Viel Applaus für das Lehrerensemble des Kerpener Gymnasiums

Zuschauer fürchteten

um cholerischen Oberst


Sakini und Captain Fisby


John Patricks herzerfrischende Komödie "Das Kleine Teehaus", die Mitte der 50er Jahre am Broadway Furore machte und vielen in der Filmfassung mit Marlon Brando geläufig sein dürfte, ist eine Parabel vom Sieg der Menschlichkeit über die Bürokratie, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat: Das stellte das Lehrertheater des Kerpener Gymnasiums eindrucksvoll unter Beweis

Mit viel Liebe zum Detail brachte das 20köpfige Ensemble den exotischen Stoff in einer fast dreistündigen Inszenierung auf die Bühne. In den Hauptrollen wußten Patrick Krollmann als schlitzohriger Dolmetscher Sakini sowie Klaus Klein als heilllos überforderter Captain Fisby zu überzeugen.

 

Captain Fisby beim cholerischen Oberst

Den cholerischen Oberst Purdy gab Hans-Hermann Strauß mit einer Intensität, daß ihn die Zuschauer in der vollbesetzten Aula des Gymnasiums schon nahe am Herzinfarkt wähnten. Christa Fabini sorgte derweil als Geisha "Lotusblüte" mit viel Anmut und Grazie für japanisches Flair, vor allem gegen Ende des Stückes, als sie auf Wunsch der "Gleichstellungsbeauftragten" den Frauen des Ortes Geisha-Unterricht erteilte.


Lotusblüte und Captain Fisby

Kleinere Unsicherheiten beim Text wussten die Schauspieler gelungen zu überbrücken. Auch aktuelle Bezüge wurden hergestellt. So kam etwa als Ziegenbock, an dem man die Wirkung des örtlichen Süßkartoffel-Schnapses testen wollte, ein FC-Maskottchen aus Plüsch zum Einsatz. "Das ist ein zweitklassige Ziege" stellte Captain Fisby fest.

Zum Schluß spendete das Publikum minutenlangen Applaus. Insgesamt 4 Aufführungen waren vollständig ausverkauft. Bei der letzten Aufführung mußten sogar 100 Leute wieder nach Hause gehen, weil die Aula völlig überfüllt war!
(Aus dem Kölner Stadtanzeiger, von Michael Fuchs)




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