Die Sorgen der Technik-Crew
März 08
als Anmerkung zu Ihrem Bericht zum Musikabend:
„[…] Ein weiterer Dank geht an die Technik-Crew, die dieses Event gewohnt professionell erleuchtete und durch Boxen und PA zum Hören brachte […].“
Ich weiß nicht, ob es irgendjemanden interessiert, aber ich möchte einmal erzählen, was man als Techniker so alles „durchmacht“:
Was man als Zuschauer ja (glücklicherweise!!!) nicht mitbekommt, ist das, was (nicht nur) die Technik vorher leistet. Dies war am Donnerstag einfach die Hölle. Die Tontechniker erschienen um 15 Uhr; die Anlage war im Prinzip schon vorbereitet, es stand alles in der Aula bereit. Es mussten nur noch die Mikrofone angeschlossen werden (…).Man geht dies alles ruhig an, in dem Glauben: „Es steht soweit alles, es kann nichts schief gehen und wir haben noch 4 Std. Zeit“. Die Soundchecks mit den Bands sollten um 16 Uhr beginnen. Also verblieb ca. 1 Std. um alles lauffähig zu machen.

Die Technik-Crew bei der Arbeit, hier bei der SV-Karnevalssitzung 2008; rechts: Simon Bleck
Aber: Zu unserem großen Entsetzen stellten wir relativ schnell fest, dass mit unserer Anlage etwas nicht stimmte. Die „großen“ Boxen taten es nicht und ohne sie ist es nicht möglich, einen halbwegs passablen Klang des Gesangs zu vermitteln, da die „kleinen“ als Monitorboxen gedacht sind. Ich finde es schon sehr komisch, dass, wenn die Anlage am Montag noch in vollem Funktionsumfang lief, sie es 3 Tage später ohne Benutzung nicht mehr tut. Darauf kann man sich nicht einrichten und so etwas macht einen ratlos.
Wir gingen auf Fehlersuche und wie sich herausstellte, war der Fehler (ein Defekt der Endstufe) nicht zu beheben. Die technischen Aspekte lasse ich einmal heraus. In so einem Moment weiß man nicht, was man machen soll:
Man ist wütend, weil es nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat und man nichts dagegen machen kann.
Die Soundchecks / Aufführung rücken näher, man gerät in Panik; die Bands hört man innerlich schon sagen: „Na toll, wir können nicht spielen, weil die Technik mal wieder nix auf die Reihe kriegt!“ –zum Glück waren die Bands sehr einsichtig (Danke!)
Wir haben dann beschlossen, einen Mitschüler zu kontaktieren, der uns freundlicherweise seine Anlage zur Verfügung gestellt hat. (An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Herrn Philippi für das Fahren und Tillmann für das Ausleihen der Technik!!!). Kurz vor 18 Uhr stand dann die neue Anlage. Die Soundchecks der großen Bands waren dann schon weitestgehend abgeschlossen (ohne die Technik, die folglich alles im Blindflug während des Musikabends selbst einstellen musste). Die ersten Gäste betraten die Aula.
Neues Problem: Auch das Mischpult mussten wir kurzerhand gegen unser kleineres austauschen. Die Zeit lief uns davon und ich persönlich hatte das Gefühl, dass der Abend nicht aufhören wollte, uns mit „tollen“ Überraschungen dazwischen zu spielen. Wie wäre es z. B. mit einem Stromausfall?!
Klar, man weiß, worauf man sich einlässt als Techniker und man weiß, dass man eine gewisse Verantwortung trägt (z.B. den Bands gegenüber, etc.). Am Donnerstag gerieten wir in eine Situation, dieses Versprechen nicht mehr einhalten zu können.
Es freut mich (& uns), dass man als Zuschauer von all dem nichts mitbekommt. Ich würde es auch keinem wünschen. Denn das, was wir am Donnerstag erlebt haben war wirklich das Tüpfelchen auf dem “i“.
In diesem Sinne & mit freundlichen Grüßen
Simon Bleck