch hilft
Dezember 2006
Erfreulicherweise hat sich dieses Jahr wieder gezeigt, wie gut unsere Partnerschaft mit Corinto – El Realejo in Nicaragua funktioniert. In einem Land, in dem eine ausreichende Schulbildung für die meisten Kinder nicht selbstverständlich ist und viele Familien am Existenzminimum – und darunter! – leben, ist es uns gelungen die Partnerschaft mit Corinto – El Realejo auszubauen und mit dem dortigen Centro de Menores (Jugendzentrum), das sich um die Ausbildung einiger der ärmsten Kinder bemüht, einen regen Kontakt aufzubauen. Mit Hilfe der dort seit kurzer Zeit zur Verfügung stehenden Computer konnten einige der nicaraguanischen Kinder und Jugendlichen mit unseren Spanischschülern in Verbindung treten.
Schnell bekamen unsere Schüler ein Gefühl dafür, dass unsere Lebensumstände sich sehr von denen ihrer Brieffreunde unterschieden und wie offen, freundlich und manchmal überschwänglich die „Nicas“ die einzigartige Chance einer solchen Kommunikation aufnahmen. Den Einblick in diese andere Welt konnten wir dann noch erweitern als sich eine spektakuläre Möglichkeit auftat: Mit Hilfe der Städtepartnerschaft Köln–Corinto und dem Zirkus Radelito der Kölner Willy-Brand-Gesamtschule wurde der Besuch einer Gruppe des Centro de Menores (den Colorintos) finanziert und so konnten sich Kerpens und Corintos Schüler zum ersten Mal real gegenüberstehen:
Nicole García

Die 12er und 13er Spanischkurse mit dem nicaraguanischen "Circus Colorinto" in der Willy-Brandt-Gesamtschule Köln-Höhenhaus
Spanischkurse beim Zirkus
Am 21. Oktober war es soweit, rund 20 Schüler der 12er und 13er Spanischkurse von Frau García machten sich auf den Weg nach Köln-Höhenhaus zur Willy-Brandt-Gesamtschule, um einen Gastauftritt des nicaraguanischen „Circus Colorinto“ bei dem Kölner Schülerzirkus anzusehen.
Circus Colorinto? Was ist das eigentlich?
Der Zirkus Radelito der oben genannten Gesamtschule brachte die Idee und Zirkusrequisiten im Wert von 4500€ im Juli 2005 in die Kölner Partnerstadt Corinto, Nicaragua.Dort zeigten sie den Kindern und Jugendlichen im Centro de Menores, einem Jugendzentrum, wie man selbst ein Zirkusprogramm auf die Beine stellt. Das Ergebnis der einjährigen Arbeit wurde nun dieses Jahr nach einer dreiwöchigen Probephase zusammen mit den Kölner Schülern präsentiert.Doch nicht nur die „Radelitos“ unterstützen das Jugendzentrum, sondern auch unsere Schule hat im Rahmen unserer Partnerschaft mit der dortigen Schule die Jugendlichen unterstützt. Auch ein Teil des Erlöses des diesjährigen Sponsored Walk geht nach Corinto an unsere Partnerschule und an das Centro de Menores.
So lag es nahe, dass wir die „Colorintos“, mit denen einige von uns vorher per E-Mail Kontakt hatten, auch einmal persönlich treffen wollten. So kam es dann im Oktober zu dem Treffen vor der letzten Zirkusaufführung mit den Artisten zwischen 11 und 26 Jahren. Eigentlich war geplant, dass wir noch etwas Zeit hätten uns mit den „Colorintos“ zu unterhalten, aber durch unsere „kleine“ Verspätung und die doch sehr lange Begrüßungsszene mit anschließendem Fototermin war dies nicht möglich, denn die insgesamt 15 Artisten mussten wieder hinter die Bühne, da die Vorstellung schon wenig später anfing.
Und was wir dann in den folgenden zwei Stunden präsentiert bekamen, übertraf unsere Erwartungen doch bei weitem. Das Programm reichte von nicaraguanischen Tänzen über Zauberer, Jongleure und Clowns bis hin zu waghalsigen Akrobatikvorstellungen. Bei wirklich keiner der 20 Nummern hätte man vermuten können, dass die „Radelitos“ und die „Colorintos“ nur insgesamt drei Wochen benötigt haben, um ihre Programme zu verknüpfen und gemeinsame Nummern einzustudieren.
Insgesamt waren wir alle der Meinung, dass wir unser Eintrittsgeld für eine gute Sache mit Hand und Fuß gespendet haben, zumal das Land NRW zu gespendeten zwei Euro weitere acht hinzu gibt und somit der „Circus Colorinto“ auch weiterhin unterstützt und ausgebaut werden kann. Wir sind gespannt, wann die Nicaraguaner sich dann das nächste Mal auf die weite Reise nach Köln-Höhenhaus begeben...
Johanna Grönewald
Es war zwar schade, dass sich der Kontakt auf den Besuch einer kleinen Delegation an unserer Schule und den eben beschriebenen Zirkusabend beschränken musste, dennoch war es eine einmalige Gelegenheit unseren Schülern zu zeigen, dass hinter den Projekten, die unser Hungermarsch unterstützen wird, reale Menschen und Schicksale stehen.
Mit dem Geld wurde jetzt, Anfang Dezember (das Schuljahr ist dort etwas anderes), schon einer Grundschulklasse die Einschulung ermöglicht, indem alle dafür notwendigen Schulutensilien von uns angeschafft wurden. Ranzen, Bücher, Hefte, Schreibmaterial – das ist für viele Kinder dort leider nicht selbstverständlich! Außerdem haben wir den Fortbestand der Tanz- und Nähgruppe mit Stoffen bzw. Kostümen gesichert. Zwei große Projekte stehen demnächst noch auf dem Programm. Zur Zeit läuft noch die Planungsphase dazu, denn das Geld soll ja in sichere und wirkungsvolle Dinge gehen. Davon werde ich natürlich Genaueres berichten, wenn sie angelaufen sind.
An dieser Stelle noch einmal HERZLICHEN DANK an alle, die so eifrig gesammelt und gespendet haben.
Nicole García
Weitere Erlöse des Sponsored Walks gehen an ein Waisenhaus in Indien, an die Kinderkrebsstation in Köln und den Tierschutzbund. Wir werden auch hier Genauere Infos in Kürze geben! B.W.