Rhythm&Brass in Concert, Vol. 3

15.10.11

 

Fotos

 

Dramaturgisch hatte Johannes Schumacher, Big-Band-Leader der Europaschule, das Konzert geschickt aufgebaut: Zuerst die drei Einzelbands, dann die vereinigte Mega-Band am Schluss - ein fulminantes Ende eines famosen Konzerts!

 

Der Reihe nach. Die Big-Band der Europaschule hatte ein Heimspiel. Die Band besticht dadurch, dass sie sich immer wieder neu erschafft, jedes Jahr verlässt eine Schülergeneration die Schule es wächst die nächste nach; selbst die Kleinsten können mitmachen, wenn sie ein Instrument spielen können. Heraus kommt ein runder Sound: Two Movements, Thema von Hawaii Five-0, Thank you for the Music, Fluch der Karibik und Sousa Scramble waren die Beweis-Stücke dafür, dass diese Band den Generationenwandel schadlos übersteht.

 

Die Mega-Band auf der Bühne: 120 Musiker der drei Bands spielten gemeinsam

 

Hummis Big Band, benannt nach ihrem Leader Dr. Franz-Josef-Hummelsheim, nebenbei noch Schulleiter am Erftgymnasium Bergheim, geht einen etwas anderen Weg: Die Mitwirkenden waren im Schnitt deutlich älter als die Kerpener Musiker. Dass ihre musikalischen Darbietungen auf höchstem Niveau daher kamen, sollte also nicht überraschen. Powerplay, Hit the Road Jack, Birdland, Goldeneye und der Chuck-Berry-Hit Johnny B. Goode hießen die Titel ihrer Stücke. Vor allem Birdland zeigte die große Kunst dieser Band: Der Riesenhit der Fusion-Band Weather Report, komponiert vom Wiener Keyboarder Joe Zawinul, ist eine große Herausforderung für jede Band: rhythmisch anspruchsvoll und eine anspruchsvolle Aufgabe für die Solisten!

 

Der Name der dritten Band führte ein wenig in die Irre: Musik Chor St. Marien aus Köln-Weiden. Man erwartete Gesang, es kam eine weitere Big Band. Aber was für eine! Schon der Leiter der Band, Michael Knipprath, ein großer, kräftiger Mann, lebte körperlich vor, was Big-Band-Musik mit den Menschen anrichtet: Kaum ertönte de erste Akkord, bebte sein Körper im Rhythmus des Swing; wieviele Pfunde er bei einer Vorstellung verliert, soll sein Geheimnis bleiben, dürfte aber nicht unerheblich sein! Die Titel: Nena (Medley aus bekannten Songs), The best of Glee, Concerto for Crash Cymbels (mit einem großartigen kölschen Clown, dem "Weltmeister des Cymbel-Spiels"...), Bläck Fööss Melodien und ein Instand Concert, ein Potpourri aus 34 einzelnen Stücken.

 

Dann der Höhepunkt: Alle Musiker auf die Bühne! 120 Leute mitsamt ihren Instrumenten! Ja, das funktioniert, man kommt sich halt näher - aber das ist ja der Sinne eines gemeinsamen Konzerts! Unter der Leitung von Johannes Schumacher spielte die Mega-Band einen Udo-Jürgens-Medley (unter anderem: Immer wieder geht die Sonne auf, Mit 66 Jahren, Aber bitte mit Sahne, In diesem ehrenwerten Haus), The Floral Dance, Highlights from Shrek II, Heal the World, die gewegende Hymne von Michael Jackson und am Ende Dschingis Khan. Und als Zugaben nochmals Udo Jürgens und Shrek. Die Mega-Band zeigte das, was man erwartete: immenses Volumen, große Dynamik, aber auch, trotz der großen Musikerzahl, eine enorme Transparenz der einzelnen Teile und Stimmen.

 

Nach drei intensiven Stunden ging man, mit leichten Taubheitsgefühlen im Ohr, nach Hause, die Ankündigung von Johannes Schumacher verschaffte einem gute Laune: Rhythm&Brass in Concert, Vol. 4, kommt auf jeden Fall!

 

Bernd Woidtke