Katholischer Religionskurs der Klassen 8.4/8.7

Besuch des Bestattungsunternehmens „Pütz und Roth“

9.2.10 

 

Fotos

 

Zum Abschluss unseres Themas „Geheimnis Leben“, Auferstehung und Tod, haben wir das Bestattungsunternehmen „Pütz und Rot“ besichtigt und viele neue Einblicke bekommen.

 

Unser Ausflug startete am Samstag, den 30.1.2010 in Horrem am Bahnhof. Von dort aus fuhren wir mit der S-Bahn nach Köln Hbf. Weiter ging es nach Bergisch-Gladbach mit der S-Bahn. Eigentlich hatten wir vorgesehen dann mit dem Bus weiterzufahren, doch wegen des Wetters war unser Bus gestrichen worden und wir gingen zu Fuß weiter.

 

Pütz und Rot sieht sowohl von außen als auch von innen eher nicht wie ein Bestattungsunternehmen aus, sondern eher wie ein gemütliches Landhotel in ansprechender Lage. Angekommen bei Pütz und Roth, wurden wir herzlich empfangen. In einem Seminarraum, der jetzt für ca. zwei Stunden für uns vorgesehen war, bekamen wir erst mal etwas zu Trinken.

 

Herr Roth mit den Besucher/innen aus Kerpen; zum Vergrößern anklicken!

 

Danach kam Herr Roth, der Leiter des Unternehmens. Wir nahmen in dem gemütlichen Raum Platz. Auch er machte nicht den typischen Eindruck eines Bestatters, sondern sprudelte nur so voll Lebensfreude. Es war kein langweiliger Vortrag, den er uns hielt, sondern eher wie ein Gemeinschaftsgespräch, in dem alle eingebunden waren. Er hat es geschafft, wie sonst kein Anderer, uns einfach zwei Stunden total für das Thema zu begeistern. Er musste nicht ein einziges Mal um Ruhe bitten. Herr Roth hat ganz offen mit uns gesprochen, und uns behandelt wie Erwachsene. Das Ziel von Pütz und Roth ist es, der Trauer eine Heimat zu geben, wie man auch auf der Website nachlesen kann. 

 

Er hat uns immer wieder vermittelt, dass jeder seine Qualitäten hat und dass man sich ja nicht unter kriegen lassen soll. Herr Roth wollte uns Lebensmut mit auf den Weg geben, und ich glaube, er hat es geschafft. Der Tod sollte kein Tabuthema mehr sein, und jeder sollte sich einmal damit auseinander gesetzt haben, denn der Tod gehört zum Leben dazu.

 

Es war ein Gespräch, das viele von uns zu Tränen gerührt hat, die man sonst noch nie so gesehen hat. Und plötzlich haben selbst die Coolsten auch mal Gefühle gezeigt. Auch bei so einem ernsten Thema war das Gespräch trotzdem lustig und wir hatten viel Spaß, weil Herr Roth einfach so fröhlich war. Er hat uns vermittelt, dass nur da Trauer sein kann, wo vorher auch Liebe war. Durch Liebe entsteht eine neue Sicht, auf die Dinge die man vorher ganz anders gesehen hat. So floss auch der Satz vom kleinen Prinzen „Man sieht nur mit dem Herzen gut!“ ins unser Gespräch ein. Das Schöne an diesem Gespräch war, dass es nicht wie in der Schule war. Man hatte nicht den Druck, dass man das alles lernen muss, sondern es war alles ganz locker.

 

Man ist einfach mal in sich gegangen. Herr Roth hat uns beschrieben, was für ihn Tod bedeutet. Er hat uns viele Geschichten über Trauerfälle erzählt und wollte, dass wir den Tod mit dem Herzen begreifen. Leben bedeutet für Herrn Roth „Dasein“ und Tod einfach nur noch „Sein“. Er hat uns erzählt, dieser Beruf sei keine psychische Belastung für ihn und dass er sehr glücklich in seinem Beruf sei.  Ich denke, Herr Roth ist einfach mit ganzen Herzen dabei, und das spürt man wirklich.

 

Nach dem Gespräch, besichtigten wir die Räumlichkeiten. Wie schon gesagt, das Haus ist mehr eingerichtet wie ein Landhotel und strahlt eine ungeheure „Wohlfühlatmosphäre“ aus. Wir haben einen Abschiedsraum gesehen, und den Teil, indem die Toten “versorgt“ werden, so wie Herr Roth das beschrieben hat. Herr Roth zeigte uns auch, wie ein Sarg von innen aussieht, an einem Modell, das aufgeschnitten war, sodass man die verschiedenen Schichten sehen konnte.  Herr Roth nahm kein Blatt vor den Mund, und zeigte uns auch eine Tote, die aufgebahrt im Abschiedsraum lag. Ich denke das war für alle nicht einfach, diese Frau da liegen zu sehen, und es hat gut getan nicht alleine zu sein. Sie sah einfach nur zufrieden aus und man hätte fast denken können, dass sie nur schläft. Auch hat uns Herr Roth erzählt, dass man als Trauender nie alleine in den Abschiedsräumen ist, sondern immer jemand vom Unternehmen bei einem ist.

 

Das Leben ist ein Geschenk, und wir sollten jeden Tag nutzen, denn wir wissen nie, was morgen passiert. Das hat uns Herr Roth mit auf den Weg gegeben und dafür möchten wir ihm danken.

 

Julia Siegburg 8.7