Schulinspektion 2006

Drei Tage auf Zehenspitzen

 

9.4.06

 

Wie auf Zehenspitzen schien die Schule drei Tage lang zu laufen: Von Dienstag bis Donnerstag vergangener Woche waren die Schulinspektoren im Haus: Frau Böttcher, Herr Dorn, Herr Schwedt und Herr Semrau. Ziel war es, die Qualität der Arbeit an unserer Schule zu erforschen.

 

Auf zwei Wegen sammelten die Inspektoren Daten: Sie führten Gespräche mit Lehrervertretern, mit Schülern, Eltern und Hauspersonal. Und sie besuchten Unterricht, jeweils im 20-Minuten-Takt, und beobachteten mittels eines Erhebungsbogens die Schüler- und Lehrertätigkeit.

 

Michael Dorn, Leiter der Inspektoren-Gruppe, begrüßt das Lehrerkollegium am Dienstag, 4.4.06

 

Die Gespräche mit den Lehrern und der Schulleitung hatten unter anderem folgende Themen zum Inhalt: Förderkonzepte, Beratung, Mädchenförderung, Sportkonzept, Umwelterziehung, Führung und Schulmanagement, Informationsfluss, Evaluation, Personaleinsatz.

 

Der Erhebungsbogen bei den Unterrichtsbeobachtungen bezog sich unter anderem auf folgende Aspekte: Geeignete Problemstellungen, Anforderungsniveau, Informationsmethoden, Medien und Arbeitsmittel, Lernzuwachs, aktive Schülerteilnahme, Zusammenarbeit unter den Schülern, Individualisierung, Selbstständigkeit, Partner-, Gruppenarbeit, strukturierte und funktionale Arbeit im Plenum, Lernumgebung, Arbeitszeit, pädagogisches Klima.

 

Natürlich ist man es als Lehrer, abgesehen von Referendaren, nicht gewohnt, sich in die Karten schauen zu lassen. Dass mancher Kollege etwas nervös war, ist nur folgerichtig. Jedes Klopfen an der Tür konnte heißen: Der Inspektor begehrt Einlass.

 

Am Donnerstag Nachmittag wurden die ersten Ergebnisse der Konferenz mitgeteilt. Allerdings gab es noch keine detaillierten Auswertungen, da in der kurzen Zeit noch nicht alle Daten in den Computer eingegeben werden konnten. Deshalb verzichte ich hier darauf, eher vage Einschätzungen zu referieren.

 

Die Inspektoren erstatten dem Kollegium Bericht, Donnerstag, 6.4.06

 

So viel kann man zumindest sagen: Die Schulinspektion hat die Diskussionen im Lehrerkollegium und vermutlich auch bei allen anderen Gruppen an der Schule enorm befeuert. Egal, wie die Ergebnisse im Einzelnen ausfallen werden, ist allen bewusst, dass die Schule ein lebendiger Organismus ist, der sich weiter entwickelt. Dazu hat die Schulinspektion sicherlich einen Beitrag geleistet.

 

Eine Anekdote am Rande: Bei einer Kollegin klopfte es, ein jung aussehender, businessmäßig gekleideter Herr und eine entsprechend gekleidete Dame traten ein, setzten sich wortlos und begannen, sich Notizen zu machen - Schulinspektoren, wer sonst, dachte die Kollegin. Nach 20 Minuten erhoben sich die beiden, verabschiedeten sich freundlich und gingen. Ein paar Schüler hatten es schon geahnt: "Hey, ihr seid doch 13er???" raunten sie den beiden zu. "Pssst!!!" gaben die zurück. Offenbar hatten die beiden Gogols Theaterstück "Der Revisor" gelesen und flugs in die Tat umgesetzt - ein origineller Neben-Abigag. Oder eine Bewerbung für die nächste Inspektionsrunde? Für Nachwuchs scheint jedenfalls gesorgt zu sein.

 

Bernd Woidtke