Vorstellung des Fachs „Sport“ in der Oberstufe

 

 

Zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 sind für alle Fächer der gymnasialen Oberstufe neue Lehrpläne in Kraft getreten. Gleichzeitig zur KMK-Richtungsentscheidung entwickelte eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Schulpraxis, der Schulaufsicht und der Universität unter Federführung des Sportministeriums neue „Rahmenvorgaben für den Schulsport “. Vor dem Hintergrund einer bedenklichen Entwicklung des Sports und seiner Bedeutung in unserer Gesellschaft galt es, den pädagogischen Anspruch an den Schulsport stärker herauszuarbeiten.

 

Der Wandel eines durch die Massenmedien geprägten und veränderten Sports stellt seine Glaubwürdigkeit zunehmend in Frage. Sport kann immer weniger als ein von vornherein positiv besetztes oder auch nur unbedenkliches Systems angesehen werden - das gilt vom Werteverlust in einem kommerziell ausgerichteten Hochleistungssport bis hin zum konsumorientierten und ökologisch bedenklichen Angebot und Verhalten im Breiten- und Freizeitsport.

 

Sport in der Schule muss auch daher in allen Schulstufen und Schulformen erziehender Schulsport sein:

 

 

Die Innovationen lassen sich im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen:

 

Diese Veränderungen führen zu unterschiedlichen Kursprofilen mit konkreten Unterrichtsvorhaben. Daraus ergeben sich Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung und Notengebung:

 

 

 

Was hat dieses zunächst sehr theoretisch erscheinende Konstrukt mit unserem schulischen Alltag in der Oberstufe zu tun? Beziehungsweise was bedeutet dies konkret für Lehrende und Lernende?

 

Jahrgangsstufe 11:

 

In der Jahrgangsstufe 11 müssen in jedem Kurs die SchülerInnen alle 6 Pädagogischen Perspektiven (Beispiele und Erläuterungen finden sich im Anhang) kennen lernen. So soll einerseits gewährleistet werden, dass die Jugendlichen ein ganzheitliches Bild des Sports vermittelt bekommen und andererseits für die Entscheidungsfindung der Kursprofilwahl für die Jahrgangsstufe 12 vorbereitet werden.

 

Jahrgangsstufe 12+13:

 

Am Ende der Jahrgangsstufe 11 wählen die SchülerInnen ihr Kursprofil. (Der Wahlzettel steht hier zum Download bereit). Ein solches Kursprofil besteht aus 2 Pädagogischen Perspektiven und 2 Inhaltsbereichen. Diese werden dann schwerpunktmäßig unterrichtet. Dabei werden allerdings auch andere Inhaltsbereiche und Perspektiven im Laufe der Qualifikationsphase berücksichtigt.

 


 

Die Inhaltsbereiche:

 

 

 

Die Pädagogischen Perspektiven:

 

A Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern

B Sich körperlich ausdrücken, Bewegung gestalten

C Etwas wagen und verantworten

D Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen

E Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen

F Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln


 

Anhang:

Beispielhafte Sequenzen und Inhalte:

 

Pädagogische Perspektiven

 

A Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern

 

 

 

B Sich körperlich ausdrücken, Bewegung gestalten

 

 

 

C Etwas wagen und verantworten

 

 

D Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen

 

E Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen

 

 

F Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln

 

 

Bewegungsfelder und Sportbereiche (profilbildend)

 

Laufen, Springen, Werfen - Leichtathletik

 

 

Bewegen im Wasser - Schwimmen

 

 

Bewegen an Geräten - Turnen

 

 

Gestalten, Tanzen, Darstellen – Gymnastik / Tanz, Bewegungskünste

 

 

Spielen in und mit Regelstrukturen - Sportspiele

 

 

Gleiten, Fahren, Rollen - Rollsport, Bootssport, Wintersport

 

 

Ringen und Kämpfen - Zweikampfsport

 

 

Grundlegende Bewegungsfelder und Sportbereiche (können nicht profilbildend sein)

 

Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten

ausprägen

 

Das Spielen entdecken und Spielräume nutzen

 

 

Fachliche Kenntnisse ( Bereich II)

Lerninhalte:

 

II.1. Kenntnisse zur Realisierung des eigenen sportlichen Handelns...

 

 

II.2. Kenntnisse zum sportlichen Handeln im sozialen Kontext...

 

 

II.3. Kenntnisse über den Sport als Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit...

 

 

Methoden und Formen selbständigen Arbeitens ( Bereich III )

 

III.1. Methodisch-strategisches Lernen

 

III.2. Sozial - kommunikatives Lernen

 

 

Fachspezifische Anforderungssituationen

 

... zur Präsentation sportmotorischer Leistungen:

... zur Präsentation weiterer fachlicher Leistungen:

 

... insbesondere:

darüber hinaus :

 

Beurteilungsbereich „sonstige Mitarbeit“:

 

Die vielfältigen Möglichkeiten der Lernerfolgsüberprüfung müssen im engen Zusammenhang mit den jeweiligen Zielen und Inhalten des Sportunterrichts stehen, dabei greifen pädagogische Zielsetzungen und darauf bezogene Verhaltensweisen oft ineinander. Lernerfolgsüberprüfungen erfolgen in punktuellen und unterrichtsbegleitenden fachspezifischen Anforderungssituationen. Die Leistungserwartungen sind nach vorgegebenen bzw. vereinbarten Kriterien auf qualitativ erfassbares, beobachtbares Verhalten zu beziehen.

 

Beobachtbares Verhalten unter allen pädagogischen Perspektiven:

 

Beobachtbares Verhalten unter der pädagogischen Perspektive (B) : Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten

 

 

Beobachtbares Verhalten unter der pädagogischen Perspektive (D): Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen

 

 

Beobachtbares Verhalten unter der pädagogischen Perspektive (E) : Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen

 

 

Beobachtbares Verhalten unter der pädagogischen Perspektive: Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln (F)

 

 

                                                                            

 

Zusammengestellt von Dominik Kemper