Kölns Romanische Kirchen

    Okt. 2008

 

Fotos

 

Mal hat man Glück. Mal hat man es nicht. Wir hatten Glück und waren echt dankbar für den bereichernden Tag in Köln. Am Donnerstag, 23.10.2008 ist der 13er-Kunst-Grundkurs nach Köln gefahren, um im Kölner Dom das Gerhard Richter-Fenster zu sehen und das im  Zentralabitur festgelegte Pflichtfeld der Romanik in den Romanischen Kirchen in Köln zu bearbeiten. Das Glück kam, sah uns und ließ uns auf dem gesamten Exkursionsablauf durch die Kölner City nicht mehr los:

 

Am Kölner Dom angekommen schauten wir uns das 2007 fertig gestellte Glasfenster von Gerhard Richter an. Draußen war strahlendes Wetter und das Licht zeigte im Kölner Dom die Farbenpracht von Richters „Pixel“-Fenster an den Innenfassaden und Skulpturen des Kölner Doms. Während wir den Unterricht vor Ort abhielten und über Richters Konzept im Vergleich üblicher Kirchenfenster und vor dem Hintergrund der harschen Kritik Kardinal Meisners diskutierten, sprach uns unvermittelt eine Besucherin freundlich an, um sich in die Diskussion einzuklinken.

 

Der 13er Kunstkurs; klick drauf, dann wird er groß!

 

Eine Station weiter haben wir kurz die neu renovierte Marienkapelle St. Kolumba besichtigt, die auch Maria in den Trümmern genannt wird, weil sie im zweiten Weltkrieg bis auf eine Marienstatue fast vollständig zertrümmert wurde. Viele Kölner Passanten laufen oft achtlos an ihr vorbei. Mittlerweile ist sie vom Schweizer Architekten Peter Zumthor mit zeitgemäßer Baukunst verquickt renoviert worden. Also einfach beim Roncalliplatz stehen bleiben und gucken!

 

Die nächste Station führte uns zur Antoniterkirche, die sich mitten auf der Schildergasse neben dem „Peek&Cloppenburg-Ei“ befindet. Dort konnten die SchülerInnen ein weiteres Pflichtfeld des Zentralabiturs im Original anschauen, nämlich die expressionistische Plastik von Ernst Barlach „Der schwebende Engel“, dessen Antlitz die Künstlerin Käthe Kollwitz zeigt. Die SchülerInnen fertigten zeichnerische Übungen des Kirchenraumes an während Orgelmusik die Atmosphäre authentischer gestaltete.

 

Als letzte Station gingen wir zur Kirche St. Aposteln am Neumarkt, um auch dort zeichnerische Studien zu betreiben. Plötzlich sprach uns aber ein älterer Herr mit weißem Haar an, ob wir eine größere Gruppe seien und warum wir in der Kirche wären. Ich dachte zu erst, wir wären unerwünscht, aber sogleich lächelte er und gab uns eine Führung mit stichhaltigem Wissen über romanische Baukunst, Zeitgeschichte, religiöse Reliquien und und und. Wir wurden in diesem Moment vom Glück geküsst, weil er über die Schlüssel zu den einzelnen Bereichen verfügte, so dass er uns sogar die i.d.R. für „normale“ Besucher verschlossene Krypta zeigte. Das ist eine Art Minikapelle unter der richtigen Kirche, die also unterirdisch liegt. Er hat uns mit kölschem Humor die wichtigsten Punkte der romanischen Baukunst erklärt, eine gute Dreiviertelstunde lang und das alles kostenlos.

 

Danke Herr Frimmers für diesen spannenden Einblick, den ich definitiv nicht besser meinen SchülerInnen hätte bieten können! Der Herr segne Sie!

 

(Heinrich Frimmers arbeitet übrigens ehrenamtlich!!!)

 

Herzliche kunstpädagogische Grüße

Eure/Ihre Frau Loffredo