Shakespeare, einmal anders

 4.12.11

 

Fotos

 

Orangen auf Mitschüler werfen, Freunde anbrüllen und beleidigen und als „Stalker“ hinter seiner großen Liebe herdackeln…natürlich ohne, dass der oder die Angebetete dies bemerkt…

 

Dies ist nur eine kleine Auswahl von Aktivitäten, die Julius D’Silva, Schauspieler und Lehrer, am vergangenen Donnerstag im Gepäck hatte, um mit 50 erwartungsvollen Leistungskursschülern aus der 13. Jahrgangsstufe eine etwas andere Englischstunde zum Thema Shakespeare zu gestalten.

 

 

Dem international tätigen, englischen Schauspieler, zuletzt unter anderem zu sehen als „Ross“ in Macbeth am Shakespeare Globe (London) oder als „Mr. Bumble“ in Oliver am Theater Drury Lane (London) und Gewinner des „Laurence Olivier Award 2009 for Best Company Performance“, gelang es, den Schülern in 90 Minuten einen Zugang zu Sprache, Rhythmus und Welt des „Barden“ zu eröffnen.

 

„Shakespeare muss man spielen, man muss ihn fühlen und erleben“, lautete das Credo an die Schüler. Und dann ging es auch schon los… Von rassigen und schnellen Aufwärmübungen, die auch bei großen Filmstars schon Wunder gewirkt haben sollen, wie Mr. D‘Silva eindrucksvoll berichtete, über kurze charakterisierende Sätze aus „Much ado about nothing“ bis hin zu Standbildern, in denen die komplizierten Charakter-Beziehungen durch deren Anschaulichkeit sofort jedem klar wurden, erreichte es D’Silva die 13er zu motivieren und so, ganz nebenbei, vielleicht auch dem ein oder anderem das Theater als Beruf-„ung“ ein wenig näher zu bringen. Talente, das war für die staunenden Lehrer klar, gab es genug…

 

Einer der Höhepunkte für viele Schüler war sicherlich, ausgestattet mit einem knackigen Zitat aus „Much ado about nothing“, imaginäre „verdorrte Orangen“ („rotten orange“) mit voller Kraft auf einen Mitschüler zu werfen, so dass dieser sich vor Schmerzen krümmen musste. Zum Glück gab es danach eine Chance auf Revanche…

 

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Workshop viel zu schnell vorüber war und Mr. D‘Silva gerne wiederkommen kann. Für viele Schüler eröffnete dieser Zugang zu Shakespeare’s Werk mit Sicherheit ein tieferes Verständnis für die inneren Zusammenhänge des Stücks und die Sprache des Dichters.

 

Sebastian Goetzke