Romeo und Julia
Juni 2007
Die Montagues und die Capulets - zwei Jugendbanden, eigentlich in Verona, jetzt an einem orangefarbenen Gymnasium irgendwo im tiefen Westen der Republik. Sie bekriegen sich, sie bekämpfen sich bis aufs Messer. Da plötzlich, ein Hoffnungsschimmer: Romeo, ein Montague, gespielt von Max Schmidt, der ohne weiteres einen veronesischen Latin Lover abgeben könnte, verliebt sich in die zarte Capulet-Tochter Julia, verkörpert von Marina Schmitz, die schon im Musical "Tanz der Vampire" das Publikum verzauberte. Doch das Schicksal ist gegen sie: Um seinen Freund zu rächen, tötet Romeo den Mörder seines Freundes. Er muss fliehen. Vorher aber verbringt er mit Julia eine geheime Hochzeitsnacht. Und das ist eines der Highlights dieses zauberhaften Films: Ort der Hochzeitsnacht ist ein Lehrerumkleideraum in der neuen Sporthalle, ausgestattet mit unzähligen Kerzen. Überhaupt: Die Locations, die die Film-Crew gefunden hat, sind hollywoodreif: Das Denkmal des unbekannten Kunstlehrers, ein Bogenportikus hinter der Schule, die weitläufigen Dächer des Schulgebäudes - einen besseren Schauplatz für den Showdown konnte man sich gar nicht denken! Hier fand die Geschichte ihr blutiges Ende. Romeo nimmt sich das Leben, weil er vom vermeintlichen Tod Julias hörte; Julia findet ihn in schwindelnder Höhe - tot! Und gibt sich selbst den Dolch.

Das Romeo und Julia-Ensemble
Diese Filmproduktion der Literaturkurse von Regine Klopffleisch und Silke Köllmann könnte eine neue Tradition begründen. Im Rheinland gilt ja der Satz: Was zweimal stattfindet, ist Tradition. Nachdem der Literaturkurs "Strucken & Partner" bereits am Wochenende unter anderem mit einem Film reüssierte, jetzt also das nächste cineastische Werk. Jahrelang dominierte das Theater die Literaturkurse, ist jetzt die Film-Ära angebrochen?
Man möchte es wünschen, denn das heutige Werk - und auch das von Strucken&Partner - konnte sich sehen lassen! Die Konzeption, die Schauspieler in weiten Teilen die Shakespeare-Sprache sprechen zu lassen, die Handlung aber visuell in die Moderne zu versetzen, rief eine ungeheure Spannung hervor. Auch wenn bei den blutigen Szenen auch Lachen die Reaktion war - die schicksalhafte Geschichte der beiden Liebenden berührte das Publikum ungemein!
Ein perfekt gemachter Film - mit leichten Tonproblemen: eine Frage des fehlenden technischen Equipments, nicht der künstlerischen Leistung der Beteiligten! Um das Kinoerlebnis perfekt zu machen, gab es - natürlich! - Popcorn und Eiskonfekt. Und einen Trailer als Werbung für den nächsten Film - er sah nach Fluch der Karibik III aus... und: Es soll ihn wirklich geben, verriet mir der Produzent Benny Schieweck...

Silke Köllmann und Regine Klopffleisch
Ein großer Dank geht an die Regisseurinnen Regine Klopffleisch und Silke Köllmann, die im Stil großer Hollywood-Regisseure den Überblick behielten und nicht nur die Stars psychologisch geschickt führten, sondern auch die Massen- und Kampfszenen packend inszenierten. Erwähnt werden muss auch der begnadete Cutter Emmanuel Schäfer - ohne seinen perfekten Film-Schnitt gäbe es dieses cineastische Meisterwerk nicht!
Unbedingt hingehen!
Nächste Vorstellung:
Dienstag, den 19.06.2007, 20:00 Uhr
in der Aula des Gymnasiums der Stadt Kerpen
Schüler: 2 €
Erwachsene: 3 €
Kartenverkauf an der Abendkasse
Bernd Woidtke