Nikolausfeier für Lehrerkinder
6.12.11
Markus Potes ist ein wandlungsfähiger Schauspieler: Am Sonntag gab er noch einen jugendlichen Liebhaber im Lehrertheaterstück "Der Kaufmann von London", heute spielte er den Nikolaus für die Kinder des Kollegiums. Zwischen diesen beiden Figuren liegen viele Hundert Jahre, aber Markus Potes meisterte beide mit Bravour.
Man konnte das an den Gesichtern der Kinder sehen: Die kleinen noch etwas eingeschüchtert, die größeren schon mit starker Vorfreude - so standen sie vor dem ehrenwerten älteren Herrn und hörten ergriffen an, was er ihnen zu sagen hatte: Ein paar Ermahnungen gab es schon, der Nikolaus ist schließlich ein strenger Mann, aber in den allermeisten Fällen konnte er die Kinder doch loben, weil sie freundlich waren, gerne lernten und zum Beispiel, wie Julian Castor, dem kleinen Bruder Linus abends Geschichten vorlesen, oder, wie Shani Radensleben, sogar ein englischsprachiges Gedicht vortrugen.
Dr. Ralph Paland spielte Weihnachtslieder am Klavier, gelegentlich mit erfrischend modernen Harmonien, und Kinder wie Erwachsene sangen - ein wunderschönes Bild der Entspannung! Christiane von Freeden, stellvertretende Schulleiterin, hatte, wie auch im vergangenen Jahr, nicht nur die Idee, sie organisierte die Feier, besorgte - unterstützt durch die Küche - Getränke und weihnachtliches Gebäck und stellte diverse Spielgeräte zur Verfügung.
Am Ende dann verteilte der Nikolaus aus seinem großen Sack Geschenke; es schien, als wollte der Sack nie leer werden, einige Kinder wollten dann doch mal genauer hinschauen um zu überprüfen, ob wirklich nichts mehr da war... Das erinnerte dann an das Kornwunder jenes Nikolaus von Myra, auf den die Legende vom Heiligen Nikolaus zurück geht:
"Während einer großen Hungersnot erfährt der Bischof von Myra, dass ein Schiff im Hafen vor Anker liegt, das Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hat. Er bittet daher die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um in der Not zu helfen. Diese weisen zuerst die Bitte zurück, da das Korn genau abgewogen beim Kaiser abgeliefert werden müsse. Erst als Nikolaus ihnen verspricht, dass sie für ihr Entgegenkommen keinen Schaden nehmen würden, stimmen die Seeleute zu. Als sie später in der Hauptstadt ankommen, stellen sie verwundert fest, dass sich das Gewicht der Ladung trotz der entnommenen Menge nicht verändert hat. Das in Myra entnommene Korn aber reicht volle zwei Jahre und kann sogar noch zur Aussaat verwendet werden."
Ob man diese Geschichte nun glaubt oder nicht - egal, es ist eine schöne Geschichte. Außerdem steht sie so in Wikipedia. Dann muss sie ja stimmen...
Bernd Woidtke