Unsere ungarische Gastlehrerin aus Rumänien, Siebenbürgen: Gyöngyi Sàndor

8.11.06

 

Auf die Frage: "Wie heißt Ihre Heimatstadt?" antwortet sie: "Odorheiu-Secuiesc oder Székelyudvarhely oder Odorhellen..." "Ja, welche davon...??" "Alle!" "Wieso?" "Es sind drei Namen für dieselbe Stadt! Der erste ist rumänisch, der zweite ungarisch, der dritte deutsch!"

 

Frau Sàndor ist drei Wochen bei uns zu Gast. Sie ist Lehrerin, hat Mathematik und Deutsch studiert, unterrichtet in Rumänien Deutsch als Fremdsprache. Sie ist mit Hilfe des PAD (Pädagogischer Austauschdienst) nach Deutschland gekommen. "Warum?" "Ich bin neugierig! Neugierig auf das deutsche Schulsystem, auf die Schülerinnen und Schüler. Ich möchte wissen, wie in Deutschland unterrichtet wird. Ich war mehrmals in Deutschland, im Sommer 2004 habe ich 3 Stunden an einem thüringischen Gymnasium Hospitiert. Ich habe festgestellt, dass die Schülerinnen und Schüler hier viel kreativer sind als in Rumänien, dass sie viel stärker zur Selbstständigkeit erzogen werden."

 

Frau Sàndor spricht vier Sprachen: Rumänisch, Ungarisch, Deutsch und Italienisch. Sie gehört der ungarischen Volksgruppe der Szekler an; die Szekler sind eine Volksgruppe der siebenbürgischen Ungarn. Die ungarische Minderheit beträgt 1,7 Millionen Menschen in Siebenbürgen. Dort leben neben den Rumänen und Ungarn auch Deutsche - das erklärt die drei Namen ihrer Heimatstadt! Sie ist stolz auf ihr Volk und hat eine sehr sehenswerte Foto-Präsentation mit Bildern aus ihrer Heimat mitgebracht. Sie kann dazu sehr spannend erzählen - es lohnt sich also, sie einmal in die Klasse einzuladen!

 

 

Wir freuen uns, dass Frau Sàndor bei uns ist und hoffen, dass sie hier viel Neues erfahren wird, gleichzeitig aber auch, dass wir viel von ihr lernen können!

 

Bernd Woidtke