Texas-Austausch 2003
Ein Bericht von Corinna Giertz und Corinna Preuss
Gut vorbereitet und dennoch mit großer Skepsis, wegen negativer Berichte über die Beziehungen zwischen deutschen Austauschschülern und der amerikanischen Bevölkerung, startete unsere diesjährige Austauschgruppe von insgesamt 24 Schülern am 5.April morgens ihren weiten Weg in ein fremdes Land. Unter uns war auch noch eine etwas ungewöhnliche Gruppe für diesen Austausch. Dieses Mal flogen zum ersten mal auch sieben Sechstklässler mit uns.
Trotz des gerade begonnen Irakkriegs ließen wir uns nicht davon abhalten nach Texas zu fliegen, denn eigentlich hatten sich alle schon seit Monaten auf diesen Tag gefreut. Auch die Schüler und Schülerinnen aus der sechsten Klasse flogen mit positiven Gedanken nach Waco.
Nach einigen Abschiedstränen von den Eltern und Geschwistern begann unsere problemlose Flugreise nach Dallas. Dort angekommen, mussten wir noch ungefähr drei weitere Stunden mit einem gelben Schulbus nach Waco bzw. Temple weiterfahren. In Waco wurden die Sechstklässler herzlich von ihren Gastfamilien empfangen, wo sie vier Wochen lang die Hillcrest Elementary School besuchten. Und auch wir erreichten nur eine halbe Stunde später unser Ziel in Temple. Wir wurden an der Temple High School von unseren Gastfamilien abgeholt, wobei eine Schülerin das Glück hatte auf direktem Wege das Leben auf einer amerikanischen Ranch kennen zu lernen.
Unsere ersten Erfahrungen in der Gastfamilie waren sehr positiv, natürlich war alles total anders für uns, allerdings fanden wir auch gerade dies sehr interessant. Auch der tägliche Schulbesuch war nicht so anstrengend wie wir anfangs befürchteten. Wir besuchten Fächer wie Kosmetik, Tennis und Schauspiel, allerdings auch Mathe, Englisch und Deutsch. An der Schule fielen uns die Unterschiede zu unserer Schule natürlich besonders auf. Nicht nur das umfangreiche Sportangebot wie z. B. Basketball, Volleyball, Golf und Schwimmen ließen leichten Neid in uns aufkommen, sondern auch die große Auswahl in der Cafeteria begeisterte uns sehr.
Der Bürgermeister von Temple bedankte sich für unseren Besuch, indem er uns die Ehrenbürgerschaft der Stadt verlieh.
Neben dem Schulbesuch unternahmen wir auch kleinere Ausflüge mit der Gruppe. Somit blieb ein Besuch an der amerikanischen Universität Baylor nicht aus, wo wir auch wieder besonderen Gefallen an der Cafeteria hatten. Natürlich besuchten wir auch bei einem dreitägigen Ausflug die Städte Austin und San Antonio, wobei San Antonio die schönste Stadt in Texas ist, was wir auch bestätigen können. Dort besichtigten wir das Museum of Texas Cultures, wodurch uns erst bewusst wurde, wie viele unterschiedliche Kulturen in Texas zusammen leben.
Aber auch ein Abenteuerwochenende in Peaceable Kingdom wurde für uns organisiert, wo wir in Blockhütten und Etagenbetten schliefen. Ein Abenteuer war dies bestimmt, denn so viele Kriechtiere hatte von uns niemand zuvor auf einem Haufen gesehen. Jedoch hatten wir auch hier die Chance gemütlich am Pool zu liegen und einfach nur in der Sonne zu schwitzen. Zusätzlich, neben den Ausflügen mit der Gruppe, unternahmen wir auch größere Ausflüge mit unseren Gastfamilien. Die meisten hatten die Chance die unglaublich große Stadt Dallas kennen zu lernen in welcher der amerikanisch Präsident John F. Kennedy ermordet wurde. Andere fuhren wiederum nach Houston. Jedoch die meisten hatten das Glück einen der großen Freizeitparks zu besuchen, die uns natürlich besonders zusprachen.
Unserer Meinung nach war das große Highlight der PROM, der sogenannte Abschlussball der Senior Schüler der Temple High School. Für diesen Tag braucht man mehrere Wochen Vorbereitungszeit, denn es muss ein ordentliches Kleid gekauft werden und unsere Austauschpartner organisierten schon Wochen vorher Friseurtermine. Endlich kam der große Tag, bei dem niemand wirklich wusste was passieren wird. Vor dem eigentlichen PROM wurde man von seinem „Date" abgeholt und ging noch irgendwo besonders essen, wobei wir diesmal Fast Food vermieden. Der PROM selbst war wirklich eine der besten Erfahrungen überhaupt. Mit dem Auto fuhr man vor den Eingang, stieg aus und ging über den roten Teppich ins sehr schön geschmückte Gebäude. Das Auto wurde weggefahren und man fühlte sich wie ein Prominenter.
An diesem Abend wurde viel getanzt und es wurden zahlreiche Fotos gemacht. Es war irgendwie wie ein großer Ball, denn alle sahen einfach traumhaft aus. Die vielen langen schönen Kleider, aber auch die Anzüge konnten sich sehen lassen. Wir werden diesen besonderen Abend wohl nie vergessen. Nach vierwöchigem Aufenthalt in Temple mussten wir leider unsere Rückfahrt am 1. Mai beginnen.
Dieser Austausch war nun wirklich eine Bereicherung für unser Leben, die wir nicht missen möchten. Man kann die amerikanische Lebensweise nicht besser erfahren, als mit einem Aufenthalt in einer Gastfamilie. Die anfangs befürchteten Probleme wegen des Irakkrieges traten übrigens überhaupt nicht auf, wir wurden überall nur freundlich empfangen.
Im Namen aller Teilnehmer des Texas-Austauschs 2003 können wir dieses Programm nur empfehlen und hoffen, dass sich noch viele andere dafür begeistern.